Archive for Juli 2011

Antlantikfieber

Juli 20, 2011

Nachdem Frauchen gestern noch eine wichtige Prüfung hinter sich gebracht hat, stehen im Hause Frau-Pioneer-und-Anhang nun alle Zeichen auf Urlaub! Am Samstag geht es los in Richtung Atlantikküste in der Nähe von Bordeaux.

Schon als Kind war ich dort oft campen und es war lange Zeit ein Traum von mir, endlich mal wieder dorthin zu fahren. Eine Dachbox ist bereits organisiert – mit Hund braucht man ja jetzt deutlich mehr Platz – und so werde wir nochmal unser altes Zeltequipment auspacken und zwei Wochen ohne Strom und ohne Fernseher ausspannen. Hach, wie ich darauf in den letzten Wochen gefreut habe!

Frieda haben wir für die lange Autofahrt den Allsafe Sicherheitsgurt bestellt und wollen sie auf der Rückbank fahren lassen. Da wir viele Stunden unterwegs sein werden, ist die Box, in der sie bisher – sehr gerne – mitfährt, einfach zu klein. Und Kofferraum ohne Box ist zum einen nicht so sicher und zum anderen geht dabei unheimlich viel Stauraum verloren, den wir fürs Zelten gut gebrauchen können. Nachdem sich Frieda bei einer ersten Probefahrt zunächst an die neue Art des Reisens gewöhnen musste, hat sie bei unserer zweiten Tour schon seelenruhig auf der Rückbank geschlafen. Wir werden sehen.

Vort Ort erwartet uns dann ein fast endloser, breiter Atlantikstrand unweit vom Campingplatz. Für das Chillen am Ozean haben wir ein Sonnenzelt bestellt, unter dem wir hoffentlich alle Schatten finden werden. Ich bin sehr gespannt, wie Frieda die Wellen im Atlantik so findet. Bisher hat sie lediglich Erfahrungen mit dem Mittelmeer und der Ostsee sammeln können, die ja vergleichsweise zahm sind. Und natürlich ist das Zelten auch ein völlig neues Erlebnis für sie. Für den Fall der Fälle haben wir einen riesengroßen Stoffkennel dabei, in dem Madame zur Ruhe kommen kann, wenn es ihr zu viel wird.

Tatsächlich habe ich auf dem PC noch ein paar Fotos von unserem letzten Urlaub dort 2003 gefunden. Also hier ein kleiner Vorgeschmack:

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Ohmtour mit Freunden

Juli 18, 2011

Am vergangenen Wochenende waren wir in Marburg und hatten dort Besuch von Gizmos Rudel. Unsere Tour an der Ohm war total schön und mit jeder Menge Wasser wieder mal das Richtige für die beiden Flatnasen.

Fotos von unserem Ausflug findet ihr hier.

Fleisch und Knochen

Juli 17, 2011

Frieda erwartete heute eine ganz besondere Überraschung. Mein Schwiegervater – seines Zeichens Metzgermeister – hat uns einen frischen Oberschenkelknochen vom Rind mitgegeben, mit vielen leckeren Fleischresten zum Abnagen dran. Also wie Weihnachten und Ostern zusammen. 🙂

Nach 45 Minuten war Madame k.o. und hat vorläufig aufgegeben. Aber ich bin mir sicher, heute Nacht wird sie wunderbare Träume haben. Von Fleisch und Knochen. 🙂

Stille

Juli 9, 2011

Gestern war ich mal wieder mit Frieda beim Gruppentraining. Wie im letzten Post zu lesen war, hatte ich mir vorgenommen, Frieda kein Dummy holen zu lassen, wenn sie wieder eine erkennbar hohe Erwartungshaltung zeigen sollte.

Im Gelände angekommen stellte sich der Plan als schwer umsetzbar heraus, da aufgrund der Temperaturen Wasserarbeit angesagt war. Obwohl es natürlich zahlreiche Möglichkeiten gibt, einen Hund auch am Wasser nicht apportieren zu lassen, wollte ich das Training ungern als einzige verkomplizieren – die anderen sind bei allem immer recht schmerzfrei.

Wenn Frieda gefiept hätte, hätte ich wohl jemand anderne gebeten, seinen Hund das Dummy holen zu lassen. Aber es kam alles ganz anders. Bereits beim Warten war Frieda erfreulich still. Um die Erwartungshaltung nach dem Ableinen nicht so in die Höhe schießen zu lassen, habe ich Frieda einfach schon abgeleint während die anderen Hunde gearbeitet haben. Dabei haben wir konzentrierte Fußarbeit und ein paar Steadinessübungen mit Dummy gemacht. Um dem übermäßigen Fixieren der Beute und dem damit verbundene Fiepen vorzubeugen hatte ich wieder sehr leckere Bröckchen in meiner Westentasche, die ich bei der Aufnahme von Blickkontakt spendabel verteilt habe. Und ich kann nur sagen: Gott sei Dank steht mein Hund auf Essen! Immer wieder höre ich von Hunden, die in Trainingssituationen, wenn der Trieb ordentlich angekurbelt ist, gar kein Futter annehmen. Da muss man dann schon sehr erfinderisch werden, um die Aufmerksamt des Vierbeiner auf sich zu lenken. Bei Frieda klappte das gestern ganz wunderbar – fast zu wunderbar.

Die erste Aufgabe war eine Einzelmarkierung ins Wasser, wobei jeder selbst entscheiden konnte, wann und von wo aus er den Hund schickt. Obwohl Frieda Wasser mag, sieht sie es bisher nicht als etwas soooo Besonderes an, sodass wir gut im Fuß zu unserer Startposition gekommen sind. Dann kam der erste spannende Moment: Das Dummy wurde mit Geräusch ins Wasser geworfen. Fiept sie oder nicht? Nein, sie hat nicht gefiept – stattdessen gleich der fragende Blick zu mir und: Leckerchen rein und umdrehen. Da die Maus sehr geduldig und aufmerksam war, durfte sie das Dummy anschließend holen.

Bei der nachfolgenden Aufgabe – einer Doppelmarkierung im Wasser und an Land ins hohe Gras – klappten die Vorbereitungen ebenfalls wunderbar und vor allem völlig lautlos. Leider schaute Frieda mich so konzentriert immer wieder an, dass sie an Land nicht besonders gut markiert hat. Dass Dummy im hohen Gras zu finden, war ohnehin schwer. Als sie nicht fündig wurde, habe ich sie zurückgepfiffen. Fürs schnelle Reinkommen werfe ich ihr momentan immer ein Dummy zu, das sie dann mitbringen darf – Flatnasen tendieren ja eher zum Weiterjagen bis der Arzt kommt, da muss sich das Zurückkommen auch lohnen. Danach habe ich sie ins Wasser geschickt, was problemlos geklappt hat. Zum Schluss haben wir nochmal die Markierung im Gras wiederholt, die sie dieses Mal besser markiert und entsprechend auch gefunden hat. Bei alledem war die Kleine komischerweise erstaunlich unaufgeregt und gelassen. Scheinbar ist das Training bei uns immer noch sehr tagesformabhängig.

Insgesamt war ich mit der Wasserarbeit sehr zufrieden. Die Abgabe klappte gut und vor allem war Frieda sehr steady. Dass bei der Doppelmarkierung erst die Landmarkierung geholt werden sollte und die Hunde dabei sogar ein Stück am Ufer entlang rennen mussten, hat viele zum Umschwenken ins Wasser verführt. Zumindest gestern gab es bei uns hier keinerlei Probleme. Dass viele Anschauen und die schmackhaften Leckerchen haben dazu geführt, dass Frieda nicht gut markiert hat, weil sie sich zu stark auf mich konzentriert hat. Aber ehrlich gesagt: Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich das bei diesem Hund zu einem Problem entwickelt. Lieber mache ich erstmal so weiter, um unsere Kommunikation zu fördern und die Erwartungshaltung in Richtung Dummy zu schmälern. Der Rest lässt sich wahrscheinlich schneller wieder herstellen, als mir liebt ist. 🙂

Als letzte Aufgabe wollten die anderen noch eine Einzelmarkierung im hohen Gras wiederholen, da viele der Hunde hierbei Probleme gehabt hatten. Da ich Frieda mit so vielen Markierungen nicht unnötig hochpushen wollte, wo es doch gerade so gut lief, habe ich die Gunst der Stunde genutzt und mit ihr im Fuß ohne Leine den anderen beim Markieren und Apportieren zugeschaut. Mit vielen Belohnungen natürlich, und es lief wunderbar. Jedes fallende Dummy wurde angeschaut, aber danach ging der Blick gleich zu mir, und ich habe sie fürs ruhige Warten bestätigt. So macht das richtig Laune!

Natürlich bin ich gespannt, wie das nächste Training läuft. Unsere Leistung ist bisher ja eher wechselhaft. Aber ich bin fest entschlossen, den gestrige Weg weiter fortzuführen, und Frieda im Gruppentraining noch mit vielen Leckereien fürs Warten und Konzentration zu belohnen. Sicher werden wir die Hilfen auch irgendwann wieder abbauen müssen – aber alles der Reihe nach.

Durchwachsen

Juli 2, 2011

So lautet das Fazit unsere gestrigen Trainings in der freien Dummygruppe.

Fünf Mensch-Hund-Teams waren zum Training mit Schuss in einem tollen Gelände zusammengekommen. Frieda benahm sich zunächst prima, die Leinenführigkeit in Anwesenheit anderer Hunde wird gemessen an unseren anfänglichen Problemen immer besser. Mit der Umhängeleine fühle ich mich dabei sehr wohl, ich kann mich tatsächlich viel besser auf meine Körpersprache konzentrieren.

Für die erste Aufgabe wurde der Hund auf einer Wiese abgesetzt, während man selbst ein Stück weiter ging. Dann fiel am Waldrand zwischen Hund und Hundeführer eine Markierung, woraufhin wir den Hund zu uns rufen und anschließend die Markierung selbst einsammeln sollten. Diese Übung hat bei uns prima geklappt, und um die Spannung etwas abzubauen, bin ich danach ein Stück mit Frieda gerannt.

Das Warten zwischen den Aufgaben funktionierte ebenfalls recht ordentlich, Frieda war weitestgehend ruhig und hat sich mit der Situation gut abgefunden. Zwar kaut sie zum Stressabbau immer noch gern Gras oder Holz in der Wartezone, aber auch auf Anraten von Iris hin, lasse ich sie das tun – wenn sie sich so besser entspannen kann, werde ich nicht noch zusätzlichen Druck auf sie ausüben.

Leider haben wir stattdessen momentan ein Problem mit der Erwartungshaltung, wenn Frieda und ich bei Fuß ins Gelände gehen. Das Wissen, dass jetzt gleich eine Aufgabe kommt, pusht Frieda zur Zeit ziemlich – während sie früher eher in der Wartezone gefiept hat, hat sie momentan eher Probleme, wenn es ans Arbeiten geht. Das ist natürlich ziemlich kontraproduktiv…

Wie immer habe ich alle Aufgaben so aufgebaut, dass Frieda nie sofort auf ein Dummy geschickt wurde, sondern immer Fußarbeit oder eine andere Aufgabe dazwischen lag. Natürlich habe ich sie auch nie geschickt, wenn sie gefiept hat, sondern mich bemüht, die Tipps von Iris umzusetzen: Blickkontakt wird immer belohnt, zum Wegdrehen von Dummies ruhig Leckerli zur Hilfe nehmen, beim Fiepen nach dem Fallen eines Dummies Frieda entschieden blocken und wegdrehen. Dennoch wurde es gestern auch mit der Zeit nicht wirklich besser.

Wenn sie gearbeitet hat, war Friedas Leistung hingegen wie immer tadellos. Markieren, Suchen, Bringen, Abgeben – alles kein Problem. Dennoch haben wir auf die letzte Aufgabe verzichtet, und ich habe stattdessen unseren Helfer gebeten, einfach noch ein paar Markierungen für uns zu werfen. Ziel dabei sollte es sein, dass Frieda mich nach dem Fallen des Dummies sofort anschaut, wofür ich sie dann mit Leberwurst belohnen wollte. Fiept sie, anstatt mich anzuschauen, blocke ich sie vom Dummy weg. Holen durfte sie keines der Dummies. Natürlich muss man bei so etwas immer aufpassen, dass man den Hund nicht zu sehr frustriert und dadurch die Spannung erhöht. Allerdings habe ich im Einzeltraining positive Erfahrungen mit dieser Art von „Abstumpfungstraining“ gemacht – je öfter ich den Ball wegkullern ließ, ohne dass Frieda ihn holen durfte, desto entspannter wurde sie mit der Zeit.

Die Übung hat recht gut geklappt, ich musste Frieda nur einmal zurückdrängen. Allerdings habe ich gemerkt, dass sie immer ziemlich an ihrer Belastbarkeitsgrenze war. Leider ist es so, dass sie mit mir allein oder mit Frank als Helfer mittlerweile in jeder Situation absolut still und steady ist, sodass ich für diese Art von Training auf jeden Fall eine Gruppe brauche. Deswegen habe ich gestern Nacht 🙂 bechlossen, beim nächsten Mal einfach die Übungen mitzumachen, aber alle Dummies selbst zu holen. Stattdessen werde ich Frieda immer ein Spiel oder etwas anderes Tolles als Belohnung und zum Ausgleich anbieten. Wir müssen einfach dringend weg von der hohen Erwartungshaltung in der Gruppe.

Inhaltlich arbeiten wir, wenn wir allein sind, sonst zur Zeit am Voran auf mehrere Fixpunkte mit immer enger werdenden Winkeln, am Aufbau der Entfernung beim Voran sowie am Stopp-Pfiff in Kombination mit Dummies.