Archive for Mai 2011

Wesenstest

Mai 30, 2011

Letztes Wochenende fand auf dem Hundeplatz in Bayreuth ein Wesentest der BZG Oberfranken statt. Frieda und ich waren allerdings nicht angemeldet – eigentlich rechne ich jeden Moment mit Friedas zweiter Läufigkeit, da wollte ich bei der Anmeldung kein Risiko eingehen. Meine Wenigkeit war trotzdem anwesend – als Helfer am Samstag.

Es war mein erster Wesenstest und daher war ich sehr gespannt, was ich so zu sehen bekommen würde. Die Richterin, Irmelin Barckhausen, war super nett und hat jede Menge interessanter Sachen zu den einzelnen Hunden erzählt. Ich war Teil der Fußgängerzone, der Kreisprobe und durfte auf dem Parcours die mit Dosen gefüllte Plastiktüte rütteln. Insgesamt habe ich zwei Labbis, zwei Golden und einen Flat gesehen – allesamt Damen.

Es war sehr interessant, die Unterschiede im Verhalten der einzelnen Hunde zu beobachten. Während die eine eher vorsichtig und die Nähe des Hundeführers suchend die Aufgaben meisterte, rannte die andere immer schon vor, um sich die nächste „Hürde“ aus nächster Nähe anzusehen. Alle Hunde waren an diesem Tag in ihrem Wesen fest 🙂 und bestanden die Prüfung mit Bravour. Herzlichen Glückwunsch!

Advertisements

Wasserhunde

Mai 23, 2011

Unser Besuch bei Daniela, Jens und Gizmo war ein riesen Spaß. Frieda und Gizmo scheinen sich ernsthaft zu mögen und haben sich gemeinsam so richtig ausgepowert. Frieda kann von Glück sagen, was ein Gentleman wie Gizmo sich so alles von jungen Damen gefallen lässt, denn zurückhaltend ist die Hexe keinesfalls.

Besonders schön war unser Ausflug an die Fulda, wo sowohl Mensch als auch Hund die Seele baumeln lassen konnte. Naja, Hund stand der Sinn dann doch eher nach Action, Wasseraction um genau zu sein. Dabei sah das alles ganz schön anstrengend aus, vor allem, wenn die beiden in der Mitte des Flusses gegen den Strom anschwammen – um dabei keinen Meter vorwärts zu kommen. Frieda im Hamsterrad, das kennen wir bereits aus Kroatien, wo sie jeden Tag aufs Neue versuchte, eine Boie aus dem Wasser zu apportieren. 🙂

Die beiden wurde nicht müde, alles Erdenkliche aus dem Wasser zu fischen und betrieben dabei auch Arbeitsteilung:

Der ganze Trubel hat Frieda dann doch ziemlich geschafft. Gestern hat man während der dreieinhalbstündigen Heimfahrt nichts von ihr gesehen oder gehört. Zuhause angekommen wurde sich kurz über das Wiedersehen mit der gewohnten Heimat gefreut, nur um dann erneut grunzend in der Ecke zu verschwinden. Als Frank nach dem Abendessen ins Schlafzimmer gegangen ist, um etwas von dort zu holen, ist Frieda schnurstracks hinterher, um sich in ihrem Kennel vorzeitig zur Ruhe zu betten. Das hatten wir so auch noch nie. 🙂

Vielen Dank auf jeden Fall an das Gizmo-Rudel für die Gastfreundschaft und den wunderschönen Tag! Jens hat wie immer tolle Fotos von den Hunden geschossen, von denen ich eines hier verwendet habe. Viele weitere Bilder und einen Bericht findet ihr hier.

Willkommen – Pippin!

Mai 20, 2011

Die Hundefamilie wächst beständig an. Vor 18 Monaten ist Frieda bei uns eingezogen, um Jamie wenigstens im Geiste Gesellschaft zu leisten. Nun ist der nächste kleine Stinker eingezogen: Kathrin und Jamie teilen sich ihr zu Hause fortan mit: Pippin.

Herzlich willkommen, kleiner Pippin! Wir freuen uns über den Zuwachs und wünschen Dir eine tolle Hundekindheit in Bishkek. Und natürlich können wir ein Treffen von Angesicht zu Angesicht kaum erwarten. Nun sind schon drei Varietäten der sechs Retrieverrassen in der Familie vertreten, ich würde sagen, in den nächsten Jahren machen wir sie voll. 😉

Hessen, wir kommen!

Mai 19, 2011

Heute ist es mal wieder so weit, wir machen uns auf den Weg nach Marburg in unsere alte Heimat.

Für Frieda ist der Besuch in meinem Elternhaus immer eine große Herausforderung. Naja, der Besuch natürlich weniger, aber dafür, dort auch zur Ruhe zu kommen. Während es bei Jamie, der Hündin meiner Schwester, keinerlei bleibende Schäden hinterlassen hat, dass sie beim Vorbeigehen von allen Familienmitgliedern gerne mal bespaßt und gekrault wurde, sorgen dieselben Erfahrungen bei meiner schwarzen Hexe dafür, dass sie bis heute am dritten Tag unseres Besuch völlig fertig mit tiefen Hundeaugenringen im Kofferraum die Rückfahrt verpennt.

Wer nun aber denkt, ich ließe Frieda in Marburg tun und lassen, was sie will, liegt falsch. Die meiste Zeit muss sie auf ihrer Decke verbringen – dauerndes Herumlaufen wird unterbunden. Natürlich machen wir dafür ausgiebige Spaziergänge, auf denen sie sich austoben kann. Dennoch döst sie bisher auf ihrem Platz nur sehr wenig, sondern beobachtet ununterbrochen ihre Umgebung. Dieser Hund hat wirklich Ausdauer! Dieses Mal werde ich also etwas Neues versuchen und Friedas Liegeplatz so wählen, dass sie möglichst mehr Ruhe bekommt. Die Maus war schon immer ein Höhlenhund und so werde ich ihr probeweise eine muckelige Ecke suchen.

Und ganz am Rande muss ich zugeben, dass Friedas Ruhelosigkeit auch so ihre Vorteile hat: Die Menschen können mal richtig ausschlafen, da Hundi so fertig ist, dass er morgens gar nicht aus den Federn kommt. 🙂

Der kommende Besuch hält außerdem noch ein besonderes Highlight bereit: Am Samstag besuchen wir Gizmo und sein Rudel in Rotenburg! Wir freuen uns schon.

Training im Tandem

Mai 18, 2011

Gestern haben wir uns mal wieder mit Christine und Jack zum Training getroffen. Wie so oft, nachdem man Seminare besucht und Ratschläge bekommen hat, versuche auch ich momentan besonders konsequent und auch streng zu sein. Das fällt mit mitunter schwer – der Mensch hat es ja lieber sehr harmonisch und kumpelig – aber da ich überzeugt davon bin, dass Frieda und ich langfristig mehr davon haben, wenn wir nicht immer wieder aushandeln müssen, was „Fuß“ eigentlich bedeutet, strenge ich mich nochmal an. 🙂 „Fuß“ heißt also „Fuß“ und nicht „irgendwo in der Nähe des Beines mit der Nase in der Wiese“. Und „Platz“ heißt „Platz“ und nicht „Herumrutschen auf einer Fläche von 4m2“.

Das Training mit anderen Hunden wird grundsätzlich immer besser. Frieda ist zwar immer noch sehr unkonzentriert in der Anfangsphase, aber sie hat offenbar durchaus verstanden, dass beim Training nur mit mir gespielt wird und dann auch nach meinen Regeln. Ihre Aufregung äußert sich dann vor allem darin, dass sie ins Fuß hüpft, anstatt einfach eine meine Seite zu kommen. Flattypische Bocksprünge hat sie perfektioniert und schafft es aus dem Stand locker bis in mein Gesicht.

Zu Beginn sind wir abwechselnd mit den Hunden im Fuß aneinander vorbei gelaufen, zum Schluss mit Dummy im Fang (also die Hunde, nicht wir). Anschließend wurden die Hunde nacheinander am anderen Team vorbei abgerufen. Dann haben wir die beiden nebeneinander abgesetzt und abwechselnd Dummies von Vorne hinter sie in die Wiese geworfen. Zuerst habe ich Frieda abgerufen und wir sind ein Stück im Fuß von den Dummies weg gelaufen. Zur Belohnung durfte sie danach eines der Dummies apportieren. Dann waren Christine und Jack an der Reihe. Als Jack geschickt wurde, ist Frieda brav sitzen geblieben und hat keinen Mucks von sich gegeben. Das gab eine ordentliche Portion aus der Leberwursttube! Anschließend haben wir die restlichen Dummies eingesammelt.

Da unseren beiden Rakten derartiges Steadinesstraining gut tut, ging es ähnlich weiter. Beide Hunde wurden im Platz abgelegt. Während einer von uns als Absicherung zwischen den beiden Hunden stand, ging der andere auf die Wiese, um mit viel Geräusch einige Dummies zu werfen. Danach hat der andere seine Munition ebenso verschossen. 🙂 Anschließend ging es mit den Hunden in entgegengesetzte Richtungen von den Dummies weg und jedes Team sollte nach Herzenslust zusammen spielen: Rennen, Rangeln, Toben, Werfen, alles war erlaubt – nur die Dummies waren natürlich tabu. Am Ausgangspunkt wurden die Hunde erneut abgelegt und die Dummies von uns eingesammelt.

Danach wollten wir mit den Hunden einzeln arbeiten, und so bin ich mit Frieda in die Wartezone gegangen. Leider kann sie sich in solchen Situationen noch nicht sehr gut entspannen, sie ist meist dabei, Gras zu kauen, Blumen zu köpfen oder etwas anderes zu tun. Das Wartezonentraining ist daher nachwievor sehr wichtig für uns.

Nachdem Christine mit Jack fertig war, waren Frieda und ich an der Reihe. Das „Voran“ in verschiedene Richtungen auf relativ kurze Distanzen stand auf dem Programm. Da dieser Bestandteil des Trainings zwischenzeitlich nicht so gut lief bei uns, bin ich momentan noch dabei herauszufinden, welchen Trainingsstand Frieda und ich haben. Würde sie die von mir vorgegebene Richtung annehmen? Auch unter Verleitung?

Mit drei schwarz-weißen Fahnen habe ich zunächst ein Dreieck auf einer Wiese abgesteckt. Von Fahne 1 (Startpunkt) ging es los in einer gerade Linie zu Fahne 2, wo ich für Frieda sichtig ein Dummy ausgelegt habe. Anschließend marschierten wir zu Fahne 3, wo ein weitere Dummy ausgelegt wurde, bevor es erneut in einer geraden Linie zurück zum Startpunkt ging. Auf den gemeinsam abgegangenen Vertrauenswegen wollte ich sie nun schicken. Zuerst sollte sie das Dummy an Fahne 3 holen, das wir zuletzt ausgelegt hatten. Das lief prima! Nun legte Christine ein weiteres Dummy an Fahne 3 aus, während Frieda auf dem Weg zu mir war. Die Schwierigkeit war nun, dass ich Frieda erneut auf dieselbe Fahne schicken wollte, obwohl sie dort bereits ein Dummy geholt hatte. „Voran“ und los! Kein Zögern, super. Anschließend durfte sie dann noch das Dummy an Fahne 2 holen, was ebenfalls reibungslos klappte.

Als letzte Aufgabe wollte ich noch ein Voran unter Verleitung versuchen. Ich ließ Frieda am Startpunkt sitzen und ging alleine zu Fahne 2, wo ich von ihr beobachtet ein Dummy ausgelegt habe. Anschließend ging ich zu ihr zurück. Dann warf Christine eine Markierung mit viel „Brr, brr“ und „Quak, quak“ links von uns in die Wiese. Die grundsätzliche Verleitung durch die Markierung wurde noch dadurch erhöht, dass ich in diesem Fall nicht zwischen Frieda und der Markierung stand, sondern diese auf ihrer „offenen Seite“ gefallen war. Also versuchte ich, sie nach vorne auf das „Voran“ zu konzentrieren – was super geklappt hat! Nach kurzem Überlegen wandte sie ihren Kopf von der Markierung ab und ließ sich prima auf die Fahne 2 schicken. Suuuuper! Da das insgeamt recht viele Apporte nacheinander waren, habe ich die Markierung dennoch selbst geholt. Markierungen können schließlich nie öde genug sein für mein Flughörnchen (Friedas Rute ist nämlich nur deshalb so lang, damit sie in der Luft auch noch ordentlich steuern kann).

Danach habe ich die Kleine ins Auto gepackt, während Jack und Christine noch ein bisschen das „Back“ trainiert haben. Ganz zum Schluss durfte die Maus zur Belohnung dann noch mit Curtis, Christines Golden Rüden, frei laufen. Dabei hat sie ihrem Ruf als Rennsemmel wieder alle Ehre gemacht. Ich bin mir sicher, dass da teilweise mehr als vier Beine um sie herum in der Luft sind. 🙂

„A lovely Dog“

Mai 9, 2011

Nun, in der wärmeren Jahreszeit, häufen sich die Trainingstermine. Nach dem wunderbaren Dummyseminar bei Carolin am letzten Wochenende hatten wir am Samstag ein weiteres Anfängertraining mit Rita Kökény vom Kennel Blackthorn Gundogs. In der Woche dazwischen bin ich mit Frieda bewusst „nur“ spazieren gegangen, sodass die Kleine Zeit hatte, zwischen den aufregenden Trainings etwas runterzukommen.

Ein bisschen Bammel hatte ich vor dem Seminar schon, da Rita leistungstechnisch mit ihren Hunden – Labradoren aus reiner Arbeitslinie – ganz Oben mitspielt, und ich befürchtete, dass ein Greenhorn wie ich mit einem kindsköpfigen Flat an der Leine da womöglich nicht recht zu passen würden. Tatsächlich lief dann aber alles sehr angenehm ab, Rita war eine sehr freundliche, aber auch bestimmte Trainerin, da knallhart beobachtet und auf den Punkt gebracht hat.

Inegsamt waren wir sechs Hunde-Mensch-Teams, und ich war erneut begeistert, wie nett bisher alle sind, mit denen Frieda und ich bei Trainings so zusammenkommen. Man sagt der Retrieverszene ja mitunter eine gewisse Verbissenheit und Konkurrenzkampf nach – bisher kann ich dies nicht bestätigen. Neben uns waren noch ein Flat Rüde, drei Schokolabbidamen und eine Golden-Hündin mit von der Partie.

Begonnen haben wir um 13 Uhr mit einem Walk-up in der Linie – meinem absoluten Albtraumfach, das Frieda und ich bisher auch immer gemieden haben. Das Positive: Frieda war absolut still. Das Negative: An korrektes Fußlaufen war auch nicht zu denken. Frieda war nach eineinhalb Stunden Fahrt gerade erst aus dem Auto gekommen und aufgrund der fremden Umgebung und der anderen Hunde völlig unkonzentriert. Natürlich weiß ich, dass das irgendwann auch anders sein muss, und ich nicht immer Entschuldigungen für uns suchen kann. Aber in diesem Fall hätte der Start einfach nicht schwieriger sein können. Kurzfristig wurde mir ganz anders zumute … Rita hatte uns auch gleich im Visier und ich hörte den Satz, der insgesamt als Fazit des gesamten Tages stehen bleiben sollte: „You have to teach her to behave.“ – Du musst ihr beibringen, sich zu benehmen. *Schluck* Ja, ich bin schuldig.

Nachdem wir zu Beginn so schön aufgefallen waren, durften wir anschließend gleich als erstes Team an die Einzelaufgaben ran. 😉 Zunächst eine Einzelmarkierung, dann eine Doppelmarkierung mit einem anschließenden Halfblind an einer der alten Fallstellen. Ab hier ging es für uns bergauf, denn während ich meinen Job in Sachen Grunderziehung wohl immer noch mehr schlecht als recht verrichte, macht Frieda ihre Sache einfach super. „A very good dog with a great hunting style.“ Ich war erleichtert, denn Frieda ließ sich prima auf ein bestimmtes Dummy schicken, ging schnell raus, kam ebenso schnell zurück und auch die Abgabe war „very good.“ Ein paar Kleinigkeiten haben wir wohl also doch schon gelernt.

Die Erziehungsfrage war dann erneut Thema, als Frieda soooo gerne an Rita hochgesprungen wäre, als sie neben uns stand. Ich habe beteuert, dass ich mich seit 18 Monaten bemühe, der Dame Manieren beizubringen, dass es mein erster Hund ist, und dass es nicht immer so klappt, wie ich mir das vorstelle. Ein versöhnliches „You are doing well, a Flat coated is never an easy one“ hat mich wieder etwas aufgebaut. Allerdings hieß es auch: Frieda ist kein Welpe mehr, und ich soll aufhören, sie wie einer zu behandeln. Wenn ich ihr jetzt nicht beibrächte, sich zu benehmen, sei es irgendwann zu spät… Den eigenen Hund zu lieben bedeutete nicht, ihm alles durchgehen zu lassen. Nun, das ist wie immer etwas, was mir in der Theorie nur allzu bewusst ist. An der Praxis hapert es hingegen des Öfteren.

Frieda hat bei den noch folgenden Aufgaben hingegen jede Menge Lob eingeheimst. An Arbeitsanlagen bringt sie alles mit, was nötig ist. Es war schön, dass auch von einer so erfahrenen Trainerin und Züchterin wie Rita zu hören. Später am Tag haben wir auch unsere allererste Wassermarkierung gearbeitet. Ich hatte einige Sorge, dass Frieda nicht ins Wasser gehen würde, denn bei fremden Gewässer hat sie mitunter Probleme mit dem schnellen Einstieg. Sie hat tatsächlich kurz gezögert, aber nach einigen motivierenden Rufen war sie drin und fast der einzige Hund, der das Dummy schnell und ohne Umwege zu mir gebracht hat, ohne es fallen zu lassen, um sich zu schütteln. Dabei standen wir doch recht weit vom Wasser weg.

Leider hatte die Art des gesamten Trainings auch Schattenseiten. Es wurden überwiegend Markierungen gearbeitet, und so wurde Frieda mit der Zeit immer unruhiger. Die kleine Rakete merkte sehr schnell, dass sie jedes Mal etwas holen durfte, wenn wir an den Startpunkt gingen, und so entwichen ihr vor der letzten Aufgabe einige Fiepser. Ich habe sie dann nicht arbeiten lassen. Rita hat mich darin bestätigt, allerdings auch dafür plädiert, dass ich ihr zusätzlich deutlich machen sollte, dass ich das Fiepen nicht dulde. Noch lieber wäre mir gewesen, ich hätte es gar nicht erst so weit kommen lassen. Hätte ich einige Markierungen selbst geholt oder wäre häufiger etwas für Frieda Unerwartetes passiert, hätte sich ihre Aufregung sicher mindern lassen. Als wir dieselbe Aufgabe wenig später erneut probiert haben, war Frieda jedoch wieder still, und so nahm alles noch ein vertretbares Ende. Rita schätzte das Winseln bei Frieda auch nicht als unausweichliches Problem ein, sondern riet mir, in der nächsten Zeit noch sehr vorsichtig und ausschließlich mit ruhigen Hunden mit ihr zu trainieren.

Nach der letzten Einzelmarkierung im Wald wurde Frieda erneut mit einem „A really lovely dog“ bedacht. Danach habe ich die Maus ins Auto gebracht und ihr alle Komplimente haarklein weitergegeben. Dazu gab es eine feine Kaurolle als Belohnung. Von den anderen Teilnehmern habe ich rückblickend erfahren, dass manchem ganz schön das Herz in die Hose gerutscht ist, nachdem sie Frieda und mir bei der ersten Einzelaufgabe zugeschaut hatten. Wir hätten „ganz schön vorgelegt“. Da ich mir ja eigentlich immer selber große Sorgen mache, dass wir nicht mithalten können oder negativ auffallen, hat mir dieses Kompliment ein fettes Grinsen ins Gesicht gezaubert. Allerdings habe ich auch gleich anmerken müssen, dass das, was so toll aussah, nichts ist, was wir geübt hatten. Es hat auch nichts mit mir zu tun. Es hat etwas mit Frieda zu tun, weil sie diese Dinge einfach tut. Einfach so.

Das Fazit des Tages: Ich habe einen tollen Hund, den ich am Samstag gegen nichts in der Welt getauscht hätte. Allerdings sollte ich an meinen hundeführerischen Qualitäten noch stark arbeiten. Frieda leistet ihren Beitrag, indem sie alles zu bieten hat, was es zum Arbeiten braucht. Nun ist es an mir, das Beste daraus zu machen und meine Aufgabe als Hundeführer richtig wahrzunehmen.

Neben dieser (nicht ganz neuen) Erkenntnis haben wir natürlich noch allerhand konkrete Tipps zum Training und zu bestimmten Situationen mitgenommen. Es ist unglaublich lehrreich, Profis wie Rita bei der Arbeit zuzuschauen, und so hat sich das Seminar mehr als gelohnt.

Belichtungsprobleme

Mai 1, 2011

Da Melanie mich gebeten hatte, mal wieder ein paar aktuelle Fotos von Frieda zu schießen, habe ich heute die Kamera eingepackt und habe versucht, ein paar Aufnahmen zu machen. Leider sind die meisten mal wieder hoffnungslos überbelichtet, ich hoffe man bekommt trotzdem einen kleinen Eindruck vom momentanen Entwicklungsstand der Dame. Für ein volles Verständnis des Frieda-Faktors muss man jedoch live erleben, wie sie ihre langen Beine beim Rennen durch die Luft schleudert und beim Wedeln in ganszkörper Ekstase gerät. 🙂 Aber bis zu einem persönlichen Kennenlernen sind es ja nun auch nur noch wenige Wochen!

Frieda hat ein Insekt in der Wiese entdeckt und zeigt spontan ihren berühmten Professor-Blick:

Traumtraining in Pretzfeld

Mai 1, 2011

Gestern waren wir mit Frieda bei Carolin, wo wir gemeinsam mit Jens und Anke ein Dummyseminar verabredet hatten. Das Wetter war perfekt, und so sind wir um 10 Uhr in einen wunderbaren Trainingstag gestartet. Was soll ich sagen? Es war einfach toll. Es hat menschlich und hündisch alles gepasst, und wir hatten viel Spaß.

Carolin hatte ein super Training entworfen, bei dem es fast ausschließlich um Steadiness und Basisarbeit ging, was für alle unsere Hunde genau das Richtige war. Für den Molch, weil er sichtlich irritiert war, an einem Wochenendausflug mit anderen Hunde nicht (!) spielen zu dürfen. Für Biscuit, weil sie einfach noch sehr jung ist. Und für Frieda… naja, das muss ich wohl kaum erklären… 🙂

Jede Übung war so angelegt, dass nie das passierte, womit die Hunde gerade rechneten, sodass man nach der ersten Stunde schon riesige Denkblasen über den Köpfen der Vierbeiner aufsteigen sah. Am schönsten fand ich eine Aufgabe, bei der wir drei nacheinander all unsere Dummies mit Geräusch in eine Wiese gepfeffert haben, nur damit man mit seinem Hund – der brav aber voller Erwartung gewartet hatte – von der Wiese weg auf den Innenhof gehen konnte, wo dann mit dem Hundeführer gespielt wurde. Von den Dummies gab es keines. Frieda war irgendwann einfach nur perplex und man hat ihr sichtlich angemerkt, dass sie das alles höööööchst seltsam fand.

Mit ihr war ich gestern ohnehin hoch zufrieden. Ich hatte mich innerlich auf das Schlimmste vorbereitet, doch von Anfang an ließ sie sich (für unsere Verhältnisse) gut kontrollieren und konzentrieren. Man merkt bei uns immer ziemlich schnell, wie ein Training wohl werden wird, je nachdem, wie gut Frieda auf meine Ansprache reagiert. Im Urlaub hatte sie zuletzt einige Male auf kompletten Durchzug geschaltet, aber gestern hatten wir einen richtigen Draht zueinander. Natürlich wird im Fuß immer noch des Öfteren versucht, die Nase in die Wiese zu halten. Und in der Wartezone ist sie auch immer mal wieder aufgestanden, um das Geschehen besser beobachten zu können. Jedoch hat sie sich jedes Mal wieder korrigieren lassen und auch mein Lob stieß gestern nicht auf taube Ohren, was ansonsten auch immer mal wieder vorkommt.

Und was besonders toll war: Fiepen war gestern kein wirkliches Thema. Hin und wieder ist ihr in der Wartezone ein leises Fiepsen entwichen, wenn beispielsweise Carolin und Jerns richtig Action veranstaltet haben, um Gizmo zu einem Dummy zu locken. Ansonsten war sie sehr still – vor allem beim Arbeiten hat sie keinen Ton von sich gegeben. Ich glaube, mit Geduld und Spucke und vor allem dem richtigen Training können wir es tatsächlich schaffen, dass aus dem „Problem Fiepen“  gar keines wird. 🙂

Insgesamt lief das Arbeiten wirklich gut. Auch ein Voran unter schwierigster Verleitung (Frank war der Werfer der Verleitungsmarkierung) hat Frieda super ausgeführt, ich war total stolz auf die Kleine. Nur an der Fußarbeit mit Leine muss ich noch üben. Irgendwie fällt es mit viel leichter, Frieda frei bei Fuß auf mich zu konzentrieren als mit Leine. Ich merke, dass mich die Leine selbst stört und werde dabei selbst unsicher und hektischer als ohne. Frei bei Fuß gehen kommt mir irgendwie viel natürlicher vor. 🙂 Carolin hat mir aufgetragen, deswegen das Laufen an der Leine besonders zu üben.

Biscuit und der Molch waren ebenfalls super drauf. Biscuit ist wirklich ein erstaunlicher kleiner Keks, völlig ruhig und gelassen für ihr Alter, dabei aber hoch motiviert, wenn es ans Arbeiten geht. Sie und Anke sind ein super Team, und ich freue mich, die beiden endlich mal persönlich kennengelernt zu haben. Der Molch war irgendwann ziemlich angefressen, als ihm dämmerte, dass es an diesem Tag tatsächlich nicht die Art von Action geben würde, die er im Sinn hatte. Aber Jens hat nicht locker gelassen, und so bin ich sicher, dass die beiden schon bald die nächsten Erfolge auch beim Arbeiten in der Gruppe haben werden.

Nach getaner Arbeit haben wir noch alle gemeinsam gegrillt. Sämtliche Partner waren auch mit von der Partie und es war eine sehr entspannte und lustige Runde. Wirklich, ein toller Tag. Wen wundert es da, dass eine Wiederholung bereits angedacht ist. 😉