Training im Tandem

Gestern haben wir uns mal wieder mit Christine und Jack zum Training getroffen. Wie so oft, nachdem man Seminare besucht und Ratschläge bekommen hat, versuche auch ich momentan besonders konsequent und auch streng zu sein. Das fällt mit mitunter schwer – der Mensch hat es ja lieber sehr harmonisch und kumpelig – aber da ich überzeugt davon bin, dass Frieda und ich langfristig mehr davon haben, wenn wir nicht immer wieder aushandeln müssen, was „Fuß“ eigentlich bedeutet, strenge ich mich nochmal an. 🙂 „Fuß“ heißt also „Fuß“ und nicht „irgendwo in der Nähe des Beines mit der Nase in der Wiese“. Und „Platz“ heißt „Platz“ und nicht „Herumrutschen auf einer Fläche von 4m2“.

Das Training mit anderen Hunden wird grundsätzlich immer besser. Frieda ist zwar immer noch sehr unkonzentriert in der Anfangsphase, aber sie hat offenbar durchaus verstanden, dass beim Training nur mit mir gespielt wird und dann auch nach meinen Regeln. Ihre Aufregung äußert sich dann vor allem darin, dass sie ins Fuß hüpft, anstatt einfach eine meine Seite zu kommen. Flattypische Bocksprünge hat sie perfektioniert und schafft es aus dem Stand locker bis in mein Gesicht.

Zu Beginn sind wir abwechselnd mit den Hunden im Fuß aneinander vorbei gelaufen, zum Schluss mit Dummy im Fang (also die Hunde, nicht wir). Anschließend wurden die Hunde nacheinander am anderen Team vorbei abgerufen. Dann haben wir die beiden nebeneinander abgesetzt und abwechselnd Dummies von Vorne hinter sie in die Wiese geworfen. Zuerst habe ich Frieda abgerufen und wir sind ein Stück im Fuß von den Dummies weg gelaufen. Zur Belohnung durfte sie danach eines der Dummies apportieren. Dann waren Christine und Jack an der Reihe. Als Jack geschickt wurde, ist Frieda brav sitzen geblieben und hat keinen Mucks von sich gegeben. Das gab eine ordentliche Portion aus der Leberwursttube! Anschließend haben wir die restlichen Dummies eingesammelt.

Da unseren beiden Rakten derartiges Steadinesstraining gut tut, ging es ähnlich weiter. Beide Hunde wurden im Platz abgelegt. Während einer von uns als Absicherung zwischen den beiden Hunden stand, ging der andere auf die Wiese, um mit viel Geräusch einige Dummies zu werfen. Danach hat der andere seine Munition ebenso verschossen. 🙂 Anschließend ging es mit den Hunden in entgegengesetzte Richtungen von den Dummies weg und jedes Team sollte nach Herzenslust zusammen spielen: Rennen, Rangeln, Toben, Werfen, alles war erlaubt – nur die Dummies waren natürlich tabu. Am Ausgangspunkt wurden die Hunde erneut abgelegt und die Dummies von uns eingesammelt.

Danach wollten wir mit den Hunden einzeln arbeiten, und so bin ich mit Frieda in die Wartezone gegangen. Leider kann sie sich in solchen Situationen noch nicht sehr gut entspannen, sie ist meist dabei, Gras zu kauen, Blumen zu köpfen oder etwas anderes zu tun. Das Wartezonentraining ist daher nachwievor sehr wichtig für uns.

Nachdem Christine mit Jack fertig war, waren Frieda und ich an der Reihe. Das „Voran“ in verschiedene Richtungen auf relativ kurze Distanzen stand auf dem Programm. Da dieser Bestandteil des Trainings zwischenzeitlich nicht so gut lief bei uns, bin ich momentan noch dabei herauszufinden, welchen Trainingsstand Frieda und ich haben. Würde sie die von mir vorgegebene Richtung annehmen? Auch unter Verleitung?

Mit drei schwarz-weißen Fahnen habe ich zunächst ein Dreieck auf einer Wiese abgesteckt. Von Fahne 1 (Startpunkt) ging es los in einer gerade Linie zu Fahne 2, wo ich für Frieda sichtig ein Dummy ausgelegt habe. Anschließend marschierten wir zu Fahne 3, wo ein weitere Dummy ausgelegt wurde, bevor es erneut in einer geraden Linie zurück zum Startpunkt ging. Auf den gemeinsam abgegangenen Vertrauenswegen wollte ich sie nun schicken. Zuerst sollte sie das Dummy an Fahne 3 holen, das wir zuletzt ausgelegt hatten. Das lief prima! Nun legte Christine ein weiteres Dummy an Fahne 3 aus, während Frieda auf dem Weg zu mir war. Die Schwierigkeit war nun, dass ich Frieda erneut auf dieselbe Fahne schicken wollte, obwohl sie dort bereits ein Dummy geholt hatte. „Voran“ und los! Kein Zögern, super. Anschließend durfte sie dann noch das Dummy an Fahne 2 holen, was ebenfalls reibungslos klappte.

Als letzte Aufgabe wollte ich noch ein Voran unter Verleitung versuchen. Ich ließ Frieda am Startpunkt sitzen und ging alleine zu Fahne 2, wo ich von ihr beobachtet ein Dummy ausgelegt habe. Anschließend ging ich zu ihr zurück. Dann warf Christine eine Markierung mit viel „Brr, brr“ und „Quak, quak“ links von uns in die Wiese. Die grundsätzliche Verleitung durch die Markierung wurde noch dadurch erhöht, dass ich in diesem Fall nicht zwischen Frieda und der Markierung stand, sondern diese auf ihrer „offenen Seite“ gefallen war. Also versuchte ich, sie nach vorne auf das „Voran“ zu konzentrieren – was super geklappt hat! Nach kurzem Überlegen wandte sie ihren Kopf von der Markierung ab und ließ sich prima auf die Fahne 2 schicken. Suuuuper! Da das insgeamt recht viele Apporte nacheinander waren, habe ich die Markierung dennoch selbst geholt. Markierungen können schließlich nie öde genug sein für mein Flughörnchen (Friedas Rute ist nämlich nur deshalb so lang, damit sie in der Luft auch noch ordentlich steuern kann).

Danach habe ich die Kleine ins Auto gepackt, während Jack und Christine noch ein bisschen das „Back“ trainiert haben. Ganz zum Schluss durfte die Maus zur Belohnung dann noch mit Curtis, Christines Golden Rüden, frei laufen. Dabei hat sie ihrem Ruf als Rennsemmel wieder alle Ehre gemacht. Ich bin mir sicher, dass da teilweise mehr als vier Beine um sie herum in der Luft sind. 🙂

3 Antworten to “Training im Tandem”

  1. gizmolch Says:

    Schöner Bericht. Liest sich toll. Und das mit der langen Rute. Naja, bei Flugzeugen nennt man das glaub ich Leitwerk! 🙂

  2. Kathrin mit Jamie Says:

    Das klingt super und nach einem tollen, sehr erfolgreichen Training, das noch dazu viel Spaß gemacht hat. Wie schöööön 🙂

  3. working mudpaws Says:

    Hey, das war ein gutes Training. Ihr werdet euren Weg finden und das mit der Wartezone ist wirklich auch Übungssache. Gib ihr doch mal was zum Kauen oder Auslutschen (Kong).
    Dieses Training kann ich gut für meinen Hannes klauen… Danke schön für den ausführlichen Bericht.

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