Archive for Januar 2011

Lernen von den Großen

Januar 24, 2011

Am Wochenende waren Frieda und ich in Gremsdorf beim 2-tägigen Seminar mit Klaus Karrenberg „Das andere Ende der Leine“.

Am ersten Tag gab es jede Menge Theorie, sodass einem abends der Kopft nur so vor lauter Informationen schwirrte. Gestern war Praxistag, und insgesamt zehn Gespanne aus Hund und Mensch wurden durch allerlei Übungen gecoacht.

Es war einfach wahnsinn! Herr Karrenberg hat einen unglaublichen Wissens- und Erfahrungsschatz, aus dem er schöpfen konnte. Zudem habe ich ihn als sehr ehrlich und direkt empfunden – so wie es in der Hundeerziehung auch sein sollte, gab es bei ihm kein „Vielleicht“, kein „Möglicherweise“, sondern nur ein „So will ich es“. Erziehung funktioniert bei ihm vor allem mittels Autorität und Persönlichkeit des Hundeführers – Leckerchen sind nicht das Mittel der Wahl.

Als Hundeführer sind demnach die viel gepriesene Sicherheit und Souveränität Schlüssel zur erfolgreichen Kommunikation mit dem Hund. Sich dauernd zu fragen: Warum hat der Hund das gemacht? Was für Gründe hatte er für sein Verhalten? kann da durchaus hinderlich sein. Da ich eher ein grüblerischer Kopfmensch bin, habe ich mich von diesen Hinweisen sehr angesprochen gefühlt.

Am Praxistag standen wir schließlich alle mit offenen Mündern da, als Herr Karrenberg die Charaktere der Hunde auf den Punkt einschätzen konnte, um danach erfolgreich mit uns und ihnen an bestimmten Dingen zu arbeiten. Beispielsweise wurde ein sehr ängstlicher Hund dazu gebracht, eine für ihn zu Beginn äußerst bedrohliche Situation irgendwann relativ gelassen und voller Vertrauen in seinen Hundeführer zu ertragen.

Für Frieda und mich habe ich vor allem erkannt, dass wir weiterhin noch mehr an der Grunderziehung und dem Grundgehorsam arbeiten müssen. So oft wird gesagt, wie wichtig diese Dinge sind, und doch bleibt Vieles davon immer inhaltsleere Theorie. Gestern war das anders. Ich hoffe, mir die Eindrücke noch lange erhalten zu können, damit es mir gelingt, den schwierigen Schritt von einem Seminar in die alltägliche Praxis zu vollziehen.

Aber man muss ganz klar sagen, dass für die kleine Frieda dann ein ganz anderer Wind zuhause wehen muss… Wenn sie in den letzten beiden Tagen mal die Ohren gespitzt hat, müsste ihr das bereits aufgegangen sein. Und für mich bedeutet das: Überwinde ich den inneren Schweinehund? Gelingt es mir, mir stets über das, was ich von Frieda will, im Klaren zu sein? Und das dann auch ohne Umwege und direkt zu kommunizieren? Konsequent, geduldig und ausdauernd bei der Erziehung zu sein? Nun, wir wissen alle: Das ist eine Lebensaufgabe. Aber irgendwann muss man ja mal anfangen. 🙂 Motivation haben wir bekommen.

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Dissertieren mit Frieda

Januar 13, 2011

Ich befinde mich nun im Endspurt meiner Arbeitsphase, was bedeutet, dass ich die Zeit zuhause wieder ausschließlich vorm Computer verbringe.

Da mein Rücken langsam schlapp macht, habe ich es mir in den letzten Tagen mit Laptop auf dem Sofa gemütlich gemacht – was Madame natürlich gnadenlos ausnutzt, um ihre Kuschelzeiten ins Unendliche auszudehnen.

Also sitze ich hier, quäle mich von Seite zu Seite – und bin einfach froh, nicht allein zu sein. Frieda liegt zusammengekringelt neben mir, wärmt mich, und verströmt durch ihr zufriedenes Grunzen und entspanntes Seufzen die Art von Relaxtheit, die man zum Schreiben einer Doktorarbeit wahrhaftig gebrauchen kann.

Und wenn wir rausgehen, gibt mir das die Möglichkeit so richtig abzuschalten. Der Kopf wird frei, der Rücken erholt sich, und man taucht für kurze Zeit ein in eine ganz andere Welt, die aus Tierspuren, Dummies, Streicheleinheiten und Spaß besteht.

Frieda war am 9. Januar ein Jahr bei uns. Und die oben genannten Dinge sind nur ein winziges Teilchen des großen Ganzen, weshalb ich sagen möchte: Schön, dass Du da bist, Frieda. Mehr als das.

Frust

Januar 12, 2011

So langsam bin ich richtig angesäuert, was die Wegverhältnisse bei uns angeht. Es ist kaum möglich, mit Frieda spazieren zu gehen, weil im Wald nicht geräumt ist und man durch das Tauwetter knietief im Schnee versinkt. Die Feldwege hingegen waren teilweise geräumt, sind nun aber mit einer zentimeterdicken Eisschicht überzogen, die wirklich halsbrecherisch ist.

Zudem gleicht unsere kleine Gassirunde für morgens und abends direkt vom Haus weg mittlerweile einem großen Hundeklo, da alle Hinterlassenschaften, die so schön im Schnee konserviert waren, jetzt wieder auftauen. Gut, Frieda hat da durchaus ihren Anteil dran, und ich will mich über den Anblick auch gar nicht beschweren. Aber durch dieses Überangebot an Halbgefrorenem und der mangelnden Action unterwegs, weil ich einfach damit bechäftigt bin, mich nicht auf den Hosenboden zu setzen, hat Frieda urplötzlich damit angefangen, das Zeug zu fressen! Grrrrrrrhhhhhh…..! Ach, und was liebe ich Auseinandersetzungen mit meinem Hund darüber, was gefressen wird, und was nicht.

Mittags bemühe ich mich, mit dem Auto irgendwohin zu fahren, wo man wenigstens ein bisschen länger laufen kann. Gestern waren wir also auf dem Weg in den Wald, als mir ein Auto entgegen kam. Heraus sprach mich ein älterer Herr an, ich solle den Hund doch bitte im Wald nicht von der Leine lassen usw. Da ich schon erfahren durfte, wie zwecklos es in solchen Situationen ist, darauf hinzuweisen, dass Frieda immer bei mir bleibt, die Wege nicht verlässt und zudem noch auf Rückruf kommt, habe ich nichts gesagt, ein blöder Nachgeschmack blieb aber schon. Was soll ich denn machen? Da fährt man kilometerweit, damit Hund und Mensch zu ihrem verdienten Auslauf kommen, und dann auch noch sowas…

Frieda merke ich auch an, dass es ihr schwer fällt, von der Action des Urlaubs auf den langweiligen Alltag umzuschalten. Einerseits stresst es mich ziemlich, dass ich mit ihr nicht so viel machen kann, wie ich will, andererseits nervt mich aber auch, wie nervig sie sich benimmt, nur weil sie meint, nicht genug Action zu bekommen. Außenstehenden würde das vielleicht nicht so sehr auffallen, aber ich merke schon, dass sie sich auch im Haus wieder vermehrt Unsinn einfallen lässt. Ihr neuester Trick ist, dass sie herausbekommen hat, wie sie unseren Biomüll öffnen kann. Mmmpf.

Also was tun? Zunächst habe ich mir im Internet Spikes für meine Schuhe bestellt. Dann kann das Eis mich mal. 🙂 Und ansonsten bleibt nur das Hoffen auf stärkeres Tauwetter am Wochenende.

Frieda und das Feuerwerk

Januar 11, 2011

Zugegeben sehr versptätet nun mein Bericht zum ersten gemeinsamen Silvesterfeuerwerk mit Frieda.

Die Kleine hat gleich die volle Packung Feierei abbekommen: Tagsüber war ich mit ihr auf einer längeren Tour unterwegs, abends kamen dann die Gäste.  Und nein, nicht zwei wie sonst immer, sondern gleich sechs Stück! Also volles Haus. Frieda hat’s nichts ausgemacht, entweder sie hat sich Streicheleinheiten abgeholt oder auf dem Sofa gepennt.

Nun war die Frage: Was tun mit Hundi, wenn alle rausgehen, um unser Sortiment an Böllern und Raketen abzufeuern. Da es Friedas erstes Silvester mit uns war, haben wir beschlossen, es einfach mal zu versuchen. Also sind wir mit ihr schon etwas früher runter und haben ein paar Chinaböller angezündet und weggeworfen, damit sie sich schon mal auf das Kommende vorbereiten konnte. Uns sie war soooo cool! Angst? I wo.

Grundsätzlich haben wir das Ganze nach dem Motto aufgebaut: Wenn keiner den Hund beachtet, und jeder sich verhält, als sei das alles ganz normal, wird Frieda es am ehesten akzeptieren. Ich habe sie also irgendwann mit der Leine an einem Gartenpfosten festgemacht und ganz normal mit den anderen gesprochen, während hin und wieder mal etwas krachte. Absolut kein Problem.

Um 12 Uhr wurde es dann bedeutend mehr, wobei man sagen muss, dass wir hier ja aAdW wohnen – wären wir in der Stadt gewesen, hätte ich Frieda sicher nicht mit raus genommen.

Als die ersten Rakten hochgingen hat sie ein paar Mal gebellt, aber vor allem, weil sie es  aufregend fand – und unbedingt zu den zischenden Raketen hin wollte. Nein, Mausi, das geht nun wirklich nicht! Aber Angst bekam sie keine und ich war sehr stolz auf unser Friedalein. Schwieriger war es da schon für die Menschen, während des Böllerns den Hund zu ignorieren und nicht anzufangen, ihn zu umsorgen. Aber ich denke, so war es der richtige Weg.

Feuerwerk ist voll normal. Alles cool, Frieda.

Vorbei

Januar 2, 2011

Nun sind die Feiertage und Silvester Vergangenheit. Wir waren viel unterwegs und hatten viel zu tun, daher blieb keine Zeit zum Bloggen. Trotz allem möchte ich an dieser Stelle allen bekannten und unbekannten Lesern ein frohes neues Jahr wünschen, ich hoffe, ihr habt die Zeit genossen!

Die Tage in Marburg gingen mal wieder viel zu schnell rum. Für Frieda ist es das reinste Schlaraffenland – immer findet sich jemand, der bereitwillig entweder Leckereien, Streicheleinheiten oder Spielereien spendet. Entsprechend ist die Dame nach einiger Zeit dann auch geschafft – und konnte sich von ihrem Entertainmentprogramm seit Heiligabend in ihrem neuen Sleepy Dog Hundebett erholen.

Die Geschenkübergabe war grandios. Erst hat Madame recht verständislos geschaut, also habe ich sie probeweise in ihrem neuen Bett mit unserem heimischen „Leg dich hin“ abgelegt. Und dann … ist der Flitzeflummi ganze zwei Stunden lang nicht mehr aufgestanden. Was wirklich erstaunlich ist bei diesem Hund. Während des Essens haben wir nur ein lautes Schnarchen vernommen und es war klar: Ja, sie mag es!

Als wir dann wieder zuhause waren, kam alsbald Besuch von Freunden, die mit uns Silvester und ein paar schöne Urlaubstage verbringen wollten. Wir hatten traumhaftes Wetter, viel Schnee und jede Menge Spaß bei unseren Wanderungen. Da noch einige andere Besucher und Familie zusätzlich gekommen sind, waren wir teilweise mit zehn Personen unterwegs. Frieda hat es sichtlich gefallen, mit einem so großen Rudel auf Achse zu sein. 🙂

Hier ein paar Eindrücke von unserer Tour auf die Kösseine:

Demnächst melde ich mich dann wieder mit aktuelleren Nachrichten!