Dummyferien auf dem Klaukenhof

Nun sind wir wieder zurück, schade, die Tage vergingen wie im Flug. Hinter uns liegen dreieinhalb volle Tage intensives Training, viel Spaß mit netten Leuten und Hunden sowie jede Menge Infos, die meinen Kopf noch immer zum Brummen bringen.

Ingsgesamt waren elf Teams zum Dummy-Intensivtraining auf dem Klaukenhof angereist. Vier F-ler aus dem Paartaler Wurf, ein weiterer Flat, drei Labbies und drei Golden – eine bunt gemixte Truppe also. Die meisten Teilnehmer hatten schon öfters bei Iris trainiert und kannten sich gegenseitig, in Melanie mit Nala hatte ich aber eine weitere Mitstreiterin gefunden, die ebenfalls als Neuling in die Gruppe kam. Am erste Abend ließen wir die beiden Schwestern nochmal flitzen, bevor die Arbeit anfing – im Halbdunkeln konnnten wir anschließend nur raten, welcher Hund welcher ist. Eine gewissen Ähnlichkeit lässt sich auf keinen Fall verleugnen, bei besseren Lichtverhältnissen lässt sich jedoch erkennen, dass Frieda in Sache Länge nachwievor ungeschlagen ist. 🙂

Am nächsten Morgen ging es um 9 Uhr im traumhaften Gelände los. Zunächst traten alle gemeinsam an, Iris wollte sich einen Überblick über die Gruppe verschaffen. Erste Aufgabe: Einzelmarkierung aus der 11er-Line. Jucheih! O-Ton-Iris: „Ich will gleich mal sehen, was Sache ist.“ Wahlweise durften wir die Hunde angeleint oder unangeleint in der Line führen. Da mein Mantra für den ersten Tag „Coolness“ lautete, leinte ich Frieda todesmutig ab. No risk, no fun. Außerdem ist Madame einfach zu schlau – leine ich sie immer dann ab, wenn sie dran ist, fängt sie nach kürzester Zeit das Fiepen an, sobald ich nach der Halsung greife. Mein Mut sollte belohnt werden, denn obwohl um uns herum duchaus hin und wieder mehr als nur ein Hund losrannte und ein ordentliches Gejohle und Gebrüll herrschte, blieb Frieda wie angewurzelt sitzen und verkniff sich sogar protestierende Fiepser. Nachwievor belohne ich sie in solchen Situationen für das Sitzenbleiben, Schweigen und Blickkontakt mit mir (in dieser Reihenfolge) mit der Leberwursttube. Unser eigener Apport lief dann prima, Frieda meisterte auch das Zurückbringen auf die Line zu – was bei zehn dort stehenden Gespannen gar nicht so einfach für den Hund ist.

Bei einer weiteren Übung mussten die Hunde auf Entfernung sitzen bleiben, während zwei Dummies vor und hinter sie geworfen wurden, um anschließend durch eine Gasse der anderen Team abgerufen zu werden. Klappte dies, durfte der Hund von seinem neuen Standpunkt aus auf die Dummies geschickt werden. Auch diese Aufgabe meisterten alle Teams gut.

Bei der Einteilung kamen Frieda und ich in diejenige Gruppe mit Leuten, die eher weniger bei Iris trainieren – und waren damit in einem Team mit Melanie und Nala! Sehr schön. Ab diesem Zeitpunkt wurde abwechselnd in zwei Gruppen trainiert, wobei der Vor- und Nachmittag jeweils geteilt wurden. Wir waren an diesem Tag nochmals von 16-18 Uhr an der Reihe.

Eine Beschreibung der einzelnen Aufgaben würde hier den Rahmen sprengen. Ich werden bestimmte Dinge nochmal in einzelnen Beiträgen aufgreifen, wenn es darum geht, wie wir nun weiter üben. Am ersten Tag arbeiteten wir auch die zweite Session aus der Line – es ging wirklich zur Sache. Auch während der darauf folgenden Trainings arbeiteten mindestens stets zwei Hunde gleichzeitig. Die Tage waren demnach perfekt, um das routinierte Arbeiten in der Gruppe zu festigen. Ich hätte vor einem halben Jahr noch niemals nie gedacht, dass Frieda und ich hier solche Fortschritte machen würden. Einspringen ist nachwievor kein Thema, und auch wenn ich mich nicht darauf verlassen kann, dass ihr nicht doch hin und wieder ein leiser Fiepser entweicht, hat sie schon sehr gut verinnerlicht, dass nicht jedes fallende Dummy für sie gedacht ist. Oft wurden Hunde direkt neben uns und einmal sogar direkt neben uns an uns vorbei geschickt – alles kein Problem. Angesichts der Intensität und des Stresses eines solchen Trainings wurde natürlich auch fleißig für jedes geduldige Warten belohnt.

Ein weiterer Erfolg des zurückliegenden Training besteht in den Geländeerfahrungen, die Frieda gewinnen durfte. Insgesamt wurden viele Markierungen (meist als Memories) in unterschiedlichem Gelände, über unterschiedliche Distanzen und mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad gearbeitet. Dabei war es faszinierend, den Hunden beim Arbeiten zuzuschauen. Die Paartaler, die ich gesehen habe, erwiesen sich dabei allesamt als geländehart und unerschrocken. Bis auf wenige Ausnahmen markierte Frieda sehr gut, manchmal musste sie sich jedoch auch ans Dummy heranarbeiten. Dann konnte man förmlich das „Klick“ hören, wenn sie ihre Nase anschaltete, einfach schön. Insgesamt merkt man natürlich, dass sie noch ein junger Hund ist, dem hier und da die Erfahrung fehlt. Und genau dafür war das Taining perfekt, Frieda hat viel Neues kennengelernt.

Ich selbst habe von Iris wieder einige Tipps zur Körpersprache und speziell zum Einweisen bekommen. Ich habe jede Einzelheit sofort aufgesogen. Alle Verbesserungsvorschläge wurden sofort an Ort und Stelle ausprobiert und die Art und Weise, wie die Hunde positiv auf die Veränderung reagieren, gibt ihr in jedem Punkt recht. Nun bloß nichts davon vergessen! Durch ungünstiges Stopp-Pfiff-Training habe ich mir vor einiger Zeit einen Knoten ins „Voran“ gewurschtelt. Auch hier gab es wertvolle Hinweise und vor allem die Versicherung, dass wir das Problem auf jeden Fall wieder in den Griff bekommen werden.

Die Stimmung war während der gesamten Tage toll. Alle hatten Spaß, niemand war dabei, der auch nur eine Spur von Wettbewerb oder falschen Ehrgeiz in die Sache gebracht hätte. Die gemeinsamen Abende im Klaukenhof waren geprägt von gutem Essen, interessanten Gesprächen und Gemütlichkeit – leider wurde es für mich nur nie sehr spät, da ich stets stehend k.o. war und mich recht bald in mein Schlafgemach verkrümelt habe. Frieda hat in den Pausen meist tief und fest im Hotelzimmer geschlafen – dafür war ich wirklich dankbar, denn so konnte sie das intensive Training unbeschadet und gut überstehen.

Zum Schluss bekamen wir von Iris noch einige Tipps fürs weitere Training. Ich war einfach total stolz, als sie mir und Frieda große Fortschritte seit Pfingsten bescheinigte und explizit auch unsere Fußarbeit lobend erwähnte. Uffz. Es sei viel weniger Hektik in unserer gemeinsamen Arbeit und ich hätte die eigene körpersprachliche Ruhe gut umgesetzt. Unser weiteres Programm betrifft vor allem das Einweisen: Voran, Stopp-Pfiff, Hier-Pfiff und Suchen-Pfiff sollen separat und später kombiniert geübt und gefestigt werden. Iris meinte sogar, wir sollten noch diesen Herbst ruhig eine Dummy A probieren – hier bin ich aber noch etwas skeptisch, die erste Dummyprüfung hatte ich mir eigentlich erst für nächstes Jahr im Frühjahr vorgenommen. Aber auf jeden Fall eine sehr positive Bilanz, über die ich mich total freue. Und nun kann es weiter gehen!

Natürlich gibt es noch einiges Weiteres über die letzten Tage zu erzählen. Fotos werden auch noch folgen. Schaut doch einfach in den nächsten Tagen nochmal rein!

2 Antworten to “Dummyferien auf dem Klaukenhof”

  1. Anke Says:

    Super, hab schon auf deinen Bericht gewartet 🙂
    Klingt, als hättet ihr ein tolles Wochenende gehabt!

  2. Vorfreude « Life of Frieda Says:

    […] am Dienstag und Mittwoch jeweils zwei Einzeltrainings bei ihr. Bereits bei unseren gemeinsamen Gruppentrainings habe ich unheimlich viel gelernt und so freue ich mich riesig auf die tolle Gelegenheit, sie mal […]

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