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Training vom 21. Januar

Januar 29, 2012

Es hat ein bisschen gedauert, doch endlich bin ich so weit. Bereits letztes Wochenende haben Frank und ich uns ein gemeinsames Training für Frieda erdacht und dieses wenig später auf der heimischen Trainingswiese umgesetzt. Da ich auch endlich mal wieder gescheite Grafiken für den Bericht basteln wollte, mussten zunächst einige technische Schwierigkeiten überwunden werden. Vielen, vielen Dank auf jeden Fall an Jens, der mir lauter hübsche Bildchen zur Verfügung gestellt und mich dadurch zu PC-Frickeleien motiviert hat. 🙂

Aaaaalso: Nachdem ich verschiedentliche Bestandteile des Einweisens ja zuvor mit Frieda allein trainiert hatte, wollten wir die Gelegenheit nutzen, das Erlernte am Wochenende gleich nochmal zu festigen. Außerdem ergeben sich durch einen Helfer die Möglichkeiten 1) echte Markierungen als Verleitungen zu werfen sowie 2) Half-Blinds zu arbeiten. Gesagt, getan.

Vorbereitungen: Frieda durfte dabei zusehen, wie ich Dummies in einem Gehölz am Waldrand versteckte. Diese Stelle kannte sie als (kleines) Suchengebiet schon aus unserem „Alleine“-Training. Frank begab sich derweil circa 30 Meter oberhalb des Suchengebiets in den Wald, um von dort aus eine Markierung als Verleitung an den Waldrand zu werfen. Frieda und ich gingen vom Suchengebiet aus rund 40 Meter weit in gerader Linie auf die Wiese.

Aufgabe: Frieda sollte mit mir zusehen, wie bei Frank die Markierung fiel. Anschließend wollte ich sie zunächst mit „Voran“ ins Suchengebiet schicken. Danach sollte sie die Markierung holen, da wir die Fallstelle im weiteren Verlauf als Memory-Punkt für weitere „Vorans“ nutzen wollten.

Da Frieda Markierungen nun sehr, sehr spannend findet, bog sie nach meinem ersten „Voran“ nach wenigen Metern rechts ab und machte sich auf den Weg zum Mark. Nix da! Ein Räuspern, ein „Nein“, zurück. Also setzte ich sie ab und ging nochmals zum Suchengebiet, um sie auf die Dummies aufmerksam zu machen. Anschließend ein zweiter Versuch – und Madame meinte immer noch, ihren kleinen Flatkopf durchsetzen zu müssen! Grrrrhhh. Da ich mir absolut sicher war, dass ich es in dieser Situation schlicht mit Ungehorsam und nicht mit einer zu schwierig gewählten Aufgabe zu tun hatte, gab es dieses Mal eine verbale Ermahnung und Drehen bei Fuß als Unterordnung, bevor ich sie ein drittes Mal ansetzte. Und dieses Mal trat wieder unser altes Problem auf – Frieda startete gar nicht erst, sondern wand sich und fiepte, als ich ihr das Kommando gab. Iris, die dieses Phänomen auch schon beobachten durfte, hatte mir damals gesagt, dass es bei Frieda hier nicht nur um Vertrauen ginge, sondern dass sie tatsächlich Schwierigkeiten damit habe, von etwas abzusehen, was sie sich einmal in den Kopf gesetzt hat. Entsprechend soll ich das „Voran“ in diesen Situationen dann auf jeden Fall durchsetzen. Also gab ich ihr erneut das Kommando und ging einen Schritt mit ihr in die angezeigte Richtung. Und da platzte der Knoten und die Maus düste ab ins Suchengebiet. Party, Suchenpfiff und zurück. Anschließend durfte sie das Mark holen, was selbstredend kein Problem darstellte. Auf ihrem Rückweg legte Frank derweil ein weitere Dummy an der alten Fallstelle aus, was in der nächsten Aufgabe als Half-Blind ebenfalls mit „Voran“ gearbeitet werden sollte.

Ich schickte Frieda erneut zuerst ins Suchengebiet, was dieses Mal einwandfrei und ohne zu zögern klappte. Danach richteten wir uns auf die alte Fallstelle der Markierung aus und ich schickte sie ebenfalls mit „Voran“ auf das dort liegende Half-Blind. Das hat super geklappt, prima! Frank legte in der Zwischenzeit ein weiteres Half-Blind aus.

In die dritte Aufgabe wollte ich erneut den Stopp-Pfiff aus dem „Voran“ einbauen. Im Suchengebiet hatte ich lediglich zwei Pocketdummies versteckt, sodass dort nichts mehr zu finden war. Dennoch war der Plan, Frieda erneut zu schicken, um sie dann dort ins „Sitz“ zu pfeifen und mit „Rüber“ auf das Half-Blind bei Frank zu zu schicken. Da ich mir nicht sicher war, ob sie die Fallstelle in der Situation aus einer anderen Perspektive noch auf dem Schirm haben würde, bat ich Frank, sofort ein Geräusch zu machen, sobald ich ihr das „Rüber“-Kommando gegeben hätte.

Der erste spannende Moment kam, als ich den Sitz-Pfiff gab. Ich wartete extra, bis Frieda aus dem Unterholz freie Sicht zu mir hatte und ging während sie suchte schon etwas auf sie zu. Dann kam der Pfiff und die Maus – saß! Und schaute mich erwartungsvoll an. Super! Anschließend kam das „Rüber“ worauf sie sofort in die richtige Richtung startete, jedoch gleich mit tiefer Nase, weshalb es sicher gut war, dass Frank sofort ein Geräusch in Höhe der alten Fallstelle machte. Man konnte förmlich hören, wie es in Friedas Hirn „Klick“ machte und sie war unterwegs. Suchenpfiff, aufgenommen, zurück.

Ich war wirklich sehr zufrieden mit unserem Training. Die anfänglichen Schwierigkeiten haben erneut gezeigt, dass das „Voran“ unter Verleitung und der generelle weitere Vertrauensaufbau beim „Voran“ weiterhin ganz wichtige Trainingspunkte für uns sind. Außerdem muss Madame lernen, dass sie auch vermeintlich langweilige Aufgaben (wie das „Voran“ in ein bereits bekanntes Suchengebiet) durchaus gewissenhaft zu erledigen hat. Beim Sitz-Pfiff haben wir erkennbare Fortschritte gemacht, da es nun auch möglich ist, diesen direkt in die Dummyarbeit einzubinden.

Heute gab es übrigens ein weiteres Training. Steadiness bei Markierungen. Dazu aber später mehr.

3 x 20 Minuten

Januar 18, 2012

So sah unser Training in den letzten drei Tagen aus. Wie ich bereits geschrieben habe, hat mich die Trainingslust wieder gepackt – und so haben Frieda und ich in den letzten drei Tagen jeweils 20 Minuten Training in unseren Spaziergang eingebaut. Die Inhalte aller drei Trainings waren Einweisen und Steadiness.

Tag 1

Inspiriert von meinem Schwesterchen habe ich die Futterschüsseln eingepackt und bin mit Frieda zu einer unserer Trainingswiesen gezogen. Aufgrund des Schnees ist das Training mit Dummies momentan eher schwierig. Frieda war hochmotiviert und konzentriert – die zweimonatige Trainingspause hat ihr scheinbar gut getan.

Zum warm werden wollte ich mit Frieda ein ähnliches Training machen, wie Kathrin es mit Pippin absolviert hatte. Netterweise hat sie mir erlaubt, ihre Grafiken zu benutzen. Der Grundaufbau sah auch bei uns so aus:

Die längere Strecke bin ich mit Frieda gemeinsam abgegangen, den kürzeren Weg habe ich allein zurückgelegt. Anschließend schickte ich sie zunächst den weiteren, anschließend den kürzeren Weg. Kein Problem. Beim erneuten Befüllen der Futterschüsseln kam ich selbst ordentlich ins schwitzen. Als zweite Aufgabe wollte ich Frieda erneut auf die entferntere Futterschüssel schicken, wobei wir noch zusätzliche 10 Schritte zurückgegangen waren. Das sah dann in etwa so aus:

Beide Futterschüsseln waren wieder befüllt, die nähere zuletzt. Etwas erleichternd kam hinzu, dass in unserem Aufbau die zweite Schüssel nicht auf Friedas offener Seite, sondern rechts von uns stand. Dennoch ließ sich Frieda von der Verleitschüssel ablenken und driftete auf der Höhe des alten Startpunktes nach rechts weg. Also holte ich sie zurück, ging wieder auf unseren alten Startpunkt und schickte sie erneut auf die weitere Schüssel. Diesmal klappte es. Anschließend durfte sie auch die zweite Schüssel nach einem Voran leerschlabbern.

Anschließend versuchten wir uns am selben Aufbau erneut, ich schickte sie von unserem Startpunkt weiter hinten – und wieder driftete sie ab. Zurück, neu angesetzt, nochmal „Voran!“. Und hier tauchte dann wieder das Problem auf, was wir in letzter Zeit öfter beim Voran hatten – wenn Frieda und ich unterschiedlicher Meinung sind, traut sie mir nicht recht, und geht zunächst gar nicht mehr raus. Also ging ich einen Schritt in die angedeutete Richtung und wiederholte das „Voran“-Kommando. Und jetzt startete sie durch – das gab natürlich eine Party im Hintergrund und viel Lob nach dem Zurückkommen. Auf die zweite Schüssel schickte ich sie anschließend mit „Rüber“.

Anstatt nun noch etwas anderes auszuprobieren, wollte ich danach die Sache mit dem Annehmen der Richtung lieber absichern und gut zu Ende bringen. Also wiederholten wir die genannte Übung ein drittes Mal und diesmal ging Frieda ohne zu zögern in die richtige Richtung raus. Damit war ich wirklich zufrieden! Beim Annehmen der Richtung waren wir schon mal wesentlich weiter, aber die lange Pause macht vermutlich etwas Auffrischung nötig. Zuletzt schickte ich sie dann von unserem hinteren Startpunkt noch mit „Voran“ auf die zweite Schüssel. Die Schwierigkeit bestand darin, dass sie diagonal laufen sollte und noch keine ausgetretene „Autobahn“ im Schnee war, wie auf der anderen Strecke. Trotzdem ging sie schnurgerade raus, prima.

Tag 2

Erneut hatte ich die Futterschüsseln im Gepäck. Dieses Mal wollte ich das „Rüber“ in Kombination mit dem Sitz-Pfiff trainieren. Ich setzte Frieda ab und ging 50 Schritte von ihr weg. 20 Schritte vor mir stellte ich jeweils rechts und links im 90°- Winkel eine Futterschüssel auf. Die Entfernung der Schüsseln zur Geraden zwischen Frieda und mir betrug jeweils 20 Schritte. Beide Futterschüsseln waren befüllt.

Mit dem Doppelpfiff rief ich Frieda heran und stoppte sie mit dem Sitz-Pfiff auf der Höhe der beiden Schüsseln. Beim ersten Mal habe ich etwas zu spät gepfiffen, weswegen sie nicht ganz auf der richtigen Höhe zum Sitzen kam. Dennoch schickte ich sie mit „Rüber“ zunächst auf die rechte Schüssel. Anschließend folgte ein diagonales Voran auf die zweite. Dieselbe Übung wiederholte ich erneut, dieses Mal saß sie genau richtig und ich schickte sie nach links. Anschließend folgte wieder das Voran auf die zweite Schüssel. Beide Übungen liefen prima. Wenn Frieda auf mich zu läuft, kann ich sie problemlos ins Sitz pfeifen. Aus dem Voran heraus lasse ich es erstmal lieber sein – so habe ich mir nämlich seiner Zeit prima das Vertrauen beim Voran vermurkst.

Für die zweite Übung stellte ich die Schüsseln etwas um. Eine wurde in 30 Schritten Entfernung direkt vor uns platziert, die andere rechts von der ersten  in 20 Schritten Entfernung. Das erste Mal schickte ich sie mit „Voran“ auf die Schüssel direkt vor uns. Beim zweitem Mal tat ich nur so, als würde ich die Schüssel befüllen, tatsächlich blieb sie leer. Trotzdem schickte ich Frieda mit „Voran“ darauf, um ihr dann an dieser Stelle einen Sitz-Pfiff zu geben uns sie weiter „Rüber“ auf die rechte Schüssel zu schicken. Das funktionierte wunderbar, auch wenn Frieda sich an dieser Stelle noch schneller setzen könnte. Diese Art von Übung haben wir aber noch nicht oft gemacht, also heißt es einfach weiter üben. Als dritte Aufgabe schickte ich sie erneut auf die erste Schüssel mit „Voran“, in der dieses Mal wieder Leckereien zu finden waren.

Unser Steadiness-Training baute ich am Schluss des Spaziergangs noch ein, indem ich Frieda absetzte und vier Pocketdummies neben und hinter sie warf. Anschließend rief ich sie ab. Das klappte wunderbar und Frieda war dabei auch sehr entspannt. Dennoch sind das solche Übungs-„Klassiker“, die ich mit ihr nicht oft genug machen kann.

Tag 3

Heute wollte ich nur kurz den Sitz-Pfiff im Anschluss an ein Voran wiederholen. Ich versteckte zwei Pocketdummies in einem dichten (schneefreien) Bewuchs. Frieda durfte dabei zuschauen und wurde anschließend zunächst aus 60, danach aus 50 Schritten Entfernung von mir mit „Voran“ ins Suchengebiet geschickt. Suchenpfiff, gefunden, zurück. Das dritte Mal schickte ich sie aus 40 Schritten Entfernung. Als sie im Suchengebiet war, gab ich ihr nach wenigen Sekunden den Sitz-Pfiff. Sie war zwar offensichtlich irritiert, blieb aber sofort stehen und schaute mich an. Hmmmmm, was dieser erhobene Arm nochmal zu bedeuten hat? Ach, ja, sitzen! Sobald sie saß warf ich jeweils ein Dummy rechts und links von ihr in die Wiese. Anschließend schickte ich sie mit „Rüber“ auf das zuerst geworfene. Super! Das zweite Dummy sammelte ich selbst ein.

Damit wollte ich es mit dem Einweisen gut sein lassen und so trainierten wir lediglich noch etwas Steadiness. Erneut warf ich Dummies neben und hinter Frieda, dieses Mal jedoch erschwert durch den zusätzlichen Reiz platzender Brottüten, die den Schuss simulieren sollten. Das fand Frieda auch deutlich spannender als am Tag davor, blieb aber ruhig und brav sitzen. Nach jedem Wurf belohnte ich sie deshalb mit einem Leckerchen. Zum Schluss rief ich sie erneut ab und sammelte die Dummies selbst ein. Gut gemacht!

Nun werden wir die nächsten Tage erstmal pausieren. Ich freue mich allerdings, dass wir wieder etwas ins Training reingefunden haben. Frieda ist im Gegensatz zu letztem November wieder deutlich heruntergefahren, was mich durchaus etwas hoffen lässt.

Der Ernstfall

Dezember 5, 2011

Heute war es so weit: Frieda und ich bekamen die Gelegenheit, den Ernstfall zu proben.

Wir waren gegen 10 Uhr auf unserer Hausroute im Wald unterwegs, als Frieda anfing, ganz aufgeregt die Nase in den Wind zu halten. Nun war es recht stürmisch, und da es bei uns im Wald sehr viel Wild gibt, kommt es bei dieser Witterung des Öfteren vor, dass Frieda etwas in die Nase bekommt. Wie immer habe ich sie herangerufen. Beim Zurückkommen trödelte Madame – abgelenkt von den Gerüchen – etwas. Ein kleiner Anraunzer reichte, um sie zu beschleunigen. Also setzten wir unseren Weg bei Fuß fort, denn ich wollte zunächst ihre uneingeschränkte Aufmerksamkeit zurückerlangen, bevor sie wieder frei laufen durfte. Solche Situationen haben wir recht oft, ich habe das duftende Wild jedoch bisher so gut wie nie zu Gesicht bekommen.

Nachdem das Fußlaufen prima funktionierte und Frieda geerdet und konzentriert war, ließ ich sie wieder laufen. Offensichtlich wohl zu früh, denn wenige Meter weiter sprangen plötzlich zwei ordentliche Brummer von Hasen aus dem Gras am Wegrand und gaben Fersengeld. Frieda startete durch und… ich rief „hey“ und gab den Doppelpfiff. Wirklich sofort ließ die Maus von ihrem Vorhaben ab und machte eine Kehrtwende in meine Richtung. Aller Steadiness zum Trotz gab es für dieses prompte Zurückkommen einen Wurf mit dem Pocketdummy zum Hinterhersprinten und natürlich viel, viel Lob.

Nach einem kurzen Spiel leinte ich Frieda zur Sicherheit an – was sich als richtig erwies, denn weniger als eine Minute später kreuzte auch noch ein Reh unseren Weg. Keine Ahnung, was heute los war, wir sind diese Strecke schon hunderte Male gegangen, ohne je ein Tier zu Gesicht zu bekommen.

Ich bin wirklich froh, dass unser Doppelpfiff sich heute auch im Ernstfall bewährt hat. Nichts habe ich mit so viel Aufwand und so gewissenhaft geübt wie dieses Kommando. Eben genau für diesen Fall. Dennoch habe ich nichts dagegen, wenn wir diese Situation nicht allzu oft erproben müssen. 😉

Blinder Käse und platzende Brottüten

November 20, 2011

Zwei Wochen ohne Apport sind bereits vergangen. Und soooo sehr vermissen wir die Dummies eigentlich gar nicht, oder Mausi? Wir haben nämlich blinde Käsestücke gejagt. Im Wald. Man würde gar nicht meinen, dass sich dort so viele der possierlichen kleinen Gelbtierchen verstecken. Um schneller an die Beute zu gelangen, haben wir angefangen, auf der Suche nach dem Käsetier zuammenzuarbeiten. Denn Frauchen hat irgendwie immer so eine ziemlich konkrete Ahnung, wo sich der nächste Leckerbissen verbirgt. Mit vollem Körpereinsatz weist sie den Weg, und wenn das Friedrich dann in der Nähe ist, ertönt immer ein ganz aufgeregter Pfiff – hier muss es sein!

Auf diese Art üben wir zur Zeit spielerisch das „Einweisen“. Ohne großen Anspruch an Präzision und ohne verbale Kommandos, dafür aber mit jeder Menge Körpersprache. Und es ist toll, wie gut das funktioniert. Frieda beobachtet mich sehr genau aus dem Augenwinkel beim Suchen und nimmt die Zeichen gut an. Und was mich besonders freut: Kommandos mit der Pfeife werden suuuuuuuper umgesetzt. Zunächst habe ich nur den Suchenpfiff eingesetzt – der sitzt momentan perfekt, Frieda nimmt aus vollem Lauf sofort die Nase runter, wenn er ertönt. Schießt sie über das Ziel hinaus, kann ich sie ebenfalls prima zurückpfeifen, um dann auf der richtigen Höhe den Suchenpfiff zu geben. Momentan kommen wir so sehr schnell zum Erfolg und es macht uns beiden, glaube ich, sehr viel Spaß. Irgendwann werde ich dann auch mal wieder anfangen, das gerade Voran und ein exaktes Rüber aufzubauen, aber momentan ist es so, ganz ohne Druck und Anspruch auf irgendwelche Linien, viel schöner. Da ich es uns jedoch nicht unnötig schwer machen will, gebe ich bei diesem Spaß-Einweisen eben keinerlei vebale Kommandos und Frieda startet auch nicht vom Fuß weg, sondern von dort, wo sie eben gerade ist.

Daneben haben wir letztes Wochenende Schüsse mittels platzender Brottüten simuliert. Ein Tipp von meinem Schwesterchen, der wirklich super ist. Das Geräusch ist richtig laut und einem Schuss wirklich sehr ähnlich. Frieda ließ sich auch gleich zu einigem Gefiepe inspirieren. Also haben wir sie mit Brottüten und fallenden Dummies so lange gelangweilt, bis sie sich damit angefunden hatte, dass wohl doch nichts vermeintlich Aufregendes passieren würde. Danach gab es ein kurzes Spiel und wir setzten unseren Spaziergang fort. Mal sehen, ob wir nachher eine nächste Session dieser Art durchziehen.

Wartezone reloaded

November 6, 2011

Da sind wir nun wieder, wo wir angefangen haben.

Heute gab es für Frieda mal wieder ein klassisches Wartezonentraining. So manches passiert, aber geschehen tut dennoch nichts. Frank und ich sind mit einem Rucksack voller Dummies zum Spaziergang aufgebrochen. An einer großen Wiese, die Frieda und ich gelegentlich zum Training nutzen, lud eine gemütliche Holzbank zum Verweilen ein. Gott sei Dank ist es momentan noch nicht so kalt, so dass man durchaus eine Weile im Freien herumlümmeln kann. Frieda wurde abgelegt und nach kurzer Zeit einige Dummies in der Wiese verteilt.

Und dann unterhielten Frank und ich über Weihnachswünsche. Für die Eltern, die Geschwister und so weiter. Das dauert… 🙂 Irgendwann bin ich mit Frieda dann ein Mal im Fuß über die Wiese an allen Dummies vorbei. Und das geschah ehrlicherweise sogar angeleint, da Madame tatsächlich so aufgeregt war, dass ich mir angesichts meiner neuerlichen Einspringerfahrungen nicht hunterprozentig sicher war. So klappte die Übung dann aber prima und es konnte viel Lob verteilt werden, danach gab es erneut ein ausgiebiges Geschenkegespräch. Anschließend noch eine Runde im Fuß, dieses Mal hob ich eines der Dummies auf und hielt es Frieda während des Gehens vor die Schnute. Seeeeehr fies, ich weiß. Auch diese Herausforderung meisterte sie gut, wenn auch sichtlich angespannt. Ihre ganze Körpersprache zeigte deutlich, dass wir diese Art von Training nun definitiv wieder häufiger betreiben müssen.

Zum Abschluss warf Frank noch einige Markierungen in die Wiese, während Frieda und ich zuschauten. Anschließend gingen wir ein Stück auf die Dummies zu, ich ließ Frieda absitzen und holte die grünen Säckchen selbst. Anschließend gab es eine Renn- und Toberunde mit Frauchen, um den Stress abzubauen. Danach setzten wir unseren Spaziergang fort.

Friedas Erregung während der ganzen Angelegenheit war doch erheblich. Das haben wir schon mal vieeeeel cooler hingekriegt. Also haben Frank und ich auf dem Rückweg zum Auto beschlossen, in den nächsten Wochen ein absolutes Apportierverbot walten zu lassen. Ich weiß, manch einer würde das wohl nicht für den richtigen Weg halten, doch in dieser Sache bin ich mir sehr sicher – denn wir hatten so bereits vorher gute Erfolge. Frieda soll also durch Nasenspiele und Futtersuche ausgelastet werden, die Dummies werden voerst nur dazu verwendet, die Maus zu langweilen. Und zwar so richtig.

Ich bin gespannt, wie sich die Sache entwickeln wird, und werde natürlich fleißig berichten!

Dummyferien auf dem Klaukenhof

Oktober 5, 2011

Nun sind wir wieder zurück, schade, die Tage vergingen wie im Flug. Hinter uns liegen dreieinhalb volle Tage intensives Training, viel Spaß mit netten Leuten und Hunden sowie jede Menge Infos, die meinen Kopf noch immer zum Brummen bringen.

Ingsgesamt waren elf Teams zum Dummy-Intensivtraining auf dem Klaukenhof angereist. Vier F-ler aus dem Paartaler Wurf, ein weiterer Flat, drei Labbies und drei Golden – eine bunt gemixte Truppe also. Die meisten Teilnehmer hatten schon öfters bei Iris trainiert und kannten sich gegenseitig, in Melanie mit Nala hatte ich aber eine weitere Mitstreiterin gefunden, die ebenfalls als Neuling in die Gruppe kam. Am erste Abend ließen wir die beiden Schwestern nochmal flitzen, bevor die Arbeit anfing – im Halbdunkeln konnnten wir anschließend nur raten, welcher Hund welcher ist. Eine gewissen Ähnlichkeit lässt sich auf keinen Fall verleugnen, bei besseren Lichtverhältnissen lässt sich jedoch erkennen, dass Frieda in Sache Länge nachwievor ungeschlagen ist. 🙂

Am nächsten Morgen ging es um 9 Uhr im traumhaften Gelände los. Zunächst traten alle gemeinsam an, Iris wollte sich einen Überblick über die Gruppe verschaffen. Erste Aufgabe: Einzelmarkierung aus der 11er-Line. Jucheih! O-Ton-Iris: „Ich will gleich mal sehen, was Sache ist.“ Wahlweise durften wir die Hunde angeleint oder unangeleint in der Line führen. Da mein Mantra für den ersten Tag „Coolness“ lautete, leinte ich Frieda todesmutig ab. No risk, no fun. Außerdem ist Madame einfach zu schlau – leine ich sie immer dann ab, wenn sie dran ist, fängt sie nach kürzester Zeit das Fiepen an, sobald ich nach der Halsung greife. Mein Mut sollte belohnt werden, denn obwohl um uns herum duchaus hin und wieder mehr als nur ein Hund losrannte und ein ordentliches Gejohle und Gebrüll herrschte, blieb Frieda wie angewurzelt sitzen und verkniff sich sogar protestierende Fiepser. Nachwievor belohne ich sie in solchen Situationen für das Sitzenbleiben, Schweigen und Blickkontakt mit mir (in dieser Reihenfolge) mit der Leberwursttube. Unser eigener Apport lief dann prima, Frieda meisterte auch das Zurückbringen auf die Line zu – was bei zehn dort stehenden Gespannen gar nicht so einfach für den Hund ist.

Bei einer weiteren Übung mussten die Hunde auf Entfernung sitzen bleiben, während zwei Dummies vor und hinter sie geworfen wurden, um anschließend durch eine Gasse der anderen Team abgerufen zu werden. Klappte dies, durfte der Hund von seinem neuen Standpunkt aus auf die Dummies geschickt werden. Auch diese Aufgabe meisterten alle Teams gut.

Bei der Einteilung kamen Frieda und ich in diejenige Gruppe mit Leuten, die eher weniger bei Iris trainieren – und waren damit in einem Team mit Melanie und Nala! Sehr schön. Ab diesem Zeitpunkt wurde abwechselnd in zwei Gruppen trainiert, wobei der Vor- und Nachmittag jeweils geteilt wurden. Wir waren an diesem Tag nochmals von 16-18 Uhr an der Reihe.

Eine Beschreibung der einzelnen Aufgaben würde hier den Rahmen sprengen. Ich werden bestimmte Dinge nochmal in einzelnen Beiträgen aufgreifen, wenn es darum geht, wie wir nun weiter üben. Am ersten Tag arbeiteten wir auch die zweite Session aus der Line – es ging wirklich zur Sache. Auch während der darauf folgenden Trainings arbeiteten mindestens stets zwei Hunde gleichzeitig. Die Tage waren demnach perfekt, um das routinierte Arbeiten in der Gruppe zu festigen. Ich hätte vor einem halben Jahr noch niemals nie gedacht, dass Frieda und ich hier solche Fortschritte machen würden. Einspringen ist nachwievor kein Thema, und auch wenn ich mich nicht darauf verlassen kann, dass ihr nicht doch hin und wieder ein leiser Fiepser entweicht, hat sie schon sehr gut verinnerlicht, dass nicht jedes fallende Dummy für sie gedacht ist. Oft wurden Hunde direkt neben uns und einmal sogar direkt neben uns an uns vorbei geschickt – alles kein Problem. Angesichts der Intensität und des Stresses eines solchen Trainings wurde natürlich auch fleißig für jedes geduldige Warten belohnt.

Ein weiterer Erfolg des zurückliegenden Training besteht in den Geländeerfahrungen, die Frieda gewinnen durfte. Insgesamt wurden viele Markierungen (meist als Memories) in unterschiedlichem Gelände, über unterschiedliche Distanzen und mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad gearbeitet. Dabei war es faszinierend, den Hunden beim Arbeiten zuzuschauen. Die Paartaler, die ich gesehen habe, erwiesen sich dabei allesamt als geländehart und unerschrocken. Bis auf wenige Ausnahmen markierte Frieda sehr gut, manchmal musste sie sich jedoch auch ans Dummy heranarbeiten. Dann konnte man förmlich das „Klick“ hören, wenn sie ihre Nase anschaltete, einfach schön. Insgesamt merkt man natürlich, dass sie noch ein junger Hund ist, dem hier und da die Erfahrung fehlt. Und genau dafür war das Taining perfekt, Frieda hat viel Neues kennengelernt.

Ich selbst habe von Iris wieder einige Tipps zur Körpersprache und speziell zum Einweisen bekommen. Ich habe jede Einzelheit sofort aufgesogen. Alle Verbesserungsvorschläge wurden sofort an Ort und Stelle ausprobiert und die Art und Weise, wie die Hunde positiv auf die Veränderung reagieren, gibt ihr in jedem Punkt recht. Nun bloß nichts davon vergessen! Durch ungünstiges Stopp-Pfiff-Training habe ich mir vor einiger Zeit einen Knoten ins „Voran“ gewurschtelt. Auch hier gab es wertvolle Hinweise und vor allem die Versicherung, dass wir das Problem auf jeden Fall wieder in den Griff bekommen werden.

Die Stimmung war während der gesamten Tage toll. Alle hatten Spaß, niemand war dabei, der auch nur eine Spur von Wettbewerb oder falschen Ehrgeiz in die Sache gebracht hätte. Die gemeinsamen Abende im Klaukenhof waren geprägt von gutem Essen, interessanten Gesprächen und Gemütlichkeit – leider wurde es für mich nur nie sehr spät, da ich stets stehend k.o. war und mich recht bald in mein Schlafgemach verkrümelt habe. Frieda hat in den Pausen meist tief und fest im Hotelzimmer geschlafen – dafür war ich wirklich dankbar, denn so konnte sie das intensive Training unbeschadet und gut überstehen.

Zum Schluss bekamen wir von Iris noch einige Tipps fürs weitere Training. Ich war einfach total stolz, als sie mir und Frieda große Fortschritte seit Pfingsten bescheinigte und explizit auch unsere Fußarbeit lobend erwähnte. Uffz. Es sei viel weniger Hektik in unserer gemeinsamen Arbeit und ich hätte die eigene körpersprachliche Ruhe gut umgesetzt. Unser weiteres Programm betrifft vor allem das Einweisen: Voran, Stopp-Pfiff, Hier-Pfiff und Suchen-Pfiff sollen separat und später kombiniert geübt und gefestigt werden. Iris meinte sogar, wir sollten noch diesen Herbst ruhig eine Dummy A probieren – hier bin ich aber noch etwas skeptisch, die erste Dummyprüfung hatte ich mir eigentlich erst für nächstes Jahr im Frühjahr vorgenommen. Aber auf jeden Fall eine sehr positive Bilanz, über die ich mich total freue. Und nun kann es weiter gehen!

Natürlich gibt es noch einiges Weiteres über die letzten Tage zu erzählen. Fotos werden auch noch folgen. Schaut doch einfach in den nächsten Tagen nochmal rein!

Auf zum Klaukenhof

September 28, 2011

Morgen ist es endlich so weit, die lang ersehnten Dummyferien auf dem Klaukenhof stehen vor der Tür. Offizieller Beginn ist ein gemeinsames Abendessen um 18:30 Uhr. Da Frieda und ich eine recht lange Anreise vor uns haben, werden wir morgen um diese Zeit wohl schon auf der Autobahn unterwegs sein.

Ich freue mich auf ein Wiedersehen mit Iris, deren Tipps vom Paartaler Treffen an Pfingsten uns in den letzten Monaten sehr weiter geholfen haben. Und auch einige der Teilnehmer von damals werden wieder mit von der Partie sein. Und endlich kommt es zu einem Treffen mit Melanie und Nala, mit denen ich schon seit Welpenzeiten in Kontakt stehe.

Die Voraussetzungen für ein perfektes verlängertes Trainingswochenende sind gegeben: Der Wetterbericht sieht spitze aus, Frieda ist nicht läufig und wir erfreuen uns beide bester Gesundheit. Allein unser privates Training hat in den letzten Wochen aufgrund diverser Reisen und jeder Menge Arbeit leider etwas gelitten. Nachdem Frieda in den letzten Tagen dann Anwandlungen spätpubertierenden Ungehorsams zeigte, gab es kurz vor der Abreise noch ein paar Privilegienentzüge für die junge Dame. Just so she remembers. 🙂

In the meantime

September 19, 2011

Kurz ein kleiner Abriss unserer Erlebnises der letzten Woche.

Am letzten Wochenende hat Frank sich bereit erklärt, mir bei der jagdlichen Ausbildung von Frieda unter die Arme zu greifen. Also gab es erneut ein kleines Training mit dem verbliebenen Schleppwild (eine Ente und ein Kaninchen). Angefangen haben wir mit Markierungen im Wald – erstmal sehen, ob Frieda die Ente mittlerweile ohne zu zögern annimmt. Schon bei den Vorbereitungen war gut zu erkennen, dass sie den Geruch des Getiers seeeeeehr spannend findet. Und so hastete sie voller Motivation los und brachte die Ente ohne weitere Ermunterungen zu mir. Allerdings packte sie das arme Tierchen das ein oder andere Mal am Flügel. Hier brauchen wir sicher einfach noch mehr Routine.

Nach jeweils zwei Markierungen mit beiden Wildarten, die zufriedenstellend gemeistert wurden, ging es an ein nahegelegenes Gewässer. Eigentlich sollte Frank die Ente ins Schilf werfen, doch leider war der Bewuchs um den See herum so verwuchert, dass es kein Durchkommen gab. Da ich den Wasserapport jedoch unbedingt mal ausprobieren wollte, wurde die Ente für den Anfang einfach mitten ins Gewässer geworfen. Oh, und das fand die Maus spannend! Beim Anblick der treibenden Ente leuchteten ihre Augen. Also schickte ich sie und war sehr erleichtert, als sie die Ente problemlos aufnahm, anschließend anlandete und prima in die Hand übergab. In unserem Fall lautet es also eher: Nasse Ente ist super! Trockene Ente… muss nicht sein.

Als letzte Aufgabe folgte eine Schleppe mit dem Kaninchen. In der Zwischenzeit hatte ich die Schleppenarbeit hin und wieder mit einem Dummy geübt. Probleme bereiten uns jedoch weiterhin die Winkel, die Frieda einfach gern überläuft und dann in eine Freiverlorensuche übergeht, wenn sie die Schleppe nicht schnell genug wieder findet. Wir starteten mit einer Strecke von 60 Metern geradeaus, bevor ein runder 90°-Winkel und weitere 45 Meter geradeaus kamen.  Schleppenarbeit macht Frieda auf jeden Fall riesigen Spaß. Fängt das Ritual an, bei dem ich ihr zunächst den „Anschuss“ zeige, ist sie immer sehr konzentriert und voller Vorfreude. Auf der Schleppe arbeitet sie nachwievor meist mit tiefer Nase direkt auf der Schleppe – was mitunter ziemlich witzig aussieht, wenn sie Fahrt aufnimmt. Die Hinterbeine sind dann immer schneller als die tiefe Nase, weswegen sie häufig in einen Hoppelgalopp übergeht, bei dem sie beide Hinterbeine gleichzeitig an ihren Ohren und ihrer Nase vorbei nach vorne schleudert. Zunächst überlief die den Winkel kurz, suchte etwas, fand dann aber schnell die weitere Spur und brachte das Kaninchen sofort zu mir. Super! Ich war sehr glücklich mit unserem Training an diesem Tag.

In den letzten drei Tagen waren wir mal wieder im hessischen Heimatland unterwegs, da Frank und ich auf eine Hochzeit eingeladen waren. Frieda verbrachte den Samstag fast komplett bei meinen Eltern, aber nach eigenen Aussagen kamen alle drei prima miteinander aus. Obwohl Frieda auch dieses Mal ziemlich unausstehlich weil sehr aufdringlich und hibbelig wurde. Tja, so ist das, wenn man die Familie besucht. Die viele Aufmerksamkeit steigt Hundi dann immer ziemlich zu Kopfe. 🙂

Außerdem ereilte uns in der letzten Woche die großartige Nachricht, dass mein Schwesterchen samt hündischem Anhang im nächsten Jahr für längere Zeit Deutschland besuchen wird. Juchuuuuuh! Wir freuen uns schon sehr auf ein Wiedersehen mit Kathrin und Jamie sowie natürlich das Kennenlernen des jüngsten Sprosses, Pippin. Leider wurde die Vorfreude kurz darauf etwas getrübt, als mir auffiel, dass Friedas Läufigkeit rein rechnerisch genau in die Zeit fallen könnte, in der wir gemeinsame Urlaubspläne schmiedeten. Nun war sie bisher ja nur zwei Mal läufig, deshalb hoffe ich, dass das mit dem Abstand vielleicht noch nicht ganz so aussagekräftig ist und es nicht zum Worst Case kommen muss. Das wäre vielleicht eine Frage an die anderen Hündinnenbesitzer, was meint ihr?

Standruhe und Fußarbeit

September 4, 2011

Wer auf originellere oder neuere Themen wartet, ist bei uns leider fehl am Platze. 🙂 Dies sind nachwievor unsere beiden Großprojekte, die wir mal mit mehr und mal mit weniger Leidenschaft vorantreiben. Insbesondere das Fußlaufen übe ich mit Frieda regelmäßig auch auf unseren Spaziergängen. Steadiness ist mittlerweile höchstens noch in der Gruppe oder in fremden Situationen ein Thema, weswegen ich hier mittlerweile beim Solotraining an meine Grenzen komme.

Gelegenheit zum Üben unter erschwerten Bedinungen gab es am Freitag, als wir uns mit zwei weiteren Gespannen aus der Dummygruppe zu einem privaten Training trafen. In allen Situationen eines solchen Trainings zeigen sich weiterhin große Fortschritte gegenüber unseren Anfängen. Frieda war sogar bei der Ankunft im Gelände und dem ersten Herauslugen aus dem Kofferraum still. Auf dem Weg ins Gelände ist ebenfalls eine stetige Verbesserung der Leinenführigkeit zu verzeichnen, auch wenn ich wünschte, dass dieses Thema schon lange gar keines mehr wäre.

Angefangen haben wir mit einer Freiverlorensuche in einem mit Gräsern, Heide, Sträuchern und Tannen dicht bewachsenen Grünstreifen. Damit das Ganze auch ein bisschen Spaß macht, haben wir uns in einer Line aufgestellt und die drei Hunde abwechselnd ins Suchengebiet geschickt. Alle drei haben diese Aufgabe super gemeistert und haben sich unangeleint vorbildlich verhalten. Lediglich Friedas penetrante Blicke sagten mir, dass sie überhaupt nicht verstehen konnte, warum die anderen Hunde erwas suchen sollten, wo sie doch am besten über die Aufenthaltsorte der Dummies Bescheid wüsste. 🙂 Schlauberger. Von den zehn versteckten Dummies holte jeder Hund drei Stück, bevor wir allesamt auf die langwierige Suche nach dem zehnten gehen mussten.

Anschließend stellten wir eine Aufgabe aus dem Schnupperworkingtest nach, bei der Fußlaufen unter Ablenkung gefragt war. Hier schlugen sich alle Vierbeiner recht gut – man sieht schon, dass die Anspannung auf einem Workingtest doch beträchtlich höher ist. Ganz ohne Korrekturen und Lob komme ich mit Frieda allerdings noch nicht aus, hier müssen wir eben weiter üben.

Als letztes war ein Appell auf einer großen Wiese an der Reihe. Auch hier hatten alle sichtliche Fortschritte gemacht, und nachdem ich Friedas Geschwindigkeit auf den ersten Metern zwei Mal gebremst hatte, verlief der Rest der Aufgabe vorbildlich.

Man kann also sagen, dass die Basics im Gruppentraining durchaus immer besser klappen. Wie wir in der Oberpfalz erfahren haben, ist die Situation auf einem Workingstest natürlich eine noch größere Herausforderung. Die bisherigen Fortschritte lassen jedoch hoffen, dass wir uns auch daran gewöhnen werden. An einer anderen Stelle sieht es jedoch seit geraumer Zeit nicht so gut aus: Das „Voran“ macht uns immer noch Kummer. Zermürbend daran ist, dass ich eigentlich genaus weiß, wo die Fehler im Aufbau gelegen haben (natürlich bei mir). Trotzdem finde ich es speziell bei dieser Aufgabe bemerkenswert, wie sehr meine theoretischen Vorüberlegungen und mein Wissen von der eigentlichen praktischen Umsetzung abweichen. Zu oft ist es mir passiert, dass ich die Aufgabe unwissentlich zu schwer aufgebaut oder wichtige Trainingsschritte übersehen habe.

Deswegen fangen wir jetzt nach einer längeren Pause wieder ganz von vorne an, was das „Voran“ angeht. In der letzten Woche haben wir damit begonnen, dass Frank, Frieda und ich zur täglichen Fütterungszeit am späten Nachmittag mit Schüsseln und Futter auf die benachbarte Wiese ziehen, um nochmals den Befehl von Grundauf aufzubauen. Ziel dieser Unternehmung ist es, das Voranschicken für Frieda nach einiger von mir verschuldeter Verunsicherung wieder positiv zu belegen und zu ritualisieren. Dabei achte ich dieses Mal peinlichst genau darauf, nicht zu schnell vorzugehen und den Schwierigkeitsgrad der Aufgaben nur langsam und durchdacht zu steigern. Bisher klappt alles wunderbar, ich bin gespannt, wie es sich in den nächsten Wochen entwickelt.

Wild ich oder wild ich nicht?

August 26, 2011

Nachdem sich mir in den letzten Wochen im Jägerkurs eine neue Welt eröffnet hat, ist in mir langsam der Wunsch erwacht, auch Frieda an das Arbeiten mit Wild heranzuführen. Also habe ich je zwei Kaninchen und zwei Enten bestellt und sie zunächst in meiner Gefriertruhe zwischengelagert. Denn wie der Zufall es so will, bot sich in der folgenden Woche ein längst fälliges Treffen mit Ivonne und Fiene an, die beide durch ihre Vorbereitung auf die JP/R schon erste Erfahrungen mit Wild gesammelt haben. Also wurden die Tierchen in die Kühlbox gepackt und ins Hessenländle kutschiert, wo wir uns zu einem gemeinsamen Trainingsnachmittag trafen. Auch Jens und Gizmo waren mit von der Partie, die Runde war also perfekt.

Im Gelände angekommen begannen wir mit der Gewöhnung an die Ente. Diese war Frieda zunächst schon ein wenig suspekt, doch mit viel Körper- und Stimmeinsatz konnten wir Madame davon überzeugen, dass das Federvieh doch ein äußerst begehrenswertes Beuteobjekt ist. An dieser Stelle gebührt mein Dank Ivonne, die wirklich mit Leib, Seele und guten Ratschlägen dabei war!

Action mit Entlein:

Bei der ersten Markierung zeigte sich, dass Frieda noch Probleme hatte, die Ente vom Boden aufzunehmen – wie greife ich das Ding nur richtig? Als Zwischenlösung half ein Nylonstrumpf aus, der das widerspenstige Federvieh in eine etwas kompaktere Form presste. Nachdem diese Hürde genommen war, erwies sich auch der Apport ohne Strumpf als machbar. Momentan braucht die Maus noch einiges an Ermunterung und die Abgabe sieht auch noch nicht so schön aus wie mit dem Dummy. Aber das sind die Details, an denen man noch lang genug feilen kann, denn erstmal ist entscheidend: Frieda wild.

Als nächstes ging es ans Kaninchen. Ivonne hatte bereits prophezeit, dass das Fellknäuel sicher kein Problem mehr darstellen würde, wenn das Federvieh bereits getragen wurde – und so war es auch. Kaninchen hat ja auch eine wesentlich tragefreundlichere Form. 🙂 Nachdem Frieda problemlos aufnahm, testeten wir eine Markierung, was wunderbar klappte. Puh, geschafft!

Fürs Erste waren wir nun durch, sowohl für Frieda als auch für mich waren das schon viele neue Eindrücke, die es zu verarbeiten galt. Die Maus war bei alledem noch sichtlich angeschlagen vom hinter uns liegenden Workingtest, die Hitze tat ihr Übriges dazu.

Doch zwischendurch gab es ja auch immer wieder Gelegenheit, den anderen Teams beim Arbeiten zuzuschauen. Gizmo schien auf die Herausforderung „Wild“ geradezu gewartet zu haben. Er zeigte wenig Berührungsängste und apportierte fleißig und schön. Fiene machte ihrem Ruf als Flitzemaus alle Ehre – schnell und begeistert arbeitete sie ihre Markierungen und eine Suche.

In neuem Gelände widmeten wir uns zum Abschluss noch dem Fach „Schleppe“. Ivonne zog eine Schleppe für Fiene und erklärte uns dabei, worauf man beim Training dieses Aufgabentyps zu achten hat. Fiene meisterte ihren Part perfekt – es ist wirklich super schön, einem Hund beim Arbeiten zuzuschauen! Ivonne war zurecht stolz auf ihre Maus. Frieda durfte zum Abschluss auch noch ein kurzes Stück Schleppe arbeiten, für den Anfang ohne Haken. Langsam aber konzentriert arbeitete sie die Spur aus, fand und brachte das Stück. Yippppie! Super, Spatz! Und ich verspreche Dir, wenn Du ausgeruht bist und es weniger heiß ist, macht das alles noch viiiiieeeel mehr Spaß.

Zum Schluss durften die Vierbeiner nochmal ordentlich Dampf ablassen und sich zur Abkühlung in die Fluten stürzen.

Schließlich ging ein toller und für alle erfolgreicher Nachmittag zu Ende. Frieda war total k.o. und ist es, glaube ich, immer noch. Nachdem nun die erste Hürde in Sachen jagdliches Arbeiten genommen ist, werden wir erstmal ein bisschen pausieren, bevor weiter an der Routine gefeilt wird.