3 x 20 Minuten

Januar 18, 2012

So sah unser Training in den letzten drei Tagen aus. Wie ich bereits geschrieben habe, hat mich die Trainingslust wieder gepackt – und so haben Frieda und ich in den letzten drei Tagen jeweils 20 Minuten Training in unseren Spaziergang eingebaut. Die Inhalte aller drei Trainings waren Einweisen und Steadiness.

Tag 1

Inspiriert von meinem Schwesterchen habe ich die Futterschüsseln eingepackt und bin mit Frieda zu einer unserer Trainingswiesen gezogen. Aufgrund des Schnees ist das Training mit Dummies momentan eher schwierig. Frieda war hochmotiviert und konzentriert – die zweimonatige Trainingspause hat ihr scheinbar gut getan.

Zum warm werden wollte ich mit Frieda ein ähnliches Training machen, wie Kathrin es mit Pippin absolviert hatte. Netterweise hat sie mir erlaubt, ihre Grafiken zu benutzen. Der Grundaufbau sah auch bei uns so aus:

Die längere Strecke bin ich mit Frieda gemeinsam abgegangen, den kürzeren Weg habe ich allein zurückgelegt. Anschließend schickte ich sie zunächst den weiteren, anschließend den kürzeren Weg. Kein Problem. Beim erneuten Befüllen der Futterschüsseln kam ich selbst ordentlich ins schwitzen. Als zweite Aufgabe wollte ich Frieda erneut auf die entferntere Futterschüssel schicken, wobei wir noch zusätzliche 10 Schritte zurückgegangen waren. Das sah dann in etwa so aus:

Beide Futterschüsseln waren wieder befüllt, die nähere zuletzt. Etwas erleichternd kam hinzu, dass in unserem Aufbau die zweite Schüssel nicht auf Friedas offener Seite, sondern rechts von uns stand. Dennoch ließ sich Frieda von der Verleitschüssel ablenken und driftete auf der Höhe des alten Startpunktes nach rechts weg. Also holte ich sie zurück, ging wieder auf unseren alten Startpunkt und schickte sie erneut auf die weitere Schüssel. Diesmal klappte es. Anschließend durfte sie auch die zweite Schüssel nach einem Voran leerschlabbern.

Anschließend versuchten wir uns am selben Aufbau erneut, ich schickte sie von unserem Startpunkt weiter hinten – und wieder driftete sie ab. Zurück, neu angesetzt, nochmal „Voran!“. Und hier tauchte dann wieder das Problem auf, was wir in letzter Zeit öfter beim Voran hatten – wenn Frieda und ich unterschiedlicher Meinung sind, traut sie mir nicht recht, und geht zunächst gar nicht mehr raus. Also ging ich einen Schritt in die angedeutete Richtung und wiederholte das „Voran“-Kommando. Und jetzt startete sie durch – das gab natürlich eine Party im Hintergrund und viel Lob nach dem Zurückkommen. Auf die zweite Schüssel schickte ich sie anschließend mit „Rüber“.

Anstatt nun noch etwas anderes auszuprobieren, wollte ich danach die Sache mit dem Annehmen der Richtung lieber absichern und gut zu Ende bringen. Also wiederholten wir die genannte Übung ein drittes Mal und diesmal ging Frieda ohne zu zögern in die richtige Richtung raus. Damit war ich wirklich zufrieden! Beim Annehmen der Richtung waren wir schon mal wesentlich weiter, aber die lange Pause macht vermutlich etwas Auffrischung nötig. Zuletzt schickte ich sie dann von unserem hinteren Startpunkt noch mit „Voran“ auf die zweite Schüssel. Die Schwierigkeit bestand darin, dass sie diagonal laufen sollte und noch keine ausgetretene „Autobahn“ im Schnee war, wie auf der anderen Strecke. Trotzdem ging sie schnurgerade raus, prima.

Tag 2

Erneut hatte ich die Futterschüsseln im Gepäck. Dieses Mal wollte ich das „Rüber“ in Kombination mit dem Sitz-Pfiff trainieren. Ich setzte Frieda ab und ging 50 Schritte von ihr weg. 20 Schritte vor mir stellte ich jeweils rechts und links im 90°- Winkel eine Futterschüssel auf. Die Entfernung der Schüsseln zur Geraden zwischen Frieda und mir betrug jeweils 20 Schritte. Beide Futterschüsseln waren befüllt.

Mit dem Doppelpfiff rief ich Frieda heran und stoppte sie mit dem Sitz-Pfiff auf der Höhe der beiden Schüsseln. Beim ersten Mal habe ich etwas zu spät gepfiffen, weswegen sie nicht ganz auf der richtigen Höhe zum Sitzen kam. Dennoch schickte ich sie mit „Rüber“ zunächst auf die rechte Schüssel. Anschließend folgte ein diagonales Voran auf die zweite. Dieselbe Übung wiederholte ich erneut, dieses Mal saß sie genau richtig und ich schickte sie nach links. Anschließend folgte wieder das Voran auf die zweite Schüssel. Beide Übungen liefen prima. Wenn Frieda auf mich zu läuft, kann ich sie problemlos ins Sitz pfeifen. Aus dem Voran heraus lasse ich es erstmal lieber sein – so habe ich mir nämlich seiner Zeit prima das Vertrauen beim Voran vermurkst.

Für die zweite Übung stellte ich die Schüsseln etwas um. Eine wurde in 30 Schritten Entfernung direkt vor uns platziert, die andere rechts von der ersten  in 20 Schritten Entfernung. Das erste Mal schickte ich sie mit „Voran“ auf die Schüssel direkt vor uns. Beim zweitem Mal tat ich nur so, als würde ich die Schüssel befüllen, tatsächlich blieb sie leer. Trotzdem schickte ich Frieda mit „Voran“ darauf, um ihr dann an dieser Stelle einen Sitz-Pfiff zu geben uns sie weiter „Rüber“ auf die rechte Schüssel zu schicken. Das funktionierte wunderbar, auch wenn Frieda sich an dieser Stelle noch schneller setzen könnte. Diese Art von Übung haben wir aber noch nicht oft gemacht, also heißt es einfach weiter üben. Als dritte Aufgabe schickte ich sie erneut auf die erste Schüssel mit „Voran“, in der dieses Mal wieder Leckereien zu finden waren.

Unser Steadiness-Training baute ich am Schluss des Spaziergangs noch ein, indem ich Frieda absetzte und vier Pocketdummies neben und hinter sie warf. Anschließend rief ich sie ab. Das klappte wunderbar und Frieda war dabei auch sehr entspannt. Dennoch sind das solche Übungs-„Klassiker“, die ich mit ihr nicht oft genug machen kann.

Tag 3

Heute wollte ich nur kurz den Sitz-Pfiff im Anschluss an ein Voran wiederholen. Ich versteckte zwei Pocketdummies in einem dichten (schneefreien) Bewuchs. Frieda durfte dabei zuschauen und wurde anschließend zunächst aus 60, danach aus 50 Schritten Entfernung von mir mit „Voran“ ins Suchengebiet geschickt. Suchenpfiff, gefunden, zurück. Das dritte Mal schickte ich sie aus 40 Schritten Entfernung. Als sie im Suchengebiet war, gab ich ihr nach wenigen Sekunden den Sitz-Pfiff. Sie war zwar offensichtlich irritiert, blieb aber sofort stehen und schaute mich an. Hmmmmm, was dieser erhobene Arm nochmal zu bedeuten hat? Ach, ja, sitzen! Sobald sie saß warf ich jeweils ein Dummy rechts und links von ihr in die Wiese. Anschließend schickte ich sie mit „Rüber“ auf das zuerst geworfene. Super! Das zweite Dummy sammelte ich selbst ein.

Damit wollte ich es mit dem Einweisen gut sein lassen und so trainierten wir lediglich noch etwas Steadiness. Erneut warf ich Dummies neben und hinter Frieda, dieses Mal jedoch erschwert durch den zusätzlichen Reiz platzender Brottüten, die den Schuss simulieren sollten. Das fand Frieda auch deutlich spannender als am Tag davor, blieb aber ruhig und brav sitzen. Nach jedem Wurf belohnte ich sie deshalb mit einem Leckerchen. Zum Schluss rief ich sie erneut ab und sammelte die Dummies selbst ein. Gut gemacht!

Nun werden wir die nächsten Tage erstmal pausieren. Ich freue mich allerdings, dass wir wieder etwas ins Training reingefunden haben. Frieda ist im Gegensatz zu letztem November wieder deutlich heruntergefahren, was mich durchaus etwas hoffen lässt.

Schneeschuhwanderung

Januar 9, 2012

Nachdem man sich im letzten Winter irgendwann zu Fuß fast gar nicht mehr draußen bewegen konnte, gab es als diesjähriges Weihnachtsgeschenk und logische Konsequenz: Schneeschuhe!

Bisher sind die Schneemengen zwar verhältnismäßig zahm, dennoch ist es mir auch heuer bereits passiert, dass ich im kniehohen Weiß erschöpft den Rückweg antreten musste. So nutzten Frank und ich den gestrigen Sonntag, um eine erste gemeinsame Schneeschuhwanderung zu erproben. Es hat viel Spaß gemacht und stellt tatsächlich eine erheblich Erleichterung im Tiefschnee dar. Frieda fand es ebenfalls lustig, auch wenn ihre aktive Bespaßung aufgrund der Schuh-Konzentration von Herrchen und Frauchen etwas dezenter ausfiel.

Seit heute ist hingegen wieder der schnöde Alltag bei uns eingekehrt. Und mit ihm erwachte ganz unerwartet auch wieder meine Lust auf Training mit der Maus. Die letzten Wochen haben wir dummytechnisch rein gar nichts gemacht – nachdem Friedalein zuletzt ordentlich hochgefahren war, eine durchaus planmäßige Pause. So langsam könnten wir jetzt wieder einsteigen, wenn da nur der ganze Schnee nicht wäre… Mal schauen, wie es sich in den nächsten Tagen und Wochen entwickelt.

Lebenszeichen

Januar 3, 2012

Nachdem wir ja versäumt haben, im Blog allen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch  zu wünschen, bleibt mir nur, zu hoffen, dass Euch allen dies auch ohne unser Zutun gelungen ist. Bei uns ist mächtig viel los – Familienbesuche hier und dort, Wanderungen, Blödsinn. Am Samstag waren wir zum Beispiel mit Jens, Daniela und Gizmo im schönen Fichtelgebirgsschnee unterwegs. Während ich mal wieder ohne Kamera unterwegs war, war Jens äußerst fleißig. Fotos von zwei verrückten Flats in Action findet ihr hier.

Und als kleinen Vorgeschmack habe ich eines quasi als Preview geklaut:

Zu Hause unterwegs

Dezember 11, 2011

Wintereinbruch

Dezember 7, 2011

Etwas später als letztes Jahr gab es in den letzten Tagen nun den ersten Schnee im Fichtelgebirge. Frieda und ich nutzten die weiße Pracht gleich für ausgiebige Schneespaziergänge – es ist einfach schön, das Leuchten in ihren Augen zu sehen, wenn sie über die gepuderten Wiesen fetzt. Die Bilder sind leider nicht so wunderschön wie die meines Schwesterchens, aber dennoch mussten ein paar Beweisfotos sein:

Der Ernstfall

Dezember 5, 2011

Heute war es so weit: Frieda und ich bekamen die Gelegenheit, den Ernstfall zu proben.

Wir waren gegen 10 Uhr auf unserer Hausroute im Wald unterwegs, als Frieda anfing, ganz aufgeregt die Nase in den Wind zu halten. Nun war es recht stürmisch, und da es bei uns im Wald sehr viel Wild gibt, kommt es bei dieser Witterung des Öfteren vor, dass Frieda etwas in die Nase bekommt. Wie immer habe ich sie herangerufen. Beim Zurückkommen trödelte Madame – abgelenkt von den Gerüchen – etwas. Ein kleiner Anraunzer reichte, um sie zu beschleunigen. Also setzten wir unseren Weg bei Fuß fort, denn ich wollte zunächst ihre uneingeschränkte Aufmerksamkeit zurückerlangen, bevor sie wieder frei laufen durfte. Solche Situationen haben wir recht oft, ich habe das duftende Wild jedoch bisher so gut wie nie zu Gesicht bekommen.

Nachdem das Fußlaufen prima funktionierte und Frieda geerdet und konzentriert war, ließ ich sie wieder laufen. Offensichtlich wohl zu früh, denn wenige Meter weiter sprangen plötzlich zwei ordentliche Brummer von Hasen aus dem Gras am Wegrand und gaben Fersengeld. Frieda startete durch und… ich rief „hey“ und gab den Doppelpfiff. Wirklich sofort ließ die Maus von ihrem Vorhaben ab und machte eine Kehrtwende in meine Richtung. Aller Steadiness zum Trotz gab es für dieses prompte Zurückkommen einen Wurf mit dem Pocketdummy zum Hinterhersprinten und natürlich viel, viel Lob.

Nach einem kurzen Spiel leinte ich Frieda zur Sicherheit an – was sich als richtig erwies, denn weniger als eine Minute später kreuzte auch noch ein Reh unseren Weg. Keine Ahnung, was heute los war, wir sind diese Strecke schon hunderte Male gegangen, ohne je ein Tier zu Gesicht zu bekommen.

Ich bin wirklich froh, dass unser Doppelpfiff sich heute auch im Ernstfall bewährt hat. Nichts habe ich mit so viel Aufwand und so gewissenhaft geübt wie dieses Kommando. Eben genau für diesen Fall. Dennoch habe ich nichts dagegen, wenn wir diese Situation nicht allzu oft erproben müssen. 😉

Blinder Käse und platzende Brottüten

November 20, 2011

Zwei Wochen ohne Apport sind bereits vergangen. Und soooo sehr vermissen wir die Dummies eigentlich gar nicht, oder Mausi? Wir haben nämlich blinde Käsestücke gejagt. Im Wald. Man würde gar nicht meinen, dass sich dort so viele der possierlichen kleinen Gelbtierchen verstecken. Um schneller an die Beute zu gelangen, haben wir angefangen, auf der Suche nach dem Käsetier zuammenzuarbeiten. Denn Frauchen hat irgendwie immer so eine ziemlich konkrete Ahnung, wo sich der nächste Leckerbissen verbirgt. Mit vollem Körpereinsatz weist sie den Weg, und wenn das Friedrich dann in der Nähe ist, ertönt immer ein ganz aufgeregter Pfiff – hier muss es sein!

Auf diese Art üben wir zur Zeit spielerisch das „Einweisen“. Ohne großen Anspruch an Präzision und ohne verbale Kommandos, dafür aber mit jeder Menge Körpersprache. Und es ist toll, wie gut das funktioniert. Frieda beobachtet mich sehr genau aus dem Augenwinkel beim Suchen und nimmt die Zeichen gut an. Und was mich besonders freut: Kommandos mit der Pfeife werden suuuuuuuper umgesetzt. Zunächst habe ich nur den Suchenpfiff eingesetzt – der sitzt momentan perfekt, Frieda nimmt aus vollem Lauf sofort die Nase runter, wenn er ertönt. Schießt sie über das Ziel hinaus, kann ich sie ebenfalls prima zurückpfeifen, um dann auf der richtigen Höhe den Suchenpfiff zu geben. Momentan kommen wir so sehr schnell zum Erfolg und es macht uns beiden, glaube ich, sehr viel Spaß. Irgendwann werde ich dann auch mal wieder anfangen, das gerade Voran und ein exaktes Rüber aufzubauen, aber momentan ist es so, ganz ohne Druck und Anspruch auf irgendwelche Linien, viel schöner. Da ich es uns jedoch nicht unnötig schwer machen will, gebe ich bei diesem Spaß-Einweisen eben keinerlei vebale Kommandos und Frieda startet auch nicht vom Fuß weg, sondern von dort, wo sie eben gerade ist.

Daneben haben wir letztes Wochenende Schüsse mittels platzender Brottüten simuliert. Ein Tipp von meinem Schwesterchen, der wirklich super ist. Das Geräusch ist richtig laut und einem Schuss wirklich sehr ähnlich. Frieda ließ sich auch gleich zu einigem Gefiepe inspirieren. Also haben wir sie mit Brottüten und fallenden Dummies so lange gelangweilt, bis sie sich damit angefunden hatte, dass wohl doch nichts vermeintlich Aufregendes passieren würde. Danach gab es ein kurzes Spiel und wir setzten unseren Spaziergang fort. Mal sehen, ob wir nachher eine nächste Session dieser Art durchziehen.

Rabaukenklabauterwölftag

November 8, 2011

Und schon wieder ist es so weit: Frieda hat Geburtstag und wird zwei Jahre alt. Herzlichen Glückwunsch, meine Maus! Erwachsen ist sie immer noch nicht, aber wer einen Flat kennt, weiß, dass das auch völlig unmöglich wäre mit nur zwei Jahren. Hier ein Bild aus unseren ersten gemeinsamen Wochen:

Gerade sind wir zurück von einem stillen Geburtstagsspaziergang – etwas, was ich früher viel öfter mit Frieda gemacht habe. Ein ganzer Spaziergang, auf dem ich kein Wort zu Frieda sage. Alles läuft über Blicke und Körpersprache. Ach, und es war richtig schön, wie wir uns mittlerweile verstehen! Natürlich ist mir Frieda in Sachen Finetuning meilenweit voraus, aber auch ich habe dazu gelernt, wenn es darum geht, hündische Signale und Körpersprache zu deuten. Sogar an ein paar fremden Hunden sind wir unangeleint und ohne ein einziges verbales Kommando vorbei gekommen. Wenn man da bedenkt, wie wir angefangen haben…

Und heute Abend erwartet Frieda sicher noch die ein oder andere Geburtstagsleckerei. Mal sehen, was das örtliche Fachgeschäft so hergibt. 😉

Wartezone reloaded

November 6, 2011

Da sind wir nun wieder, wo wir angefangen haben.

Heute gab es für Frieda mal wieder ein klassisches Wartezonentraining. So manches passiert, aber geschehen tut dennoch nichts. Frank und ich sind mit einem Rucksack voller Dummies zum Spaziergang aufgebrochen. An einer großen Wiese, die Frieda und ich gelegentlich zum Training nutzen, lud eine gemütliche Holzbank zum Verweilen ein. Gott sei Dank ist es momentan noch nicht so kalt, so dass man durchaus eine Weile im Freien herumlümmeln kann. Frieda wurde abgelegt und nach kurzer Zeit einige Dummies in der Wiese verteilt.

Und dann unterhielten Frank und ich über Weihnachswünsche. Für die Eltern, die Geschwister und so weiter. Das dauert… 🙂 Irgendwann bin ich mit Frieda dann ein Mal im Fuß über die Wiese an allen Dummies vorbei. Und das geschah ehrlicherweise sogar angeleint, da Madame tatsächlich so aufgeregt war, dass ich mir angesichts meiner neuerlichen Einspringerfahrungen nicht hunterprozentig sicher war. So klappte die Übung dann aber prima und es konnte viel Lob verteilt werden, danach gab es erneut ein ausgiebiges Geschenkegespräch. Anschließend noch eine Runde im Fuß, dieses Mal hob ich eines der Dummies auf und hielt es Frieda während des Gehens vor die Schnute. Seeeeehr fies, ich weiß. Auch diese Herausforderung meisterte sie gut, wenn auch sichtlich angespannt. Ihre ganze Körpersprache zeigte deutlich, dass wir diese Art von Training nun definitiv wieder häufiger betreiben müssen.

Zum Abschluss warf Frank noch einige Markierungen in die Wiese, während Frieda und ich zuschauten. Anschließend gingen wir ein Stück auf die Dummies zu, ich ließ Frieda absitzen und holte die grünen Säckchen selbst. Anschließend gab es eine Renn- und Toberunde mit Frauchen, um den Stress abzubauen. Danach setzten wir unseren Spaziergang fort.

Friedas Erregung während der ganzen Angelegenheit war doch erheblich. Das haben wir schon mal vieeeeel cooler hingekriegt. Also haben Frank und ich auf dem Rückweg zum Auto beschlossen, in den nächsten Wochen ein absolutes Apportierverbot walten zu lassen. Ich weiß, manch einer würde das wohl nicht für den richtigen Weg halten, doch in dieser Sache bin ich mir sehr sicher – denn wir hatten so bereits vorher gute Erfolge. Frieda soll also durch Nasenspiele und Futtersuche ausgelastet werden, die Dummies werden voerst nur dazu verwendet, die Maus zu langweilen. Und zwar so richtig.

Ich bin gespannt, wie sich die Sache entwickeln wird, und werde natürlich fleißig berichten!

Verbuchen und vergessen

November 2, 2011

Das ist wohl das, was ich mit dem vergangenen Alpenrand-Cup-Start von Frieda und mir machen werde. Bereits im Vorfeld schwante mir Böses, denn Frieda war seit der JP/R recht aufgedreht. Letzte Woche hat sie noch dazu das Einspringen plötzlich für sich entdeckt – etwas, womit wir bisher keine nennenswerten Probleme hatten. Zwar habe ich diese Frage mit Franks Hilfe kurzfristig wieder klären können, aber die besten Voraussetzungen für einen WT-Start waren es dennoch nicht.

Frieda und ich starteten in der Schnupperklasse, und ich hatte mir fest vorgenommen, sie nicht apportieren zu lassen, wenn sie in der Aufgabe winseln würde. Der Fatalismus, den mein Hund mich mittlerweile gelehrt hat, kann auch sehr beruhigend sein – ich war ziemlich entspannt, als es an die erste Aufgabe ging. Natürlich weiß ich nicht, ob es sich somit um eine self-fulfilling prophecy handelte, aber als Frieda den Helfer im Wald stehen sah, fing es an… Grrrrrh. Nun warf der Helfer das Dummy jedoch nicht an die vom Richter ausgewiesene Stelle, sodass wir unverrichteter Dinge wieder gehen sollten, um später nochmal anzutreten. Eigentlich ja ganz gut für uns. Oder auch nicht. Beim zweiten Versuch war Frieda im Gegenteil noch geladener – und sprang ein! Gott sei Dank konnte ich sie zurückrufen, sodass sie wenigstens nicht zum Erfolg kam. Ein dritter angeleinter Versuch folgte. Zu allem Überfluss sollte bei der Aufgabe auch noch von der Markierung weggedreht und erst nach einigen Metern Fußlaufen geschickt werden. Frieda missfiel dies eindeutig, was sie auch durch emsiges Fiepen kundtat. Nun gut, ich sagte dem Richter, dass ich Frieda so lieber nicht auf das Dummy schicken wollte. Der Richter hatte, glaube ich, gar nicht wirklich etwas dagegen. Dummerweise ließ ich mir von einem weiteren Helfer reinquatschen, der doch lieber mal abwarten wollte, ob Frieda sich nicht beruhigen würde. Das tat Madame tatsächlich und war nach kurzer Zeit wenigstens still. Ich persönlich hätte sie dafür lieber anderweitig und nicht mit dem Dummy ihrer Begierde belohnt, aber letztlich ließ ich mich doch wieder unter Druck setzen und schickte sie. Der Rest lief natürlich super, wobei ich den Eindruck hatte, dass der Richter ob unseres bisherigen Auftritts schon etwas verwundert angesichts der perfekten Abgabe war. Tja, auch wir nehmen nicht jede Baustelle mit. 😉

Bei der nächsten Aufgabe fragte ich den Richter, ob wir die Aufgabe ohne Schuss absolvieren könnten. Gesagt, getan. Frieda blieb trotzdem nicht still, als das Dummy fiel. Ich sagte entschieden, dass ich sie dann lieber wieder anleinen wolle. Es wäre um zwei Vorans in ein kleines Suchengebiet gegangen. Dieses Mal erntete ich allerdings nur Lob und Anerkennung für meine Entscheidung und tatsächlich zwei Mitleidspunkte. 🙂 Der Richter tröstete mich: „Ich habe auch schon mal so einen Hund gehabt.“ Hmpf.

In der Wartezone hörte ich anderen Teilnehmer, die von ihren Aufgaben berichteten: „Es lief ganz gut, sie hat sogar recht schnell gesucht.“ Oder: „Heute ist er richtig schön motiviert.“ Hmmmmmm. Frieda? Hörst Du das? Einfach cool bleiben! 🙂 In der Wartezone ist Frieda mittlerweile übrigens ein ziemlicher Engel. Sie ist brav, entspannt, ich kann sie ablegen und mich von ihr entfernen etc. Reines Zuschauen bei Workingtests würde uns also vermutlich nicht wirklich weiterbringen, denn wir brauchen die Situation im Wald beim Richter zum Üben.

Die dritte Aufgabe absolvierten wir tatsächlich mal komplett und fiepfrei. Hier wurde allerdings auch nicht geschossen und die Dummies fielen recht unspektakulär vor einem auf den Weg. Dennoch bin ich froh, dass Frieda zwischendurch wenigstens so weit runterkommt, dass sie bei geringerem Reiz ruhig bleiben kann. Dank unserer dennoch vebesserungswürdigen Fußarbeit gab es für diese Aufgabe ein „Gut“. Für mich persönlich war es in dieser Situation ein „Vorzüglich“.

Die letzte Aufgabe war dann – mal wieder – eine Einzelmarkierung mit Schuss im Wald. Was für andere schön einfach ist, wird für uns zum unüberwindbaren Hindernis. Bereits als wir neben dem Richter ankamen, winselte Frieda fröhlich drauf los. Ich sagte, dass ich Frieda so nicht schicken wolle, und wir bastelten die Aufgabe schnell ein wenig um. Nach Fallen des Dummies sollten Frieda und ich angeleint auf das Dummy zugehen, dann aber umdrehen und die Aufgabe beenden. Das tat ich auch und war froh, als endlich alles vorbei war. So wirklich angenehm ist das nicht, wenn man zwar anerkennende aber auch mitleidige Blicke erntet – ich glaube, dass manch einer in uns einen hoffnungslosen Fall sah.

Ich für meinen Teil bin natürlich schon irgendwie zerknirscht, auch wenn ich im Prinzip ja genau von diesem Fall ausgegangen war. JP/R und Dummyferien haben meine Raktete ganz schön hochgepusht, was ja auch irgendwie auf meinem eigenen Mist gewachsen ist. Nun gehen wir in die Winterpause und konzentrieren uns wieder ganz auf den Grundgehorsam und die Steadiness. Frieda ist in jedem Fall eine echte Herausforderung, aber als hoffnungslosen Fall will ich uns auch noch nicht so recht sehen.