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Unser erster Workingtest…

August 13, 2011

… naht.

Nächsten Sonntag, am 21. August, haben wir einen Startplatz beim Schnupper-Workingtest der BZG Oberpfalz. Ich bin schon soooo gespannt – und freue mich auf dieses ganz neue Erlebnis. Anke und Biscuit werden zum Glück auch dabei sein und außerdem kenne ich noch zwei weitere Teams, die sich der Herausforderung stellen. Es ist doch immer ganz schön, bekannte Gesichter um sich zu haben.

Gestern waren wir mal wieder zum Training beim freien Dummytreff. Ich war total stolz auf meine Maus, sie macht das wirklich immer cooler und hat bis auf ein paar winzig kleine, kaum hörbare Fiepserchen nach dem Herausholen aus dem Auto (neue Situation usw.) war sie absolut still. Parallel dazu habe ich versucht, die Leckerchendosis des letzten Trainings etwas herunterzufahren und ihr während der eigentlichen Aufgaben nichts mehr gegeben. Davor und danach blieb aber ja noch genügend Möglichkeit zum ausgiebigen Belohnen, was Madame durchaus versöhnlich gestimmt hat.

Angefangen haben wir mit einer Doppelmarkierung. Die erste Markierung wurde aus einem Gebüsch in ungefähr 40 Metern Entfernung auf eine kurz gemähte Wiese geworfen. Die zweite fiel in 90° zur ersten über einen dicht bewachsenen schmalen Wassergraben auf die andere Seite der Wiese, sodass die Hunde einen Geländewechsel zu überwinden hatten. Da unsere Vorgänger hier allesamt Probleme hatten, habe ich Frieda zuerst auf M2 geschickt, damit die Überwindung des Geländewechsels nicht gar so schwierig werden sollte. Tatsächlich ist sie auch ohne zu zögern über den Graben gegangen – jedoch nicht in Höhe der Markierung. So ganz verstanden habe ich die Maus gestern nicht, es sah teilweise etwas kopflos aus, was sie tat. Auf der anderen Seite des Grabens hat sie dann jedoch schnell angefangen in Richtung der Fallstelle zu suchen, sodass es defintiv auch keine Freiverlorensuche wurde.

Beim Schicken auf M1 sah es ähnlich aus. Erst sah alles ganz gut aus, dann suchte sie jedoch eher von der Fallstelle weg, bevor sie diesmal wirklich zu einer großen Suche überging, da sie nicht sofort fündig wurde. Also Doppelpfiff und „Hier“. Wie immer bekam Frieda fürs Reinkommen aus der Suche ein Dummy von mir zugeworfen, dass sie mitbringen durfte. Da ich eigentlich dachte, einer Markierung auf flacher Wiese sei kein Problem für meinen Flitzer, habe ich sie erneut angesetzt und geschickt. Da sie sofort wieder abdriftete, musste ich sie leider wieder ranpfeifen. Also warf Christine die Markierung ein zweites Mal. Blickkontakt, warten, „Apport“! Dieses Mal kam sie sofort zum Dummy und brachte es zurück. Das gab natürlich ein großes Lob! So ganz sicher bin ich jedoch nicht, ob die Markierungen zu schwer waren, Frieda zu unkonzentriert oder womöglich erneut der viele Blickkontakt zwischen uns beiden dafür gesorgt hat, dass sie nicht so gut markiert hat. Trotz alledem ist das Wichtigste für mich jedoch weiterhin, dass Frieda ruhig und geduldig auf meine Kommandos wartet. Dies ist weiterhin unser oberstes Gebot und Ziel.

Die zweite Aufgabe war eine erneute Einzelmarkierung über den Graben. Da viele Hunde hier Probleme hatten, wollten wir den Geländewechsel nochmals üben. Nach dem Fallen der Markierung bin ich mit Frieda noch ein Stück parallel zum Graben Fuß gelaufen, da ich sie nicht zu oft ohne größeren Zwischenschritt auf Marks schicken wollte. Trotzdem hat sie sich die Fallstelle super gemerkt und das Dummy ohne Probleme gebracht. Fein.

Anschließend versuchten wir uns auf meinen Wunsch das erste Mal an einem Walkup zu zweit. Bisher habe ich dieses Fach vermieden, weil ich Frieda und mich nicht überfordern wollte. Doch angesichts der Fortschritte der letzten Wochen fand ich, dass es an der Zeit war, auch diese Herausforderung nun anzunehmen. Ausschlaggeben dafür war vor allem, dass Frieda sich zuletzt völlig ruhig verhielt, wenn wir anderen Hunden beim Arbeiten zugeschaut haben. Dafür habe ich sie extra unangeleint neben mit ins Fuß gesetzt und stets belohnt, wenn sie ruhig die Markierungen und den Apport der anderen Hunde verfolgte, um anschließend Blickkontakt mit mir aufzunehmen.

Zu zweit machten wir uns auf einer gemähten Wiese auf den Weg. Nach etwa 15 Metern kam ein Geräusch vom Werfer (in diesem Falle Frank, der so nett war, uns an diesem Tag zu helfen). Beide Hunde setzten sich sofort hin und beobachteten anschließend die fallende Markierung. Anschließend durfte zunächst unsere Team-Kollegin ihren Hund zum Apport schicken. Frieda saß unangeleint wie angewachsen. Super! Dafür gab es auch während der Aufgabe eine kleine Belohnung, schließlich war das ein ganz besonderer Moment. Anschließend ging es weiter im Fuß. Dabei merkte ich, dass Frieda nun definitiv mehr Gas gab, da sie in Richtung der alten Fallstelle wollte. Da musste ich die Kleine körpersprachlich etwas ausbremsen. Dann folgte erneut ein Geräusch, eine Markierung und diesmal durfte ich Frieda schicken. Auch das klappte prima.

Zuletzt gab es noch einen Einzel-Walkup, bei dem zunächst eine Markierung fiel, Hund und Hundeführer dann aber weiterliefen. Erst einige Zeit später durfte der Hund auf ein zweites Geräusch hin geschickt werden. Auch hier schlugen wir uns gut und ich war insgesamt total glücklich mit unserer Leistung von gestern. Nachwievor ist der brenzlige Moment stets der Beginn eines Trainings, bei dem Frieda immer noch sehr aufgeregt ist. Lief die erste Aufgabe gut, scheint auch der Rest kein großes Problem mehr zu sein, was das Fiepen angeht. Ich hoffe einfach, dass wir es beide nächsten Sonntag auch schaffen, so cool zu bleiben. Ich wahrscheinlich nicht. Also werde ich Frieda sicher keine Vorwürfe machen, egal, wie es läuft. 🙂 Hauptsache es macht Spaß und wir lernen etwas. Alles andere ist kein Beinbruch.

 

Stille

Juli 9, 2011

Gestern war ich mal wieder mit Frieda beim Gruppentraining. Wie im letzten Post zu lesen war, hatte ich mir vorgenommen, Frieda kein Dummy holen zu lassen, wenn sie wieder eine erkennbar hohe Erwartungshaltung zeigen sollte.

Im Gelände angekommen stellte sich der Plan als schwer umsetzbar heraus, da aufgrund der Temperaturen Wasserarbeit angesagt war. Obwohl es natürlich zahlreiche Möglichkeiten gibt, einen Hund auch am Wasser nicht apportieren zu lassen, wollte ich das Training ungern als einzige verkomplizieren – die anderen sind bei allem immer recht schmerzfrei.

Wenn Frieda gefiept hätte, hätte ich wohl jemand anderne gebeten, seinen Hund das Dummy holen zu lassen. Aber es kam alles ganz anders. Bereits beim Warten war Frieda erfreulich still. Um die Erwartungshaltung nach dem Ableinen nicht so in die Höhe schießen zu lassen, habe ich Frieda einfach schon abgeleint während die anderen Hunde gearbeitet haben. Dabei haben wir konzentrierte Fußarbeit und ein paar Steadinessübungen mit Dummy gemacht. Um dem übermäßigen Fixieren der Beute und dem damit verbundene Fiepen vorzubeugen hatte ich wieder sehr leckere Bröckchen in meiner Westentasche, die ich bei der Aufnahme von Blickkontakt spendabel verteilt habe. Und ich kann nur sagen: Gott sei Dank steht mein Hund auf Essen! Immer wieder höre ich von Hunden, die in Trainingssituationen, wenn der Trieb ordentlich angekurbelt ist, gar kein Futter annehmen. Da muss man dann schon sehr erfinderisch werden, um die Aufmerksamt des Vierbeiner auf sich zu lenken. Bei Frieda klappte das gestern ganz wunderbar – fast zu wunderbar.

Die erste Aufgabe war eine Einzelmarkierung ins Wasser, wobei jeder selbst entscheiden konnte, wann und von wo aus er den Hund schickt. Obwohl Frieda Wasser mag, sieht sie es bisher nicht als etwas soooo Besonderes an, sodass wir gut im Fuß zu unserer Startposition gekommen sind. Dann kam der erste spannende Moment: Das Dummy wurde mit Geräusch ins Wasser geworfen. Fiept sie oder nicht? Nein, sie hat nicht gefiept – stattdessen gleich der fragende Blick zu mir und: Leckerchen rein und umdrehen. Da die Maus sehr geduldig und aufmerksam war, durfte sie das Dummy anschließend holen.

Bei der nachfolgenden Aufgabe – einer Doppelmarkierung im Wasser und an Land ins hohe Gras – klappten die Vorbereitungen ebenfalls wunderbar und vor allem völlig lautlos. Leider schaute Frieda mich so konzentriert immer wieder an, dass sie an Land nicht besonders gut markiert hat. Dass Dummy im hohen Gras zu finden, war ohnehin schwer. Als sie nicht fündig wurde, habe ich sie zurückgepfiffen. Fürs schnelle Reinkommen werfe ich ihr momentan immer ein Dummy zu, das sie dann mitbringen darf – Flatnasen tendieren ja eher zum Weiterjagen bis der Arzt kommt, da muss sich das Zurückkommen auch lohnen. Danach habe ich sie ins Wasser geschickt, was problemlos geklappt hat. Zum Schluss haben wir nochmal die Markierung im Gras wiederholt, die sie dieses Mal besser markiert und entsprechend auch gefunden hat. Bei alledem war die Kleine komischerweise erstaunlich unaufgeregt und gelassen. Scheinbar ist das Training bei uns immer noch sehr tagesformabhängig.

Insgesamt war ich mit der Wasserarbeit sehr zufrieden. Die Abgabe klappte gut und vor allem war Frieda sehr steady. Dass bei der Doppelmarkierung erst die Landmarkierung geholt werden sollte und die Hunde dabei sogar ein Stück am Ufer entlang rennen mussten, hat viele zum Umschwenken ins Wasser verführt. Zumindest gestern gab es bei uns hier keinerlei Probleme. Dass viele Anschauen und die schmackhaften Leckerchen haben dazu geführt, dass Frieda nicht gut markiert hat, weil sie sich zu stark auf mich konzentriert hat. Aber ehrlich gesagt: Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich das bei diesem Hund zu einem Problem entwickelt. Lieber mache ich erstmal so weiter, um unsere Kommunikation zu fördern und die Erwartungshaltung in Richtung Dummy zu schmälern. Der Rest lässt sich wahrscheinlich schneller wieder herstellen, als mir liebt ist. 🙂

Als letzte Aufgabe wollten die anderen noch eine Einzelmarkierung im hohen Gras wiederholen, da viele der Hunde hierbei Probleme gehabt hatten. Da ich Frieda mit so vielen Markierungen nicht unnötig hochpushen wollte, wo es doch gerade so gut lief, habe ich die Gunst der Stunde genutzt und mit ihr im Fuß ohne Leine den anderen beim Markieren und Apportieren zugeschaut. Mit vielen Belohnungen natürlich, und es lief wunderbar. Jedes fallende Dummy wurde angeschaut, aber danach ging der Blick gleich zu mir, und ich habe sie fürs ruhige Warten bestätigt. So macht das richtig Laune!

Natürlich bin ich gespannt, wie das nächste Training läuft. Unsere Leistung ist bisher ja eher wechselhaft. Aber ich bin fest entschlossen, den gestrige Weg weiter fortzuführen, und Frieda im Gruppentraining noch mit vielen Leckereien fürs Warten und Konzentration zu belohnen. Sicher werden wir die Hilfen auch irgendwann wieder abbauen müssen – aber alles der Reihe nach.

Durchwachsen

Juli 2, 2011

So lautet das Fazit unsere gestrigen Trainings in der freien Dummygruppe.

Fünf Mensch-Hund-Teams waren zum Training mit Schuss in einem tollen Gelände zusammengekommen. Frieda benahm sich zunächst prima, die Leinenführigkeit in Anwesenheit anderer Hunde wird gemessen an unseren anfänglichen Problemen immer besser. Mit der Umhängeleine fühle ich mich dabei sehr wohl, ich kann mich tatsächlich viel besser auf meine Körpersprache konzentrieren.

Für die erste Aufgabe wurde der Hund auf einer Wiese abgesetzt, während man selbst ein Stück weiter ging. Dann fiel am Waldrand zwischen Hund und Hundeführer eine Markierung, woraufhin wir den Hund zu uns rufen und anschließend die Markierung selbst einsammeln sollten. Diese Übung hat bei uns prima geklappt, und um die Spannung etwas abzubauen, bin ich danach ein Stück mit Frieda gerannt.

Das Warten zwischen den Aufgaben funktionierte ebenfalls recht ordentlich, Frieda war weitestgehend ruhig und hat sich mit der Situation gut abgefunden. Zwar kaut sie zum Stressabbau immer noch gern Gras oder Holz in der Wartezone, aber auch auf Anraten von Iris hin, lasse ich sie das tun – wenn sie sich so besser entspannen kann, werde ich nicht noch zusätzlichen Druck auf sie ausüben.

Leider haben wir stattdessen momentan ein Problem mit der Erwartungshaltung, wenn Frieda und ich bei Fuß ins Gelände gehen. Das Wissen, dass jetzt gleich eine Aufgabe kommt, pusht Frieda zur Zeit ziemlich – während sie früher eher in der Wartezone gefiept hat, hat sie momentan eher Probleme, wenn es ans Arbeiten geht. Das ist natürlich ziemlich kontraproduktiv…

Wie immer habe ich alle Aufgaben so aufgebaut, dass Frieda nie sofort auf ein Dummy geschickt wurde, sondern immer Fußarbeit oder eine andere Aufgabe dazwischen lag. Natürlich habe ich sie auch nie geschickt, wenn sie gefiept hat, sondern mich bemüht, die Tipps von Iris umzusetzen: Blickkontakt wird immer belohnt, zum Wegdrehen von Dummies ruhig Leckerli zur Hilfe nehmen, beim Fiepen nach dem Fallen eines Dummies Frieda entschieden blocken und wegdrehen. Dennoch wurde es gestern auch mit der Zeit nicht wirklich besser.

Wenn sie gearbeitet hat, war Friedas Leistung hingegen wie immer tadellos. Markieren, Suchen, Bringen, Abgeben – alles kein Problem. Dennoch haben wir auf die letzte Aufgabe verzichtet, und ich habe stattdessen unseren Helfer gebeten, einfach noch ein paar Markierungen für uns zu werfen. Ziel dabei sollte es sein, dass Frieda mich nach dem Fallen des Dummies sofort anschaut, wofür ich sie dann mit Leberwurst belohnen wollte. Fiept sie, anstatt mich anzuschauen, blocke ich sie vom Dummy weg. Holen durfte sie keines der Dummies. Natürlich muss man bei so etwas immer aufpassen, dass man den Hund nicht zu sehr frustriert und dadurch die Spannung erhöht. Allerdings habe ich im Einzeltraining positive Erfahrungen mit dieser Art von „Abstumpfungstraining“ gemacht – je öfter ich den Ball wegkullern ließ, ohne dass Frieda ihn holen durfte, desto entspannter wurde sie mit der Zeit.

Die Übung hat recht gut geklappt, ich musste Frieda nur einmal zurückdrängen. Allerdings habe ich gemerkt, dass sie immer ziemlich an ihrer Belastbarkeitsgrenze war. Leider ist es so, dass sie mit mir allein oder mit Frank als Helfer mittlerweile in jeder Situation absolut still und steady ist, sodass ich für diese Art von Training auf jeden Fall eine Gruppe brauche. Deswegen habe ich gestern Nacht 🙂 bechlossen, beim nächsten Mal einfach die Übungen mitzumachen, aber alle Dummies selbst zu holen. Stattdessen werde ich Frieda immer ein Spiel oder etwas anderes Tolles als Belohnung und zum Ausgleich anbieten. Wir müssen einfach dringend weg von der hohen Erwartungshaltung in der Gruppe.

Inhaltlich arbeiten wir, wenn wir allein sind, sonst zur Zeit am Voran auf mehrere Fixpunkte mit immer enger werdenden Winkeln, am Aufbau der Entfernung beim Voran sowie am Stopp-Pfiff in Kombination mit Dummies.

 

 

Nachtrag: Bilder vom Paartaler Treffen

Juni 24, 2011

Die Bilder sind nun online.

Ab- und Zusagen

Juni 15, 2011

Eigentlich waren wir in zwei Wochen für ein Dummyseminar mit Petra Ritzerfeld gemeldet. Da Madame zu diesem Zeitpunkt vermutlich mitten in der Standhitze ist, mussten wir die Teilnahme leider absagen. Momentan bin ich noch auf der Suche nach jemandem, der unsere Platz übernehmen möchte. 😉 Es ist tatsächlich sehr schade, dass wir nicht teilnehmen können. Petra wurde uns von Carolin explizit empfohlen.

Da man es aber nunmal nicht ändern kann, freuen wir uns umso mehr, dass wir dafür einen neuen Termin im Trainingskalender stehen haben: Ende September geht es für sage und schreibe vier Tage auf den Klaukenhof zum Training mit Iris und vielen anderen vom letzten Paartaler Wochenende. Wir freuen uns jetzt schon darauf! Bis dahin wird fleißig geübt, Hausaufgaben haben wir ja einige bekommen. 🙂

Trainingswochenende mit den Paartalern

Juni 13, 2011

Gleich vorweg kann ich sagen: Es war ein tolles Wochenende!

Am späten Freitagnachmittag sind Frank, Frieda und ich angereist. Vor Ort haben wir gleich die ersten anderen „Pioneers“ kennengelernt und nach und nach trudelten immer mehr ein. Bei einem ersten gemeinsamen Abendessen kam man dann ins Gespräch und schnell stellte sich heraus, dass sich die meisten anderen bereits kannten. Die Runde war sehr nett, und so war ich am Samstag vor dem ersten Training zwar schon etwas aufgeregt, aber vor allem neugierig und gespannt.

Insgesamt waren 13 Hunde fürs Training angemeldet, davon 10 Pioneers, von denen 5 F-ler und somit Geschwister von Frieda waren. Iris teilte uns in zwei Gruppen ein, Frieda und ich waren zusammen mit den anderen F-lern in der Anfängergruppe. Jede Gruppe bekam eine Vormittags- und eine Nachmittagssession, sodass die Wartezeiten nie zu lang wurden.

Da das Training Samstag und Sonntag stattfand und sehr intensiv war, werde ich es wohl nicht schaffen, jede Einzelaufgabe zu berichten. Die Aufgaben bestanden aus viel Fußarbeit frei bei Fuß, Steadinesstraining auch in der Line, Markierungen, die stets als Memories gearbeitet wurden, und ein paar Vorans auf alte Fallstellen. Auch das Abstoppen beim Voran stand auf dem Programm, doch da die meisten Teams hier noch große Probleme hatten – insbesondere auch Frieda und ich – wurde uns dieses Projekt als Hausaufgabe dringend ans Herz gelegt.

Im Vergleich mit den anderen Pioneers wurde sehr schnell klar, dass Frieda nicht das einzige Powerpaket in der Familie ist. Die optischen und charakterlichen Unterschiede zwischen den Wurfgeschistern waren dennoch erstaunlich groß. Angesehen hat man vielen die Verwandtschaft nicht, und von den anwesenden Damen und Herren war Frieda dann doch die größte und längste. Tatsächlich gab es ebenso zierliche Exemplare mit sehr viel Fell – eigentlich das komplette Gegenteil von Frieda. Auch charakterlich waren unterschiedliche Typen zu erkennen. Insgesamt macht „Die Wilde 13“ ihrem Namen alle Ehre – keiner der F-ler ist eine Schlaftablette. Rückblickend würde ich Frieda hier jedoch auch zu den triebigeren, schnelleren ihrer Geschwister zählen.

Während des Trainings haben wir vor allem für die Fußarbeit und unser Fiepproblem super hilfreiche Tipps bekommen. Mal wieder zeigte sich, wie sehr das Training auf den individuellen Hund und Hundeführer eingestellt werden muss. Während ich bei meinem Seminar mit Rita noch gehört hatte, der Hunde solle nach dem Fallen einer Markierung nicht Blickkontakt mit dem Hundeführer aufnehmen, da das Wegschauen die Markiergenauigkeit verschlechtert, spielte am vergangenen Wochenende eine ganz andere Musik. Tatsächlich soll ich Frieda erst schicken, wenn sie durch Anschauen Kontakt mit mir aufgenommen hat. Um den extremen Drang nach Vorne und die damit verbundene hohe Erwartungshaltung zu verringern, ist es unabdingbar, dass zwischen einer Markierung und dem Schicken des Hundes mindestens ein weiterer Schritt steht. Insgesamt arbeiteten wir meist Doppelmarkierungen als Memories, die Hunde wurden also nie direkt geschickt. Dabei zeigte sich schnell, dass ich mir um die Markierfähigkeit von Frieda zunächst ohnehin keine Gedanken machen muss – obwohl sie manchmal einen Moment gebraucht hat, hat sie noch jedes Dummy in ordentlichem Tempo gefunden.

(Rückblickend zeigt sich, dass das eine Training bei Rita für Frieda und mich dann doch ziemlich kontraproduktiv war, was die Erwartungshaltung und das Fiepen angeht. Hinterher ist man immer schlauer, auch wenn ich von verschiedener Seite im Vorfeld bereits gewarnt worden war. 🙂 Doch ich glaube fest daran, dass noch nichts passiert ist, was sich nicht auch wieder ausbügeln ließe.)

Im Einzeltraining mit Frieda tauchen die genannten Probleme (natürlich) nie auf, hier arbeite ich selten mit Markierungen und Frieda ist dann ohnehin sehr steady. In der Gruppe sieht das Ganze schon anders aus, doch ich habe tolle Tipps bekommen, wie ich in der jeweiligen Situation auf ein Fiepen von Frieda reagieren soll: Genau das, was ich mir so lange gewünscht hatte! Und da Iris ihre eigenen Hunde nunmal am besten kennt, habe ich ein gutes Gefühl, ihren Hinweisen vertrauen zu können, sodass ich jetzt zumindest einen Plan habe, wie ich im Training weiter vorgehen werde. Zudem deckt sich das meiste mit dem, was ich selbst teilweise auch schon vermutet hatte, sodass ich auch ein bisschen froh bin, dass mein Bauchgefühl mich hier wohl nicht getäuscht hat.

Die zu holenden Memories arbeitete Frieda allesamt sehr schön, das Voran klappte auch ganz gut – hier müssen wir künftig jedoch noch genauer auf das Einhalten der geraden Linie achten und sollen dies auch mit engeren Winkeln einüben. Eingesprungen ist sie gar nicht und die Fußarbeit sah dank Iris Tipps am Ende des zweiten Tages oft super aus. Da war ich richtig stolz! Den Sitzpfiff müssen wir nun auch in die Dummyarbeit einbauen. Aufgrund der Triebigkeit von Frieda ist es wichtig, im Training häufig Gehorsamsaspekte einzubauen und die Zusammenarbeit mit mir zu fordern. Sonst ist die Kleine auf und davon… 🙂

Nachwievor habe ich den Eindruck, dass Frieda nicht unbedingt ein Anfängerhund ist. Aber wenn ich sehe, wie schnell sich Erfolge einstellen, wenn ich für sie eine klare und deutliche (Körper-)sprache spreche, freue ich mich doch auf unsere weitere Zusammenarbeit und habe auch die Hoffnung, dass wir immer besser werden. Uns wurde auf jeden Fall beteuert, dass noch nichts verloren ist! Iris ist eine tolle Trainerin, die mit Hunden und Menschen gleichermaßen umzugehen weiß. Ich habe mich jederzeit wohl gefühlt und mich auf jeden Tipp und Hinweis gestürzt, den wir bekommen haben. Das Training war intensiv und anspruchsvoll, ohne zu frustrieren oder zu überfordern. Ich hoffe sehr, dass sich in nicht allzu ferner Zukunft die Möglichkeit einer Wiederholung dieses tollen Wochenendes ergeben wird.

PS: Wie so oft war bei den schlechten Lichtverhältnissen im schattigen Wald mit unserer Kamera nicht viel zu machen. Allerdings hatten wir auch einen Profi mit entsprechender Ausrüstung dabei – viele (gute) Fotos werden also noch folgen!

Verwandtschaftstreffen

Juni 9, 2011

Juhuu, am Wochenende geht es endlich los zum Paartaler Kenneltreffen mit Dummytraining. Bisher haben Frieda und ich es nie zu einem Treffen mit Iris Mulitze-Baur, Friedas Züchterin, geschafft. Doch dieses Mal war der Termin so lange im Voraus geplant, dass wir zusagen konnten.

Morgen geht es los nach Sulzbach-Rosenberg, wo das Training stattfindet. Bis dorthin haben wir es zwar eigentlich gar nicht weit, aber um Anreisestress zu vermeiden und aus Geselligkeitsgründen haben wir uns für zwei Übernachtungen im dortigen Landgasthof mit den meisten anderen entschieden. Am Samstag um 8:30 Uhr ist dann das offizielle Treffen und wir werden in zwei Trainingsgruppen eingeteilt, bevor es ins Revier geht. Am Sonntagnachmittag düsen wir dann wieder gen Heimat.

Ich bin schon sehr gespannt auf die Verwandtschaft. Wie werden die anderen Paartaler so drauf sein? Sind das alle solche Raketen wie mein Friedrich? Einige sind ja in der Workingstestszene durchaus sehr erfolgreich, wir können sicher viel lernen. Und natürlich bin ich auch gespannt, was wir so für einen Eindruck machen werden. Die Verunsicherung der ersten Monate hat sich ja glücklicherweise gelegt, sodass ich richtig neugierig bin, was auf uns zukommt.

Doppelstunde

Juni 8, 2011

Am Montag waren wir bei Carolin zu einer Training. Und da die Fahrerei (einfache Strecke 1 1/2 Stunden) mittlerweile ziemlich beachtlich ist, haben wir gleich eine Doppelstunde angesetzt.

Wegen Hitze und Heuschnupfens sind wir in den Wald gefahren, wo wir mit ein wenig Dummytraining angefangen haben. Zunächst schlug Frieda sich noch ganz gut, aber dann wurde sie doch zu aufgeregt und hat einige Fiepser von sich gegeben. Ich glaube, die Erwartungshaltung bei Treffen mit Carolin und Llynja ist schon ganz beachtlich mittlerweile. Bevor wir abbrechen mussten haben wir jedoch zwei Vorans unter Verleitung arbeiten können, die prima geklappt haben. Frieda nimmt die von mir vorgegebene Richtung nachwievor super an, sodass wir uns wahrlich nicht beklagen können. Mit der Fußarbeit und dem Reinkommen bin ich auch total zufrieden – die Sache mit den Aufregungsquietschern vergessen wir da lieber ganz schnell wieder.

Nach einer kurzen Pause haben wir uns anschließend den Fächern der Begleithundeprüfung gewidment. Das Fußlaufen wurde dabei eindeutig durch meine Schusseligkeit erschwert, da ich mich partout nicht auf Parcour und Hund gleichzeitig konzentrieren konnte. Nachdem Carolin jedoch stets moderierend zur Seite stand, haben wir die Aufgabe gut bewältigen können. Insbesondere die zweite Runde ohne Leine lief prima mit einem aufmerksamen Hund und tadelloser Leistung.

Das Sitz aus der Bewegung haben Frieda und ich erst in der letzten Woche endlich geknackt. Ich hatte schon früher öfter mal Anläufe genommen, so richtig wollte der Knoten jedoch nie platzen. Wie ich es bei Frieda schon oft beobachten konnte, braucht es dann aber meist nur ein Schlüsselerlebnis für sie, um eine Sache ein für alle Mal zu lernen. Seitdem läuft es wie geschmiert, auch wenn wir das „Kunststückchen“ sicher noch häufig und in unterschiedlicher Umgebung üben müssen. Am Montag hat man durchaus gemerkt, dass sie etwas überrascht war, das Kommando an dieser Stelle zu hören, sodass ich kurz nachhelfen musste. Aber grundsätzlich sind wir hier einen riesen Schritt weiter als noch vor einigen Wochen.

Das Platz aus der Bewegung habe ich erst gestern begonnen, da ich beide Kommandos nicht zu dicht hintereinander üben wollte. Wie erhofft stellte das nun aber gar kein Problem mehr dar – was beim Sitz funktioniert, funktioniert dann offensichtlich auch beim Platz. Und mithilfe einiger Pansenstücke konnte ich meinem Leckermaul auch schnell vermitteln, dass es um ein schnelles Platz geht. 🙂

Das Ablegen und Liegenbleiben unter Ablenkung haben wir am Montag ebenfalls geprobt. Vielleicht half ein wenig die Tatsache, dass Frieda zu diesem Zeitpunkt schon recht groggy war, aber geklappt hat es wunderbar. Prima!

Durch die Trainingserlebnisse ist das Thema Begleithundeprüfung ganz unerwartet aktuell geworden. Eigentlich hatte ich mich fast schon damit arrangiert, die Prüfung nicht zu machen, da wir bei einigen der Übungen Schwierigkeiten hatten und ich einfach lustlos war. Andererseits lügt man sich vielleicht auch ein bisschen in die eigenen Tasche, wenn man meint, die Prüfung mit gutem Gewissen auslassen zu können, um direkt zur Dummyarbeit überzugehen. Schließlich hat das Begleithundetraining viel mit dem für die Dummyarbeit so unabdingbaren Grundgehorsam zu tun. Auf dem momentanen Stand bin ich zuversichtlich, dass wir die Prüfung meistern können. Also fehlt uns eigentlich nur noch ein geeigneter Termin. 🙂 Hmmmm, ich geh mal die CZ wälzen…

 

Training im Tandem

Mai 18, 2011

Gestern haben wir uns mal wieder mit Christine und Jack zum Training getroffen. Wie so oft, nachdem man Seminare besucht und Ratschläge bekommen hat, versuche auch ich momentan besonders konsequent und auch streng zu sein. Das fällt mit mitunter schwer – der Mensch hat es ja lieber sehr harmonisch und kumpelig – aber da ich überzeugt davon bin, dass Frieda und ich langfristig mehr davon haben, wenn wir nicht immer wieder aushandeln müssen, was „Fuß“ eigentlich bedeutet, strenge ich mich nochmal an. 🙂 „Fuß“ heißt also „Fuß“ und nicht „irgendwo in der Nähe des Beines mit der Nase in der Wiese“. Und „Platz“ heißt „Platz“ und nicht „Herumrutschen auf einer Fläche von 4m2“.

Das Training mit anderen Hunden wird grundsätzlich immer besser. Frieda ist zwar immer noch sehr unkonzentriert in der Anfangsphase, aber sie hat offenbar durchaus verstanden, dass beim Training nur mit mir gespielt wird und dann auch nach meinen Regeln. Ihre Aufregung äußert sich dann vor allem darin, dass sie ins Fuß hüpft, anstatt einfach eine meine Seite zu kommen. Flattypische Bocksprünge hat sie perfektioniert und schafft es aus dem Stand locker bis in mein Gesicht.

Zu Beginn sind wir abwechselnd mit den Hunden im Fuß aneinander vorbei gelaufen, zum Schluss mit Dummy im Fang (also die Hunde, nicht wir). Anschließend wurden die Hunde nacheinander am anderen Team vorbei abgerufen. Dann haben wir die beiden nebeneinander abgesetzt und abwechselnd Dummies von Vorne hinter sie in die Wiese geworfen. Zuerst habe ich Frieda abgerufen und wir sind ein Stück im Fuß von den Dummies weg gelaufen. Zur Belohnung durfte sie danach eines der Dummies apportieren. Dann waren Christine und Jack an der Reihe. Als Jack geschickt wurde, ist Frieda brav sitzen geblieben und hat keinen Mucks von sich gegeben. Das gab eine ordentliche Portion aus der Leberwursttube! Anschließend haben wir die restlichen Dummies eingesammelt.

Da unseren beiden Rakten derartiges Steadinesstraining gut tut, ging es ähnlich weiter. Beide Hunde wurden im Platz abgelegt. Während einer von uns als Absicherung zwischen den beiden Hunden stand, ging der andere auf die Wiese, um mit viel Geräusch einige Dummies zu werfen. Danach hat der andere seine Munition ebenso verschossen. 🙂 Anschließend ging es mit den Hunden in entgegengesetzte Richtungen von den Dummies weg und jedes Team sollte nach Herzenslust zusammen spielen: Rennen, Rangeln, Toben, Werfen, alles war erlaubt – nur die Dummies waren natürlich tabu. Am Ausgangspunkt wurden die Hunde erneut abgelegt und die Dummies von uns eingesammelt.

Danach wollten wir mit den Hunden einzeln arbeiten, und so bin ich mit Frieda in die Wartezone gegangen. Leider kann sie sich in solchen Situationen noch nicht sehr gut entspannen, sie ist meist dabei, Gras zu kauen, Blumen zu köpfen oder etwas anderes zu tun. Das Wartezonentraining ist daher nachwievor sehr wichtig für uns.

Nachdem Christine mit Jack fertig war, waren Frieda und ich an der Reihe. Das „Voran“ in verschiedene Richtungen auf relativ kurze Distanzen stand auf dem Programm. Da dieser Bestandteil des Trainings zwischenzeitlich nicht so gut lief bei uns, bin ich momentan noch dabei herauszufinden, welchen Trainingsstand Frieda und ich haben. Würde sie die von mir vorgegebene Richtung annehmen? Auch unter Verleitung?

Mit drei schwarz-weißen Fahnen habe ich zunächst ein Dreieck auf einer Wiese abgesteckt. Von Fahne 1 (Startpunkt) ging es los in einer gerade Linie zu Fahne 2, wo ich für Frieda sichtig ein Dummy ausgelegt habe. Anschließend marschierten wir zu Fahne 3, wo ein weitere Dummy ausgelegt wurde, bevor es erneut in einer geraden Linie zurück zum Startpunkt ging. Auf den gemeinsam abgegangenen Vertrauenswegen wollte ich sie nun schicken. Zuerst sollte sie das Dummy an Fahne 3 holen, das wir zuletzt ausgelegt hatten. Das lief prima! Nun legte Christine ein weiteres Dummy an Fahne 3 aus, während Frieda auf dem Weg zu mir war. Die Schwierigkeit war nun, dass ich Frieda erneut auf dieselbe Fahne schicken wollte, obwohl sie dort bereits ein Dummy geholt hatte. „Voran“ und los! Kein Zögern, super. Anschließend durfte sie dann noch das Dummy an Fahne 2 holen, was ebenfalls reibungslos klappte.

Als letzte Aufgabe wollte ich noch ein Voran unter Verleitung versuchen. Ich ließ Frieda am Startpunkt sitzen und ging alleine zu Fahne 2, wo ich von ihr beobachtet ein Dummy ausgelegt habe. Anschließend ging ich zu ihr zurück. Dann warf Christine eine Markierung mit viel „Brr, brr“ und „Quak, quak“ links von uns in die Wiese. Die grundsätzliche Verleitung durch die Markierung wurde noch dadurch erhöht, dass ich in diesem Fall nicht zwischen Frieda und der Markierung stand, sondern diese auf ihrer „offenen Seite“ gefallen war. Also versuchte ich, sie nach vorne auf das „Voran“ zu konzentrieren – was super geklappt hat! Nach kurzem Überlegen wandte sie ihren Kopf von der Markierung ab und ließ sich prima auf die Fahne 2 schicken. Suuuuper! Da das insgeamt recht viele Apporte nacheinander waren, habe ich die Markierung dennoch selbst geholt. Markierungen können schließlich nie öde genug sein für mein Flughörnchen (Friedas Rute ist nämlich nur deshalb so lang, damit sie in der Luft auch noch ordentlich steuern kann).

Danach habe ich die Kleine ins Auto gepackt, während Jack und Christine noch ein bisschen das „Back“ trainiert haben. Ganz zum Schluss durfte die Maus zur Belohnung dann noch mit Curtis, Christines Golden Rüden, frei laufen. Dabei hat sie ihrem Ruf als Rennsemmel wieder alle Ehre gemacht. Ich bin mir sicher, dass da teilweise mehr als vier Beine um sie herum in der Luft sind. 🙂

„A lovely Dog“

Mai 9, 2011

Nun, in der wärmeren Jahreszeit, häufen sich die Trainingstermine. Nach dem wunderbaren Dummyseminar bei Carolin am letzten Wochenende hatten wir am Samstag ein weiteres Anfängertraining mit Rita Kökény vom Kennel Blackthorn Gundogs. In der Woche dazwischen bin ich mit Frieda bewusst „nur“ spazieren gegangen, sodass die Kleine Zeit hatte, zwischen den aufregenden Trainings etwas runterzukommen.

Ein bisschen Bammel hatte ich vor dem Seminar schon, da Rita leistungstechnisch mit ihren Hunden – Labradoren aus reiner Arbeitslinie – ganz Oben mitspielt, und ich befürchtete, dass ein Greenhorn wie ich mit einem kindsköpfigen Flat an der Leine da womöglich nicht recht zu passen würden. Tatsächlich lief dann aber alles sehr angenehm ab, Rita war eine sehr freundliche, aber auch bestimmte Trainerin, da knallhart beobachtet und auf den Punkt gebracht hat.

Inegsamt waren wir sechs Hunde-Mensch-Teams, und ich war erneut begeistert, wie nett bisher alle sind, mit denen Frieda und ich bei Trainings so zusammenkommen. Man sagt der Retrieverszene ja mitunter eine gewisse Verbissenheit und Konkurrenzkampf nach – bisher kann ich dies nicht bestätigen. Neben uns waren noch ein Flat Rüde, drei Schokolabbidamen und eine Golden-Hündin mit von der Partie.

Begonnen haben wir um 13 Uhr mit einem Walk-up in der Linie – meinem absoluten Albtraumfach, das Frieda und ich bisher auch immer gemieden haben. Das Positive: Frieda war absolut still. Das Negative: An korrektes Fußlaufen war auch nicht zu denken. Frieda war nach eineinhalb Stunden Fahrt gerade erst aus dem Auto gekommen und aufgrund der fremden Umgebung und der anderen Hunde völlig unkonzentriert. Natürlich weiß ich, dass das irgendwann auch anders sein muss, und ich nicht immer Entschuldigungen für uns suchen kann. Aber in diesem Fall hätte der Start einfach nicht schwieriger sein können. Kurzfristig wurde mir ganz anders zumute … Rita hatte uns auch gleich im Visier und ich hörte den Satz, der insgesamt als Fazit des gesamten Tages stehen bleiben sollte: „You have to teach her to behave.“ – Du musst ihr beibringen, sich zu benehmen. *Schluck* Ja, ich bin schuldig.

Nachdem wir zu Beginn so schön aufgefallen waren, durften wir anschließend gleich als erstes Team an die Einzelaufgaben ran. 😉 Zunächst eine Einzelmarkierung, dann eine Doppelmarkierung mit einem anschließenden Halfblind an einer der alten Fallstellen. Ab hier ging es für uns bergauf, denn während ich meinen Job in Sachen Grunderziehung wohl immer noch mehr schlecht als recht verrichte, macht Frieda ihre Sache einfach super. „A very good dog with a great hunting style.“ Ich war erleichtert, denn Frieda ließ sich prima auf ein bestimmtes Dummy schicken, ging schnell raus, kam ebenso schnell zurück und auch die Abgabe war „very good.“ Ein paar Kleinigkeiten haben wir wohl also doch schon gelernt.

Die Erziehungsfrage war dann erneut Thema, als Frieda soooo gerne an Rita hochgesprungen wäre, als sie neben uns stand. Ich habe beteuert, dass ich mich seit 18 Monaten bemühe, der Dame Manieren beizubringen, dass es mein erster Hund ist, und dass es nicht immer so klappt, wie ich mir das vorstelle. Ein versöhnliches „You are doing well, a Flat coated is never an easy one“ hat mich wieder etwas aufgebaut. Allerdings hieß es auch: Frieda ist kein Welpe mehr, und ich soll aufhören, sie wie einer zu behandeln. Wenn ich ihr jetzt nicht beibrächte, sich zu benehmen, sei es irgendwann zu spät… Den eigenen Hund zu lieben bedeutete nicht, ihm alles durchgehen zu lassen. Nun, das ist wie immer etwas, was mir in der Theorie nur allzu bewusst ist. An der Praxis hapert es hingegen des Öfteren.

Frieda hat bei den noch folgenden Aufgaben hingegen jede Menge Lob eingeheimst. An Arbeitsanlagen bringt sie alles mit, was nötig ist. Es war schön, dass auch von einer so erfahrenen Trainerin und Züchterin wie Rita zu hören. Später am Tag haben wir auch unsere allererste Wassermarkierung gearbeitet. Ich hatte einige Sorge, dass Frieda nicht ins Wasser gehen würde, denn bei fremden Gewässer hat sie mitunter Probleme mit dem schnellen Einstieg. Sie hat tatsächlich kurz gezögert, aber nach einigen motivierenden Rufen war sie drin und fast der einzige Hund, der das Dummy schnell und ohne Umwege zu mir gebracht hat, ohne es fallen zu lassen, um sich zu schütteln. Dabei standen wir doch recht weit vom Wasser weg.

Leider hatte die Art des gesamten Trainings auch Schattenseiten. Es wurden überwiegend Markierungen gearbeitet, und so wurde Frieda mit der Zeit immer unruhiger. Die kleine Rakete merkte sehr schnell, dass sie jedes Mal etwas holen durfte, wenn wir an den Startpunkt gingen, und so entwichen ihr vor der letzten Aufgabe einige Fiepser. Ich habe sie dann nicht arbeiten lassen. Rita hat mich darin bestätigt, allerdings auch dafür plädiert, dass ich ihr zusätzlich deutlich machen sollte, dass ich das Fiepen nicht dulde. Noch lieber wäre mir gewesen, ich hätte es gar nicht erst so weit kommen lassen. Hätte ich einige Markierungen selbst geholt oder wäre häufiger etwas für Frieda Unerwartetes passiert, hätte sich ihre Aufregung sicher mindern lassen. Als wir dieselbe Aufgabe wenig später erneut probiert haben, war Frieda jedoch wieder still, und so nahm alles noch ein vertretbares Ende. Rita schätzte das Winseln bei Frieda auch nicht als unausweichliches Problem ein, sondern riet mir, in der nächsten Zeit noch sehr vorsichtig und ausschließlich mit ruhigen Hunden mit ihr zu trainieren.

Nach der letzten Einzelmarkierung im Wald wurde Frieda erneut mit einem „A really lovely dog“ bedacht. Danach habe ich die Maus ins Auto gebracht und ihr alle Komplimente haarklein weitergegeben. Dazu gab es eine feine Kaurolle als Belohnung. Von den anderen Teilnehmern habe ich rückblickend erfahren, dass manchem ganz schön das Herz in die Hose gerutscht ist, nachdem sie Frieda und mir bei der ersten Einzelaufgabe zugeschaut hatten. Wir hätten „ganz schön vorgelegt“. Da ich mir ja eigentlich immer selber große Sorgen mache, dass wir nicht mithalten können oder negativ auffallen, hat mir dieses Kompliment ein fettes Grinsen ins Gesicht gezaubert. Allerdings habe ich auch gleich anmerken müssen, dass das, was so toll aussah, nichts ist, was wir geübt hatten. Es hat auch nichts mit mir zu tun. Es hat etwas mit Frieda zu tun, weil sie diese Dinge einfach tut. Einfach so.

Das Fazit des Tages: Ich habe einen tollen Hund, den ich am Samstag gegen nichts in der Welt getauscht hätte. Allerdings sollte ich an meinen hundeführerischen Qualitäten noch stark arbeiten. Frieda leistet ihren Beitrag, indem sie alles zu bieten hat, was es zum Arbeiten braucht. Nun ist es an mir, das Beste daraus zu machen und meine Aufgabe als Hundeführer richtig wahrzunehmen.

Neben dieser (nicht ganz neuen) Erkenntnis haben wir natürlich noch allerhand konkrete Tipps zum Training und zu bestimmten Situationen mitgenommen. Es ist unglaublich lehrreich, Profis wie Rita bei der Arbeit zuzuschauen, und so hat sich das Seminar mehr als gelohnt.