Dummytreff vom 23.06.12

Am Samstag war es wieder so weit, dieses Mal trafen wir uns sogar ganz in unserer Nähe in einem wunderschönen Gelände bei Bad Alexandersbad. Der Jagdpächter, der selbst einen Toller führt, war freundlicherweise so nett, uns bei sich aufzunehmen.

Insgesamt vier Hundeführer und sechs Hunde nahmen am Training teil. Wir begannen mit einem sehr langen Voran schräg bergan auf einer abgemähten Wiese. Ich ließ Frieda aus der Ferne zuschauen, wie die Dummies ausgelegt wurden, aber die Distanz war für unsere Verhältnisse schon sehr beachtlich, sodass ich nicht weiß, wieviel sie überhaupt wahrgenommen hat.

Kurz nach dem Startpunkt musste ein kleiner Wassergraben mit relativ viel Geröll überwunden werden. Frieda und ich machten den Anfang. Sie ließ sich gut konzentrieren, startete schön und überquerte den Graben wunderbar gerade. Weiter ging es die Wiese hinauf, doch noch ein Stück vor dem Suchengebiet verließ sie wohl der Glaube und sie fing an, zu suchen. Sofort gab ich den Doppelpfiff, musste jedoch erleben, dass das Handling auf solche Distanzen noch nicht ganz dasselbe ist, wie in meiner unmittelbaren Umgebung. Madame ließ sich Zeit mit dem Zurückkommen, ich konnte jedoch verhindern, dass sie sich langsam an die Dummies heransuchte. Beim nächsten Mal bog sie noch früher von der geraden Linie ab und ließ sich von Fährten und Gelände verleiten. Also pfiff ich erneut und Frieda… überhörte mich geflissentlich. Also nahm ich die Beine in die Hand und stapfte zur Freude meiner Mittrainierenden auf Frieda zu. Das wirkt dann glücklicherweise immer. 🙂 Der erste Versuch war somit für uns beendet – wer nicht hören will, der muss eben ohne Dummy nach Hause gehen. Schließlich hatte ich ihr immer wieder motivierende „Vorans“ hinterher geschickt, als sie auf dem Weg nach oben war.

Bei den anderen klappte die Aufgabe auch mehr schlecht als recht. Einzig Tollerhündin Newa meisterte die Aufgabe zufriedenstellend, die anderen hatten meiner Ansicht nach schon das Auslegen der Dummies kaum mitbekommen, was bei einer solchen Distanz auf unserem Niveau einem Todesstoß gleichkommt. Bevor die „Blinds“ für die anderen nun also beschossen werden sollten, wollte ich Frieda noch einmal so nach oben schicken. Dieses Mal ging ich näher heran, ein kleines Stück hinter den Graben, um die Strecke zu verkürzen. Und siehe da! – es klappte. An dieser Stelle hätte es ja verschiedene Wege gegeben, die nach Rom führen, aber für Frieda und mich ist das Verkürzen der Strecke gegenüber dem Zeigen der Dummies o. ä. auf jeden Fall zu bevorzugen. Zeige ich ihr die Dummies, ist die Schwierigkeit gleich 0, der Lerneffekt nicht gegeben.

Als nächstes ging es für eine Doppelmarkierung ans Wasser:

Zuerst sollte die Landmarkierung am Waldrand geholt werden, als zweites die Überwassermarkierung. Eigentlich war es das Ziel, dass die Hunde auch zurück wieder durchs Wasser kommen sollten, allerdings sah ich schon vorher angesichts des Geländes und unserem diesbezüglichen Trainingsstand schwarz. Der Umweg über Land war eigentlich gar keiner und ich habe Frieda bisher noch gar nicht gezielt beigebracht, auch auf direktem Wege durchs Wasser zu mir zurückzukommen. Hier rächt sich dann manchmal das Training ohne Trainer, denn in der kurzen Zeit gelang es mir auch nicht, eine Möglichkeit zu überlegen, wie wir die Übung für uns sinnvoller hätten gestalten können. Ich bat zwar den Werfer, dass zweite Dummy näher ans Wasser zu werfen, aber auch das klappte nicht so, wie geplant.

Insgesamt markierte Frieda bei dieser Aufgabe grottenschlecht. Sie war ob des Wassers und des Schusses (den es auch mal wieder gab) viel zu aufgeregt und hatte offensichtlich Vieles im Kopf, nur nicht die exakten Fallstellen. Dennoch fand und brachte sie mir beide Dummies – das zweite selbstredend über Land. Naja, darüber ärgerte ich mich nicht, das müssen wir separat, am besten über einen Fluss, angehen.

Newa und Frieda beim Warten:

Als dritte Aufgabe gab es eine Markierung ins Wasser. Danach sollte an der Wasserkante entlang Fuß gelaufen und von einem weiteren Startpunkt aus zunächst Voran auf einige Dummies geschickt werden, deren Auslegen die Hunde aus der Wartezone mitverfolgt hatten.

Prinzipiell lief die Aufgabe für uns sehr gut. Frieda ging super Fuß und meisterte das Voran ohne Zögern. Natürlich gab es den obligatorischen Fiepser beim Wegdrehen von der Wassermarkierung, aber lassen wir das… Dieser Tag war mit Schuss und Wasser auch mal wieder eine besondere Herausforderung an die Nerven meiner jungen Dame.

Jack:

Nach langer Wartezeit folgte schließlich unser letzter Job: Mit dem Hund im Fuß in die Nähe des Wassers, ein Dummy ins Wasser schmeißen, den Hund sitzen lassen und sich entfernen. Anschließend den Hund zu sich rufen und dann auf das Dummy schicken. Fräulein Sarah warf das Dummy natürlich exzellenterweise nicht weit genug ins Wasser, sodass es lediglich die Böschung herunterkullerte und am Uferrand liegen blieb. O.k., wir versuchen das so. Also versuchte ich Frieda mit „Voran“ von der gegenüberliegenden Wasserkante aus auf das Dummy zu schicken. Wie immer ging sie beim ersten Mal zwar super raus, war dann aber in der Mitte des Weihers wohl irritiert, dass sie nichts direkt AUF dem Wasser entdecken konnte. Danach brauchte es einige Male, bis sie wieder den direkten Einstieg nahm. Stattdessen versuchte sie, auf mein „Voran“ hin nach links weg und außen um den See herum zu laufen, um von dort aus einzusteigen, von wo aus sie das Dummy hatte fliegen sehen. Also pfiff ich sie immer wieder zurück, bis sie schließlich erneut geradeaus ins Wasser ging und – siehe da! – so weit schwamm, dass sie auf den Suchenpfiff hin das Dummy finden konnte. Und, ääääähhhhm, natürlich die Böschung hinauf kletterte und um den See herum zu mir zurückkam. 🙂 Das müssen wir definitiv noch üben.

Jule und Dana, die sich große Mühe gab, das Training möglichst unauffällig zu verschlafen :-):

Das war es dann für uns, und der Maus reichte es auch. Das viele Warten in der Nähe des Wassers hatte sie zwar absolut super gemeistert, aber irgendwann war es dann genug, das merkte ich. An der Stille beim eigentlichen Arbeiten am Wasser und vor allem in Verbindung mit Schuss müssen wir natürlich noch arbeiten, das war mal wieder ein kleiner Dämpfer. In der Wartezone ertrug Frieda allerdings alles bereits mit einer erstaunlichen Gelassenheit. Gearbeitet hat die Maus schön und einzig mit mir und den teilweise unnötig schwierig gestellten Aufgaben war ich nicht ganz zufrieden.

Zum Abschluss noch Curtis:

Und das Friedrich:

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9 Antworten to “Dummytreff vom 23.06.12”

  1. Kathrin mit Jamie und Pippin Says:

    Hui, das lange Voran sieht auf dem Foto aber auch wirklich ziemlich knackig aus – Respekt! Auch die Doppelmarkierung mit der Überwassermarkierung finde ich nicht ohne. Also, Ihr habt meiner Meinung nach schon ein ganz schönes Trainingsniveau!!!

    • ppfrieda Says:

      Ja, das Voran hatte es wirklich in sich. Sicher unser längstes bisher. Ich finde ja, die Entfernung kommt auf dem Foto nicht soooo gut rüber, aber wenn man dann Christine am linken Bildrand zurückkommen sieht, sieht sie da schon ganz schön klein aus.

      • Kathrin mit Jamie und Pippin Says:

        Ja, sie sieht wirklich schon winzig aus. Auch das Team, das gerade zum Startpunkt geht, vermittelt einen Eindruck von der Entfernung, die bis zum Endpunkt zurückzulegen ist. War der genau in der spitzen Ecke und wo lagen genau die Dummies? Vor dem Wald, um einen Baum rum…? Es sieht wirklich verflixt weit aus.

  2. Kathrin mit Jamie und Pippin Says:

    PS: Jule, Dana und Jamie würde sich wahrscheinlich blendend verstehen 🙂

    • ppfrieda Says:

      Hihi, ja, das denke ich auch. 🙂 Wobei Jule prinzipiell schon immer will – sie bellt beispielsweise auch gerne mal in der Wartezone. Aber Dana, ja, Dana möchte, glaube ich, einfach nur ihre Ruhe.

  3. Anke Says:

    Öhm ja, die Entfernung war ordentlich! Das Training hatte es wirklich in sich – vor allem für Frieda. Umso mehr freut es mich, dass sie in der Wartezone so gelassen war, weiter so!

  4. working mudpaws Says:

    Was für eine „Mörderstrecke“!!! Respekt…. Für sowas bin ich noch zu „feige“ …. Aber du hast recht, macht man es zu einfach und zeigt die Dummys immer…. haben die echt nur Schnecken im Kopf und lernen nix.

  5. gizmolch Says:

    Toller Bericht. Frieda hat sich ja wirklich wacker geschlagen. Schön, das ihr auch die Wartezonen-Problematik in Griff bekommen habt. Und Warten am Wasser, da kenn ich auch nen Kandidaten, der da so seine Probleme hat. 😉

    • ppfrieda Says:

      Ja, das Warten war wirklich gar kein Problem mehr, sie sah teilweise sogar sehr entspannt aus. Leider ist es halt nachwievor, dass sie dann, wenn sie dran ist, sehr aufgeregt wird. Da beneide ich doch manchmal die Leute, deren Hunde in der Wartezone ätzend sind, die dann aber wenigstens beim Arbeiten die Klappe halten. 🙂

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