Archive for November 2011

Blinder Käse und platzende Brottüten

November 20, 2011

Zwei Wochen ohne Apport sind bereits vergangen. Und soooo sehr vermissen wir die Dummies eigentlich gar nicht, oder Mausi? Wir haben nämlich blinde Käsestücke gejagt. Im Wald. Man würde gar nicht meinen, dass sich dort so viele der possierlichen kleinen Gelbtierchen verstecken. Um schneller an die Beute zu gelangen, haben wir angefangen, auf der Suche nach dem Käsetier zuammenzuarbeiten. Denn Frauchen hat irgendwie immer so eine ziemlich konkrete Ahnung, wo sich der nächste Leckerbissen verbirgt. Mit vollem Körpereinsatz weist sie den Weg, und wenn das Friedrich dann in der Nähe ist, ertönt immer ein ganz aufgeregter Pfiff – hier muss es sein!

Auf diese Art üben wir zur Zeit spielerisch das „Einweisen“. Ohne großen Anspruch an Präzision und ohne verbale Kommandos, dafür aber mit jeder Menge Körpersprache. Und es ist toll, wie gut das funktioniert. Frieda beobachtet mich sehr genau aus dem Augenwinkel beim Suchen und nimmt die Zeichen gut an. Und was mich besonders freut: Kommandos mit der Pfeife werden suuuuuuuper umgesetzt. Zunächst habe ich nur den Suchenpfiff eingesetzt – der sitzt momentan perfekt, Frieda nimmt aus vollem Lauf sofort die Nase runter, wenn er ertönt. Schießt sie über das Ziel hinaus, kann ich sie ebenfalls prima zurückpfeifen, um dann auf der richtigen Höhe den Suchenpfiff zu geben. Momentan kommen wir so sehr schnell zum Erfolg und es macht uns beiden, glaube ich, sehr viel Spaß. Irgendwann werde ich dann auch mal wieder anfangen, das gerade Voran und ein exaktes Rüber aufzubauen, aber momentan ist es so, ganz ohne Druck und Anspruch auf irgendwelche Linien, viel schöner. Da ich es uns jedoch nicht unnötig schwer machen will, gebe ich bei diesem Spaß-Einweisen eben keinerlei vebale Kommandos und Frieda startet auch nicht vom Fuß weg, sondern von dort, wo sie eben gerade ist.

Daneben haben wir letztes Wochenende Schüsse mittels platzender Brottüten simuliert. Ein Tipp von meinem Schwesterchen, der wirklich super ist. Das Geräusch ist richtig laut und einem Schuss wirklich sehr ähnlich. Frieda ließ sich auch gleich zu einigem Gefiepe inspirieren. Also haben wir sie mit Brottüten und fallenden Dummies so lange gelangweilt, bis sie sich damit angefunden hatte, dass wohl doch nichts vermeintlich Aufregendes passieren würde. Danach gab es ein kurzes Spiel und wir setzten unseren Spaziergang fort. Mal sehen, ob wir nachher eine nächste Session dieser Art durchziehen.

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Rabaukenklabauterwölftag

November 8, 2011

Und schon wieder ist es so weit: Frieda hat Geburtstag und wird zwei Jahre alt. Herzlichen Glückwunsch, meine Maus! Erwachsen ist sie immer noch nicht, aber wer einen Flat kennt, weiß, dass das auch völlig unmöglich wäre mit nur zwei Jahren. Hier ein Bild aus unseren ersten gemeinsamen Wochen:

Gerade sind wir zurück von einem stillen Geburtstagsspaziergang – etwas, was ich früher viel öfter mit Frieda gemacht habe. Ein ganzer Spaziergang, auf dem ich kein Wort zu Frieda sage. Alles läuft über Blicke und Körpersprache. Ach, und es war richtig schön, wie wir uns mittlerweile verstehen! Natürlich ist mir Frieda in Sachen Finetuning meilenweit voraus, aber auch ich habe dazu gelernt, wenn es darum geht, hündische Signale und Körpersprache zu deuten. Sogar an ein paar fremden Hunden sind wir unangeleint und ohne ein einziges verbales Kommando vorbei gekommen. Wenn man da bedenkt, wie wir angefangen haben…

Und heute Abend erwartet Frieda sicher noch die ein oder andere Geburtstagsleckerei. Mal sehen, was das örtliche Fachgeschäft so hergibt. 😉

Wartezone reloaded

November 6, 2011

Da sind wir nun wieder, wo wir angefangen haben.

Heute gab es für Frieda mal wieder ein klassisches Wartezonentraining. So manches passiert, aber geschehen tut dennoch nichts. Frank und ich sind mit einem Rucksack voller Dummies zum Spaziergang aufgebrochen. An einer großen Wiese, die Frieda und ich gelegentlich zum Training nutzen, lud eine gemütliche Holzbank zum Verweilen ein. Gott sei Dank ist es momentan noch nicht so kalt, so dass man durchaus eine Weile im Freien herumlümmeln kann. Frieda wurde abgelegt und nach kurzer Zeit einige Dummies in der Wiese verteilt.

Und dann unterhielten Frank und ich über Weihnachswünsche. Für die Eltern, die Geschwister und so weiter. Das dauert… 🙂 Irgendwann bin ich mit Frieda dann ein Mal im Fuß über die Wiese an allen Dummies vorbei. Und das geschah ehrlicherweise sogar angeleint, da Madame tatsächlich so aufgeregt war, dass ich mir angesichts meiner neuerlichen Einspringerfahrungen nicht hunterprozentig sicher war. So klappte die Übung dann aber prima und es konnte viel Lob verteilt werden, danach gab es erneut ein ausgiebiges Geschenkegespräch. Anschließend noch eine Runde im Fuß, dieses Mal hob ich eines der Dummies auf und hielt es Frieda während des Gehens vor die Schnute. Seeeeehr fies, ich weiß. Auch diese Herausforderung meisterte sie gut, wenn auch sichtlich angespannt. Ihre ganze Körpersprache zeigte deutlich, dass wir diese Art von Training nun definitiv wieder häufiger betreiben müssen.

Zum Abschluss warf Frank noch einige Markierungen in die Wiese, während Frieda und ich zuschauten. Anschließend gingen wir ein Stück auf die Dummies zu, ich ließ Frieda absitzen und holte die grünen Säckchen selbst. Anschließend gab es eine Renn- und Toberunde mit Frauchen, um den Stress abzubauen. Danach setzten wir unseren Spaziergang fort.

Friedas Erregung während der ganzen Angelegenheit war doch erheblich. Das haben wir schon mal vieeeeel cooler hingekriegt. Also haben Frank und ich auf dem Rückweg zum Auto beschlossen, in den nächsten Wochen ein absolutes Apportierverbot walten zu lassen. Ich weiß, manch einer würde das wohl nicht für den richtigen Weg halten, doch in dieser Sache bin ich mir sehr sicher – denn wir hatten so bereits vorher gute Erfolge. Frieda soll also durch Nasenspiele und Futtersuche ausgelastet werden, die Dummies werden voerst nur dazu verwendet, die Maus zu langweilen. Und zwar so richtig.

Ich bin gespannt, wie sich die Sache entwickeln wird, und werde natürlich fleißig berichten!

Verbuchen und vergessen

November 2, 2011

Das ist wohl das, was ich mit dem vergangenen Alpenrand-Cup-Start von Frieda und mir machen werde. Bereits im Vorfeld schwante mir Böses, denn Frieda war seit der JP/R recht aufgedreht. Letzte Woche hat sie noch dazu das Einspringen plötzlich für sich entdeckt – etwas, womit wir bisher keine nennenswerten Probleme hatten. Zwar habe ich diese Frage mit Franks Hilfe kurzfristig wieder klären können, aber die besten Voraussetzungen für einen WT-Start waren es dennoch nicht.

Frieda und ich starteten in der Schnupperklasse, und ich hatte mir fest vorgenommen, sie nicht apportieren zu lassen, wenn sie in der Aufgabe winseln würde. Der Fatalismus, den mein Hund mich mittlerweile gelehrt hat, kann auch sehr beruhigend sein – ich war ziemlich entspannt, als es an die erste Aufgabe ging. Natürlich weiß ich nicht, ob es sich somit um eine self-fulfilling prophecy handelte, aber als Frieda den Helfer im Wald stehen sah, fing es an… Grrrrrh. Nun warf der Helfer das Dummy jedoch nicht an die vom Richter ausgewiesene Stelle, sodass wir unverrichteter Dinge wieder gehen sollten, um später nochmal anzutreten. Eigentlich ja ganz gut für uns. Oder auch nicht. Beim zweiten Versuch war Frieda im Gegenteil noch geladener – und sprang ein! Gott sei Dank konnte ich sie zurückrufen, sodass sie wenigstens nicht zum Erfolg kam. Ein dritter angeleinter Versuch folgte. Zu allem Überfluss sollte bei der Aufgabe auch noch von der Markierung weggedreht und erst nach einigen Metern Fußlaufen geschickt werden. Frieda missfiel dies eindeutig, was sie auch durch emsiges Fiepen kundtat. Nun gut, ich sagte dem Richter, dass ich Frieda so lieber nicht auf das Dummy schicken wollte. Der Richter hatte, glaube ich, gar nicht wirklich etwas dagegen. Dummerweise ließ ich mir von einem weiteren Helfer reinquatschen, der doch lieber mal abwarten wollte, ob Frieda sich nicht beruhigen würde. Das tat Madame tatsächlich und war nach kurzer Zeit wenigstens still. Ich persönlich hätte sie dafür lieber anderweitig und nicht mit dem Dummy ihrer Begierde belohnt, aber letztlich ließ ich mich doch wieder unter Druck setzen und schickte sie. Der Rest lief natürlich super, wobei ich den Eindruck hatte, dass der Richter ob unseres bisherigen Auftritts schon etwas verwundert angesichts der perfekten Abgabe war. Tja, auch wir nehmen nicht jede Baustelle mit. 😉

Bei der nächsten Aufgabe fragte ich den Richter, ob wir die Aufgabe ohne Schuss absolvieren könnten. Gesagt, getan. Frieda blieb trotzdem nicht still, als das Dummy fiel. Ich sagte entschieden, dass ich sie dann lieber wieder anleinen wolle. Es wäre um zwei Vorans in ein kleines Suchengebiet gegangen. Dieses Mal erntete ich allerdings nur Lob und Anerkennung für meine Entscheidung und tatsächlich zwei Mitleidspunkte. 🙂 Der Richter tröstete mich: „Ich habe auch schon mal so einen Hund gehabt.“ Hmpf.

In der Wartezone hörte ich anderen Teilnehmer, die von ihren Aufgaben berichteten: „Es lief ganz gut, sie hat sogar recht schnell gesucht.“ Oder: „Heute ist er richtig schön motiviert.“ Hmmmmmm. Frieda? Hörst Du das? Einfach cool bleiben! 🙂 In der Wartezone ist Frieda mittlerweile übrigens ein ziemlicher Engel. Sie ist brav, entspannt, ich kann sie ablegen und mich von ihr entfernen etc. Reines Zuschauen bei Workingtests würde uns also vermutlich nicht wirklich weiterbringen, denn wir brauchen die Situation im Wald beim Richter zum Üben.

Die dritte Aufgabe absolvierten wir tatsächlich mal komplett und fiepfrei. Hier wurde allerdings auch nicht geschossen und die Dummies fielen recht unspektakulär vor einem auf den Weg. Dennoch bin ich froh, dass Frieda zwischendurch wenigstens so weit runterkommt, dass sie bei geringerem Reiz ruhig bleiben kann. Dank unserer dennoch vebesserungswürdigen Fußarbeit gab es für diese Aufgabe ein „Gut“. Für mich persönlich war es in dieser Situation ein „Vorzüglich“.

Die letzte Aufgabe war dann – mal wieder – eine Einzelmarkierung mit Schuss im Wald. Was für andere schön einfach ist, wird für uns zum unüberwindbaren Hindernis. Bereits als wir neben dem Richter ankamen, winselte Frieda fröhlich drauf los. Ich sagte, dass ich Frieda so nicht schicken wolle, und wir bastelten die Aufgabe schnell ein wenig um. Nach Fallen des Dummies sollten Frieda und ich angeleint auf das Dummy zugehen, dann aber umdrehen und die Aufgabe beenden. Das tat ich auch und war froh, als endlich alles vorbei war. So wirklich angenehm ist das nicht, wenn man zwar anerkennende aber auch mitleidige Blicke erntet – ich glaube, dass manch einer in uns einen hoffnungslosen Fall sah.

Ich für meinen Teil bin natürlich schon irgendwie zerknirscht, auch wenn ich im Prinzip ja genau von diesem Fall ausgegangen war. JP/R und Dummyferien haben meine Raktete ganz schön hochgepusht, was ja auch irgendwie auf meinem eigenen Mist gewachsen ist. Nun gehen wir in die Winterpause und konzentrieren uns wieder ganz auf den Grundgehorsam und die Steadiness. Frieda ist in jedem Fall eine echte Herausforderung, aber als hoffnungslosen Fall will ich uns auch noch nicht so recht sehen.