Standruhe und Fußarbeit

Wer auf originellere oder neuere Themen wartet, ist bei uns leider fehl am Platze. 🙂 Dies sind nachwievor unsere beiden Großprojekte, die wir mal mit mehr und mal mit weniger Leidenschaft vorantreiben. Insbesondere das Fußlaufen übe ich mit Frieda regelmäßig auch auf unseren Spaziergängen. Steadiness ist mittlerweile höchstens noch in der Gruppe oder in fremden Situationen ein Thema, weswegen ich hier mittlerweile beim Solotraining an meine Grenzen komme.

Gelegenheit zum Üben unter erschwerten Bedinungen gab es am Freitag, als wir uns mit zwei weiteren Gespannen aus der Dummygruppe zu einem privaten Training trafen. In allen Situationen eines solchen Trainings zeigen sich weiterhin große Fortschritte gegenüber unseren Anfängen. Frieda war sogar bei der Ankunft im Gelände und dem ersten Herauslugen aus dem Kofferraum still. Auf dem Weg ins Gelände ist ebenfalls eine stetige Verbesserung der Leinenführigkeit zu verzeichnen, auch wenn ich wünschte, dass dieses Thema schon lange gar keines mehr wäre.

Angefangen haben wir mit einer Freiverlorensuche in einem mit Gräsern, Heide, Sträuchern und Tannen dicht bewachsenen Grünstreifen. Damit das Ganze auch ein bisschen Spaß macht, haben wir uns in einer Line aufgestellt und die drei Hunde abwechselnd ins Suchengebiet geschickt. Alle drei haben diese Aufgabe super gemeistert und haben sich unangeleint vorbildlich verhalten. Lediglich Friedas penetrante Blicke sagten mir, dass sie überhaupt nicht verstehen konnte, warum die anderen Hunde erwas suchen sollten, wo sie doch am besten über die Aufenthaltsorte der Dummies Bescheid wüsste. 🙂 Schlauberger. Von den zehn versteckten Dummies holte jeder Hund drei Stück, bevor wir allesamt auf die langwierige Suche nach dem zehnten gehen mussten.

Anschließend stellten wir eine Aufgabe aus dem Schnupperworkingtest nach, bei der Fußlaufen unter Ablenkung gefragt war. Hier schlugen sich alle Vierbeiner recht gut – man sieht schon, dass die Anspannung auf einem Workingtest doch beträchtlich höher ist. Ganz ohne Korrekturen und Lob komme ich mit Frieda allerdings noch nicht aus, hier müssen wir eben weiter üben.

Als letztes war ein Appell auf einer großen Wiese an der Reihe. Auch hier hatten alle sichtliche Fortschritte gemacht, und nachdem ich Friedas Geschwindigkeit auf den ersten Metern zwei Mal gebremst hatte, verlief der Rest der Aufgabe vorbildlich.

Man kann also sagen, dass die Basics im Gruppentraining durchaus immer besser klappen. Wie wir in der Oberpfalz erfahren haben, ist die Situation auf einem Workingstest natürlich eine noch größere Herausforderung. Die bisherigen Fortschritte lassen jedoch hoffen, dass wir uns auch daran gewöhnen werden. An einer anderen Stelle sieht es jedoch seit geraumer Zeit nicht so gut aus: Das „Voran“ macht uns immer noch Kummer. Zermürbend daran ist, dass ich eigentlich genaus weiß, wo die Fehler im Aufbau gelegen haben (natürlich bei mir). Trotzdem finde ich es speziell bei dieser Aufgabe bemerkenswert, wie sehr meine theoretischen Vorüberlegungen und mein Wissen von der eigentlichen praktischen Umsetzung abweichen. Zu oft ist es mir passiert, dass ich die Aufgabe unwissentlich zu schwer aufgebaut oder wichtige Trainingsschritte übersehen habe.

Deswegen fangen wir jetzt nach einer längeren Pause wieder ganz von vorne an, was das „Voran“ angeht. In der letzten Woche haben wir damit begonnen, dass Frank, Frieda und ich zur täglichen Fütterungszeit am späten Nachmittag mit Schüsseln und Futter auf die benachbarte Wiese ziehen, um nochmals den Befehl von Grundauf aufzubauen. Ziel dieser Unternehmung ist es, das Voranschicken für Frieda nach einiger von mir verschuldeter Verunsicherung wieder positiv zu belegen und zu ritualisieren. Dabei achte ich dieses Mal peinlichst genau darauf, nicht zu schnell vorzugehen und den Schwierigkeitsgrad der Aufgaben nur langsam und durchdacht zu steigern. Bisher klappt alles wunderbar, ich bin gespannt, wie es sich in den nächsten Wochen entwickelt.

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