Archive for the ‘Training’ Category

Chaotentraining am 1. Dezember

Dezember 4, 2012

So ganz schaffe ich es doch nicht, chronologisch vorzugehen. Es macht doch am meisten Spaß, über die frischen Trainingseindrücke zu schreiben. Ich werde mich jedoch bemühen, auch noch vergangene Events hier nachzutragen.

Am vergangenen Samstag trafen wir uns zum zweiten Mal mit unserer „Chaoten“-Trainingstruppe bestehend aus Anke mit Biscuit, Carolin mit Llynja, Esther mit Max und Katja mit Marlin. Da hat sich unser Umzug zurück in Bamberger Gefilde doch schon gelohnt – endlich kann ich mich wieder regelmäßig mit guten Hundefreunden zum Training treffen! *freu*

Nachdem ich an den letzten Wochenenden immer irgendein Dummytraining mit Frieda absolviert habe, war ihre Erwartungshaltung bei der Ankunft im Forchheimer Gelände leider schon wieder ziemlich hoch. Ich versuchte sie mit ein paar Tennisballapporten und etwas Fußarbeit zu konzentrieren und ihr die Gelegenheit zu geben, bereits etwas Dampf abzulassen.

Die erste Aufgabe im Gelände bestand in einem längeren Voran im Wald auf einen Markierstab. Während die anderen ihre Hunde auf einem von Anke angelegten Vertrauensweg schickten, beschloss ich, Frieda woanders anzusetzen. Der Aufbau des Voran mithilfe von Vertrauenswegen war auch für uns sicher hilfreich, aber in letzter Zeit bemühe ich mich, diese zu meiden, da Frieda sich schnell angewöhnt hat, immer meiner Spur zu folgen, anstatt gerade rauszulaufen.

Den Markierstab schien Frieda nicht als Hilfe wahrzunehmen – wir trainieren ja auch meist mit natürlichen Fixpunkten. Leider wich sie kurz vor dem Ziel von der Lauflinie ab und begann hinter den Dummies zu suchen. Nachdem sie sich recht schnell aus dem Zielgebiet entfernte, pfiff ich sie wieder rein. Allerdings brauchte es noch eine zusätzliche verbale Ermahnung, bis Madame suchenderweise tatsächlich den Rückweg antrat. Dennoch warf ich ihr zur Belohnung den Tennisball. Nur dumm, dass sie das nur zur Hälfte mitbekam, und gleich die nächste größere Suche startete. Nachdem sie meine Hilfen ignorierte und die Ohren erneut auf Durchzug stellte, sammelte ich den Tennisball selbst wieder ein und ließ sie noch einige Momente weitersuchen. Dieses Maß an „Selbständigkeit“ grenzt doch eher an Ignoranz. 🙂 Also ließ ich sie nicht zum Erfolg kommen, sondern setzte sie erneut für das Voran an. Dieses Mal sah es nicht schlecht aus, ich gab den Suchenpfiff und Frieda kam mit einem Dummy wieder rein.

Danach arbeiteten einige Hunde eine Einzelmarkierung. Hier ließ ich Frieda lediglich unangeleint im Fuß zuschauen und belohnte sie für ruhiges Warten. Arbeiten durfte sie stattdessen erneut das Voran, nur dieses Mal mit einem Blind auf halbem Wege. Das schon wieder!, wird so mancher Leser vielleicht denken, aber tatsächlich haben wir beim ersten Blind dieser Art immer noch das Problem, dass Frieda zunächst über das Ziel hinausschießt, obwohl ich den Suchenpfiff nun schon extra früh gebe, um quasi ihren Bremsweg (vor allem den innerlichen) mit einzuberechnen. Im Gegensatz zu früher kann ich sie dann aber immerhin noch vor den hinteren Dummies stoppen, zurückpfeifen und ihr einen erneuten Suchenpfiff geben, woraufhin sie mir das richtige Dummy bringt. Ab dem zweiten Blind pro Training geht es dann deutlich besser. 🙂 Danach schickte ich Frieda nochmal durch, das ist mittlerweile kein Problem mehr, und sie ging dieses Mal auch richtig schön gerade raus.

Als nächstes arbeiteten wir zu zweit eine Doppelmarkierung im Wald, die Hunde wurden dabei über Kreuz geschickt. Zuerst waren Llynja und Frieda dran. Markiert hatten die beiden schön, auch eingesprungen ist keiner – nur ganz ruhig war Frieda leider nicht. Es ist immer der Moment, in dem das Dummy den Boden berührt, und manchmal auch das Wegdrehen vom Dummy. Wenn ein anderer Hund geschickt wird, ist sie dagegen still.

Gleich danach durften wir dann nochmal mit Anke und Biscuit ran, hier war Frieda schon deutlich weniger konzentriert. Keine Ahnung, was in dem kleinen Flatköpfchen vorgeht. Es wirkte ein bisschen, als wolle Frieda mir nicht glauben, dass wir genau dieselbe Aufgabe erneut machen würde. Wirklich? DAS Dummy? Nochmal?! Ja, nochmal. 🙂

Die letzte Aufgabe war eher eine Fun-Aufgabe. Wir ließen die Hunde in dichtem Bewuchs eine Einzelmarkierung von einem Baumstumpf herunter arbeiten. Spannend, zu sehen, wie unterschiedlich die Hunde mit dieser Herausforderung umgingen. Während Biscuit sehr erwachsen und bedacht den vorsichtigen Abstieg suchte, sprang Frieda natürlich ohne zu zögern in die Brombeeren. Aber das eigentlich Lustige an meiner Maus war die Abgabe. Wie bereits eine Woche vorher im Einzeltraining mit Carolin ließ sie es sich nicht nehmen, auch für die Abgabe wieder auf den Baumstumpf zu hüpfen, um mir von dort aus stolz das Dummy anzubieten. Völlig unaufgefordert, versteht sich. Mit dieser Zirkusnummer hatten wir die Lacher auf unserer Seite. 🙂

Es war ein schönes, entspanntes Training. Obwohl mir Friedas Verhalten wieder gezeigt hat, dass ihre Erwartungshaltung das eigentliche Problem ist, und wir an sich wahrscheinlich ein Jahr lang nur zum Zuschauen zu sämtlichen Trainings und Workingtests fahren sollten, werde ich dies nicht umsetzen. Das Leben mit unserem Nachwuchs ist für mich und Frieda momentan anstrengend genug, sodass wir, wenn wir Auszeiten bekommen, wirklich auch ein bisschen Spaß haben wollen!

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Spaß-Workingtest der Working Mudpaws

November 30, 2012

Der erste größere „Hundetermin“, nachdem Josef auf den Plan getreten war, war der Spaß-WT der Workings Mudpaws zugunsten des Vita Assistenzhunde e. V. am 28.10. Da dieser jedoch vom ersten Wintereinbruch des Jahres begleitet wurde, fielen unsere Pläne, unseren Sohnemann mitzunehmen, endgültig flach. Meine Eltern waren so lieb, auf den kleinen Mann aufzupassen, während Frank, Frieda und ich uns einen Tag in trauter Dreisamkeit gönnen durften.

Frank bereute seine Entscheidung, mitzukommen, jedoch das ein oder andere Mal. Bei eisigem Wind im Schnee wartend, zweifelt man(n) schonmal am eigenen Verstand und dem der übrigen Teilnehmer. 🙂 Letztlich hatten wir jedoch viel Spaß, nicht zuletzt, weil sich die Temperatursituation ab der zweiten Aufgabe in einem waldigen Tal schlagartig besserte. Zudem sorgte die Orga (die ohnehin fabulös Fantastisches geleistet hat!) für stetigen Nachschub an heißen Getränken.

Unterwegs ins Gelände:

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Ich glaube, so entspannt wie auf dieser Veranstaltung war ich noch nie, wenn es an eine Aufgabe ging. Letztlich sollten Frieda und ich vor allem Spaß haben, alles andere war zweitrangig. Nun wird so mancher sagen: Aber das sollte doch auf jedem Workingstest und bei jedem Training so sein! Ja, schon, wenn wenn man mal ehrlich ist, ist man sonst meist schon ein wenig aufgeregt und angespannt.

Die erste Aufgabe, eine Einzelmarkierung in Kombination mit etwas Steadiness, arbeiteten wir… hmmm… sehr mäßig. Frieda blieb nach der Markierung zwar brav (wenn auch nicht ganz ruhig) sitzen, während ich ein paar Meter weiter vorlief, um sie anschließend wieder ins Fuß zu rufen, aber als ich sie schickte, rannte sie ziemlich planlos über den Acker. Markiert sieht anders aus, was Madame da veranstaltete war eher eine Freiverlorensuche. Bei der Abgabe glitt ihr das Dummy dann noch aus dem Maul – etwas, was sonst nicht passiert, aber das erste Schneedummy des Jahres forderte hier seinen Tribut.

Bei der zweiten Aufgabe handelte es sich um eine Einzelmarkierung im Wald, auf die der Hund nach Freigabe durch die Richterin direkt geschickt werden durfte.  Beim Zurückkommen wurde eine weitere Verleitmarkierung geworfen, die der Hund anschließend arbeiten sollte. Frieda stürmte gen Fallstelle, schnupperte kurz, fand nicht sofort  und… suchte. Hmpf. Das konnten wir schonmal besser. Nachdem sie völlig ab vom Schuss herumstöberte, wurde die Markierung ein zweites Mal geworfen. Nun fand sie das Dummy recht schnell, die Verleitmarkierung kam und Frieda, Gott sei Dank, auch. Braves Mädchen! Anschließend richtete ich sie auf die Verleitung aus und schickte mit Apport. Offensichtlich richtete ich jedoch nicht genau genug aus, denn die Flitzemaus drehte gleich ab und holte mir doch glatt Markierung Nummer eins aus dem Wald. Hmpf. Auch die Verleitung bekamen wir mich einer kleinen Suche noch irgendwie rein, aber schön ist etwas anderes.

Heiteres Warten in der Line:

SWT Warten in der Line

Die dritte Aufgabe begann mit etwas Fußarbeit, anschließend fiel eine Einzelmarkierung linker Hand im Wald, der Hund sollte jedoch erst rechter Hand ein Dummy aus einer kleinen Suche bringen. Der Klassiker, sozusagen. Diese Aufgabe meisterten wir wirklich gut. Fußarbeit und Standruhe waren gut, selbst das Drehen am Fuß sah gar nicht übel aus. Und markiert hatte Flatilein dieses Mal auch.

Bei der vierten Aufgabe handelte es sich erneut um eine Einzelmarkierung. Nachdem das Dummy gefallen war, musste sich das Gespann kurz umdrehen, der Helfer verschwand und der Hund wurde ohne diese Orientierungshilfe zum Apport geschickt. Auch diese Aufgabe lief gut mit einer mittlerweile recht entspannten Frieda.

Zuletzt gabe es noch eine Spaß-Aufgabe, bei der einzelne Hunde aus der Line zum Apport geschickt wurden. Hier wurde Frieda nach einer Weile wieder etwas unruhig, hielt sich aber eigentlich nicht schlecht. Und auch unangeleint haben wir mit Einspringen zumindest kein Problem.

Detailliertere Aufgabenbeschreibungen – vor allem auch grafisch dargestellt – findet ihr übrigens bei Anke im Blog.

Frieda bei ihrem Apport:

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Am Ende belegten wir Platz 7 von 11 Startern in der Anfängerklasse. Während wir in den ersten beiden Aufgaben sicher viele Punkte ließen, stammt der Löwenanteil aus den Aufgaben drei und vier. Merke: Bei der nächsten derartigen Veranstaltung lasse ich Frieda schon vor Beginn einige Aufgaben arbeiten, damit sie auf die richtige Temperatur kommt.

Fazit: Wir sind nächstes Jahr auf jeden Fall wieder dabei! Gaaaaanz toll gemacht, Ivonne!

Dummytreff vom 23.06.12

Juni 26, 2012

Am Samstag war es wieder so weit, dieses Mal trafen wir uns sogar ganz in unserer Nähe in einem wunderschönen Gelände bei Bad Alexandersbad. Der Jagdpächter, der selbst einen Toller führt, war freundlicherweise so nett, uns bei sich aufzunehmen.

Insgesamt vier Hundeführer und sechs Hunde nahmen am Training teil. Wir begannen mit einem sehr langen Voran schräg bergan auf einer abgemähten Wiese. Ich ließ Frieda aus der Ferne zuschauen, wie die Dummies ausgelegt wurden, aber die Distanz war für unsere Verhältnisse schon sehr beachtlich, sodass ich nicht weiß, wieviel sie überhaupt wahrgenommen hat.

Kurz nach dem Startpunkt musste ein kleiner Wassergraben mit relativ viel Geröll überwunden werden. Frieda und ich machten den Anfang. Sie ließ sich gut konzentrieren, startete schön und überquerte den Graben wunderbar gerade. Weiter ging es die Wiese hinauf, doch noch ein Stück vor dem Suchengebiet verließ sie wohl der Glaube und sie fing an, zu suchen. Sofort gab ich den Doppelpfiff, musste jedoch erleben, dass das Handling auf solche Distanzen noch nicht ganz dasselbe ist, wie in meiner unmittelbaren Umgebung. Madame ließ sich Zeit mit dem Zurückkommen, ich konnte jedoch verhindern, dass sie sich langsam an die Dummies heransuchte. Beim nächsten Mal bog sie noch früher von der geraden Linie ab und ließ sich von Fährten und Gelände verleiten. Also pfiff ich erneut und Frieda… überhörte mich geflissentlich. Also nahm ich die Beine in die Hand und stapfte zur Freude meiner Mittrainierenden auf Frieda zu. Das wirkt dann glücklicherweise immer. 🙂 Der erste Versuch war somit für uns beendet – wer nicht hören will, der muss eben ohne Dummy nach Hause gehen. Schließlich hatte ich ihr immer wieder motivierende „Vorans“ hinterher geschickt, als sie auf dem Weg nach oben war.

Bei den anderen klappte die Aufgabe auch mehr schlecht als recht. Einzig Tollerhündin Newa meisterte die Aufgabe zufriedenstellend, die anderen hatten meiner Ansicht nach schon das Auslegen der Dummies kaum mitbekommen, was bei einer solchen Distanz auf unserem Niveau einem Todesstoß gleichkommt. Bevor die „Blinds“ für die anderen nun also beschossen werden sollten, wollte ich Frieda noch einmal so nach oben schicken. Dieses Mal ging ich näher heran, ein kleines Stück hinter den Graben, um die Strecke zu verkürzen. Und siehe da! – es klappte. An dieser Stelle hätte es ja verschiedene Wege gegeben, die nach Rom führen, aber für Frieda und mich ist das Verkürzen der Strecke gegenüber dem Zeigen der Dummies o. ä. auf jeden Fall zu bevorzugen. Zeige ich ihr die Dummies, ist die Schwierigkeit gleich 0, der Lerneffekt nicht gegeben.

Als nächstes ging es für eine Doppelmarkierung ans Wasser:

Zuerst sollte die Landmarkierung am Waldrand geholt werden, als zweites die Überwassermarkierung. Eigentlich war es das Ziel, dass die Hunde auch zurück wieder durchs Wasser kommen sollten, allerdings sah ich schon vorher angesichts des Geländes und unserem diesbezüglichen Trainingsstand schwarz. Der Umweg über Land war eigentlich gar keiner und ich habe Frieda bisher noch gar nicht gezielt beigebracht, auch auf direktem Wege durchs Wasser zu mir zurückzukommen. Hier rächt sich dann manchmal das Training ohne Trainer, denn in der kurzen Zeit gelang es mir auch nicht, eine Möglichkeit zu überlegen, wie wir die Übung für uns sinnvoller hätten gestalten können. Ich bat zwar den Werfer, dass zweite Dummy näher ans Wasser zu werfen, aber auch das klappte nicht so, wie geplant.

Insgesamt markierte Frieda bei dieser Aufgabe grottenschlecht. Sie war ob des Wassers und des Schusses (den es auch mal wieder gab) viel zu aufgeregt und hatte offensichtlich Vieles im Kopf, nur nicht die exakten Fallstellen. Dennoch fand und brachte sie mir beide Dummies – das zweite selbstredend über Land. Naja, darüber ärgerte ich mich nicht, das müssen wir separat, am besten über einen Fluss, angehen.

Newa und Frieda beim Warten:

Als dritte Aufgabe gab es eine Markierung ins Wasser. Danach sollte an der Wasserkante entlang Fuß gelaufen und von einem weiteren Startpunkt aus zunächst Voran auf einige Dummies geschickt werden, deren Auslegen die Hunde aus der Wartezone mitverfolgt hatten.

Prinzipiell lief die Aufgabe für uns sehr gut. Frieda ging super Fuß und meisterte das Voran ohne Zögern. Natürlich gab es den obligatorischen Fiepser beim Wegdrehen von der Wassermarkierung, aber lassen wir das… Dieser Tag war mit Schuss und Wasser auch mal wieder eine besondere Herausforderung an die Nerven meiner jungen Dame.

Jack:

Nach langer Wartezeit folgte schließlich unser letzter Job: Mit dem Hund im Fuß in die Nähe des Wassers, ein Dummy ins Wasser schmeißen, den Hund sitzen lassen und sich entfernen. Anschließend den Hund zu sich rufen und dann auf das Dummy schicken. Fräulein Sarah warf das Dummy natürlich exzellenterweise nicht weit genug ins Wasser, sodass es lediglich die Böschung herunterkullerte und am Uferrand liegen blieb. O.k., wir versuchen das so. Also versuchte ich Frieda mit „Voran“ von der gegenüberliegenden Wasserkante aus auf das Dummy zu schicken. Wie immer ging sie beim ersten Mal zwar super raus, war dann aber in der Mitte des Weihers wohl irritiert, dass sie nichts direkt AUF dem Wasser entdecken konnte. Danach brauchte es einige Male, bis sie wieder den direkten Einstieg nahm. Stattdessen versuchte sie, auf mein „Voran“ hin nach links weg und außen um den See herum zu laufen, um von dort aus einzusteigen, von wo aus sie das Dummy hatte fliegen sehen. Also pfiff ich sie immer wieder zurück, bis sie schließlich erneut geradeaus ins Wasser ging und – siehe da! – so weit schwamm, dass sie auf den Suchenpfiff hin das Dummy finden konnte. Und, ääääähhhhm, natürlich die Böschung hinauf kletterte und um den See herum zu mir zurückkam. 🙂 Das müssen wir definitiv noch üben.

Jule und Dana, die sich große Mühe gab, das Training möglichst unauffällig zu verschlafen :-):

Das war es dann für uns, und der Maus reichte es auch. Das viele Warten in der Nähe des Wassers hatte sie zwar absolut super gemeistert, aber irgendwann war es dann genug, das merkte ich. An der Stille beim eigentlichen Arbeiten am Wasser und vor allem in Verbindung mit Schuss müssen wir natürlich noch arbeiten, das war mal wieder ein kleiner Dämpfer. In der Wartezone ertrug Frieda allerdings alles bereits mit einer erstaunlichen Gelassenheit. Gearbeitet hat die Maus schön und einzig mit mir und den teilweise unnötig schwierig gestellten Aufgaben war ich nicht ganz zufrieden.

Zum Abschluss noch Curtis:

Und das Friedrich:

Vorans in schwierigem Gelände

Juni 21, 2012

Am Dienstag trafen wir uns mal wieder mit Christine, Jack und Curtis zum gemeinsamen Training. Es ging in den Wald – bei den Temperaturen das einzig Wahre -, um einige Vorans in schwierigem Gelände zu trainieren. Während die Hunde etwas abseits warten mussten, guckten wir uns einen Startpunkt und drei Fixpunkte aus, auf die wir schicken konnten. Letztlich waren es drei Bäume in jeweils ca. 25-30 Metern Entfernung mit einem Winkel von ca. 45° dazwischen. Die Entfernungen waren nicht groß gewählt, da die engen Winkel zwischen den Fixpunkten und die Tatsache, dass wir die Hunde nicht direkt beim Auslegen zuschauen ließen und auch auf Führerfährten bewusst verzichteten, genügend Schwierigkeiten boten.

Es war also ein Training im Stile dessen, was ich im Frühjahr mit Iris erarbeitet hatte – ich nenne es mal ein Flat-Training. 🙂 Zu schwer darf es zwar nicht sein, aber bei Jack und Frieda ist es definitiv so, dass man ihnen nicht zu viele Hilfen anbieten darf – sonst lernen sie nur, dass man auf die Kommunikation mit dem Hundeführer beim Arbeiten auch gut verzichten kann.

Ich schickte Frieda zuerst auf den rechten Fixpunkt. Dabei malte ich mir im Kopf eine genaue Linie aus, auf der sie sich bewegen sollte. Das ist definitiv notwendig, damit ich früh genug eingreifen kann, falls sie von der geraden Linie abweicht. Sonst stehe ich nur wieder mit offenem Mund am Startpunkt und schlafe mit Pfeife in der Hand. 🙂 Dieses erste Voran war besonders fies, weil es möglich war, dass die Hunde von den linken Fixpunkten Wind bekommen würde. Außerdem kreuzte die gerade Linie schräg eine breite Fahrzeugspur im Wald, die zusätzlich verleitete.

Entsprechend brauchten wir mehrere Anläufe. Frieda wusste, dass irgendwo Dummies lagen, allerdings tatsächlich nicht, wo. In diesen Fällen merkt man immer wieder, dass sie sich zwar gut rausschicken lässt, dann aber, anstatt die gerade Linie längere Zeit beizubehalten, doch lieber mit der eigenen Nase auf die Suche geht. Vertrauenssache eben. Jedes Mal, wenn sie von der Lauflinie abwich, gab es ein Nein und einen Doppelpfiff. Beim Reinkommen dann viel Lob und hin und wieder auch mal ein Spielzeugapport. So lässt sie sich zumindest immer wieder rausschicken. Beim zweiten Versuch bekam sie dann tatsächlich Wind vom benachbarten linken Fixpunkt. Danach war das Zurückholen schon etwas schwieriger, und ich muss zugeben, dass es sich wahrscheinlich nicht gerade schön anhörte. Leises Handling ist etwas anderes *pfeif*. Aber beim fünften Anlauf behielt sie die Linie bei, vertraute mir, und fand auf den Suchenpfiff das richtige Dummy. Nun war natürlich große Begeisterung angesagt!

Als zweites sollte sie ein Dummy von ganz links holen. Dass sie von dem mittleren Fixpunkt Wind bekommen hatte, wusste ich ja schon. Und Madame soll ja immer genau das tun, was sie NICHT bereits erwartet. Schon beim Ansetzen machte sich das Flatgehirn bemerkbar. Nein, Frauchen, darüber muss ich gucken! Da sind die Dummies! Hmmm, meine Maus, nein, DA sind die, die ich will. Beim dritten Versuch klappte es, sie lief weit genug voran, um Wind zu bekommen und brachte mir die gewünschte Beute. Zum Abschluss durfte sie dann auch noch eines vom mittleren Fixpunkt holen, was selbstredend kein Problem darstellte.

Insgesamt war ich – trotz vieler Korrekturen – zufrieden. Insbesondere, weil Frieda am Ende stets das Dummy gebracht hatte, was sie bringen sollte, und ich sie von selbstständigen Eskapaden abhalten konnte. Der Lerneffekt soll ja schließlich sein: Am Ende hat Frauchen immer Recht!

Beim zweiten Durchgang begannen wir mit einem Blind auf halbem Wege zum mittleren Fixpunkt. Und da machte sich bemerkbar, dass ich diese Übung in letzter Zeit nicht mehr oft trainiert hatte. Sie überlief mit doch glatte zwei Mal meinen Suchenpfiff und schnappte sich ein Dummy von weiter hinten. Beim ersten Mal nahm ich es ihr kommentarlos ab und brachte es zurück, beim zweiten Mal nahm ich meine Beine in die Hand und hechtete hinter ihr her. Frieda schaute ganz schön verdutzt, als sie sich auf den Rückweg machen wollte und mich auf sie zuschnauben sah. Das Dummy ließ sie vor Schreck fallen, ich legte es zurück und wir kehrten zum Startpunkt zurück. Jetzt dämmerte es der Maus wohl, dass da ja auf dem Weg bereits ein Kommando war, sie suchte brav, als der Pfiff ertönte, und fand schnell das richtige Dummy. Anschließend schickte ich sie nochmals durch, was auch kein Problem war.

Danach war Madame total platt – die Temperaturen waren einfach nicht besonders arbeitsfreundlich. Deshalb ließen wir es gut sein und zogen mit den Hunden noch zu einem nahe gelegenen Weiher, wo sich die Vierbeiner abkühlen durften. Am Abend war das Friedrich dann rechtschaffen k.o., aber ich glaube, auch ein bisschen glücklich.

Rüber!

Juni 15, 2012

Vorgestern haben wir wieder ein kleine Rüber-Training absolviert.

Wie bereits kurz geschildert, haben wir momentan das Problem, dass Frieda zwar ohne zu zögern meine Seitenanweisung annimmt, aber noch nicht verstanden hat, dass sie im 90°-Winkel loslaufen soll. Stattdessen interpretiert sie meine Signale meist so, als ob ich direkt auf das Dummy deuten würde.

Also habe ich nochmal ganz von vorne angefangen und mit zwei Markierstäben an einer Leitlinie entlang das Rüber neu aufgebaut. Wie ich dachte, eine todsichere Methode. Aber tatsächlich ging Friedas leider fehlgeleitetes Vertrauen in meine Hand so weit, dass sie ab einem bestimmten Abstand zwischen uns beiden nicht mehr zur überdeutlich zu sehenden Markierfahne rannte, sondern brav quer durchs Gelände dorthin, wo ich hindeutete. Schnief! Ich fand’s ja irgendwie süß von der Maus, musste sie aber doch von etwas anderem überzeugen.

Also habe ich die Distanz zwischen uns gaaaaanz langsam vergrößert und sie für das korrekt Rausgehen und Apportieren großzügig belohnt. Lief sie ab einer gewissen Entfernung falsch, gab es ein ruhiges aber bestimmtes „Nein“ und sie wurde freundlich neu angesetzt. Diese Trial-and-Error-Methode funktioniert glücklicherweise sehr gut bei uns – solange ich sie immer wieder motiviere und freundlich zu ihr bin, macht sie nicht dicht und lässt sich immer wieder schicken. Außerdem ist sie lernfähig und sucht sich innerhalb kürzester Zeit selbst die richtige Lösung. Schön!

Vorgestern sind wir nun also bei einer Distanz von 30 Schritten zwischen Frieda und den Fahnen sowie 20 Schritten zwischen ihr und mir angekommen. Das ist schon deutlich besser als noch vor ein paar Wochen, aber natürlich ausbaufähig. Die Projekte gehen uns so schnell nicht aus. 🙂

Vorbereitungsseminar auf die Dummy A

März 29, 2012

Vergangenen Samstag besuchten Frieda und ich ein Vorbereitungsseminar auf die Dummy A der BZG Franken. Trainer war André Pfannstiel. Nach Ankunft im Gelände wurde schnell klar, dass es ein toller Tag werden würde. Alle Beteiligten waren nett und sympathisch, es gab ein Wiedersehen mit einigen alten Bekannten, und Sonderleiterin und Helfer hatten mit Kuchen und diversen anderen Leckereien für das leibliche Wohl gesorgt.

Ehrlicherweise ziehe ich eine Meldung zur APD/R  ja zur Zeit nicht in Erwägung. Noch eine Prüfung mit so vielen Einzelmarkierungen und sofortigem Schicken wollte ich zunächst nicht in Angriff nehmen. Auch, weil wir momentan nicht die geringste Chance hätten, eine solche zu bestehen. Denn Friedas winzig kleine, leise, aber durchaus vorhandene Fiepser nach Markierungen in offiziellem Surrounding sind nachwievor ein Problem.

Genau aus diesem Grund hatte ich auch gemeldet – um diese Situationen zu üben, ohne dass ich sie wie in einer Prüfung auch tatsächlich sofort schicken muss. Dies erklärte ich auch in der allgemeinen Vorstellungsrunde und los ging es.

Wie fingen mit dem Wasserapport an, was natürlich besonders herausfordernd ist. Frieda war sehr aufgeregt, unser Drama nimmt gewöhnlich mit dem Marsch zum Richter seinen Lauf. Sieht sie die vielen fremden Personen im Gelände stehen, den Richter oder Trainer, der uns erwartungsvoll entgegenschaut, entweichen ihr die ersten Aufregungsbekundungen. Wir nahmen also Aufstellung am Wasser, das Mark fiel und Frieda… fiepte gaaaanz leise. Wohl so leise, dass André sich bei mir rückversicherte, ob sie denn überhaupt gefiept hätte. Ich hatte es allerdings gehört und schickte sie daher nicht (im Nachhinein überlegte ich, ob es nicht vielleicht doch besser gewesen wäre, sie an dieser Stelle schonmal Druck abbauen zu lassen). Da wir die Wassermarkierung aus zwei unterschiedlichen Winkeln und Entfernungen proben wollten, ging es angeleint weiter zum zweiten Startpunkt. Dieses Mal war Frieda deutlicher zu hören. Ich drehte sie von der Markierung weg, so wie Iris es mir empfohlen hatte, aber das schaukelte sie dieses Mal nur noch mehr hoch.

Auch André war etwas ratlos. Guter Rat ist bei so etwas eben teuer. Oder auch gar nicht zu bekommen. Allerdings hatte ich im Prinzip ja auch mit nichts anderem gerechnet, also hielt sich die Enttäuschung in Grenzen, als wir unverrichteter Dinge zurück in die Wartezone gingen.

Da ein paar Hunde Probleme mit dem Einspringen und Schütteln am Wasser hatten, stand als nächstes eine Gehorsamsübung am Wasser sowie spielerisches Anti-Schüttel-Training auf dem Plan. Wir warteten alle am Wasser und schauten zu, wie die anderen Teams arbeiteten. Eine super Gelegenheit für Frieda und mich, das ruhig Sein am Wasser zu üben. Jedes Mal, wenn sie sich beim Anblick des im Wasser treibenden Dummies hochschaukelte, drehte ich sie um und ging ein Stück mit ihr weg. Um es ihr leichter zu machen, spielte ich zwischendurch kurz mit ihr oder ließ sie ein paar Käsewürfel aus der Wiese erschnüffeln. So legte sich die Unruhe langsam etwas, bis wir an der Reihe waren.

Die Aufgabe bestand in einer kurzen Doppelmarkierung an Land und an Wasser. Selbstredend sollte der Hund die Landmarkierung zuerst holen. Beim Anblick des Wassermarks fiepte Frieda kurz, drehte sich aber schön mit zur Landmarkierung, bei der sie still war. So konnte ich sie schicken und ja… der Gehorsam ist sicher nicht unser ganz großes Problem: Die Kleine holte mir ohne zu zögern das richtige Dummy rein.

Bei der nächsten Übung ging es vor allem um Spaß. Der Hund durfte ohne Freigabe ein Dummy aus dem Wasser fischen, war er auf dem Rückweg, sollte der Hundeführer das schnelle Reinkommen ohne Schütteln erreichen, indem man den Hund mit einem Spielzeug lockte, was sofort nach Ankunft des Hundes weiter an Land für ihn geworfen wurde. Verständlich? Ich überlegte kurz, ob ich diese Übung wirklich mitmachten sollte. Schließlich durfte der Hund hier munter einspringen, auch ins Wasser. Aber auch André plädierte dafür, dass wir ruhig mal ein bisschen Spaß haben sollten, und da auch ich keine gesteigerte Lust auf dauerhafte Spaßbremserei und Frustschieberei hatte, machten wir mit. Frieda schlug sich super. Ihre Beutegeilheit trieb sie dazu, mehrere Apporte am Stück ohne einen einzigen Schüttler hinter sich zu bringen. Und wenn sie sich schüttelte, ließ sie ihre Beute dabei nicht fallen. Mein kleiner Geier. 🙂

Bei der Einzelmarkierung an Land trat wieder unser altbekanntes Problem auf. Dieses Mal versuchte ich es mit einer Runde Fußlaufen nach Fallen des Dummies, aber auch das schaukelte Frieda eher noch mehr hoch. Wieder am Startpunkt schlug André vor, einfach mal abzuwarten. Und tatsächlich beruhigte sich Frieda nach kurzer Zeit neben mir, sodass ich sie zunächst loben und wenig später auch schicken konnte. Und obwohl Zeit vergangen war und wir uns auch vom Startpunkt wegbewegt hatten, hat die Maus super markiert und das Dummy schnell reingebracht. Fazit war, dass es eine neue Möglichkeit wäre, nach Markierungen einfach erstmal abzuwarten, bis Frieda sich von allein beruhigt, und sie dann dafür zu loben.

In neuem Gelände ging es anschließend in die Freiverlorensuche. Unsere Paradedisziplin. Keine Schüsse, keine Markierungen, kein Fiepen. Und Suchen kann es, das Friedrich. In einem mit dichten Brombeeren bewachsenen Waldstück lagen zehn Dummies aus. Los geht’s! Frieda suchte super, es machte ihr viel Spaß und wie immer brauchte es keinerlei weitere Kommandos, um sie nach Finden eines Dummies zu mir zurück zu holen. Bei der Suche nach dem dritten Dummy rutschte mir allerdings kurzfristig das Herz in die Hose, denn Frieda stöberte tatsächlich direkt vor sich einen Hasen aus den Brombeeren auf! Der Hase hoppelte davon, Frieda schaute hinterher… und es rauchte in ihrem Schädel. Dann drehte sie sich um, schnappte das Dummy und kam zu mir zurück. Jucheih! Leider freute ich mich bei ihrem Hereinkommen wohl zu sehr – André empfahl mir, in solchen Situationen kein Aufhebens darum zu machen, damit sie einfach zur Normalität würden. O.k., sicher wahr, aber ich war einfach so stolz auf meine Kleine! Auch das vierte Dummy holte sie noch prima aus dem Gelände. Gut gemacht!

Beim anschließenden Appell überraschte sie mich nochmals. Sie lief für unsere Verhältnisse wirklich gut am Fuß, überholte mich nicht, drehte sich halbwegs schön mit und: war still. Auch als die Markierung fiel. Und die hatte sie offensichtlich gesehen, denn als ich sie schickte, dachte ich noch, dass sie nicht wüsste, wo das Dummy läge, aber schwupp! kam sie schon damit zurück. Suuuuuuper! André war sehr zufrieden mit uns.Und ich mit meinem Friedrich.

Auf der Autofahrt und in der folgenden Nacht ließen mich die Ereignisse des Tages aber nicht los. Frieda hatte super gearbeitet, wir hatten keine Probleme mit Einspringen, Blödsinn machen, schlechtem Markieren oder Tauschen. Das Wasser nahm sie an und ich gehe mal davon aus, dass Schütteln auch kein Thema gewesen wäre. Nur das Fiepen, das bleibt uns. Nachdem auch André zum Schluss nochmal an mich appelliert hatte, nicht aufzugeben, grübelte ich, was man noch machen könnte. Bisher habe ich es ja mit viel Geduld und häufigem nicht-Apportieren versucht. Kleinere Verbesserungen gab es dadurch schon. Im Einzeltraining ist Frieda komplett still. Auch beim privaten Training mit Christine und Jack hat sie zuletzt keinen Mucks von sich gegeben. Aber fremde Hunde, fremde Leute und vor allem diese Schießerei brechen uns immer wieder das Genick. Nachts lief vor meinem inneren Auge der Film ab, der zeigte, wann Frieda anfing, sich hochzuschaukeln. Ja, genau, beim Marsch zum Startpunkt. Also möchte ich nun gerne versuchen, dieses ritualisierte Verhalten auf dem Weg ins Gelände zu unterbrechen. André brachte mich auf die Idee, ihr doch etwas zum Tragen unterwegs zu geben, und auch Ivonne hatte uns ja bereits den Hinweis gegeben, dass ein Dummy in der Schnute auch ein prima Anti-Fiep-Training sein kann. Da wir nichts zu verlieren haben, werde ich es nun mal so ausprobieren. Also nicht von Frieda verlangen, sich von alleine runterzufahren, sondern ihr aktiv dabei helfen, indem ich sie ablenke und ihr eine Alternative anbiete. Am nächsten Tag bestellte ich gleich ein super aufregendes, felliges Spielzeug, mit dem ich hoffe, ihre Aufmerksamkeit auf mich und weg von dem Geschehen vor uns lenken zu können. Hey, whatever works!

Auf jeden Fall war für mich wieder deutlich zu sehen, dass Druck – egal in welcher Form – uns in den relevanten Situationen nicht weiterhelfen wird. Druck ist ja gerade das Problem. Also versuchen wir es jetzt mit einer Spaßoffensive. 🙂

You can’t hurry love

März 11, 2012

… oder Dummy.

Gestern war es so weit, wir hatten unser erstes reguläres Gruppentraining für 2012. Ingsesamt haben sieben Hunde teilgenommen, also war schon ganz schön etwas los. Ich habe mich zu Beginn mal wieder aus dem allgemeinen Geschehen ausgeklinkt und versucht, Frieda in Ruhe aus dem Auto zu bekommen. Da sie seeeeeehr aufgeregt war, dauerte das eine ganze Weile. Nach einigen Versuchen, bei denen sie es nicht schaffte, ihren Popo im Kofferraum auf dem Boden zu behalten, bis ich sie angeleint hatte, schloss ich den Deckel und ging erstmal ohne Hund ins Gelände. Akustisch begleitet von empörtem Gebell. 🙂

Wenig später wurde es allerdings ruhig im Wagen und wir versuchten es auf ein Neues. Dieses Mal lief es schon besser, aber da Frieda offensichtlich immer noch Schwierigkeiten hatte, an irgendetwas anderes als an das Austeigen aus dem Auto zu denken, setzte ich mich stattdessen zu ihr auf die Ladefläche und ließ erstmal einige Minuten verstreichen. Madame legte sich schließlich neben mich und ergab sich ihrem Schicksal. Sehr schön. Das war der Zeitpunkt, wor wir den Marsch ins Gelände antraten.

Das lief nun schon viel besser. Regelmäßig beobachte ich Hundeführer, die sich von ihren Hunden mehr oder minder ins Gelände ziehen lassen. Irgendwie stört das meist auch niemanden. Nun, ich hätte damit jetzt auch kein grundsätzliches Problem, wenn ich nicht der Meinung wäre, dass bereits die Vorbereitung und der Beginn eines Trainings die Weichen für den gesamten weiteren Verlauf stellen. Insofern achtete ich penibel darauf, dass Frieda aufmerksam neben mir an lockerer Leine ging. Wurde sie schneller, lief ich in sie hinein und es ging ein paar Schritte zurück. So etwas versteht sie immer sehr schnell.

Angekommen platzierte ich sie auf ihrer Decke und es gab erstmal einen leckeren Kong zum Leerschlabbern. Besser, als sich gleich auf die ganzen anderen Hunde zu konzentrieren und sich in irgendetwas reinzusteigern. Anschließend übten wir uns erst im Liegen und Warten. Währenddessen arbeiteten in der Nähe die ersten Hunde Markierungen mit Schuss. Die fliegenden Dummies konnte Frieda zuerst nicht sehen, die Schüsse hören natürlich schon. Sie war angespannt, aber ruhig.

Nach einiger Zeit legte ich ihr die Moxon an und übte mit ihr Fußlaufen. Immer ein Stück auf die arbeitenden Hunde zu und dann wieder weg. Dazwischen Drehübungen etc. Für alle guten Aktionen wurde sie mit Leberwurst belohnt. Bei jedem winzigen Fiepser lief ich in sie hinein und drehte sie vom Geschehen weg. Zwischendurch legte ich sie immer wieder auf ihrer Decke ab.

Nachfragen, auch zu arbeiten, lehnte ich dankend ab. Nachwievor ernte ich hier ab und zu irritierte Blicke. 😉 Aber ich merkte, das Frieda noch nicht so weit war, wir arbeiteten uns langsam an die Gruppe und die Dummies heran. Irgendwann standen wir dann so, dass wir von der langen Seite des Geländerandes aus sowohl Dummies als auch arbeitende Hunde direkt beobachten konnten. Das war sehr anstrengend für Frieda, also belohnte ich sie für ruhiges Verhalten großzügig.

Nach einer kurzen Pause fragte ich dann, ob wir uns angeleint neben die arbeitenden Teams stellen dürfte. Kein Problem. Also sahen wir zu, wie vor uns die Dummies fielen und die anderen Hunde zum Arbeiten geschickt wurden. Ab und zu musste ich sie noch abdrehen, insgesamt wurde es aber immer besser. Zum Abschluss leinte ich Frieda ab und bat den Werfer ein Dummy direkt vor uns in eine Schneise zu werfen. Frieda war komplett ruhig und relativ entspannt, ich war begeistert! Also gingen wir ein Stück im Fuß auf das Dummy zu, bevor ich sie absitzen ließ und das Dummy selbst holte. Darauf folgte natürlich eine Belohnung für die brave Maus.

Danach trat dann wirklich so etwas wie Aufregungsermüdung ein. Frieda hatte irgendwie aufgegeben – zumindest was die Dummies anging (Blickkontakt mit anderen Menschen war natürlich immer noch Grund genug, begeistert in die Leine zu springen). Also beschloss ich, als Abschlussübung noch ein Voran auf einen Fixpunkt mit Blind auf halbem Wege zu machen – unsere Paradeübung der letzten Wochen. Dazu gingen wir allein mit dem Helfer in einen neuen Geländeabschnitt, Frieda rechnete offensichtlich nicht mehr damit, dass noch etwas passieren würde. Die Aufgabe klappte gut und vor allem konzentriert und ruhig. Ruhende Dummies sind ohnehin keine wirkliche Herausforderung an die Nerven der Maus.

Zufrieden und erschöpft beendeten wir danach das Training. Insgesamt waren wir zweieinhalb Stunden im Gelände, es hatte also viel Gelegenheit zum Warten gegeben. Ich war sehr glücklich, die Sache durchgezogen zu haben, und meine, dass sich auch sofort Erfolge bemerkbar machten. Natürlich müssten wir derartiges viel öfter üben. Für Dienstag  bin ich auch schon wieder mit Christine und Jack zum Training verabredet, da geht es in kleinerem Kreis weiter.

Kleine Häppchen

März 9, 2012

In den letzten beiden Wochen haben wir eher kleine Trainingshäppchen absolviert. Nach einem komplexeren Training nach dem Vorbild unseres Einzeltrainings habe ich beschlossen, die einzelnen Bestandteile des Einweisens nochmal separat zu festigen.

So haben wir uns dem „Dreick“ gewidmet und die verschiedenen Richtungen geübt. Das klappte auch schnell sehr gut, Frieda nimmt die Richtungen prima an. Allerdings werde ich die Übung wohl noch öfter wiederholen, da es sich sicher lohnt, durch Variation von Distanzen und Gelände den Schwierigkeitsgrad nach und nach zu steigern.

Dann haben wir uns an einer Miniversion des Walking-Baseball versucht, was schon mehr Tücken bereithielt. Ich habe es einfach gestaltet und dank des kurzen Wintergrases nie den Überblick verloren. Frieda hingegen schon, sodass ich mit ihr das ein oder andere Mal die Richtung und das zu holende Dummy ausdiskutieren musste. Am Ende sind wir jedoch auch hier erfolgreich gewesen.

Und zu guter Letzt feilten wir am Lining. Frieda geht auf das „Voran“ schon wieder richtig schön raus, endlich habe ich nicht mehr das Gefühl, dass das Kommando uns beide irgendwie annervt. 🙂 Allerdings gefällt mir nicht immer, wie sie doch relativ deutlich von der geraden Linie abweicht. Da wir in letzer Zeit stets ohne Führerfährte und in schwierigem Gelände im Wald gearbeitet haben, ist dies wohl nicht verwunderlich. Aber ein schöner Punkt, an dem man ansetzen kann.

Die Übung bestand darin, dass ich Frieda habe dabei zuschauen lassen, wie ich an einem relativ markanten Punkt im Wald – zum Beispiel einer umgestürzten Baumwurzel – einige Dummies ausgelegt habe. Anschließend sind wir im Fuß ein Stück weiter gegangen, sodass ich sie aus einem anderen Winkel auf den Fixpunkt schicken konnte, als von wo aus sie das Auslegen der Dummies beobachtet hatte. Die Entfernung betrug stets etwa 30 Meter. Da das oberste Ziel ein sauberes Lining war, habe ich mir vorher genau die Strecke ausgemalt, die Frieda laufen sollte. Im Wald ist das wunderbar, da die imaginäre Linie meist prima durch Bäume, Hölzer oder Wurzeln gesäumt ist. Sollte Frieda von dieser Linie abweichen, galt es, sie sofort wieder reinzuholen und neu anzusetzen. Für das Zurückholen hatte ich extra vorher nochmal den Hier-Pfiff mittels eines Kongs an der Schnur gefestigt – Motivation ist alles! Beim ersten Mal Schicken bog Frieda auch gleich um einen meiner imaginären Begrenzungsbäume ab. Das Reinholen klappte prima, ich verkürzte die Strecke um einen Meter und richtete sie nochmals sorgfältig aus. Dieses Mal klappte es. Wunderbar, solche Erfolgserlebnisse brauchen wir!

Im weiteren Verlauf der Übungseinheit arbeiteten wir uns in einem Kreis um den Fixpunkt herum, sodass ich sie aus immer anderen Winkeln schicken konnte. Das war gar nicht so einfach, denn inmitten des Waldes ist so eine umgestürzte Baumwurzel gar nicht sooooo markant. Allerdings war ich begeistert, welche Möglichkeiten das Gelände eröffnete – es wäre ein Leichtes gewesen, auch Hindernisse, Kuhlen oder andere knifflige Hürden in die Linie einzubauen. Allerdings waren wir schon so ausgelastet genug, sodass ich mich bemüht habe, auf relativ moderat bewachsenen Linien zu schicken.

Wirklich schlecht lief es nicht. Allerdings musste ich einige Male näher an unseren Fixpuntk herangehen. Das hing aber auch damit zusammen, das Madame sehr unkonzentriert war. Sie ließ sich tatsächlich von irgendwelchen spannenden Gerüchen ablenken und hatte den Kopf ziemlich in den Wolken. Da das wohl auch mit ihrer Läufigkeit zu tun hatte, ließ ich es nach fünf „Vorans“ dabei bewenden. Aber auch diese Übung werden wir definitiv wiederholen.

Demnächst geht es dann auch wieder zum freien Dummytreff. Wir haben lange nicht mehr regelmäßig in der Gruppe trainiert und so heißt es: neues Jahr, neues Glück. Ich bin fest entschlossen, mich zu keinen Apportierfestivals hinreißen zu lassen, sondern das Hauptaugenmerk auf Friedas Nerven und innere Ruhe zu legen. Ommmmmmmmmmmmmm.

Vorfreude

Februar 11, 2012

Ich bin schon ganz aufgeregt, denn am Montag geht es los. Wir fahren nach Egling zu Iris und haben am Dienstag und Mittwoch jeweils zwei Einzeltrainings bei ihr. Bereits bei unseren gemeinsamen Gruppentrainings habe ich unheimlich viel gelernt und so freue ich mich riesig auf die tolle Gelegenheit, sie mal ganz allein für mich zu haben. 🙂

Zu Gast bei den Mudpaws

Februar 8, 2012

Wir haben ein schönes und spannendes Wochenende hinter uns. Auf Einladung des Gizmo-Rudels statteten wir ihnen im Hessenländle einen Besuch ab. Als i-Tüpfelchen gab es dazu am Sonntag noch ein Wiedersehen mit Ivonne, Fiene und den Mudpaws.

Den Samstag verbrachten wir mit einem gemütlichen Spaziergang, viel leckerem Essen und zwei vergnügten Flatnasen, denen ständig irgendwelche Blödeleien einfielen.

Es war wirklich schön, gemütlich und sehr stressfrei – wir hoffen, auch für die Gastgeber! Vielen Dank für die Einladung, wir kommen gerne wieder. 😉

Am Sonntag ging es bei klirrender Kälte gen Training, wo jedoch immerhin schneefreies Gelände auf uns wartete – ein Anblick, den ich hier schon seit Wochen nicht mehr zu Gesicht bekommen habe. Da Ivonne über unser Kommen informiert war, hatte sie ein super Training erdacht, in dem es schwerpunktmäßig um Steadiness bei Markierungen ging. Markierungen fallen – aber wir machen (erstmal) etwas anderes. Die Maus war zu Beginn wie immer ziemlich aufgeregt. Während der ersten Minuten fiepte sie hin und wieder ganz leise vor sich hin. Und wie immer wurde es mit der Zeit und jedem Apport besser. Um nach Möglichkeit gar kein Fiepen aufkommen zu lassen, half ich ihr beim Wegdrehen von den Marks, kurz nach dem Mark, wenn sie mich anschaute, und bei den Teamaufgaben, wenn Fiene geschickt wurde, mit der Leberwursttube: Wer nuckelt, kann nicht fiepen! Wie immer hieß es jedoch, höllisch aufzupassen, sie nicht im falschen Moment zu bestärken.

Generell würde ich sagen, dass wir so langsam wieder zu unserer „alten Form“ zurückfinden. Etwas besser war es insgesamt schon mal, aber zum Glück hat sich die Megaaufregung nach JP/R und Voralpenrand-Cup nicht gehalten. Ich muss mit der Kleinen einfach langsam machen, und Ivonne merkte ja auch bereits an, dass sie durchaus noch etwas Zeit zum erwachsen werden braucht. Ja, ja, ein Flat braucht ja drei bis fünf Jahre, bis er seine volle mentale Reife erreicht. Da las ich doch erst kürzlich in diesem erhellenden Artikel. Und wie reif das dann letztlich ist, sei dahingestellt. 😉

Friedas Markierfähigkeit litt erneut darunter, dass ich sie von den Marks immer wieder ablenkte. Doch weiterhin bleibe ich dabei, dass die Standruhe Priorität hat, Markieren wird schon irgendwie funzen. Trotzdem fand sie immer schnell, apportierte und suchte schön. Genaue Aufgabenbeschreibungen mit Trainingsgrafiken finden sich im Working-Mudpaws-Blog.

Das Sitzenbleiben, wenn ich hinter sie gehe, müssen wir noch etwas üben – da wanderten die Pfötchen doch langsam aber sich immer weiter herum. Das Abrufen von Marks hingegen klappte wie immer super und ich muss gestehen: Von dem Anblick, wenn sie auf mich zugerast kommt, kann ich selbst nie genug bekommen.

Als es dann an die Teamaufgaben ging, kam es zu einem weniger rühmlichen Ereignis. Ich versicherte Ivonne noch, dass es Frieda leichter fiele, Fiene beim Arbeiten zuzuschauen, als permanent in die andere Richtung das Mark anzustarrten, da war es auch schon geschehen: Frieda stürmte auf das „Get out!“ von Ivonne gleich mit los. Kannst Du auch Englisch, mein kleines Friedrich? Rückblickend habe natürlich ICH in dem Moment gepennt, irgendwie war ich innerlich noch nicht so weit und dann war es auch schon passiert. Meinen üblichen Brüller habe ich mir verkniffen, um die arme Fiene nicht noch zu irritieren. Frieda kam jedoch auf meinen Doppelpfiff  auch wieder zurück und Fiene konnte in Ruhe ihr Dummy nach Hause bringen – immerhin.

Anschließend klappte es dann aber gut, Frieda blieb brav sitzen, wenn Fiene arbeitete, und auch sonst war ich zufrieden. Die Verleitmarkierung bei einer Aufgabe fand sie zwar seeeehr spannend, ließ sich mit einem lauten Räusperer gefolgt vom Doppelpfiff jedoch davon abhalten, sich eingehender mit ihr zu beschäftigen.

Die letzte Aufgabe war eine Markierung, auf die über das alte Suchengebiet geschickt werden sollte. Zugegebenermaßen haben wir das Überlaufen alter Fallstellen noch nie geübt. Ein weißes Blatt in unserem Trainingsbuch, dem ich mich demnächst widmen werde. Denn ähnlich wie bei unserem letzten Voran-Training unter Verleitung war Frieda partout nicht davon abzubringen, ihren eigenen Plan vom Ganzen zu verfolgen – und der lautete: Im Suchengebiet langsamer werden und suchen, egal, was die Alte dahinten sagt. 🙂 Frank warf mehrmals das Dummy, machte ordentlich Action, ich ging mit Frieda ein paar Schritte, um sie übers Suchengebiet zu pushen, aber es war nichts zu machen. Markierungen? Interessieren mich doch eh die Bohne!

Um die Sache zu einem guten Ende zu bringen, vereinfachten wir die Aufgabe durch Verkürzung der Distanzen zum Suchengebiet und zur Markierung so weit, dass Frieda tatsächlich noch das gemeinte Dummy apportierte. Hier werden wir zuhause weiter üben. Danke auf jeden Fall an Ivonne, die sich eine solche Mühe gemacht und ein so tolles Training für uns erdacht hat!

Zum Schluss noch ein paar Bilder von Frieda mit Dummy. Das sind tatsächlich unsere ersten dieser Art. Dafür vielen Dank an Jens! Weitere Fotos und noch einen Trainingsbericht gibt es außerdem hier.