Trainingswochenende mit den Paartalern

Gleich vorweg kann ich sagen: Es war ein tolles Wochenende!

Am späten Freitagnachmittag sind Frank, Frieda und ich angereist. Vor Ort haben wir gleich die ersten anderen „Pioneers“ kennengelernt und nach und nach trudelten immer mehr ein. Bei einem ersten gemeinsamen Abendessen kam man dann ins Gespräch und schnell stellte sich heraus, dass sich die meisten anderen bereits kannten. Die Runde war sehr nett, und so war ich am Samstag vor dem ersten Training zwar schon etwas aufgeregt, aber vor allem neugierig und gespannt.

Insgesamt waren 13 Hunde fürs Training angemeldet, davon 10 Pioneers, von denen 5 F-ler und somit Geschwister von Frieda waren. Iris teilte uns in zwei Gruppen ein, Frieda und ich waren zusammen mit den anderen F-lern in der Anfängergruppe. Jede Gruppe bekam eine Vormittags- und eine Nachmittagssession, sodass die Wartezeiten nie zu lang wurden.

Da das Training Samstag und Sonntag stattfand und sehr intensiv war, werde ich es wohl nicht schaffen, jede Einzelaufgabe zu berichten. Die Aufgaben bestanden aus viel Fußarbeit frei bei Fuß, Steadinesstraining auch in der Line, Markierungen, die stets als Memories gearbeitet wurden, und ein paar Vorans auf alte Fallstellen. Auch das Abstoppen beim Voran stand auf dem Programm, doch da die meisten Teams hier noch große Probleme hatten – insbesondere auch Frieda und ich – wurde uns dieses Projekt als Hausaufgabe dringend ans Herz gelegt.

Im Vergleich mit den anderen Pioneers wurde sehr schnell klar, dass Frieda nicht das einzige Powerpaket in der Familie ist. Die optischen und charakterlichen Unterschiede zwischen den Wurfgeschistern waren dennoch erstaunlich groß. Angesehen hat man vielen die Verwandtschaft nicht, und von den anwesenden Damen und Herren war Frieda dann doch die größte und längste. Tatsächlich gab es ebenso zierliche Exemplare mit sehr viel Fell – eigentlich das komplette Gegenteil von Frieda. Auch charakterlich waren unterschiedliche Typen zu erkennen. Insgesamt macht „Die Wilde 13“ ihrem Namen alle Ehre – keiner der F-ler ist eine Schlaftablette. Rückblickend würde ich Frieda hier jedoch auch zu den triebigeren, schnelleren ihrer Geschwister zählen.

Während des Trainings haben wir vor allem für die Fußarbeit und unser Fiepproblem super hilfreiche Tipps bekommen. Mal wieder zeigte sich, wie sehr das Training auf den individuellen Hund und Hundeführer eingestellt werden muss. Während ich bei meinem Seminar mit Rita noch gehört hatte, der Hunde solle nach dem Fallen einer Markierung nicht Blickkontakt mit dem Hundeführer aufnehmen, da das Wegschauen die Markiergenauigkeit verschlechtert, spielte am vergangenen Wochenende eine ganz andere Musik. Tatsächlich soll ich Frieda erst schicken, wenn sie durch Anschauen Kontakt mit mir aufgenommen hat. Um den extremen Drang nach Vorne und die damit verbundene hohe Erwartungshaltung zu verringern, ist es unabdingbar, dass zwischen einer Markierung und dem Schicken des Hundes mindestens ein weiterer Schritt steht. Insgesamt arbeiteten wir meist Doppelmarkierungen als Memories, die Hunde wurden also nie direkt geschickt. Dabei zeigte sich schnell, dass ich mir um die Markierfähigkeit von Frieda zunächst ohnehin keine Gedanken machen muss – obwohl sie manchmal einen Moment gebraucht hat, hat sie noch jedes Dummy in ordentlichem Tempo gefunden.

(Rückblickend zeigt sich, dass das eine Training bei Rita für Frieda und mich dann doch ziemlich kontraproduktiv war, was die Erwartungshaltung und das Fiepen angeht. Hinterher ist man immer schlauer, auch wenn ich von verschiedener Seite im Vorfeld bereits gewarnt worden war. 🙂 Doch ich glaube fest daran, dass noch nichts passiert ist, was sich nicht auch wieder ausbügeln ließe.)

Im Einzeltraining mit Frieda tauchen die genannten Probleme (natürlich) nie auf, hier arbeite ich selten mit Markierungen und Frieda ist dann ohnehin sehr steady. In der Gruppe sieht das Ganze schon anders aus, doch ich habe tolle Tipps bekommen, wie ich in der jeweiligen Situation auf ein Fiepen von Frieda reagieren soll: Genau das, was ich mir so lange gewünscht hatte! Und da Iris ihre eigenen Hunde nunmal am besten kennt, habe ich ein gutes Gefühl, ihren Hinweisen vertrauen zu können, sodass ich jetzt zumindest einen Plan habe, wie ich im Training weiter vorgehen werde. Zudem deckt sich das meiste mit dem, was ich selbst teilweise auch schon vermutet hatte, sodass ich auch ein bisschen froh bin, dass mein Bauchgefühl mich hier wohl nicht getäuscht hat.

Die zu holenden Memories arbeitete Frieda allesamt sehr schön, das Voran klappte auch ganz gut – hier müssen wir künftig jedoch noch genauer auf das Einhalten der geraden Linie achten und sollen dies auch mit engeren Winkeln einüben. Eingesprungen ist sie gar nicht und die Fußarbeit sah dank Iris Tipps am Ende des zweiten Tages oft super aus. Da war ich richtig stolz! Den Sitzpfiff müssen wir nun auch in die Dummyarbeit einbauen. Aufgrund der Triebigkeit von Frieda ist es wichtig, im Training häufig Gehorsamsaspekte einzubauen und die Zusammenarbeit mit mir zu fordern. Sonst ist die Kleine auf und davon… 🙂

Nachwievor habe ich den Eindruck, dass Frieda nicht unbedingt ein Anfängerhund ist. Aber wenn ich sehe, wie schnell sich Erfolge einstellen, wenn ich für sie eine klare und deutliche (Körper-)sprache spreche, freue ich mich doch auf unsere weitere Zusammenarbeit und habe auch die Hoffnung, dass wir immer besser werden. Uns wurde auf jeden Fall beteuert, dass noch nichts verloren ist! Iris ist eine tolle Trainerin, die mit Hunden und Menschen gleichermaßen umzugehen weiß. Ich habe mich jederzeit wohl gefühlt und mich auf jeden Tipp und Hinweis gestürzt, den wir bekommen haben. Das Training war intensiv und anspruchsvoll, ohne zu frustrieren oder zu überfordern. Ich hoffe sehr, dass sich in nicht allzu ferner Zukunft die Möglichkeit einer Wiederholung dieses tollen Wochenendes ergeben wird.

PS: Wie so oft war bei den schlechten Lichtverhältnissen im schattigen Wald mit unserer Kamera nicht viel zu machen. Allerdings hatten wir auch einen Profi mit entsprechender Ausrüstung dabei – viele (gute) Fotos werden also noch folgen!

4 Antworten to “Trainingswochenende mit den Paartalern”

  1. Kathrin mit Jamie und Pippin Says:

    Ein toller Bericht, vielen Dank! Und schön, dass es Euch so gut gefallen hat – ich finde, auf den Fotos sehen Du und Frieda mächtig profimässig aus! Auf weitere Fotos freue ich mich sehr 🙂

  2. working mudpaws Says:

    Das hört sich wirklich richtig klasse an. Ich fand es (im Nachhinein) auch sehr beruhigend zusehen, das unser „Autodidaktentum“ nicht dazu geführt hat, dass Fiene „zurückgeblieben“ ist. Die anderen gehen ja schon regelmäßig auf Seminare und haben wöchentliche Trainings. Und glaub mir, ihr macht das schon. Ruhe, Geduld, Geduld und Konsequens …. damit kommt ihr gemeinsam und mit Freude ans Ziel. Da bin ich mir sicher! Freue mich schon sehr auf die Bilder

    • ppfrieda Says:

      Ja, so ähnlich ging es uns auch. Die meisten trainieren schon länger bei Iris. Viele hatten allerdings ähnliche Probleme wie wir, und die, die sie nicht hatten, hatten dafür eben andere – wie das immer so ist.

  3. Auf zum Klaukenhof « Life of Frieda Says:

    […] freue mich auf ein Wiedersehen mit Iris, deren Tipps vom Paartaler Treffen an Pfingsten uns in den letzten Monaten sehr weiter geholfen haben. Und auch einige der Teilnehmer […]

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