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Traumtraining in Pretzfeld

Mai 1, 2011

Gestern waren wir mit Frieda bei Carolin, wo wir gemeinsam mit Jens und Anke ein Dummyseminar verabredet hatten. Das Wetter war perfekt, und so sind wir um 10 Uhr in einen wunderbaren Trainingstag gestartet. Was soll ich sagen? Es war einfach toll. Es hat menschlich und hündisch alles gepasst, und wir hatten viel Spaß.

Carolin hatte ein super Training entworfen, bei dem es fast ausschließlich um Steadiness und Basisarbeit ging, was für alle unsere Hunde genau das Richtige war. Für den Molch, weil er sichtlich irritiert war, an einem Wochenendausflug mit anderen Hunde nicht (!) spielen zu dürfen. Für Biscuit, weil sie einfach noch sehr jung ist. Und für Frieda… naja, das muss ich wohl kaum erklären… 🙂

Jede Übung war so angelegt, dass nie das passierte, womit die Hunde gerade rechneten, sodass man nach der ersten Stunde schon riesige Denkblasen über den Köpfen der Vierbeiner aufsteigen sah. Am schönsten fand ich eine Aufgabe, bei der wir drei nacheinander all unsere Dummies mit Geräusch in eine Wiese gepfeffert haben, nur damit man mit seinem Hund – der brav aber voller Erwartung gewartet hatte – von der Wiese weg auf den Innenhof gehen konnte, wo dann mit dem Hundeführer gespielt wurde. Von den Dummies gab es keines. Frieda war irgendwann einfach nur perplex und man hat ihr sichtlich angemerkt, dass sie das alles höööööchst seltsam fand.

Mit ihr war ich gestern ohnehin hoch zufrieden. Ich hatte mich innerlich auf das Schlimmste vorbereitet, doch von Anfang an ließ sie sich (für unsere Verhältnisse) gut kontrollieren und konzentrieren. Man merkt bei uns immer ziemlich schnell, wie ein Training wohl werden wird, je nachdem, wie gut Frieda auf meine Ansprache reagiert. Im Urlaub hatte sie zuletzt einige Male auf kompletten Durchzug geschaltet, aber gestern hatten wir einen richtigen Draht zueinander. Natürlich wird im Fuß immer noch des Öfteren versucht, die Nase in die Wiese zu halten. Und in der Wartezone ist sie auch immer mal wieder aufgestanden, um das Geschehen besser beobachten zu können. Jedoch hat sie sich jedes Mal wieder korrigieren lassen und auch mein Lob stieß gestern nicht auf taube Ohren, was ansonsten auch immer mal wieder vorkommt.

Und was besonders toll war: Fiepen war gestern kein wirkliches Thema. Hin und wieder ist ihr in der Wartezone ein leises Fiepsen entwichen, wenn beispielsweise Carolin und Jerns richtig Action veranstaltet haben, um Gizmo zu einem Dummy zu locken. Ansonsten war sie sehr still – vor allem beim Arbeiten hat sie keinen Ton von sich gegeben. Ich glaube, mit Geduld und Spucke und vor allem dem richtigen Training können wir es tatsächlich schaffen, dass aus dem „Problem Fiepen“  gar keines wird. 🙂

Insgesamt lief das Arbeiten wirklich gut. Auch ein Voran unter schwierigster Verleitung (Frank war der Werfer der Verleitungsmarkierung) hat Frieda super ausgeführt, ich war total stolz auf die Kleine. Nur an der Fußarbeit mit Leine muss ich noch üben. Irgendwie fällt es mit viel leichter, Frieda frei bei Fuß auf mich zu konzentrieren als mit Leine. Ich merke, dass mich die Leine selbst stört und werde dabei selbst unsicher und hektischer als ohne. Frei bei Fuß gehen kommt mir irgendwie viel natürlicher vor. 🙂 Carolin hat mir aufgetragen, deswegen das Laufen an der Leine besonders zu üben.

Biscuit und der Molch waren ebenfalls super drauf. Biscuit ist wirklich ein erstaunlicher kleiner Keks, völlig ruhig und gelassen für ihr Alter, dabei aber hoch motiviert, wenn es ans Arbeiten geht. Sie und Anke sind ein super Team, und ich freue mich, die beiden endlich mal persönlich kennengelernt zu haben. Der Molch war irgendwann ziemlich angefressen, als ihm dämmerte, dass es an diesem Tag tatsächlich nicht die Art von Action geben würde, die er im Sinn hatte. Aber Jens hat nicht locker gelassen, und so bin ich sicher, dass die beiden schon bald die nächsten Erfolge auch beim Arbeiten in der Gruppe haben werden.

Nach getaner Arbeit haben wir noch alle gemeinsam gegrillt. Sämtliche Partner waren auch mit von der Partie und es war eine sehr entspannte und lustige Runde. Wirklich, ein toller Tag. Wen wundert es da, dass eine Wiederholung bereits angedacht ist. 😉

Wieder Gruppentraining

April 10, 2011

Gestern waren wir erneut beim Training der freien Dummygruppe. Es ist wirklich eine super Gelegenheit für Frieda und mich, uns langsam an das Arbeiten in der Gruppe heranzutasten, denn jeder kann ja selbst entscheiden ob und was er mit seinem Hund machen will.

Ich bin mit Frieda meist wieder etwas abseits der Gruppe geblieben, denn bei unserem letzten Training ist sie ja in der direkten Umgebung der anderen Hunde ziemlich hochgedreht. Soooo weit weg waren wir aber auch nicht, so dass ich wirklich zufriede war, dass Frieda bis auf ein paar kleine Aufregungsfiepser am Anfang, als die anderen alle aus den Autos geholt wurde, während des gesamten Trainings und beim Warten still war. Meine Devise war erneut, mich ganz auf Frieda zu konzentrieren, und sie in den Wartezeiten ruhig ein bisschen abzulenken, damit der Stress für sie nicht zu groß würde. Das hat ziemlich gut geklappt, sodass wir tatsächlich auch ein bisschen trainieren konnten, als wir an der Reihe waren.

Die erste Aufgabe war eine einfache Markierung. Für Frieda habe ich den Helfer gebeten, das Geräusch wegzulassen und das Dummy auf jeden Fall so zu werfen, dass er es notfalls noch absichern kann. Die erste Markierung fiel, Frieda saß. Dennoch wollte ich diese selbst holen, da der Beginn einer Trainingseinheit, glaube ich, wichtig ist, um die Weichen für den Rest der Zeit zu stellen. Da Frieda schon ordentlich unter Dampf war, wollte ich sie zuerst etwas ausbremsen. Als ich auf dem Weg zum Dummy war hat Madame tatsächlich zwei Mal versucht, hinter mir herzukommen. Eine Unart, die sich erst in den letzten zwei Wochen vermehrt gezeigt hat – vorher saß sie wie festgeleimt. Ich ordne das daher als fixe Pubertätsidee ein und setze sie einfach geduldig immer wieder hin. Allerdings muss ich dabei sehr vorsichtig sein, denn wenn ich zu viel Druck aufbaue, wenn ich auf sie zukomme, um sie wieder ins Sitz zu bringen, „explodiert“ sie irgendwann, fängt an herumzurennen und zu bellen. Gestern lief allerdings alles wunderbar und beim Dritten Versuch blieb Frieda dann auch sitzen.

Dann also fiel die zweite Markierung, und nun war Frieda schon um Einiges ruhiger. Markierung fällt, sie schaut mich an, ich lobe sie, und dann gehen wir gemeinsam im Fuß einen Meter zurück. Die Idee mit diesem „Rückwärtsgang“ vor dem Schicken habe ich neulich aufgeschnappt und werde das nun mal regelmäßig ausprobieren, um dem Drang nach Vorne eine Routine entgegen zu setzen. Da alles wunderbar und geräuschlos geklapp hatte, durfte die Maus das Dummy schließlich holen. Zack, raus, zack zurück – und perfekt eingeparkt. Das war defintiv eine dieser überraschende Flataktionen, denn normalerweise soll Frieda nur vorsitzen, einparken verlange ich nicht von ihr. Und gestern… als hätte sie nie etwas anderes getan. 🙂

Nun hieß es wieder Warten. In dieser Zeit bin ich mit Frieda ein Stück gegangen und habe sie ein paar Leckerchen suchen lassen und mir ihr gespielt. Das Wichtigste ist schließlich immer noch, dass sie sich auch in Gruppensituationen auf mich konzentriert – und momentan ist gemeinsame Aktivität und Ablenkung da das beste Mittel für. Zwischendurch haben wir auch immer Mal zugeschaut, wenn eine Markierung für einen anderen Hund geworfen wurde und dieser gearbeitet hat. Auch da war Frieda ruhig. Nur übertreiben möchte ich es damit vorerst nicht.

Die zweite Übung bestand aus einer Markierung und einer Verlorensuche. Man sah die Markierung fallen, um den Hund dann jedoch zunächst in die entgegengesetzte Richtung in die Verlorensuche zu schicken, wobei der Hund das Auslegen der Dummies nicht beobachtet hatte. Bei so etwas ist die Maus immer toll, sie zögert keine Sekunde, sondern geht sofort in die von mir angewiesene Richtung. Dummy gefunden, Dummy gebracht, und zur Belohung durfte sie dann auch die Markierung holen.

Auch die dritte Übung, ein Voran auf ein sichtig ausgelegtes Dummy, klappte gut. Danach habe ich die Kleine ins Auto gepackt. Man soll ja aufhören, wenn es am Schönsten ist. Gestern haben wir einige Komplimente bekommen, und ich war wirklich zufrieden mit uns.

Frühling

März 23, 2011

Edit: Ich habe noch ein paar Fotos vom letzten Dummy-Training gefunden. Leider sind die meisten nichts geworden, aber hier der Flitzeflummi beim Warten:

 

Ja, langsam kann man es nicht mehr leugnen, auch im Fichtelgebirge zieht der Frühling ein. Zwar trifft man im Wald immer noch auf vereinzelte Schneeansammlungen, aber das Zwitschern der Vögel und die anwachsende Kraft der Sonne lassen keinen Zweifel mehr.

Leider bin ich immer noch nicht am Ende meiner Arbeit angelangt, weshalb ich nicht dazu komme, den herannahenden Lenz so zu genießen, wie es sicherlich angemessen wäre. Dennoch sind Frieda und ich wieder etwas häufiger mit Dummies unterwegs als im tiefsten Winter. Seit dem letzten Blogeintrag hatten wir ein weiteres Training mit der Dummygruppe sowie ein privates Trainingstreffen mit einer Bekannten von dort und ihrem zweijährigen Flatrüden.

Das Training in der Dummygruppe lief leider nicht so toll wie beim letzten Mal. Es wäre ja auch zu schön, um wahr zu sein! Es kamen mehrere Dinge zusammen, so zum Beispiel, dass Helfer dabei waren, die wirklich ganz vorbildliche Brrr-Geräusche beim Werfen gemacht haben – was meine Flitzemaus allerdings erstmal in höchste Aufregung versetzte. Zudem wurde mir im Nachhinein klar, dass ich sie mal wieder unwissentlich überfordert habe, da die anderen recht viele Markierungen gemacht haben, und ich nicht rechtzeitig mit ihr aus der Gruppe gegangen bin, um etwas Ruhe reinzubringen. Sie ist und bleibt ein Pulverfass, die kleine Frieda. 🙂 Nachdem die Madame dann auch noch eingesprungen ist und dank meines gelähmten Zustands auch noch zum Erfolg kam, war klar: Das war nicht das Training des Jahres. Aber man lernt nie aus, und irgendwie rege ich mich (glücklicherweise) nicht mehr so auf, wie ich es vor ein paar Monaten noch getan habe. Über Frieda sowieso nicht und über mich immer weniger.

Unser privates Training mit Christine und Jack war super. Die beiden haben ähnliche Probleme wie Frieda und ich, wobei sie schon weiter im Training sind. Zwar heißt es immer, solche Raketen soll man am besten mit ruhigen, erfahrenen Hunden zusammen trainieren lassen, aber so konnten wir uns wenigstens ordentlich austauschen und uns gegenseitig Mut machen. Bis auf einen Apport gegen Ende des Trainings gab es für beide ausschließlich Unterordnung und Konzentrationsarbeit. Frieda, die zu Beginn wieder sehr aufgeregt und leider auch nicht gerade leise war, hat sich dabei zusehends beruhigt. Es ist tatsächlich die Situation in der Gruppe bzw. mit einem anderen Hund, die uns zu schaffen macht. Mit viel Geduld und Spucke hoffe ich, dass wir es schaffen, auch in diesen Situationen irgendwann auf dem Teppich zu bleiben. Bis dahin heißt es: Selber ruhig bleiben, dem Hund in der Situation keine Action bieten, ihn fürs Warten und für Gehorsam belohnen und viel, viel üben! Wir freuen uns auf jeden Fall, so nette Trainingspartner gefunden zu haben, und freuen uns schon auf unser nächstes Training. Oder, Frieda?

Training in der freien Dummygruppe

Februar 28, 2011

Gestern waren wir relativ spontan mal wieder bei einem Treffen der freien Dummygruppe der BZG Oberfranken. Leider mussten die Treffen in letzter Zeit wegen des Schnees oft ausfallen, und Frieda und ich haben ja ohnehin seit Mitte November nicht mehr trainiert.

Da ich momentan viel zu viel zu tun habe, um mir großartige Gedanken über Training zu machen, bin ich mit keiner besonderen Erwartung losgefahren. Ich habe mich einfach darauf gefreut, mit Frieda endlich mal wieder unter Leute zu kommen und eventuell auch etwas zu trainieren. Fest stand lediglich, dass ich je nach Friedas Verhalten entscheiden würde, ob wir mittrainieren oder lieber wieder nur zuschauen.

Wir waren insgesamt nur zu viert, drei Flats und ein Labbi-Rüde. Eine Flatdame war noch jünger als Frieda und so haben wir uns von Anfang an gut aufgehoben gefühlt. Ich hatte ja doch ein bisschen Bedenken, dass wir mit einer Reihe Profis zusammentreffen würden.

Als ich sie aus dem Auto geholt habe, war Frieda sehr aufgeregt, inklusive Fiepen und an der Leine ziehen zu den anderen Hunden hin. Also hab ich sie mir gepackt und erstmal wieder in den Kofferraum verfrachtet, von wo aus sie das Geschehen kurz beobachten konnte. Beim nächsten Versuch klappte es dann auch schon viel besser und auf dem Weg ins Gelände war ich richtig stolz, dass das Leinenführigkeitstraining der letzten Wochen und Monate etwas gebracht hat.

Nachdem die Maus dann verstanden hatte, dass wohl nicht gespielt wird, war sie eigentlich recht cool. Immer, wenn ich gemerkt habe, dass die Anspannung beim Warten zu groß wurde, habe ich mit ihr ein paar Leckerchen im Gras gesucht oder gemeinsam einen Stock gequält, damit sie alles tut – nur nicht Fiepen! Das ist momentan unsere Devise. Zudem habe ich mich bemüht, unsere Warteposition immer so auszusuchen, dass Frieda die arbeitenden Hunde nicht direkt sieht.

Da wir so eine nette Runde waren und Frieda so diszipliniert war, habe ich beschlossen etwas mitzutrainieren. Man kann sich gar nicht vorstellen, welche Anziehungskraft eine Gelände ohne Schnee auf uns ausgeübt hat. 🙂 Die erste Aufgabe war eine Freiverlorensuche. In einem alleinstehenden Waldstück waren zehn Dummies versteckt. Frieda und ich waren als zweite an der Reihe. Erst hatte ich die Befürchtung, dass die Anwesenheit der anderen Hunde sie zu sehr ablenken würde, aber sie ist auf mein „Such Verloren“ sofort rausgegangen und hat mir nacheinander drei Dummies gebracht. Beim ersten habe ich sicherheitshalber noch gepfiffen, aber da sie keine Tendenz zeigte, mit einem Dummy weiter zu jagen, habe ich danach darauf verzichtet. Die Dummies waren allerdings alle in etwa aus der selben Tiefe, hier könnten wir demnächst weiter dran arbeiten.

Danach ging es ins nächste Gelände, eine große Wiese. Ich habe Frieda in der Wartezone immer ins Platz gebracht und mich neben sie auf den Boden gesetzt – es sollte ja alles möglichst entspannt vor sich gehen. Da die Hälfte von uns ohnehin Anfänger waren und die anderen auch nichts gegen ein bisschen Steadyness und Gehorsamstraining hatten, haben wir als zweite Übung eine einfache Markierung mit Geräusch gemacht, von der sich Hund und Hundeführer dann aber zunächst wegdrehen mussten, um den Hund nach ein paar Meter dann auf das Dummy zurückzuschicken. Dabei konnte jeder selbst entscheiden, welche Entfernung er wählen wollte. Die Übung lief … fast perfekt. 🙂 Das Fußlaufen klappte prima, da haben wir hinterher Komplimente bekommen. Eingesprungen ist sie auch nicht (das hatte ich aber auch nicht erwartet). Nur beim Abdrehen vom Dummy – was sie ohne zu zögern mitgemacht hat – ist ihr ein klitzekleiner Fiepser entwichen, auf den ich nur zu gern verzichtet hätte. Nachdem sie dann aber diszipliniert mit mir mitgekommen ist und ruhig neben mir saß, habe ich sie das Dummy holen lassen.

Bei dieser Übung war das Zuschauen ebenfalls eine Herausforderung, da Frieda aufgrund des offenen Geländes alles genau mitverfolgen konnte. Trotzdem war sie sehr ruhig und hat über weite Teile brav im Platz gelegen. Die dritte Übung war dann ein Voran auf ein sichtig ausgelegtes Dummy mit einem anschließenden Halfblind an der selben Stelle. Das erste Voran haben wir prima gemeistert – ich hatte die Entfernung sicherheitshalber aber auch nicht zu hoch gewählt. Beim Schicken auf das Halfblind ist Frieda jedoch nicht gerade rausgegangen. Ich glaube, sie war durch die Umgebungsreize ziemlich abgelenkt und nicht so recht bei der Sache. Also habe ich sie zurückgeholt und den Helfer gebten, ihr das zweite Dummy nochmal zu zeigen, woraufhin ich sie nochmals geschickt habe. Gesagt, getan, alles prima. Auf das nächste Halfblind habe ich sie erheblich schneller nach der Abgabe des ersten Dummies geschickt, damit die Erinnerung noch sehr frisch ist. Und siehe da: Es hat geklappt! Gaaaanz kurz am Anfang hat sie eine Tendenz zum Eiern gehabt, dann hat sie aber den Fixpunkt, einen einzelnen Baum, gesehen, und ist gerade zum Dummy. Im Nachhinein denke ich aber, die Übung war vielleicht etwas zu schwer, angesichts der ungewohnten Situation in einer Gruppe.

Insgesamt muss man sagen, dass Frieda an diesem Tag der ruhigste Hund war. Ich war sehr stolz auf meine Maus. Und was das Training angeht, so bin ich auch sehr zufrieden. Für Frieda und mich ist das Erlebnis, mit anderen zu trainieren, noch so spannend, dass ich auf große Sprünge bei den Übungen gar nicht setze. Ich denke aber, der Tag lief vor allem deshalb gut, weil ich eben keine bestimmte Erwartung hatte, sondern mich einfach nur auf meinen Hund und den schönen Tag konzentriert habe.

Lernen von den Großen

Januar 24, 2011

Am Wochenende waren Frieda und ich in Gremsdorf beim 2-tägigen Seminar mit Klaus Karrenberg „Das andere Ende der Leine“.

Am ersten Tag gab es jede Menge Theorie, sodass einem abends der Kopft nur so vor lauter Informationen schwirrte. Gestern war Praxistag, und insgesamt zehn Gespanne aus Hund und Mensch wurden durch allerlei Übungen gecoacht.

Es war einfach wahnsinn! Herr Karrenberg hat einen unglaublichen Wissens- und Erfahrungsschatz, aus dem er schöpfen konnte. Zudem habe ich ihn als sehr ehrlich und direkt empfunden – so wie es in der Hundeerziehung auch sein sollte, gab es bei ihm kein „Vielleicht“, kein „Möglicherweise“, sondern nur ein „So will ich es“. Erziehung funktioniert bei ihm vor allem mittels Autorität und Persönlichkeit des Hundeführers – Leckerchen sind nicht das Mittel der Wahl.

Als Hundeführer sind demnach die viel gepriesene Sicherheit und Souveränität Schlüssel zur erfolgreichen Kommunikation mit dem Hund. Sich dauernd zu fragen: Warum hat der Hund das gemacht? Was für Gründe hatte er für sein Verhalten? kann da durchaus hinderlich sein. Da ich eher ein grüblerischer Kopfmensch bin, habe ich mich von diesen Hinweisen sehr angesprochen gefühlt.

Am Praxistag standen wir schließlich alle mit offenen Mündern da, als Herr Karrenberg die Charaktere der Hunde auf den Punkt einschätzen konnte, um danach erfolgreich mit uns und ihnen an bestimmten Dingen zu arbeiten. Beispielsweise wurde ein sehr ängstlicher Hund dazu gebracht, eine für ihn zu Beginn äußerst bedrohliche Situation irgendwann relativ gelassen und voller Vertrauen in seinen Hundeführer zu ertragen.

Für Frieda und mich habe ich vor allem erkannt, dass wir weiterhin noch mehr an der Grunderziehung und dem Grundgehorsam arbeiten müssen. So oft wird gesagt, wie wichtig diese Dinge sind, und doch bleibt Vieles davon immer inhaltsleere Theorie. Gestern war das anders. Ich hoffe, mir die Eindrücke noch lange erhalten zu können, damit es mir gelingt, den schwierigen Schritt von einem Seminar in die alltägliche Praxis zu vollziehen.

Aber man muss ganz klar sagen, dass für die kleine Frieda dann ein ganz anderer Wind zuhause wehen muss… Wenn sie in den letzten beiden Tagen mal die Ohren gespitzt hat, müsste ihr das bereits aufgegangen sein. Und für mich bedeutet das: Überwinde ich den inneren Schweinehund? Gelingt es mir, mir stets über das, was ich von Frieda will, im Klaren zu sein? Und das dann auch ohne Umwege und direkt zu kommunizieren? Konsequent, geduldig und ausdauernd bei der Erziehung zu sein? Nun, wir wissen alle: Das ist eine Lebensaufgabe. Aber irgendwann muss man ja mal anfangen. 🙂 Motivation haben wir bekommen.

Das Gute liegt so nah

Dezember 15, 2010

Nachdem ich mich nun länger mit der Frage nach etwaigen Seminarnameldungen für 2011 gequält habe, habe ich mich nun für einen ersten Termin entschieden.

Man hört ja viel von allerhand bekannten Retrievertrainern und Dummyfachleuten, bei denen es sich sicher lohnen würde, vorbeizuschauen. Aber spätestens seit es uns in den äußersten Osten Bayerns verschlagen hat, kann von „vorbeischauen“ keine Rede mehr sein. Die meisten bekannten Trainingscenter sind sehr weit weg, und Frieda und ich sind ja bei Carolin ohnehin schon in professionellen Händen.

Aber da man ja nie genug von Hund und Hundewissen bekommen kann, habe ich uns nun für den Workshop „Das andere Ende der Leine“ bei Klaus Karrenberg angemeldet, den die BZG Franken im Januar organisiert. Ich bin ja ohnehin total fasziniert von Konzepten, die vor allem auf die nonverbale und hundesprachliche Kommunikation mit dem eigenen Vierbeiner setzen, und somit die Aufgabe vor allem auf Menschseite sehen, sich endlich mal klar auszudrücken. 🙂

Jan Fennels „Mit Hunden Sprechen“, das Konzept der Hundeteamschule oder der Namenspate des Seminars von Patricia B. McConnell sind voll von Ideen, die mich immer wieder begeistern. Insofern freue ich mich riesig auf das Seminar und hoffe, viel über mich und meine Beziehung zu Frieda zu lernen.

Junghundeseminar bei Carolin

November 29, 2010

Gestern war es so weit, das Junghundeseminar bei Carolin fand statt, nachdem der letzte Termin leider nicht geklappt hatte.

Wir waren insgesamt fünf Hunde: Zwei Flats, zwei Labbies und ein Golden. Also eine super Gruppengröße. Alle waren sehr nett und entspannt, nur unter der Kälte hatten wir alle zu leiden. Das Wetter war zwar traumhaft schön, mit Schnee und Sonne, aber leider auch seeeeeeehr kalt.

Zunächst sollte jeder Hund einzeln aus dem Auto geholt werden und bei Fuß eine Runde über den Hof gehen, wo bereits die anderen Menschen herumstanden. Frieda und ich kamen als letzte dran, was ich super fand – schließlich wird bei uns das Warten gerade großgeschrieben! Vielen Dank nochmal dafür, liebe Carolin. 🙂 Zu Beginn ging es mehr schlecht als recht. Es war keine einzige Katastrophe, aber Frieda war einfach aufgeregt, und wenn Frieda aufgeregt ist, ist sie unkonzentriert und hibbelig. Da meine Ansprüche an das erste Gruppentraining seit langem aber auch sehr gering waren (Erwartungshaltung und so) haben wir die Runde ohne Aufreger hinter uns gebracht. Danach ging es erneut ab ins Auto. Ich glaube, Frieda war schon an dieser Stelle äußerst irritiert.

Anschließend sollten alle Hundeführer mit Hund nacheinander in einer Reihe Aufstellung nehmen. Wir wieder als letzte, an dieser Stelle klappte es schon ganz gut. Frieda begab sich brav in Grundstellung neben mich, auch wenn sie ihren langen Gänsehals natürlich gerne in Richtung der anderen Hunde reckte. Beim nachfolgenden Marsch auf die Trainingswiese hatten wir jedoch schon mehr Probleme. Das Fußgehen hinter anderen her ist bisher nun wirklich nicht unsere Stärke. Frieda lief ständig schneller, sodass ich dauernd stehen bleiben musste. In solchen Momenten könnte ich ihr schon ordentlich die Ohren waschen, wenn sie nur noch fixiert und ich kaum an sie rankomme. Also keine Sorge, sie zieht nicht wie ein Ochse in solchen Situationen, aber sie ist dann auch definitiv nicht bei mir…. 😦 Also sind wir letztlich umgedreht und von hinten auf die Wiese gekommen, das ging dann eigentlich ganz gut, auch wenn ich den blöden Fehler gemacht habe, Frieda ein Mal zu loben, obwohl sie ihre Nase gerade zum Schnüffeln am Boden hatte. Tja, Timing halt.

Jetzt wurde es spannend. Wir haben Aufstellung in einem Kreis genommen, und jeder sollte zunächst im Fuß Slalom an den anderen vorbei laufen. Das hat gut geklappt, auch wenn die Versuchung besonders für die sitzenden Hunde schon groß war. Ich habe zur Ablenkung mit Frieda die Schau-Übung gemacht, und so versucht, sie an mich zu binden, während die anderen an uns vorbei liefen. Das ging prima. Danach musste jeder Hundeführer seinen Hund einzeln ableinen und ohne Hund in die Kreismitte gehen, um Carolin zu begrüßen, während der Hund sitzen blieb. Das haben alle Hunde – einschließlich Frieda – ebenfalls gut gemacht.

Bei der nachfolgenden Übung zeigte Frieda das erste Mal, warum sie so eine besondere kleine Friedamaus ist. Zwei Hundeführer wurden ausgewählt, sich ohne Hund in der Mitte zu treffen. Dort wurde sich begrüßt. Anschließend sollte jeder zum Hund des anderen gehen und dessen Leine aufnehmen. Als Frieda eine fremde nette Dame auf sich zukommen sah, war es um ihr Sitz geschehen. Da ich zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht bei meinem Schützling angelangt war, preschte dieser ebenfalls vor, um nachzusehen, was Frauchen denn da für Spaß mit einem fremden Hund hatte. Nun gut. Alle waren wieder eingefangen, und es hieß, an der alten Kreisposition mit dem fremden Hund in die Grundstellung zu gehen. Der etwas zartbesaitete Labbirüde an meiner Seite tat sofort wie ihm befohlen – ich glaube, er hat nur gehofft, dass der Horror ohne Frauchen bald ein Ende haben würde. Frieda…. naja, Frieda ließ sich nicht setzen. Nein, warum auch? Mit der netten Tante kann man bestimmt allerhand lustige Sachen machen, und so wurde munter hochgesprungen und herumgealbert. Nichts zu machen. Eine Frieda bändigt man nicht alle Tage. Also waren wir das einzige Paar, was nach 20 Sekunden wieder seine Hunde tauschen sollte. Mmmpf. Peinlich.

Die nächste spannende Übung bestand darin, den eigenen Hund sitzen zu lassen, während man selbst im Kreis umhergeht, um alle anderen Hundeführer kurz zu begüßen. Seeeeehr schwer. Das begrüßt werden. Oder besser: Frauchen begrüßen zu lassen, während man brav daneben sitzt. Hat Frieda nicht geschafft. Der Schwanz wedelte wie irre, und irgendwann wurde immer aufgestanden. Bei der letzten Versuchsperson ging es allerdings schon viel besser, sodass man auch hier sagen kann: Die Dame lernt schnell. Aber Selbstbeherrschung ist nicht ihr Lieblingsfach. Es war schon faszinierend zu sehen, wie besonders die Labbies recht unbeeindruckt neben ihren Frauchen saßen. Da geht der devote Blick dann eher nach oben mit der Frage: Du sagst mir, wenn ich was machen soll, ja? Bei Frieda stellt sich diese Frage nicht. Sie entscheidet, dass es doch ganz und gar offensichtlich ist, dass sie jetzt was machen soll! Jaaaaa! Spaaaaaaß!

Nun möchte ich an dieser Stelle doch eine Lanze für Frieda und mich brechen. Es wird ja in diesem Zusammenhang gerne von mangelndem Grundgehorsam gesprochen. Aber wenn man diesen Hund sieht, merkt man, wie sehr sie bemüht ist, ihren kleinen Popo auf dem Boden zu behalten. Doch irgendwann platzt sie schier vor lauter Energie und Freude. Das ist natürlich nicht ok. Aber es heißt einfach, dass ich diese Situationen mit ihr üben muss. Insofern war ich mit der Maus schon zufrieden. Wir haben uns beide bemüht, und es ist auch von Mal zu Mal besser geworden.

Interessant war natürlich auch, als ich ohne Frieda die Begrüßungsrunde drehen sollte. Frieda bekam ein Bleib, und ich bin losmarschiert. Es lief super. Sie ist sitzen geblieben. Bis zur letzten Begrüßung. Und dann… bin ich auf sie zugekommen. Ohne sie anzuschauen (ich bin ja nicht doof) und nicht frontal. Aber trotzdem. Es wurde aufgesprungen und gewedelt, als hätten wir uns zehn Jahre lang nicht gesehen. Ich war verschollen. Im Exil. Und nun war ich zurück. Ein Grund zum Feiern, ohne Frage. Da war ich kurz sauer, aber eine Mahnung von Carolin, ruhig zu bleiben, hat mich sofort wieder geerdet. Und so habe ich sie dann ohne Leine dennoch wieder in die Grundposition bekommen, ohne dass Madame gleich den Rest der Gruppe begrüßen wollte.

Nach einer Pause zum Aufwärmen und äußerst leckerem Kuchen von Carolin hab es noch eine Abschlussübung, wie sie auch bei der Begleithundeprüfung abgefragt wird. Mit dem angeleinten Hund bei Fuß durch eine Menschengruppe. Das haben die meisten Hunde wieder toll gemacht. Bei vielen brauchte es einen Moment, bis sie begriffen hatten, wie die Übung funktioniert, aber dann lief es wunderbar. Frieda und ich haben uns auch gut geschlagen, auch wenn das Stehenbleiben und Begrüßen einer einzelnen Person aus der Gruppe wieder der schwierigste Teil war. Auch hier heißt es: Üben, üben, üben.

Was ist also das Fazit aus dem gestrigen Tag? Also zum Einen fand ich es faszinierend, die einzelnen Hundetypen zu sehen und Frieda hier einzuordnen. Was interessant war, ist, dass es wohl gar nicht so sehr von der Rasse abhängt. Man könnte ja meinen, Frieda sei eben typisch Flat oder so. Pah! Alles Voruteile! Der zweite Flat, der in der Gruppe war, war ein neun Monate alter Rüde. Und der war cool. Ja, wirklich. Irgendwann fragte nochmal wer nach seinem Alter, und angesichts der Antwort kam ein: „Oh, der ist aber schon erwachsen!“ Ich wurde auch zwischendurch nochmal nach Friedas Alter gefragt. „Ein Jahr? Tatsächlich?“ Und es war sonnenklar, dass der unausgesprochene Nachsatz lautete: „Ich hätte jetzt gedacht, sie sei deutlich jünger.“ Stimmt. Sie benimmt sich ja auch zeitweise wie ein Riesenwelpe. Der einzige Hund in der Gruppe, der ihr von der Art her ähnelte, war die 1 1/4 Jahre alte Golden Hündin. Total süß, voller Lebensfreude, aber auch schwer zu bändigen. Die Labbies waren beide schon etwas älter, zwei und eineinhalb Jahre.

Schlagwörter, die im Zusammenhang mit Frieda fielen, waren in etwa „Temperamentsbündel“, „Feger“ und „unverdrossen“. Letzteres finde ich besonders schön, denn unverdrossen ist Frieda defintiv. Letztlich muss man sagen, dass wir wie bereits in der DRC-Welpen- und Junghundegruppe etwas aus dem Rahmen gefallen sind. Ein echter Rabaukenklabauter halt. Trotzdem bin ich zufrieden, mittlerweile schaffe ich es, die Arbeit mit Frieda über weite Strecken als Herausforderung anzunehmen. Und man muss auch sagen, dass bei einem solchen Gruppentraining eben genau die Dinge abgefragt werden, die uns noch sehr schwer fallen. Andere Sachen klappen hingegen super, bei denen manch anderer Hundeführer seine Probleme hat: Sie ist (bisher) immer abrufbar (auch von anderen Hunden), hält auf Spaziergängen einen kleinen Radius ein, zieht nicht wie ein Ochse an der Leine, apportiert schnell und gerne und ist auch sonst in ihrer neuen Heimat bisher als folgsamer und wohlerzogener Hund aufgefallen. Aber den Rest… den müssen wir einfach noch üben.

Meist haben die Probleme ja mit mangelnder Selbstbeherrschung zu tun. Ein bisschen frustrierend ist das manchmal schon, weil ich mir einbilde, bereits seit Monaten mit eiserner Konsequenz genau daran zu arbeiten. Frieda muss wirklich bei jeder sich bietenden Gelegenheit warten. Wenn ich weiß, dass sie etwas will, bekommt sie es nicht oder nicht sofort. Sicher schleichen sich hier auch Fehler ein – sich nicht von Hundi manipulieren zu lassen ist meiner Meinung nach die Königsdisziplin aller Hundeführer. Aber dennoch hoffe ich schon, dass sich das alles irgendwann auszahlt. Schließlich ist sie immer noch ein Küken und vielleicht einfach von der spätreifen Sorte. Das hoffe ich. Denn dann heißt es einfach: Durchhalten und weiter machen. Alles wird gut!

Steadiness, Heelwork und nicht Tauschen

November 25, 2010

Große Worte, große Ziele. Und wir fangen ganz klein an. Zwei der Basis-Übungen zu den genannten Themen habe ich nun in einer Skizze festgehalten. Die Übungen sind wirklich denkbar einfach, aber gut dafür geeignet, den Hund in langsamen Schritten an die oben genannten Dinge heranzuführen.

Bei der ersten Übung wird eine Kombination aus Steadiness beim Fußlaufen, ruhigem Tragen und nicht Tauschen gefordert. Unsere Trainingseinheiten beginne ich nachwievor so oft es geht mit einer kurzen Wartezoneneinheit. Selbst wenn es mit dem Sudoku bei der Kälte nicht mehr so klappt, bekomme ich Frieda auf diesem Weg recht zuverlässig in einen konzentrierten Arbeitsmodus.

Während Frieda auf der Decke gewartet hat, habe ich die Dummies in einem Kreis auf der Wiese ausgelegt. Wenn der Hund schon steadier am Fuß ist, kann man die Dummies auch mit ihm gemeinsam auslegen. Anschließend habe ich Frieda am Startpunkt in die Grundstellung gerufen. Und dann ging’s los. Im Kreis an den Dummies vorbei, über die Dummies drüber, Schlangenlinien, Wendungen etc. Als das gut klappte hat sie irgendwann den Befehl „Apport“ vor einem Dummy bekommen und dieses aufgenommen. Damit im Fang geht es dann weiter im Fuß an den übrigen Dummies vorbei. Fürs Festhalten wurde sie natürlich in den höchsten Tönen gelobt. Glücklicherweise hat die Maus nicht versucht, zu tauschen. Also wunderbar.

Korrigieren musste ich ein Mal am Anfang, als Frieda dachte, dass sie das Dummy, was sie eben noch getragen hat, auch beim nächsten Vorbeikommen wieder aufnehmen soll. Nein, nein, ohne Kommando sollst Du gar nichts! Also ein „Nein“, kleiner Zupfer an der Leine und gut ist. Danach hatte sie es offenbar verstanden. Ein anderes Problem ist nachwievor das ruhige Tragen, wobei das schon viel besser geworden ist. Beim langsamen Laufen rutscht ihr das Dummy häufig seitlich weg, sodass sie es dann schief trägt. In einem solchen Fall nehme ich es ihr ganz kurz ab, gebe es ihr wieder schön mittig hin und lobe dann fürs richtige Halten. Besonders wichtig ist hierbei natürlich auch, sie das Dummy einfach nicht zu lange tragen zu lassen, und es ihr nach Möglichkeit abzunehmen, bevor die Konzentration nachlässt.

Eine zweite Übung, die wir trainiert haben, stellt höhere Anforderungen an die Steadiness. Nachdem ich Frieda in die Grundstellung gerufen hatte, sind wir gemeinsam eine gerade Strecke gegangen. Irgendwann bin ich stehen geblieben, Hundi sollte sich dann sofort neben mich setzen. Anschließend habe ich ein Dummy ein paar Meter weiter vor uns hin geworfen. Nun hieß es abdrehen und in die andere Richtung marschieren. (Anm.: Bereits an dieser Stelle zeigt sich, wie ruhig der Hund mitarbeitet. Springt er ein, läuft schief vorm Hundeführer, weil er an die Dummies in der rechten Hand will oder fiept frustriert beim Abdrehen von der Markierung, würde ich ihn kein Dummy holen lassen, bis diese Dinge besser klappen. Haben wir am Anfang alles gehabt. :-))

In die entgegengesetzte Richtung ging es dann wieder geradeaus, bis wir wieder anhielten, und ich ein zweites Dummy geworfen habe. Anschließend sind wir wieder abgedreht und haben zwei Schritte in Richtung des ersten geworfenen Dummies gemacht. Dann habe ich Frieda mit „Voran“ auf D1 geschickt, und während sie rausging, habe ich ein paar Schritte nach hinten gemacht, sodass D2 zwischen ihr und mir lag. Beim Zurückkommen zeigte sich dann, ob Madame ihr Dummy gerne gegen das andere tauschen möchte. Aber nein, sie hat kurz hingeschielt, ist aber schnell und zuverlässig bis zu mir gekommen. Toll!

Wie gesagt, Skizzen und Übungen sind sehr simpel. Aber obwohl ich das in der Theorie schon wusste, habe ich vor allem in letzter Zeit gemerkt, wie wichtig diese Basics für Frieda und mich sind. Und je überschaubarer die Übung, desto entspannter bin ich auch. Und so klappt dann meist Vieles, was im Rahmen komplexerer Übungen vielleicht schief gehen würde.

Bestandsaufnahme: Voran

November 12, 2010

Nachdem wir ja einige Startschwierigkeiten beim Voran hatten, habe ich in den letzten Wochen viel Zeit darauf verwendet, das Kommando nochmal gründlich aufzubauen. Die Körpersprache Tipps von Carolin haben sich schon mal ausgezahlt, seit ich Frieda mit Rechts schicke, geht sie viel gerader raus. Und auch sonst haben wir Fortschritte gemacht. Auch wenn unser Training bis dato noch nicht optimal war, glaube ich, dass die Vorarbeit und trotzdem geholfen hat, es jetzt richtig zu machen.

Also ist es Zeit für eine Bestandsaufnahme. Da Kathrin und Ivonne ihre Trainings immer so wunderbar als Skizzen darstellen, habe ich ihnen nachgeeifert und mich ebenfalls mit Artweaver an die Arbeit gemacht. Sie sind noch nicht perfekt: An der einheitlichen Farbgebung und der Maßstabsgetreue muss ich definitiv noch feilen. Trotzdem präsentiere ich heute schon Mal meine ersten Versuche. (Edit: Ich habe gerade gesehen, dass die Schrift auch etwas klein geraten ist. Das nächste Mal dann…)

Angefangen haben wir vor ein paar Wochen wieder mit dem Voran an einer Leitlinie auf eine Futterschüssel. Ich übe nach wie vor viel mit Futterschüsseln, denn ich weiß ja, dass Frieda super apportiert, nur will ich nicht, dass sie allzu viele Dummies holt. Und da Voran bekanntlich Fleißarbeit ist, kann ich das Kommando so prima auch ohne Dummy fast täglich kurz üben.

Bei dieser Basis-Übung ging es einfach darum, wieder langsam Entfernungen aufzubauen, wobei das Wichtigste dabei war, dass Frieda auch wirklich eine schöne gerade Linie läuft. Bei den angegebenen Entfernungen bin ich mir nicht sicher, aber bei unserer dritten Übungseinheit war die letzte Distanz dann auf jeden Fall schon ziemlich weit. Aber da Frieda jedes Mal ohen zu zögern in einer schön geraden Linie losgeflitzt ist, spricht ja nichts dagegen.

Die Futterschüssel, die ich hier benutzt habe, ist relativ groß und weiß, das heißt, für den Hund auch schon von Weitem gut zu erkennen. Zum Aufbau von Entfernungen eignet sie sich deshalb ziemlich gut. Um am Ende zu testen, ob Frieda auch ohne weiße Schüssel quasi halbblind auf der bekannten Strecke voran geht, habe ich hin und wieder, wenn ich die Schüssel zum Schluss eingesammelt habe, noch heimlich ein grünes Dummy an die Stelle platziert. Denn bei Fuß ein paar Schritte in die andere Richtung und erneut: Voran! Prima hat sie das gemacht, kein fragender Blick, kein gar nichts. Losgewetzt, direkt zum bekannten Fixpunkt, Dummy eingesammelt und zurück. Wunderbar!

Übung 2 fand in einem anderen Gelände statt, der Unterschied war, dass ich ohne Leitlinie, aber stattdessen mit einem natürlichen Fixpunkt (hohes Gras, ca. 2 x 2 m) gearbeitet habe.

Beim Aufbau des Fixpunktes sowie der Entfernung zum selben hat mir Frank geholfen. Wenn Frieda auf dem Rückweg war, hat er von ihr unbemerkt ein weiteres Dummy ausgelegt, damit ich sie halbblind erneut schicken konnte. Das hat von P1 und P2 schon wunderbar geklappt. Bei P3 war die Schwierigkeit zusätzlich zur großen Distanz, dass er in einer kleinen Senke lag, sodass Frieda den Fixpunkt auf den ersten 5-10 m noch nicht sehen konnte. Es war also spannend, aber der Rennsemmel hat es toll gemeistert. Also, super Lob und Belohnung, danach war Schluss.

Beim nächsten Voran-Training (Übung 3) waren wir im selben Gelände. Frieda kannte den Fixpunkt ja nun schon, und so habe ich sie an P1 abgesetzt und habe selbst drei Dummies diesmal nicht vor, sondern IM hohen Gras versteckt. Voran, losgedüst, gesucht, gefunden, sofort zurückgekommen. Wunderbar! Danach haben wir uns um 180° gedreht, und ich habe eine Markierung (D3)  in die andere Richtung geworfen. Anschließend gab’s eine kleine Konzentrationsübung: Drehen bei Fuß auf der Stelle. Danach habe ich Frieda wieder auf den Fixpunkt geschickt, um D2 zu apportieren. Lief alles super. Zur Belohnung durfte sie anschließend noch die Markierung mit „Apport“ holen.

Boah, dachte sich die Maus da, so viele Dummies! Jetzt geht’s looooooos! Also habe ich sie wieder auf unseren Fixpunkt ausgerichtet, das Voran-Ritual durchgezogen, und dann… nichts. Frieda bekam ein „Bleib“ und ich bin losmarschiert, um D4 selbst zu holen. Sie ist brav sitzen geblieben, hat aber sowas von dämlich geguckt (sorry, Frieda ;-))… Bei ihr angekommen habe ich das Dummy verstaut und sie gaaaaaanz viel gelobt und mit Käse belohnt. Das Dummy zum Feiern gebe ich ihr dann lieber nicht mehr, das pusht sie extrem hoch.

Könnt ihr noch? Ja? Zwei hab ich nämlich noch. 🙂 Neben dem Aufbau von Entfernungen, dem Apport von halbblinden Dummies und natürlich Vertrauen in die Hand arbeiten wir auch weiterhin daran, dass Frieda die von mir angegebene Richtung auch wirklich annimmt. Dafür trainieren wir gezielt mit mehreren Futterschüsseln. Die Distanz ist dabei ziemlich gering (ca. 10 m), sie spielt aber auch zunächst keine Rolle. Wichtig ist, dass Frieda immer genau zu der Schüssel rennt, auf die ich sie (und mich) ausgerichtet habe. Das haben wir mithilfe des berühmten Wagenrades geübt, bei dem der Hund von der imaginären Mitte eines Kreises aus in alle vier Himmelsrichtungen geschick wird. Da mir bei Übung 4 eine Schüssel fehlte, waren es hier nur drei.

Vor einigen Wochen hatten wir hier noch manchmal Probleme, mittlerweiel ist es fast schon langweilig. 🙂 Spannender ist es da schon, die Schüssel in eine Linie zu stellen, wie bei Übung 5, die ich im Anschluss an Übung 4 trainiert habe. Die Richtungsuntschiede sind hier deutlich geringer. Außerdem kann man auch hier viel variieren, indem man mal auf die zuerst befüllte Schüssel zuerst schickt oder (am einfachsten) die zuletzt befüllte nimmt. Normalerweise ist natürlich nur in einer etwas drin, man will ja vermeiden, dass Hundi unerwünscht zum Erfolg kommt. Aber für Frieda sollte es stets so aussehen, als würden alle Schüssel „betankt“.

Zunächst habe ich sie von P1 aus auf verschiedene Schüsseln geschickt. Als ich das erste Mal nicht die zuletzt befüllte genommen habe, habe ich gemerkt, wie Frieda immer noch auf die daneben liegende letztbefüllte schaute. Also einen Schritt vor, neu in Position gebracht, und siehe da: Frieda hat sich neu orientiert und die Richtung angenommen. Super! Der krönende Abschluss war dann das Schicken von P2 auf FS1. Neben dem Positonswechsel musste Frieda dabei auch an beiden anderen Schüsseln vorbeilaufen. Es war sozusagen die Probe aufs Exempel, ich war gespannt. Was soll ich sagen, es gibt solche und solche Tage – dieses war ein guter Tag! Ohne Umwege flitzte die Maus zur richtigen Schüssel und kam auch direkt Freude strahlend wieder zu mir zurück. Also gab es eine dicke Belohnung und anschließend noch Wettrennen und Stöckchen zerlegen zu Zweit. 🙂

The Silent Dog

November 3, 2010

So könnte man unser derzeitiges Projekt bezeichnen.

Gestern waren wir das erste Mal zum Zuschauen beim freien Dummy-Treff unserer BZG. Wie es uns von erfahrenen Bloggern nahegelegt wurde :-), habe ich einen Campingstuhl, Friedas Vetbed, eine Decke für mich und einen gefüllten Kong eingepackt. Dann wurden wir an einem leicht anzusteuernden Treffpunkt abgeholt (danke dafür!) und sind gemeinsam ins Gelände gefahren.

Ich habe Frieda im Auto gelassen, während die anderen Hunde „sortiert“ wurden und sich alle anschließend auf den Weg zur ersten Trainingswiese machten. Insgesamt waren wir zu viert mit sechs Hunden. Als der Trupp schon ein ganzes Stück weiter war, habe ich Frieda, die übrigens schon bald recht still im Kofferraum wartete, aus dem Auto geholt. Naja, nicht sofort. Denn als ich die Klappe aufgemacht habe, fing sie immer ganz aufgeregt an zu fiepen. Nun gibt es eine tolle DVD von Anita Balser, auf der man wunderbar beobachten kann, wie sie es schafft, ein völlig aufgedrehtes, lautstarkes Dackelrudel gesittet aus dem Kofferraum zu holen, indem sie einfach jedes Mal, wenn ein Hund zu bellen anfing, den Kofferraum wieder zugeschlagen hat. Zwar ging das mit unserem Kombi nicht ganz so gut, aber es hat trotzdem funktioniert. Also habe ich nach einigen Anläufen eine Silent Frieda aus dem Kennel gelassen.

Ziemlich bepackt ging es dann los hinter den anderen Hunden her. Das hat schon eine gefühlte Ewigkeit gedauert, da Frieda natürlich den Geruch wahrnahm und ständig vorlief. Also habe ich immer umgedreht und bin einige Meter zurück. Irgendwann hatte sie es dann geschnallt, obwohl es mich immer wieder fasziniert, dass sie, selbst wenn sie etwas begriffen hat, doch arge Schwierigkeiten hat, sich unter Kontrolle zu behalten. Aber insgesamt hat sie es toll gemacht und ich war mit unserem Marsch sehr zufrieden.

Als wir um die Kurve kamen und die anderen Hunde sehen konnten, entwichen ihr die ersten zarten Fiepser. Also zurück. Und immer schön gelobt, wenn sie still war. Auch das hat sie eigentlich schnell begriffen. In sicherem Abstand (ca. 100 Meter) habe ich dann meinen Stuhl aufgestellt, Frieda auf ihre Decke gelegt und ihr ihren Kong gegeben. Zum Glück hat sie diesen angenommen – ist sie zu aufgeregt, interessiert sie sich nicht mal mehr für Futter. Die anderen haben beim Training sogar „geschossen“, was eine super Gelegenheit war, Frieda mit dem Geräusch vertraut zu machen. Beim ersten Mal hat sie sich kurz umgeschaut, danach war es ihr ziemlich egal.

Insgesamt waren wir bestimmt eine Stunde dort und sind zwischenzeitlich auch mal deutlich näher an die Gruppe rangegangen. Frieda war erfreulich still (auch ohne Kong), wobei ich ihr auch bei fast jeder Gelegenheit ein Lecker reingestopft habe als Belohnung fürs Ruhig Sein. Ich sag mal, total entspannt ist was anderes, aber für den ersten Versuch war ich sehr zufrieden. Auf jeden Fall haben wir uns fürs nächste Training wieder angemeldet. Als Zuschauer selbstverständlich.