Bestandsaufnahme: Voran

Nachdem wir ja einige Startschwierigkeiten beim Voran hatten, habe ich in den letzten Wochen viel Zeit darauf verwendet, das Kommando nochmal gründlich aufzubauen. Die Körpersprache Tipps von Carolin haben sich schon mal ausgezahlt, seit ich Frieda mit Rechts schicke, geht sie viel gerader raus. Und auch sonst haben wir Fortschritte gemacht. Auch wenn unser Training bis dato noch nicht optimal war, glaube ich, dass die Vorarbeit und trotzdem geholfen hat, es jetzt richtig zu machen.

Also ist es Zeit für eine Bestandsaufnahme. Da Kathrin und Ivonne ihre Trainings immer so wunderbar als Skizzen darstellen, habe ich ihnen nachgeeifert und mich ebenfalls mit Artweaver an die Arbeit gemacht. Sie sind noch nicht perfekt: An der einheitlichen Farbgebung und der Maßstabsgetreue muss ich definitiv noch feilen. Trotzdem präsentiere ich heute schon Mal meine ersten Versuche. (Edit: Ich habe gerade gesehen, dass die Schrift auch etwas klein geraten ist. Das nächste Mal dann…)

Angefangen haben wir vor ein paar Wochen wieder mit dem Voran an einer Leitlinie auf eine Futterschüssel. Ich übe nach wie vor viel mit Futterschüsseln, denn ich weiß ja, dass Frieda super apportiert, nur will ich nicht, dass sie allzu viele Dummies holt. Und da Voran bekanntlich Fleißarbeit ist, kann ich das Kommando so prima auch ohne Dummy fast täglich kurz üben.

Bei dieser Basis-Übung ging es einfach darum, wieder langsam Entfernungen aufzubauen, wobei das Wichtigste dabei war, dass Frieda auch wirklich eine schöne gerade Linie läuft. Bei den angegebenen Entfernungen bin ich mir nicht sicher, aber bei unserer dritten Übungseinheit war die letzte Distanz dann auf jeden Fall schon ziemlich weit. Aber da Frieda jedes Mal ohen zu zögern in einer schön geraden Linie losgeflitzt ist, spricht ja nichts dagegen.

Die Futterschüssel, die ich hier benutzt habe, ist relativ groß und weiß, das heißt, für den Hund auch schon von Weitem gut zu erkennen. Zum Aufbau von Entfernungen eignet sie sich deshalb ziemlich gut. Um am Ende zu testen, ob Frieda auch ohne weiße Schüssel quasi halbblind auf der bekannten Strecke voran geht, habe ich hin und wieder, wenn ich die Schüssel zum Schluss eingesammelt habe, noch heimlich ein grünes Dummy an die Stelle platziert. Denn bei Fuß ein paar Schritte in die andere Richtung und erneut: Voran! Prima hat sie das gemacht, kein fragender Blick, kein gar nichts. Losgewetzt, direkt zum bekannten Fixpunkt, Dummy eingesammelt und zurück. Wunderbar!

Übung 2 fand in einem anderen Gelände statt, der Unterschied war, dass ich ohne Leitlinie, aber stattdessen mit einem natürlichen Fixpunkt (hohes Gras, ca. 2 x 2 m) gearbeitet habe.

Beim Aufbau des Fixpunktes sowie der Entfernung zum selben hat mir Frank geholfen. Wenn Frieda auf dem Rückweg war, hat er von ihr unbemerkt ein weiteres Dummy ausgelegt, damit ich sie halbblind erneut schicken konnte. Das hat von P1 und P2 schon wunderbar geklappt. Bei P3 war die Schwierigkeit zusätzlich zur großen Distanz, dass er in einer kleinen Senke lag, sodass Frieda den Fixpunkt auf den ersten 5-10 m noch nicht sehen konnte. Es war also spannend, aber der Rennsemmel hat es toll gemeistert. Also, super Lob und Belohnung, danach war Schluss.

Beim nächsten Voran-Training (Übung 3) waren wir im selben Gelände. Frieda kannte den Fixpunkt ja nun schon, und so habe ich sie an P1 abgesetzt und habe selbst drei Dummies diesmal nicht vor, sondern IM hohen Gras versteckt. Voran, losgedüst, gesucht, gefunden, sofort zurückgekommen. Wunderbar! Danach haben wir uns um 180° gedreht, und ich habe eine Markierung (D3)  in die andere Richtung geworfen. Anschließend gab’s eine kleine Konzentrationsübung: Drehen bei Fuß auf der Stelle. Danach habe ich Frieda wieder auf den Fixpunkt geschickt, um D2 zu apportieren. Lief alles super. Zur Belohnung durfte sie anschließend noch die Markierung mit „Apport“ holen.

Boah, dachte sich die Maus da, so viele Dummies! Jetzt geht’s looooooos! Also habe ich sie wieder auf unseren Fixpunkt ausgerichtet, das Voran-Ritual durchgezogen, und dann… nichts. Frieda bekam ein „Bleib“ und ich bin losmarschiert, um D4 selbst zu holen. Sie ist brav sitzen geblieben, hat aber sowas von dämlich geguckt (sorry, Frieda ;-))… Bei ihr angekommen habe ich das Dummy verstaut und sie gaaaaaanz viel gelobt und mit Käse belohnt. Das Dummy zum Feiern gebe ich ihr dann lieber nicht mehr, das pusht sie extrem hoch.

Könnt ihr noch? Ja? Zwei hab ich nämlich noch. 🙂 Neben dem Aufbau von Entfernungen, dem Apport von halbblinden Dummies und natürlich Vertrauen in die Hand arbeiten wir auch weiterhin daran, dass Frieda die von mir angegebene Richtung auch wirklich annimmt. Dafür trainieren wir gezielt mit mehreren Futterschüsseln. Die Distanz ist dabei ziemlich gering (ca. 10 m), sie spielt aber auch zunächst keine Rolle. Wichtig ist, dass Frieda immer genau zu der Schüssel rennt, auf die ich sie (und mich) ausgerichtet habe. Das haben wir mithilfe des berühmten Wagenrades geübt, bei dem der Hund von der imaginären Mitte eines Kreises aus in alle vier Himmelsrichtungen geschick wird. Da mir bei Übung 4 eine Schüssel fehlte, waren es hier nur drei.

Vor einigen Wochen hatten wir hier noch manchmal Probleme, mittlerweiel ist es fast schon langweilig. 🙂 Spannender ist es da schon, die Schüssel in eine Linie zu stellen, wie bei Übung 5, die ich im Anschluss an Übung 4 trainiert habe. Die Richtungsuntschiede sind hier deutlich geringer. Außerdem kann man auch hier viel variieren, indem man mal auf die zuerst befüllte Schüssel zuerst schickt oder (am einfachsten) die zuletzt befüllte nimmt. Normalerweise ist natürlich nur in einer etwas drin, man will ja vermeiden, dass Hundi unerwünscht zum Erfolg kommt. Aber für Frieda sollte es stets so aussehen, als würden alle Schüssel „betankt“.

Zunächst habe ich sie von P1 aus auf verschiedene Schüsseln geschickt. Als ich das erste Mal nicht die zuletzt befüllte genommen habe, habe ich gemerkt, wie Frieda immer noch auf die daneben liegende letztbefüllte schaute. Also einen Schritt vor, neu in Position gebracht, und siehe da: Frieda hat sich neu orientiert und die Richtung angenommen. Super! Der krönende Abschluss war dann das Schicken von P2 auf FS1. Neben dem Positonswechsel musste Frieda dabei auch an beiden anderen Schüsseln vorbeilaufen. Es war sozusagen die Probe aufs Exempel, ich war gespannt. Was soll ich sagen, es gibt solche und solche Tage – dieses war ein guter Tag! Ohne Umwege flitzte die Maus zur richtigen Schüssel und kam auch direkt Freude strahlend wieder zu mir zurück. Also gab es eine dicke Belohnung und anschließend noch Wettrennen und Stöckchen zerlegen zu Zweit. 🙂

2 Antworten to “Bestandsaufnahme: Voran”

  1. working mudpaws Says:

    Das war ja ein suuuuuuuper Training und für das erste Mal sind die Zeichnungen wirklich klasse gelungen …. meine ersten sahen dagegen richtig gruselig aus.
    Ich kann mit Fiene nur schlecht auf Futterschüsseln gehen … wenn sie kein Dummy findet bringt sie einfach irgendwas mit (das Beste war mal ein Schafsköddel) … Das Risiko das sie mir dann auch aus der Suche nur Gedöns mit anschleppt wenns mal schwierig wird ist einfach zu groß.

  2. Melanie Says:

    Hallo Sarah,
    na Du bist ja fleissig 🙂
    Ich habe Dir in der RFF eine PN geschickt. Kannst Du mal schauen, wenn Du Zeit hast? Weiterhin viel Erfolg und alles Gute, Melanie

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