Durchwachsen

So lautet das Fazit unsere gestrigen Trainings in der freien Dummygruppe.

Fünf Mensch-Hund-Teams waren zum Training mit Schuss in einem tollen Gelände zusammengekommen. Frieda benahm sich zunächst prima, die Leinenführigkeit in Anwesenheit anderer Hunde wird gemessen an unseren anfänglichen Problemen immer besser. Mit der Umhängeleine fühle ich mich dabei sehr wohl, ich kann mich tatsächlich viel besser auf meine Körpersprache konzentrieren.

Für die erste Aufgabe wurde der Hund auf einer Wiese abgesetzt, während man selbst ein Stück weiter ging. Dann fiel am Waldrand zwischen Hund und Hundeführer eine Markierung, woraufhin wir den Hund zu uns rufen und anschließend die Markierung selbst einsammeln sollten. Diese Übung hat bei uns prima geklappt, und um die Spannung etwas abzubauen, bin ich danach ein Stück mit Frieda gerannt.

Das Warten zwischen den Aufgaben funktionierte ebenfalls recht ordentlich, Frieda war weitestgehend ruhig und hat sich mit der Situation gut abgefunden. Zwar kaut sie zum Stressabbau immer noch gern Gras oder Holz in der Wartezone, aber auch auf Anraten von Iris hin, lasse ich sie das tun – wenn sie sich so besser entspannen kann, werde ich nicht noch zusätzlichen Druck auf sie ausüben.

Leider haben wir stattdessen momentan ein Problem mit der Erwartungshaltung, wenn Frieda und ich bei Fuß ins Gelände gehen. Das Wissen, dass jetzt gleich eine Aufgabe kommt, pusht Frieda zur Zeit ziemlich – während sie früher eher in der Wartezone gefiept hat, hat sie momentan eher Probleme, wenn es ans Arbeiten geht. Das ist natürlich ziemlich kontraproduktiv…

Wie immer habe ich alle Aufgaben so aufgebaut, dass Frieda nie sofort auf ein Dummy geschickt wurde, sondern immer Fußarbeit oder eine andere Aufgabe dazwischen lag. Natürlich habe ich sie auch nie geschickt, wenn sie gefiept hat, sondern mich bemüht, die Tipps von Iris umzusetzen: Blickkontakt wird immer belohnt, zum Wegdrehen von Dummies ruhig Leckerli zur Hilfe nehmen, beim Fiepen nach dem Fallen eines Dummies Frieda entschieden blocken und wegdrehen. Dennoch wurde es gestern auch mit der Zeit nicht wirklich besser.

Wenn sie gearbeitet hat, war Friedas Leistung hingegen wie immer tadellos. Markieren, Suchen, Bringen, Abgeben – alles kein Problem. Dennoch haben wir auf die letzte Aufgabe verzichtet, und ich habe stattdessen unseren Helfer gebeten, einfach noch ein paar Markierungen für uns zu werfen. Ziel dabei sollte es sein, dass Frieda mich nach dem Fallen des Dummies sofort anschaut, wofür ich sie dann mit Leberwurst belohnen wollte. Fiept sie, anstatt mich anzuschauen, blocke ich sie vom Dummy weg. Holen durfte sie keines der Dummies. Natürlich muss man bei so etwas immer aufpassen, dass man den Hund nicht zu sehr frustriert und dadurch die Spannung erhöht. Allerdings habe ich im Einzeltraining positive Erfahrungen mit dieser Art von „Abstumpfungstraining“ gemacht – je öfter ich den Ball wegkullern ließ, ohne dass Frieda ihn holen durfte, desto entspannter wurde sie mit der Zeit.

Die Übung hat recht gut geklappt, ich musste Frieda nur einmal zurückdrängen. Allerdings habe ich gemerkt, dass sie immer ziemlich an ihrer Belastbarkeitsgrenze war. Leider ist es so, dass sie mit mir allein oder mit Frank als Helfer mittlerweile in jeder Situation absolut still und steady ist, sodass ich für diese Art von Training auf jeden Fall eine Gruppe brauche. Deswegen habe ich gestern Nacht 🙂 bechlossen, beim nächsten Mal einfach die Übungen mitzumachen, aber alle Dummies selbst zu holen. Stattdessen werde ich Frieda immer ein Spiel oder etwas anderes Tolles als Belohnung und zum Ausgleich anbieten. Wir müssen einfach dringend weg von der hohen Erwartungshaltung in der Gruppe.

Inhaltlich arbeiten wir, wenn wir allein sind, sonst zur Zeit am Voran auf mehrere Fixpunkte mit immer enger werdenden Winkeln, am Aufbau der Entfernung beim Voran sowie am Stopp-Pfiff in Kombination mit Dummies.

 

 

7 Antworten to “Durchwachsen”

  1. Melanie Says:

    Hallo Sarah,
    wir haben die gleichen Probleme hier. Alleine klappt alles hervorragend. Augenkontakt, Gehorsam – alles wunderbar. In unserer Gruppe habe ich mit Nala erstmal gut zu tun sie ruhig zu halten. Zum Glück achtet mein Trainer darauf, daß Nala nicht zum Erfolg kommt. Auch ich schicke sie nur, wenn sie sich ruhig verhält. Allerdings ist es wirklich eine Gratwanderung: ich will ja nicht, daß Nala total gefrustet ist. Iris hat mir hierzu auch einige Tipps gegeben, die mir schon sehr geholfen haben. Ich schicke sie niemals sofort auf ein Dummy. Jedoch ist in der Gruppe nach wie vor die Erwartungshaltung so hoch, daß ich erst nach einiger Zeit für meinen Hund wieder wichtig bin ;-/ Ich habe da noch jede Menge Arbeit vor mir und scheinbar gibt es kein Patentrezept. Sei lieb gegrüßt, Melanie

    • ppfrieda Says:

      Vielen Dank für Deine Rückmeldung, es tut doch gut, zu hören, dass wir nicht die Einzigen sind. 🙂 Bestimmt werden wir im September wieder viele Tipps bekommen, nur hoffe ich, dass es bis dahin bei uns schon etwas besser geworden ist. Ich fürchte immer, dass es irgendwann zu spät sein wird, das Problem noch in den Griff zu bekommen… Jetzt bestimmt noch nicht, aber ich glaube, das kommende Jahr wird entscheidend.

  2. Kathrin mit Jamie und Pippin Says:

    Eine absolute Gratwanderung, aber Du hast das im Griff und mit genügend Übung wird das werden! Es ist halt so, dass jetzt das Steigern der Reize dazu kommt. Drücke die Daumen für ein erfolgreiches Standruhe-Gruppen-Schuss-Wasser-Und-Andere-Reize-Training!!!

    • ppfrieda Says:

      Das mit dem Schuss hat sie glücklicherweise noch gar nicht so richtig verstanden, glaube ich. Also der Zusammenhang zwischen Schuss und Dummy ist noch nicht so etabliert wie der zwischen „brrrr“ und Dummy. 🙂 Aber ich bin mir sicher: Das wird schneller werden, als mir lieb ist.

  3. Miriam Says:

    Huhu, darf ich aus der Ferne was sagen?
    Vorsicht dass das keine intermittierende Verstärkung wird, die ja ein Verhalten sogar noch mehr bestärken würde als regemäßige Belohnung. Der Gedanke kam mir als Du die Übung mit dem Ball beschrieben hast.
    Herzlich,
    Miriam

  4. Anke Says:

    „Leider haben wir stattdessen momentan ein Problem mit der Erwartungshaltung, wenn Frieda und ich bei Fuß ins Gelände gehen. “

    Hierzu hat Petra Ritzerfeld am Wochenende auch einen guten Tipp gegeben. In solchen Fällen zwischendrin immer wieder mal aufstehen und in Richtung Aufgabe laufen, kurz hinstellen und wieder umdrehen und zurück in die Wartezone. Vielleicht wär das was für euch?

    • ppfrieda Says:

      Das hört sich gut an, bisher habe ich Frieda in der Wartezone zumindet schon immer mal abgeleint und bin mit ihr etwas im Fuß gelaufen. Zum Startpunkt und wieder weg wäre da sicher noch besser. Ich fürchte, ich bin auf jeden Fall die Komplizierteste in unserer Trainingsgruppe 🙂

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