Training vom 21. Januar

Es hat ein bisschen gedauert, doch endlich bin ich so weit. Bereits letztes Wochenende haben Frank und ich uns ein gemeinsames Training für Frieda erdacht und dieses wenig später auf der heimischen Trainingswiese umgesetzt. Da ich auch endlich mal wieder gescheite Grafiken für den Bericht basteln wollte, mussten zunächst einige technische Schwierigkeiten überwunden werden. Vielen, vielen Dank auf jeden Fall an Jens, der mir lauter hübsche Bildchen zur Verfügung gestellt und mich dadurch zu PC-Frickeleien motiviert hat. 🙂

Aaaaalso: Nachdem ich verschiedentliche Bestandteile des Einweisens ja zuvor mit Frieda allein trainiert hatte, wollten wir die Gelegenheit nutzen, das Erlernte am Wochenende gleich nochmal zu festigen. Außerdem ergeben sich durch einen Helfer die Möglichkeiten 1) echte Markierungen als Verleitungen zu werfen sowie 2) Half-Blinds zu arbeiten. Gesagt, getan.

Vorbereitungen: Frieda durfte dabei zusehen, wie ich Dummies in einem Gehölz am Waldrand versteckte. Diese Stelle kannte sie als (kleines) Suchengebiet schon aus unserem „Alleine“-Training. Frank begab sich derweil circa 30 Meter oberhalb des Suchengebiets in den Wald, um von dort aus eine Markierung als Verleitung an den Waldrand zu werfen. Frieda und ich gingen vom Suchengebiet aus rund 40 Meter weit in gerader Linie auf die Wiese.

Aufgabe: Frieda sollte mit mir zusehen, wie bei Frank die Markierung fiel. Anschließend wollte ich sie zunächst mit „Voran“ ins Suchengebiet schicken. Danach sollte sie die Markierung holen, da wir die Fallstelle im weiteren Verlauf als Memory-Punkt für weitere „Vorans“ nutzen wollten.

Da Frieda Markierungen nun sehr, sehr spannend findet, bog sie nach meinem ersten „Voran“ nach wenigen Metern rechts ab und machte sich auf den Weg zum Mark. Nix da! Ein Räuspern, ein „Nein“, zurück. Also setzte ich sie ab und ging nochmals zum Suchengebiet, um sie auf die Dummies aufmerksam zu machen. Anschließend ein zweiter Versuch – und Madame meinte immer noch, ihren kleinen Flatkopf durchsetzen zu müssen! Grrrrhhh. Da ich mir absolut sicher war, dass ich es in dieser Situation schlicht mit Ungehorsam und nicht mit einer zu schwierig gewählten Aufgabe zu tun hatte, gab es dieses Mal eine verbale Ermahnung und Drehen bei Fuß als Unterordnung, bevor ich sie ein drittes Mal ansetzte. Und dieses Mal trat wieder unser altes Problem auf – Frieda startete gar nicht erst, sondern wand sich und fiepte, als ich ihr das Kommando gab. Iris, die dieses Phänomen auch schon beobachten durfte, hatte mir damals gesagt, dass es bei Frieda hier nicht nur um Vertrauen ginge, sondern dass sie tatsächlich Schwierigkeiten damit habe, von etwas abzusehen, was sie sich einmal in den Kopf gesetzt hat. Entsprechend soll ich das „Voran“ in diesen Situationen dann auf jeden Fall durchsetzen. Also gab ich ihr erneut das Kommando und ging einen Schritt mit ihr in die angezeigte Richtung. Und da platzte der Knoten und die Maus düste ab ins Suchengebiet. Party, Suchenpfiff und zurück. Anschließend durfte sie das Mark holen, was selbstredend kein Problem darstellte. Auf ihrem Rückweg legte Frank derweil ein weitere Dummy an der alten Fallstelle aus, was in der nächsten Aufgabe als Half-Blind ebenfalls mit „Voran“ gearbeitet werden sollte.

Ich schickte Frieda erneut zuerst ins Suchengebiet, was dieses Mal einwandfrei und ohne zu zögern klappte. Danach richteten wir uns auf die alte Fallstelle der Markierung aus und ich schickte sie ebenfalls mit „Voran“ auf das dort liegende Half-Blind. Das hat super geklappt, prima! Frank legte in der Zwischenzeit ein weiteres Half-Blind aus.

In die dritte Aufgabe wollte ich erneut den Stopp-Pfiff aus dem „Voran“ einbauen. Im Suchengebiet hatte ich lediglich zwei Pocketdummies versteckt, sodass dort nichts mehr zu finden war. Dennoch war der Plan, Frieda erneut zu schicken, um sie dann dort ins „Sitz“ zu pfeifen und mit „Rüber“ auf das Half-Blind bei Frank zu zu schicken. Da ich mir nicht sicher war, ob sie die Fallstelle in der Situation aus einer anderen Perspektive noch auf dem Schirm haben würde, bat ich Frank, sofort ein Geräusch zu machen, sobald ich ihr das „Rüber“-Kommando gegeben hätte.

Der erste spannende Moment kam, als ich den Sitz-Pfiff gab. Ich wartete extra, bis Frieda aus dem Unterholz freie Sicht zu mir hatte und ging während sie suchte schon etwas auf sie zu. Dann kam der Pfiff und die Maus – saß! Und schaute mich erwartungsvoll an. Super! Anschließend kam das „Rüber“ worauf sie sofort in die richtige Richtung startete, jedoch gleich mit tiefer Nase, weshalb es sicher gut war, dass Frank sofort ein Geräusch in Höhe der alten Fallstelle machte. Man konnte förmlich hören, wie es in Friedas Hirn „Klick“ machte und sie war unterwegs. Suchenpfiff, aufgenommen, zurück.

Ich war wirklich sehr zufrieden mit unserem Training. Die anfänglichen Schwierigkeiten haben erneut gezeigt, dass das „Voran“ unter Verleitung und der generelle weitere Vertrauensaufbau beim „Voran“ weiterhin ganz wichtige Trainingspunkte für uns sind. Außerdem muss Madame lernen, dass sie auch vermeintlich langweilige Aufgaben (wie das „Voran“ in ein bereits bekanntes Suchengebiet) durchaus gewissenhaft zu erledigen hat. Beim Sitz-Pfiff haben wir erkennbare Fortschritte gemacht, da es nun auch möglich ist, diesen direkt in die Dummyarbeit einzubinden.

Heute gab es übrigens ein weiteres Training. Steadiness bei Markierungen. Dazu aber später mehr.

11 Antworten to “Training vom 21. Januar”

  1. Kathrin mit Jamie und Pippin Says:

    Ein tolles Training, beneidenswert so ein Helfer 🙂 und das Problem scheint ja so lösbar zu sein, also packt Ihr es wohl genau richtig ein! Und die Bilder sind grooooße Klasse!!! Freue mich schon auf den nächsten Bericht…

  2. Kathrin mit Jamie und Pippin Says:

    … äh, an… Ihr packt das Problem natürlich an… aber vielleicht auch ein bißchen ein 🙂

  3. ppfrieda Says:

    Danke! Ja, was das „Problem“ angeht, ist es schwierig. Mal ist es mehr ihr Eigensinn, mal mehr das fehlende Vertrauen bei einer zu schwer gewählten Aufgabe. Da muss ich vorsichtig sein und kleine Schritte machen. Bei einem Hund, der sich schnell langweilt, gar nicht so einfach… Und: Ja, ein Helfer ist schon praktisch. 🙂 Zumal Frank mittlerweile durch einige Trainings- und Workingtesterfahrung glänzen kann und richtig gute Ratschläge parat hat!

  4. Hofmann Karola Says:

    Tolles Training, das werde ich mir mal merken und “ nachtrainieren“. Nur leider ist mein Frank seit dem Schnuppern im Forst in keiner Form mehr fürs Thema Dummy zu gewinnen. Da werde ich mir einen anderen Helfer suchen müssen.

    Finde die Seite nach wie vor sehr informativ und freue mich immer auf neue Tipps rund um die Flatnase.

    Liebe Grüße
    Karola mit ( Neala`s Never give up, * 28.2.10 ) genannt Naima

  5. gizmolch Says:

    Schöner Bericht. Hat ja doch noch geklappt, mit meinen Grafiken.
    Freuen uns schon aufs Wochenende.
    Das Wetter scheint ja gut zu werden!

  6. Nele Says:

    Ein paar Wochen hier nicht gelesen und schon seid ihr gehörig ein paar Schritte weiter im Training. Wirklich klasse. Wenn ich noch etwas zu eurem Aufbau sagen darf: ich lese heraus, dass Frieda den Winkel zwischen ausgelegten Blinds und Mark theoretisch arbeiten kann und es letztlich ja auch gemacht hat. Wenn sie aber fiept und ihren Unmut äußert, dann wäre das für mich ein Grund, den Winkel anfangs klarer (sprich größer) zu gestalten, um sie nicht in den Konflikt zu bringen. Ich finde, ihr seid noch im Aufbau und da geht es ja erst einmal um das Schaffen von Vertrauen. Gehorsam kann man dann später provozieren, wenn bestimmte Dinge wirklich sitzen. Fiepen ist oft auch ein Ausdruck von Unsicherheit, wenn der Hund nicht weiß, was von ihm erwartet wird.

    Ich kann da falsch liegen, dann korrigiere mich, aber so aus der Distanz betrachtet, würde ich es ihr noch ein wenig einfacher gestalten.

    • ppfrieda Says:

      Danke für das Feedback! Du hast bestimmt recht, deshalb war ich dann auch extra nochmal ins Suchengebiet gegangen und habe ihr die Dummies gezeigt, bevor ich sie ein zweites Mal geschickt habe. Also um die Aufgabe einfacher zu machen. Es ist sicher besser, alles so einfach zu gestalten, dass der Hund es ohne Probleme schafft, als Fiepen und Unsicherheit zu riskieren. Allerdings kann ich auf Dauer auch nicht akzeptieren, dass Madame sich lautstark beschwert, wenn sie nicht das Dummy holen darf, was sie sich in den Kopf gesetzt hat. 🙂 Ich werde demnächst versuchen, es so zu gestalten, dass die Versuchung zunächst gar nicht so groß ist.

  7. Nele Says:

    Hast du denn mal probiert, ob du (wenn du weißt, dass du sie bewusst in einen Konflikt bringst, der Fiepen auslösen kann), unvorhergesehen reagierst? Also heißt, wenn sie bei deiner beschriebenen Aufgabe beim ersten Mal falsch läuft, weil sie sich ein anderes Dummy in den Kopf gesetzt hat, dann hast du ja Druck aufgebaut. Auf diesen Druck reagiert sie mit Fiepen. Was passiert, wenn du sie nicht (wie sie erwartet) neu ausrichtest und schickst, sondern erst einmal eine Runde ruhig Fuss läufst oder eine andere Aufgabe arbeitest? Sprich, du machst was ganz anderes, als sie von dir erwartet und setzt dich damit zum einen durch und zum anderen gibst du ihr die Chance, den Druck abzulassen und was richtig zu machen.

    • ppfrieda Says:

      Eine gute Idee, das werde ich mal ausprobieren. Tatsächlich haben wir heute beim Gruppentraining in einer anderen Situation auch festgestellt, dass es bei Frieda sehr wichtig ist, sie häufig im Training zu überraschen. Also vielleicht noch etwas mehr als ohnehin angebracht. Eben um ihre Pläne zu durchkreuzen, Druck rauszunehmen und sie dazu zu bringen, sich gedanklich mehr auf mich zu konzentrieren. Ich werde mir Mühe geben. 🙂 Vielen Dank auf jeden Fall für die ausführlichen Rückmeldungen, das freut mich sehr!

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