Vorans in schwierigem Gelände

Am Dienstag trafen wir uns mal wieder mit Christine, Jack und Curtis zum gemeinsamen Training. Es ging in den Wald – bei den Temperaturen das einzig Wahre -, um einige Vorans in schwierigem Gelände zu trainieren. Während die Hunde etwas abseits warten mussten, guckten wir uns einen Startpunkt und drei Fixpunkte aus, auf die wir schicken konnten. Letztlich waren es drei Bäume in jeweils ca. 25-30 Metern Entfernung mit einem Winkel von ca. 45° dazwischen. Die Entfernungen waren nicht groß gewählt, da die engen Winkel zwischen den Fixpunkten und die Tatsache, dass wir die Hunde nicht direkt beim Auslegen zuschauen ließen und auch auf Führerfährten bewusst verzichteten, genügend Schwierigkeiten boten.

Es war also ein Training im Stile dessen, was ich im Frühjahr mit Iris erarbeitet hatte – ich nenne es mal ein Flat-Training. 🙂 Zu schwer darf es zwar nicht sein, aber bei Jack und Frieda ist es definitiv so, dass man ihnen nicht zu viele Hilfen anbieten darf – sonst lernen sie nur, dass man auf die Kommunikation mit dem Hundeführer beim Arbeiten auch gut verzichten kann.

Ich schickte Frieda zuerst auf den rechten Fixpunkt. Dabei malte ich mir im Kopf eine genaue Linie aus, auf der sie sich bewegen sollte. Das ist definitiv notwendig, damit ich früh genug eingreifen kann, falls sie von der geraden Linie abweicht. Sonst stehe ich nur wieder mit offenem Mund am Startpunkt und schlafe mit Pfeife in der Hand. 🙂 Dieses erste Voran war besonders fies, weil es möglich war, dass die Hunde von den linken Fixpunkten Wind bekommen würde. Außerdem kreuzte die gerade Linie schräg eine breite Fahrzeugspur im Wald, die zusätzlich verleitete.

Entsprechend brauchten wir mehrere Anläufe. Frieda wusste, dass irgendwo Dummies lagen, allerdings tatsächlich nicht, wo. In diesen Fällen merkt man immer wieder, dass sie sich zwar gut rausschicken lässt, dann aber, anstatt die gerade Linie längere Zeit beizubehalten, doch lieber mit der eigenen Nase auf die Suche geht. Vertrauenssache eben. Jedes Mal, wenn sie von der Lauflinie abwich, gab es ein Nein und einen Doppelpfiff. Beim Reinkommen dann viel Lob und hin und wieder auch mal ein Spielzeugapport. So lässt sie sich zumindest immer wieder rausschicken. Beim zweiten Versuch bekam sie dann tatsächlich Wind vom benachbarten linken Fixpunkt. Danach war das Zurückholen schon etwas schwieriger, und ich muss zugeben, dass es sich wahrscheinlich nicht gerade schön anhörte. Leises Handling ist etwas anderes *pfeif*. Aber beim fünften Anlauf behielt sie die Linie bei, vertraute mir, und fand auf den Suchenpfiff das richtige Dummy. Nun war natürlich große Begeisterung angesagt!

Als zweites sollte sie ein Dummy von ganz links holen. Dass sie von dem mittleren Fixpunkt Wind bekommen hatte, wusste ich ja schon. Und Madame soll ja immer genau das tun, was sie NICHT bereits erwartet. Schon beim Ansetzen machte sich das Flatgehirn bemerkbar. Nein, Frauchen, darüber muss ich gucken! Da sind die Dummies! Hmmm, meine Maus, nein, DA sind die, die ich will. Beim dritten Versuch klappte es, sie lief weit genug voran, um Wind zu bekommen und brachte mir die gewünschte Beute. Zum Abschluss durfte sie dann auch noch eines vom mittleren Fixpunkt holen, was selbstredend kein Problem darstellte.

Insgesamt war ich – trotz vieler Korrekturen – zufrieden. Insbesondere, weil Frieda am Ende stets das Dummy gebracht hatte, was sie bringen sollte, und ich sie von selbstständigen Eskapaden abhalten konnte. Der Lerneffekt soll ja schließlich sein: Am Ende hat Frauchen immer Recht!

Beim zweiten Durchgang begannen wir mit einem Blind auf halbem Wege zum mittleren Fixpunkt. Und da machte sich bemerkbar, dass ich diese Übung in letzter Zeit nicht mehr oft trainiert hatte. Sie überlief mit doch glatte zwei Mal meinen Suchenpfiff und schnappte sich ein Dummy von weiter hinten. Beim ersten Mal nahm ich es ihr kommentarlos ab und brachte es zurück, beim zweiten Mal nahm ich meine Beine in die Hand und hechtete hinter ihr her. Frieda schaute ganz schön verdutzt, als sie sich auf den Rückweg machen wollte und mich auf sie zuschnauben sah. Das Dummy ließ sie vor Schreck fallen, ich legte es zurück und wir kehrten zum Startpunkt zurück. Jetzt dämmerte es der Maus wohl, dass da ja auf dem Weg bereits ein Kommando war, sie suchte brav, als der Pfiff ertönte, und fand schnell das richtige Dummy. Anschließend schickte ich sie nochmals durch, was auch kein Problem war.

Danach war Madame total platt – die Temperaturen waren einfach nicht besonders arbeitsfreundlich. Deshalb ließen wir es gut sein und zogen mit den Hunden noch zu einem nahe gelegenen Weiher, wo sich die Vierbeiner abkühlen durften. Am Abend war das Friedrich dann rechtschaffen k.o., aber ich glaube, auch ein bisschen glücklich.

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5 Antworten to “Vorans in schwierigem Gelände”

  1. working mudpaws Says:

    Tolles Training. Werde ich mir fürs Wochende merken 😉 …. Man kann zwischen den Zeilen die Iris / Angelika Kombination rauslesen. Bei Fiene hat sie die Korrektur mit „Nein“ – Rückruf – und nochmal, auch schon ausgezahlt! Da hat sich das Seminar schon echt gelohnt…
    Allerdings hätte ich gerne Deinen Sprint gesehen… pass bloß auf euch auf *dududu*!

    • ppfrieda Says:

      Hihi, ja, Du hättest mich sehen müssen. 🙂 Wirklich schnell war ich nicht, aber seltsam hat es wohl schon ausgeschaut, Friedas Gesichtsausdruck nach zu urteilen. Und, ja, ich gebe mir Mühe, aufzupassen, aber Hundi merkt ja sonst auch, wenn man es nicht ernst meint. 😉

  2. Kathrin Says:

    Absolutes Flat-Training, ja! Ist schon immer wieder faszinierend, wie unterschiedlich sie drauf sind. Es klingt nach einem absolut passenden Frieda-Training mit einem idealen Ergebnis – Frauchen lag tatsächlich immer richtig 🙂 Schön!

  3. Anke Says:

    Liest sich super! Ich finde ja auch, dass das mit dem Nein+Rückruf einer der geilsten Tipps aller Zeiten war…

    Bisschen grinsen mußt ich allerdings – wenn ich bedenke, wie deine Körperhaltung beim Voranschicken ist – kommst du mit der Kugel überhaupt noch runter?

    • ppfrieda Says:

      Hmmm, ja, es geht noch irgendwie. Glücklicherweise muss ich beim Friedrich ja nicht ganz soooo weit runter. 🙂 Ich schwitze und schnaufe allerdings beim Auslegen der Dummies mittlerweile ziemlich durch die Gegend – ganz besonders, wenn es so warm ist. Aber so lange es nur das ist…

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