Vorbereitungsseminar auf die Dummy A

Vergangenen Samstag besuchten Frieda und ich ein Vorbereitungsseminar auf die Dummy A der BZG Franken. Trainer war André Pfannstiel. Nach Ankunft im Gelände wurde schnell klar, dass es ein toller Tag werden würde. Alle Beteiligten waren nett und sympathisch, es gab ein Wiedersehen mit einigen alten Bekannten, und Sonderleiterin und Helfer hatten mit Kuchen und diversen anderen Leckereien für das leibliche Wohl gesorgt.

Ehrlicherweise ziehe ich eine Meldung zur APD/R  ja zur Zeit nicht in Erwägung. Noch eine Prüfung mit so vielen Einzelmarkierungen und sofortigem Schicken wollte ich zunächst nicht in Angriff nehmen. Auch, weil wir momentan nicht die geringste Chance hätten, eine solche zu bestehen. Denn Friedas winzig kleine, leise, aber durchaus vorhandene Fiepser nach Markierungen in offiziellem Surrounding sind nachwievor ein Problem.

Genau aus diesem Grund hatte ich auch gemeldet – um diese Situationen zu üben, ohne dass ich sie wie in einer Prüfung auch tatsächlich sofort schicken muss. Dies erklärte ich auch in der allgemeinen Vorstellungsrunde und los ging es.

Wie fingen mit dem Wasserapport an, was natürlich besonders herausfordernd ist. Frieda war sehr aufgeregt, unser Drama nimmt gewöhnlich mit dem Marsch zum Richter seinen Lauf. Sieht sie die vielen fremden Personen im Gelände stehen, den Richter oder Trainer, der uns erwartungsvoll entgegenschaut, entweichen ihr die ersten Aufregungsbekundungen. Wir nahmen also Aufstellung am Wasser, das Mark fiel und Frieda… fiepte gaaaanz leise. Wohl so leise, dass André sich bei mir rückversicherte, ob sie denn überhaupt gefiept hätte. Ich hatte es allerdings gehört und schickte sie daher nicht (im Nachhinein überlegte ich, ob es nicht vielleicht doch besser gewesen wäre, sie an dieser Stelle schonmal Druck abbauen zu lassen). Da wir die Wassermarkierung aus zwei unterschiedlichen Winkeln und Entfernungen proben wollten, ging es angeleint weiter zum zweiten Startpunkt. Dieses Mal war Frieda deutlicher zu hören. Ich drehte sie von der Markierung weg, so wie Iris es mir empfohlen hatte, aber das schaukelte sie dieses Mal nur noch mehr hoch.

Auch André war etwas ratlos. Guter Rat ist bei so etwas eben teuer. Oder auch gar nicht zu bekommen. Allerdings hatte ich im Prinzip ja auch mit nichts anderem gerechnet, also hielt sich die Enttäuschung in Grenzen, als wir unverrichteter Dinge zurück in die Wartezone gingen.

Da ein paar Hunde Probleme mit dem Einspringen und Schütteln am Wasser hatten, stand als nächstes eine Gehorsamsübung am Wasser sowie spielerisches Anti-Schüttel-Training auf dem Plan. Wir warteten alle am Wasser und schauten zu, wie die anderen Teams arbeiteten. Eine super Gelegenheit für Frieda und mich, das ruhig Sein am Wasser zu üben. Jedes Mal, wenn sie sich beim Anblick des im Wasser treibenden Dummies hochschaukelte, drehte ich sie um und ging ein Stück mit ihr weg. Um es ihr leichter zu machen, spielte ich zwischendurch kurz mit ihr oder ließ sie ein paar Käsewürfel aus der Wiese erschnüffeln. So legte sich die Unruhe langsam etwas, bis wir an der Reihe waren.

Die Aufgabe bestand in einer kurzen Doppelmarkierung an Land und an Wasser. Selbstredend sollte der Hund die Landmarkierung zuerst holen. Beim Anblick des Wassermarks fiepte Frieda kurz, drehte sich aber schön mit zur Landmarkierung, bei der sie still war. So konnte ich sie schicken und ja… der Gehorsam ist sicher nicht unser ganz großes Problem: Die Kleine holte mir ohne zu zögern das richtige Dummy rein.

Bei der nächsten Übung ging es vor allem um Spaß. Der Hund durfte ohne Freigabe ein Dummy aus dem Wasser fischen, war er auf dem Rückweg, sollte der Hundeführer das schnelle Reinkommen ohne Schütteln erreichen, indem man den Hund mit einem Spielzeug lockte, was sofort nach Ankunft des Hundes weiter an Land für ihn geworfen wurde. Verständlich? Ich überlegte kurz, ob ich diese Übung wirklich mitmachten sollte. Schließlich durfte der Hund hier munter einspringen, auch ins Wasser. Aber auch André plädierte dafür, dass wir ruhig mal ein bisschen Spaß haben sollten, und da auch ich keine gesteigerte Lust auf dauerhafte Spaßbremserei und Frustschieberei hatte, machten wir mit. Frieda schlug sich super. Ihre Beutegeilheit trieb sie dazu, mehrere Apporte am Stück ohne einen einzigen Schüttler hinter sich zu bringen. Und wenn sie sich schüttelte, ließ sie ihre Beute dabei nicht fallen. Mein kleiner Geier. 🙂

Bei der Einzelmarkierung an Land trat wieder unser altbekanntes Problem auf. Dieses Mal versuchte ich es mit einer Runde Fußlaufen nach Fallen des Dummies, aber auch das schaukelte Frieda eher noch mehr hoch. Wieder am Startpunkt schlug André vor, einfach mal abzuwarten. Und tatsächlich beruhigte sich Frieda nach kurzer Zeit neben mir, sodass ich sie zunächst loben und wenig später auch schicken konnte. Und obwohl Zeit vergangen war und wir uns auch vom Startpunkt wegbewegt hatten, hat die Maus super markiert und das Dummy schnell reingebracht. Fazit war, dass es eine neue Möglichkeit wäre, nach Markierungen einfach erstmal abzuwarten, bis Frieda sich von allein beruhigt, und sie dann dafür zu loben.

In neuem Gelände ging es anschließend in die Freiverlorensuche. Unsere Paradedisziplin. Keine Schüsse, keine Markierungen, kein Fiepen. Und Suchen kann es, das Friedrich. In einem mit dichten Brombeeren bewachsenen Waldstück lagen zehn Dummies aus. Los geht’s! Frieda suchte super, es machte ihr viel Spaß und wie immer brauchte es keinerlei weitere Kommandos, um sie nach Finden eines Dummies zu mir zurück zu holen. Bei der Suche nach dem dritten Dummy rutschte mir allerdings kurzfristig das Herz in die Hose, denn Frieda stöberte tatsächlich direkt vor sich einen Hasen aus den Brombeeren auf! Der Hase hoppelte davon, Frieda schaute hinterher… und es rauchte in ihrem Schädel. Dann drehte sie sich um, schnappte das Dummy und kam zu mir zurück. Jucheih! Leider freute ich mich bei ihrem Hereinkommen wohl zu sehr – André empfahl mir, in solchen Situationen kein Aufhebens darum zu machen, damit sie einfach zur Normalität würden. O.k., sicher wahr, aber ich war einfach so stolz auf meine Kleine! Auch das vierte Dummy holte sie noch prima aus dem Gelände. Gut gemacht!

Beim anschließenden Appell überraschte sie mich nochmals. Sie lief für unsere Verhältnisse wirklich gut am Fuß, überholte mich nicht, drehte sich halbwegs schön mit und: war still. Auch als die Markierung fiel. Und die hatte sie offensichtlich gesehen, denn als ich sie schickte, dachte ich noch, dass sie nicht wüsste, wo das Dummy läge, aber schwupp! kam sie schon damit zurück. Suuuuuuper! André war sehr zufrieden mit uns.Und ich mit meinem Friedrich.

Auf der Autofahrt und in der folgenden Nacht ließen mich die Ereignisse des Tages aber nicht los. Frieda hatte super gearbeitet, wir hatten keine Probleme mit Einspringen, Blödsinn machen, schlechtem Markieren oder Tauschen. Das Wasser nahm sie an und ich gehe mal davon aus, dass Schütteln auch kein Thema gewesen wäre. Nur das Fiepen, das bleibt uns. Nachdem auch André zum Schluss nochmal an mich appelliert hatte, nicht aufzugeben, grübelte ich, was man noch machen könnte. Bisher habe ich es ja mit viel Geduld und häufigem nicht-Apportieren versucht. Kleinere Verbesserungen gab es dadurch schon. Im Einzeltraining ist Frieda komplett still. Auch beim privaten Training mit Christine und Jack hat sie zuletzt keinen Mucks von sich gegeben. Aber fremde Hunde, fremde Leute und vor allem diese Schießerei brechen uns immer wieder das Genick. Nachts lief vor meinem inneren Auge der Film ab, der zeigte, wann Frieda anfing, sich hochzuschaukeln. Ja, genau, beim Marsch zum Startpunkt. Also möchte ich nun gerne versuchen, dieses ritualisierte Verhalten auf dem Weg ins Gelände zu unterbrechen. André brachte mich auf die Idee, ihr doch etwas zum Tragen unterwegs zu geben, und auch Ivonne hatte uns ja bereits den Hinweis gegeben, dass ein Dummy in der Schnute auch ein prima Anti-Fiep-Training sein kann. Da wir nichts zu verlieren haben, werde ich es nun mal so ausprobieren. Also nicht von Frieda verlangen, sich von alleine runterzufahren, sondern ihr aktiv dabei helfen, indem ich sie ablenke und ihr eine Alternative anbiete. Am nächsten Tag bestellte ich gleich ein super aufregendes, felliges Spielzeug, mit dem ich hoffe, ihre Aufmerksamkeit auf mich und weg von dem Geschehen vor uns lenken zu können. Hey, whatever works!

Auf jeden Fall war für mich wieder deutlich zu sehen, dass Druck – egal in welcher Form – uns in den relevanten Situationen nicht weiterhelfen wird. Druck ist ja gerade das Problem. Also versuchen wir es jetzt mit einer Spaßoffensive. 🙂

Eine Antwort to “Vorbereitungsseminar auf die Dummy A”

  1. working mudpaws Says:

    Schöner Bericht über meiner lieblings „Flat-Dame“ ♥
    Ich finde es sehr gut, dass der Spaß einzieht. Man muss seinen ganz eigene Weg finden und ihr geht auf jeden Fall in die richtige Richtung!

    Das mit dem Dummy im Fang habe ich auch bei der „Anti-Schüttel Übung“ mit eingearbeitet. Klatschnaß sitzt sie mit dem Dummy neben mir und beobachtet eine weitere Markierung. Auch die wird gearbeitet… und dann geschüttelt… Ein Versuch ist es auf jeden Fall wert.
    LG und bis ganz bald …. freu mich schon wie irre 🙂

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