Archive for Juni 2012

Dummytreff vom 23.06.12

Juni 26, 2012

Am Samstag war es wieder so weit, dieses Mal trafen wir uns sogar ganz in unserer Nähe in einem wunderschönen Gelände bei Bad Alexandersbad. Der Jagdpächter, der selbst einen Toller führt, war freundlicherweise so nett, uns bei sich aufzunehmen.

Insgesamt vier Hundeführer und sechs Hunde nahmen am Training teil. Wir begannen mit einem sehr langen Voran schräg bergan auf einer abgemähten Wiese. Ich ließ Frieda aus der Ferne zuschauen, wie die Dummies ausgelegt wurden, aber die Distanz war für unsere Verhältnisse schon sehr beachtlich, sodass ich nicht weiß, wieviel sie überhaupt wahrgenommen hat.

Kurz nach dem Startpunkt musste ein kleiner Wassergraben mit relativ viel Geröll überwunden werden. Frieda und ich machten den Anfang. Sie ließ sich gut konzentrieren, startete schön und überquerte den Graben wunderbar gerade. Weiter ging es die Wiese hinauf, doch noch ein Stück vor dem Suchengebiet verließ sie wohl der Glaube und sie fing an, zu suchen. Sofort gab ich den Doppelpfiff, musste jedoch erleben, dass das Handling auf solche Distanzen noch nicht ganz dasselbe ist, wie in meiner unmittelbaren Umgebung. Madame ließ sich Zeit mit dem Zurückkommen, ich konnte jedoch verhindern, dass sie sich langsam an die Dummies heransuchte. Beim nächsten Mal bog sie noch früher von der geraden Linie ab und ließ sich von Fährten und Gelände verleiten. Also pfiff ich erneut und Frieda… überhörte mich geflissentlich. Also nahm ich die Beine in die Hand und stapfte zur Freude meiner Mittrainierenden auf Frieda zu. Das wirkt dann glücklicherweise immer. 🙂 Der erste Versuch war somit für uns beendet – wer nicht hören will, der muss eben ohne Dummy nach Hause gehen. Schließlich hatte ich ihr immer wieder motivierende „Vorans“ hinterher geschickt, als sie auf dem Weg nach oben war.

Bei den anderen klappte die Aufgabe auch mehr schlecht als recht. Einzig Tollerhündin Newa meisterte die Aufgabe zufriedenstellend, die anderen hatten meiner Ansicht nach schon das Auslegen der Dummies kaum mitbekommen, was bei einer solchen Distanz auf unserem Niveau einem Todesstoß gleichkommt. Bevor die „Blinds“ für die anderen nun also beschossen werden sollten, wollte ich Frieda noch einmal so nach oben schicken. Dieses Mal ging ich näher heran, ein kleines Stück hinter den Graben, um die Strecke zu verkürzen. Und siehe da! – es klappte. An dieser Stelle hätte es ja verschiedene Wege gegeben, die nach Rom führen, aber für Frieda und mich ist das Verkürzen der Strecke gegenüber dem Zeigen der Dummies o. ä. auf jeden Fall zu bevorzugen. Zeige ich ihr die Dummies, ist die Schwierigkeit gleich 0, der Lerneffekt nicht gegeben.

Als nächstes ging es für eine Doppelmarkierung ans Wasser:

Zuerst sollte die Landmarkierung am Waldrand geholt werden, als zweites die Überwassermarkierung. Eigentlich war es das Ziel, dass die Hunde auch zurück wieder durchs Wasser kommen sollten, allerdings sah ich schon vorher angesichts des Geländes und unserem diesbezüglichen Trainingsstand schwarz. Der Umweg über Land war eigentlich gar keiner und ich habe Frieda bisher noch gar nicht gezielt beigebracht, auch auf direktem Wege durchs Wasser zu mir zurückzukommen. Hier rächt sich dann manchmal das Training ohne Trainer, denn in der kurzen Zeit gelang es mir auch nicht, eine Möglichkeit zu überlegen, wie wir die Übung für uns sinnvoller hätten gestalten können. Ich bat zwar den Werfer, dass zweite Dummy näher ans Wasser zu werfen, aber auch das klappte nicht so, wie geplant.

Insgesamt markierte Frieda bei dieser Aufgabe grottenschlecht. Sie war ob des Wassers und des Schusses (den es auch mal wieder gab) viel zu aufgeregt und hatte offensichtlich Vieles im Kopf, nur nicht die exakten Fallstellen. Dennoch fand und brachte sie mir beide Dummies – das zweite selbstredend über Land. Naja, darüber ärgerte ich mich nicht, das müssen wir separat, am besten über einen Fluss, angehen.

Newa und Frieda beim Warten:

Als dritte Aufgabe gab es eine Markierung ins Wasser. Danach sollte an der Wasserkante entlang Fuß gelaufen und von einem weiteren Startpunkt aus zunächst Voran auf einige Dummies geschickt werden, deren Auslegen die Hunde aus der Wartezone mitverfolgt hatten.

Prinzipiell lief die Aufgabe für uns sehr gut. Frieda ging super Fuß und meisterte das Voran ohne Zögern. Natürlich gab es den obligatorischen Fiepser beim Wegdrehen von der Wassermarkierung, aber lassen wir das… Dieser Tag war mit Schuss und Wasser auch mal wieder eine besondere Herausforderung an die Nerven meiner jungen Dame.

Jack:

Nach langer Wartezeit folgte schließlich unser letzter Job: Mit dem Hund im Fuß in die Nähe des Wassers, ein Dummy ins Wasser schmeißen, den Hund sitzen lassen und sich entfernen. Anschließend den Hund zu sich rufen und dann auf das Dummy schicken. Fräulein Sarah warf das Dummy natürlich exzellenterweise nicht weit genug ins Wasser, sodass es lediglich die Böschung herunterkullerte und am Uferrand liegen blieb. O.k., wir versuchen das so. Also versuchte ich Frieda mit „Voran“ von der gegenüberliegenden Wasserkante aus auf das Dummy zu schicken. Wie immer ging sie beim ersten Mal zwar super raus, war dann aber in der Mitte des Weihers wohl irritiert, dass sie nichts direkt AUF dem Wasser entdecken konnte. Danach brauchte es einige Male, bis sie wieder den direkten Einstieg nahm. Stattdessen versuchte sie, auf mein „Voran“ hin nach links weg und außen um den See herum zu laufen, um von dort aus einzusteigen, von wo aus sie das Dummy hatte fliegen sehen. Also pfiff ich sie immer wieder zurück, bis sie schließlich erneut geradeaus ins Wasser ging und – siehe da! – so weit schwamm, dass sie auf den Suchenpfiff hin das Dummy finden konnte. Und, ääääähhhhm, natürlich die Böschung hinauf kletterte und um den See herum zu mir zurückkam. 🙂 Das müssen wir definitiv noch üben.

Jule und Dana, die sich große Mühe gab, das Training möglichst unauffällig zu verschlafen :-):

Das war es dann für uns, und der Maus reichte es auch. Das viele Warten in der Nähe des Wassers hatte sie zwar absolut super gemeistert, aber irgendwann war es dann genug, das merkte ich. An der Stille beim eigentlichen Arbeiten am Wasser und vor allem in Verbindung mit Schuss müssen wir natürlich noch arbeiten, das war mal wieder ein kleiner Dämpfer. In der Wartezone ertrug Frieda allerdings alles bereits mit einer erstaunlichen Gelassenheit. Gearbeitet hat die Maus schön und einzig mit mir und den teilweise unnötig schwierig gestellten Aufgaben war ich nicht ganz zufrieden.

Zum Abschluss noch Curtis:

Und das Friedrich:

Advertisements

Vorans in schwierigem Gelände

Juni 21, 2012

Am Dienstag trafen wir uns mal wieder mit Christine, Jack und Curtis zum gemeinsamen Training. Es ging in den Wald – bei den Temperaturen das einzig Wahre -, um einige Vorans in schwierigem Gelände zu trainieren. Während die Hunde etwas abseits warten mussten, guckten wir uns einen Startpunkt und drei Fixpunkte aus, auf die wir schicken konnten. Letztlich waren es drei Bäume in jeweils ca. 25-30 Metern Entfernung mit einem Winkel von ca. 45° dazwischen. Die Entfernungen waren nicht groß gewählt, da die engen Winkel zwischen den Fixpunkten und die Tatsache, dass wir die Hunde nicht direkt beim Auslegen zuschauen ließen und auch auf Führerfährten bewusst verzichteten, genügend Schwierigkeiten boten.

Es war also ein Training im Stile dessen, was ich im Frühjahr mit Iris erarbeitet hatte – ich nenne es mal ein Flat-Training. 🙂 Zu schwer darf es zwar nicht sein, aber bei Jack und Frieda ist es definitiv so, dass man ihnen nicht zu viele Hilfen anbieten darf – sonst lernen sie nur, dass man auf die Kommunikation mit dem Hundeführer beim Arbeiten auch gut verzichten kann.

Ich schickte Frieda zuerst auf den rechten Fixpunkt. Dabei malte ich mir im Kopf eine genaue Linie aus, auf der sie sich bewegen sollte. Das ist definitiv notwendig, damit ich früh genug eingreifen kann, falls sie von der geraden Linie abweicht. Sonst stehe ich nur wieder mit offenem Mund am Startpunkt und schlafe mit Pfeife in der Hand. 🙂 Dieses erste Voran war besonders fies, weil es möglich war, dass die Hunde von den linken Fixpunkten Wind bekommen würde. Außerdem kreuzte die gerade Linie schräg eine breite Fahrzeugspur im Wald, die zusätzlich verleitete.

Entsprechend brauchten wir mehrere Anläufe. Frieda wusste, dass irgendwo Dummies lagen, allerdings tatsächlich nicht, wo. In diesen Fällen merkt man immer wieder, dass sie sich zwar gut rausschicken lässt, dann aber, anstatt die gerade Linie längere Zeit beizubehalten, doch lieber mit der eigenen Nase auf die Suche geht. Vertrauenssache eben. Jedes Mal, wenn sie von der Lauflinie abwich, gab es ein Nein und einen Doppelpfiff. Beim Reinkommen dann viel Lob und hin und wieder auch mal ein Spielzeugapport. So lässt sie sich zumindest immer wieder rausschicken. Beim zweiten Versuch bekam sie dann tatsächlich Wind vom benachbarten linken Fixpunkt. Danach war das Zurückholen schon etwas schwieriger, und ich muss zugeben, dass es sich wahrscheinlich nicht gerade schön anhörte. Leises Handling ist etwas anderes *pfeif*. Aber beim fünften Anlauf behielt sie die Linie bei, vertraute mir, und fand auf den Suchenpfiff das richtige Dummy. Nun war natürlich große Begeisterung angesagt!

Als zweites sollte sie ein Dummy von ganz links holen. Dass sie von dem mittleren Fixpunkt Wind bekommen hatte, wusste ich ja schon. Und Madame soll ja immer genau das tun, was sie NICHT bereits erwartet. Schon beim Ansetzen machte sich das Flatgehirn bemerkbar. Nein, Frauchen, darüber muss ich gucken! Da sind die Dummies! Hmmm, meine Maus, nein, DA sind die, die ich will. Beim dritten Versuch klappte es, sie lief weit genug voran, um Wind zu bekommen und brachte mir die gewünschte Beute. Zum Abschluss durfte sie dann auch noch eines vom mittleren Fixpunkt holen, was selbstredend kein Problem darstellte.

Insgesamt war ich – trotz vieler Korrekturen – zufrieden. Insbesondere, weil Frieda am Ende stets das Dummy gebracht hatte, was sie bringen sollte, und ich sie von selbstständigen Eskapaden abhalten konnte. Der Lerneffekt soll ja schließlich sein: Am Ende hat Frauchen immer Recht!

Beim zweiten Durchgang begannen wir mit einem Blind auf halbem Wege zum mittleren Fixpunkt. Und da machte sich bemerkbar, dass ich diese Übung in letzter Zeit nicht mehr oft trainiert hatte. Sie überlief mit doch glatte zwei Mal meinen Suchenpfiff und schnappte sich ein Dummy von weiter hinten. Beim ersten Mal nahm ich es ihr kommentarlos ab und brachte es zurück, beim zweiten Mal nahm ich meine Beine in die Hand und hechtete hinter ihr her. Frieda schaute ganz schön verdutzt, als sie sich auf den Rückweg machen wollte und mich auf sie zuschnauben sah. Das Dummy ließ sie vor Schreck fallen, ich legte es zurück und wir kehrten zum Startpunkt zurück. Jetzt dämmerte es der Maus wohl, dass da ja auf dem Weg bereits ein Kommando war, sie suchte brav, als der Pfiff ertönte, und fand schnell das richtige Dummy. Anschließend schickte ich sie nochmals durch, was auch kein Problem war.

Danach war Madame total platt – die Temperaturen waren einfach nicht besonders arbeitsfreundlich. Deshalb ließen wir es gut sein und zogen mit den Hunden noch zu einem nahe gelegenen Weiher, wo sich die Vierbeiner abkühlen durften. Am Abend war das Friedrich dann rechtschaffen k.o., aber ich glaube, auch ein bisschen glücklich.

Rüber!

Juni 15, 2012

Vorgestern haben wir wieder ein kleine Rüber-Training absolviert.

Wie bereits kurz geschildert, haben wir momentan das Problem, dass Frieda zwar ohne zu zögern meine Seitenanweisung annimmt, aber noch nicht verstanden hat, dass sie im 90°-Winkel loslaufen soll. Stattdessen interpretiert sie meine Signale meist so, als ob ich direkt auf das Dummy deuten würde.

Also habe ich nochmal ganz von vorne angefangen und mit zwei Markierstäben an einer Leitlinie entlang das Rüber neu aufgebaut. Wie ich dachte, eine todsichere Methode. Aber tatsächlich ging Friedas leider fehlgeleitetes Vertrauen in meine Hand so weit, dass sie ab einem bestimmten Abstand zwischen uns beiden nicht mehr zur überdeutlich zu sehenden Markierfahne rannte, sondern brav quer durchs Gelände dorthin, wo ich hindeutete. Schnief! Ich fand’s ja irgendwie süß von der Maus, musste sie aber doch von etwas anderem überzeugen.

Also habe ich die Distanz zwischen uns gaaaaanz langsam vergrößert und sie für das korrekt Rausgehen und Apportieren großzügig belohnt. Lief sie ab einer gewissen Entfernung falsch, gab es ein ruhiges aber bestimmtes „Nein“ und sie wurde freundlich neu angesetzt. Diese Trial-and-Error-Methode funktioniert glücklicherweise sehr gut bei uns – solange ich sie immer wieder motiviere und freundlich zu ihr bin, macht sie nicht dicht und lässt sich immer wieder schicken. Außerdem ist sie lernfähig und sucht sich innerhalb kürzester Zeit selbst die richtige Lösung. Schön!

Vorgestern sind wir nun also bei einer Distanz von 30 Schritten zwischen Frieda und den Fahnen sowie 20 Schritten zwischen ihr und mir angekommen. Das ist schon deutlich besser als noch vor ein paar Wochen, aber natürlich ausbaufähig. Die Projekte gehen uns so schnell nicht aus. 🙂

Proof of Life

Juni 11, 2012

Ja, es gibt uns noch!

In den letzten Wochen habe ich ein kleines Schreibtief durchgemacht, bin aber weit davon entfernt, den Blog aufzugeben. An dieser Stelle also eine kleine Entwarnung. 🙂

Nach unserem Fehmarn-Urlaub ist eigentlich allerhand passiert, was einen Bericht lohnen würde: Ein Training mit Kathrin und Ivonne, ein Dummyseminar mit Angelika Evans, das zweite Vorbereitungsseminar auf die Dummy A mit André sowie ein weiteres Training in Nürnberg und diverse freie Dummytreffs und Einzeltrainings.

Ich fürchte, ich werde es nicht mehr schaffen, das alles wirklich aufzubereiten, deshalb habe ich zumindest die existierenden Berichte anderer Teilnehmer verlinkt.

An dieser Stelle dafür nur ein kurzer Stand der Dinge: Frieda und ich trainieren weiterhin fleißig, in letzter Zeit neben weiteren Vorans vor allem das Rüber, dass irgendwie noch nicht so wirklich klappen will. Der Erfolg steht und fällt zur Zeit immer mit meiner Distanz zu Frieda. Bisher läuft sie nämlich stets dorthin, wo ich hinzeige, und nicht parallel zu meinem Arm im 90°-Winkel. Hier arbeiten wir nun ganz langsam daran, den Knoten zu lösen. Außerdem haben wir uns vermehrt der Fußarbeit und dem korrekten Einparken gewidmet. Mit Clicker und ohne zu große Ablenkung haben wir schon sichtbare Fortschritte gemacht – steigt die Aufregung braucht die Maus häufig noch ein bisschen Nachhilfe. Fußlaufen in Kombination mit Steadiness gehört zu diesen Übungen selbstredend ebenfalls dazu.

Ansonsten ist die Maus gerade ganz entsetzlich arg im Fellwechsel. Sie sieht aus wie ein gerupftes Huhn, und ich habe schon ernsthaft überlegt, mal zum Tierarzt zu gehen, nachdem man nun an einigen Stellen fast die Haut durchschimmern sieht. Andererseits hatte sie ja noch nie sonderlich viel Fell, sodass das wohl kein Wunder ist. Die Wohnung sieht natürlich entsprechend schlimm aus… Ich hoffe aber, dass das Schlimmste langsam überstanden ist.

In nächster Zeit haben wir keine größeren Termine geplant, allerdings nehme ich mir fest vor, auch mal wieder von unseren Einzeltrainings und natürlich vom freien Dummytreff zu berichten.