Wild ich oder wild ich nicht?

Nachdem sich mir in den letzten Wochen im Jägerkurs eine neue Welt eröffnet hat, ist in mir langsam der Wunsch erwacht, auch Frieda an das Arbeiten mit Wild heranzuführen. Also habe ich je zwei Kaninchen und zwei Enten bestellt und sie zunächst in meiner Gefriertruhe zwischengelagert. Denn wie der Zufall es so will, bot sich in der folgenden Woche ein längst fälliges Treffen mit Ivonne und Fiene an, die beide durch ihre Vorbereitung auf die JP/R schon erste Erfahrungen mit Wild gesammelt haben. Also wurden die Tierchen in die Kühlbox gepackt und ins Hessenländle kutschiert, wo wir uns zu einem gemeinsamen Trainingsnachmittag trafen. Auch Jens und Gizmo waren mit von der Partie, die Runde war also perfekt.

Im Gelände angekommen begannen wir mit der Gewöhnung an die Ente. Diese war Frieda zunächst schon ein wenig suspekt, doch mit viel Körper- und Stimmeinsatz konnten wir Madame davon überzeugen, dass das Federvieh doch ein äußerst begehrenswertes Beuteobjekt ist. An dieser Stelle gebührt mein Dank Ivonne, die wirklich mit Leib, Seele und guten Ratschlägen dabei war!

Action mit Entlein:

Bei der ersten Markierung zeigte sich, dass Frieda noch Probleme hatte, die Ente vom Boden aufzunehmen – wie greife ich das Ding nur richtig? Als Zwischenlösung half ein Nylonstrumpf aus, der das widerspenstige Federvieh in eine etwas kompaktere Form presste. Nachdem diese Hürde genommen war, erwies sich auch der Apport ohne Strumpf als machbar. Momentan braucht die Maus noch einiges an Ermunterung und die Abgabe sieht auch noch nicht so schön aus wie mit dem Dummy. Aber das sind die Details, an denen man noch lang genug feilen kann, denn erstmal ist entscheidend: Frieda wild.

Als nächstes ging es ans Kaninchen. Ivonne hatte bereits prophezeit, dass das Fellknäuel sicher kein Problem mehr darstellen würde, wenn das Federvieh bereits getragen wurde – und so war es auch. Kaninchen hat ja auch eine wesentlich tragefreundlichere Form. 🙂 Nachdem Frieda problemlos aufnahm, testeten wir eine Markierung, was wunderbar klappte. Puh, geschafft!

Fürs Erste waren wir nun durch, sowohl für Frieda als auch für mich waren das schon viele neue Eindrücke, die es zu verarbeiten galt. Die Maus war bei alledem noch sichtlich angeschlagen vom hinter uns liegenden Workingtest, die Hitze tat ihr Übriges dazu.

Doch zwischendurch gab es ja auch immer wieder Gelegenheit, den anderen Teams beim Arbeiten zuzuschauen. Gizmo schien auf die Herausforderung „Wild“ geradezu gewartet zu haben. Er zeigte wenig Berührungsängste und apportierte fleißig und schön. Fiene machte ihrem Ruf als Flitzemaus alle Ehre – schnell und begeistert arbeitete sie ihre Markierungen und eine Suche.

In neuem Gelände widmeten wir uns zum Abschluss noch dem Fach „Schleppe“. Ivonne zog eine Schleppe für Fiene und erklärte uns dabei, worauf man beim Training dieses Aufgabentyps zu achten hat. Fiene meisterte ihren Part perfekt – es ist wirklich super schön, einem Hund beim Arbeiten zuzuschauen! Ivonne war zurecht stolz auf ihre Maus. Frieda durfte zum Abschluss auch noch ein kurzes Stück Schleppe arbeiten, für den Anfang ohne Haken. Langsam aber konzentriert arbeitete sie die Spur aus, fand und brachte das Stück. Yippppie! Super, Spatz! Und ich verspreche Dir, wenn Du ausgeruht bist und es weniger heiß ist, macht das alles noch viiiiieeeel mehr Spaß.

Zum Schluss durften die Vierbeiner nochmal ordentlich Dampf ablassen und sich zur Abkühlung in die Fluten stürzen.

Schließlich ging ein toller und für alle erfolgreicher Nachmittag zu Ende. Frieda war total k.o. und ist es, glaube ich, immer noch. Nachdem nun die erste Hürde in Sachen jagdliches Arbeiten genommen ist, werden wir erstmal ein bisschen pausieren, bevor weiter an der Routine gefeilt wird.

6 Antworten to “Wild ich oder wild ich nicht?”

  1. Kathrin mit Jamie und Pippin Says:

    Ach ja, sehr schön, auch noch diesen Bericht zu lesen, nachdem ich beim Molch ja schon vorgeschmökert hatte. Die Frieda meistert das!!!

  2. working mudpaws Says:

    Schön wars! Ich hab mich sehr gefreut euch endlich zu treffen. So lange lese ich schon bei euch und nun …. wart ihr hier! Ihr habt es beide richtig toll gemacht und du wirst sehen, wenn Frieda ein paar Nächte „darüber“ geschlafen hat wird auch das Aufnehmen einfach so passieren. Hast ja bei Fienchen gesehen wie problemlos das inzwischen funzt. Und noch was zum Thema müde …. komatös … das Wort beschreibt den Zustand von Fiene nach unserer Einheit wohl am ehesten. Knuddel die Frieda-Maus von mir und viel Spaß noch in der Heimat.

  3. Born to be … « Working Mudpaws Says:

    […] Danke für diesen wirklich schönen Nachmittag. Wie Sarah diesen Nachmittag erlebt hatt kann man HIER nachlesen ! Teilen Sie dies mit:FacebookLike this:LikeSei der Erste, dem dieser post […]

  4. gizmolch Says:

    Na, nun sind ja alle Berichte online! 😉
    Ihr habt das toll gemacht, Frieda und Du!
    Mit Ivonne als „Dozent“ war nichts anderes zu erwarten. Freu mich schon aufs nächste gemeinsame Training mit Euch. Der Molch sicherlich auch.;)

  5. Trainingsberichte online… « Says:

    […] wild ich oder wild ich nicht […]

  6. Training am 05.02.12 incl. Black-Flat-Power « Working Mudpaws Says:

    […] mich soooo gefreut den endlich hat es gepasst und Sarah, Frank und Frieda waren mit von der Partie. Das letzte gemeinsame Training ist ja schon ewig her! […]

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