You can’t hurry love

… oder Dummy.

Gestern war es so weit, wir hatten unser erstes reguläres Gruppentraining für 2012. Ingsesamt haben sieben Hunde teilgenommen, also war schon ganz schön etwas los. Ich habe mich zu Beginn mal wieder aus dem allgemeinen Geschehen ausgeklinkt und versucht, Frieda in Ruhe aus dem Auto zu bekommen. Da sie seeeeeehr aufgeregt war, dauerte das eine ganze Weile. Nach einigen Versuchen, bei denen sie es nicht schaffte, ihren Popo im Kofferraum auf dem Boden zu behalten, bis ich sie angeleint hatte, schloss ich den Deckel und ging erstmal ohne Hund ins Gelände. Akustisch begleitet von empörtem Gebell. 🙂

Wenig später wurde es allerdings ruhig im Wagen und wir versuchten es auf ein Neues. Dieses Mal lief es schon besser, aber da Frieda offensichtlich immer noch Schwierigkeiten hatte, an irgendetwas anderes als an das Austeigen aus dem Auto zu denken, setzte ich mich stattdessen zu ihr auf die Ladefläche und ließ erstmal einige Minuten verstreichen. Madame legte sich schließlich neben mich und ergab sich ihrem Schicksal. Sehr schön. Das war der Zeitpunkt, wor wir den Marsch ins Gelände antraten.

Das lief nun schon viel besser. Regelmäßig beobachte ich Hundeführer, die sich von ihren Hunden mehr oder minder ins Gelände ziehen lassen. Irgendwie stört das meist auch niemanden. Nun, ich hätte damit jetzt auch kein grundsätzliches Problem, wenn ich nicht der Meinung wäre, dass bereits die Vorbereitung und der Beginn eines Trainings die Weichen für den gesamten weiteren Verlauf stellen. Insofern achtete ich penibel darauf, dass Frieda aufmerksam neben mir an lockerer Leine ging. Wurde sie schneller, lief ich in sie hinein und es ging ein paar Schritte zurück. So etwas versteht sie immer sehr schnell.

Angekommen platzierte ich sie auf ihrer Decke und es gab erstmal einen leckeren Kong zum Leerschlabbern. Besser, als sich gleich auf die ganzen anderen Hunde zu konzentrieren und sich in irgendetwas reinzusteigern. Anschließend übten wir uns erst im Liegen und Warten. Währenddessen arbeiteten in der Nähe die ersten Hunde Markierungen mit Schuss. Die fliegenden Dummies konnte Frieda zuerst nicht sehen, die Schüsse hören natürlich schon. Sie war angespannt, aber ruhig.

Nach einiger Zeit legte ich ihr die Moxon an und übte mit ihr Fußlaufen. Immer ein Stück auf die arbeitenden Hunde zu und dann wieder weg. Dazwischen Drehübungen etc. Für alle guten Aktionen wurde sie mit Leberwurst belohnt. Bei jedem winzigen Fiepser lief ich in sie hinein und drehte sie vom Geschehen weg. Zwischendurch legte ich sie immer wieder auf ihrer Decke ab.

Nachfragen, auch zu arbeiten, lehnte ich dankend ab. Nachwievor ernte ich hier ab und zu irritierte Blicke. 😉 Aber ich merkte, das Frieda noch nicht so weit war, wir arbeiteten uns langsam an die Gruppe und die Dummies heran. Irgendwann standen wir dann so, dass wir von der langen Seite des Geländerandes aus sowohl Dummies als auch arbeitende Hunde direkt beobachten konnten. Das war sehr anstrengend für Frieda, also belohnte ich sie für ruhiges Verhalten großzügig.

Nach einer kurzen Pause fragte ich dann, ob wir uns angeleint neben die arbeitenden Teams stellen dürfte. Kein Problem. Also sahen wir zu, wie vor uns die Dummies fielen und die anderen Hunde zum Arbeiten geschickt wurden. Ab und zu musste ich sie noch abdrehen, insgesamt wurde es aber immer besser. Zum Abschluss leinte ich Frieda ab und bat den Werfer ein Dummy direkt vor uns in eine Schneise zu werfen. Frieda war komplett ruhig und relativ entspannt, ich war begeistert! Also gingen wir ein Stück im Fuß auf das Dummy zu, bevor ich sie absitzen ließ und das Dummy selbst holte. Darauf folgte natürlich eine Belohnung für die brave Maus.

Danach trat dann wirklich so etwas wie Aufregungsermüdung ein. Frieda hatte irgendwie aufgegeben – zumindest was die Dummies anging (Blickkontakt mit anderen Menschen war natürlich immer noch Grund genug, begeistert in die Leine zu springen). Also beschloss ich, als Abschlussübung noch ein Voran auf einen Fixpunkt mit Blind auf halbem Wege zu machen – unsere Paradeübung der letzten Wochen. Dazu gingen wir allein mit dem Helfer in einen neuen Geländeabschnitt, Frieda rechnete offensichtlich nicht mehr damit, dass noch etwas passieren würde. Die Aufgabe klappte gut und vor allem konzentriert und ruhig. Ruhende Dummies sind ohnehin keine wirkliche Herausforderung an die Nerven der Maus.

Zufrieden und erschöpft beendeten wir danach das Training. Insgesamt waren wir zweieinhalb Stunden im Gelände, es hatte also viel Gelegenheit zum Warten gegeben. Ich war sehr glücklich, die Sache durchgezogen zu haben, und meine, dass sich auch sofort Erfolge bemerkbar machten. Natürlich müssten wir derartiges viel öfter üben. Für Dienstag  bin ich auch schon wieder mit Christine und Jack zum Training verabredet, da geht es in kleinerem Kreis weiter.

5 Antworten to “You can’t hurry love”

  1. working mudpaws Says:

    Nur Geduld… Ihr macht das richtig! Wirst sehen, diese Wochen des konsequenten „nicht arbeitens“ zahlen sich später aus.
    LG von uns … an euch 🙂

  2. Kathrin mit Jamie und Pippin Says:

    Ich finde es super, dass Du Dich nicht verunsichern lässt – weit toi toi toi!!!

  3. ppfrieda Says:

    Danke, ihr zwei. Ja, genau diese Art von Training hat uns ja auch letztes Jahr schon weit gebracht – bis ich dann wohl zu viel zu schnell mit ihr gemacht habe. Mal schauen, ob es dieses Mal längerfristige Erfolge gibt.

  4. Jamie & Pippin » Blog Archiv » Yes for the Flat Coats! Says:

    […] gegebenen Anlass möchte ich Philippa Williams – ich bin immer noch sehr angetan   – noch einmal […]

  5. Hofmann Karola Says:

    Toll, dass du sooo viel Geduld hast .

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