Archive for Oktober 2011

Schwein gehabt

Oktober 24, 2011

Nun, es sieht bisher so aus, als würde die Sache glimpflich ausgehen. Nachdem ich an Tag 5 von 10 bereits vergessen hatte, Frieda ihre Schmerzmittel zu geben, und sie sich dennoch ganz normal verhielt, beschlossen wir, die Medikamente schon etwas früher abzusetzen. Seit ein paar Tagen bekommt sie also kein Rimadyl mehr – und es geht ihr gut. Von Lahmheit keine Spur und auch beim Abklopfen der Wirbelsäule kann ich keine Reaktion mehr feststellen. Wir werden die Sache aber weiterhin gut im Auge behalten – falls ähnliche Probleme nochmal auftreten, wird auf jeden Fall mal ein Röntgenbild gemacht.

Nachwievor schone ich Madame allerdings etwas – es fliegen keinerlei Apportel und das Spiel mit anderen Hunden ist momentan leider auch tabu. Dafür haben wir uns auf unseren Spaziergängen ausführlich der kleinen Suche gewidmet. Drinnen hingegen haben wir das Hütchenspiel mal wieder ausgepackt und damit begonnen, Frieda Namen für unterschiedliche Spielzeuge beizubringen, die sie dann hoffentlich irgendwann auf Kommando auswählt und holt.

Am kommenden Wochenende geht es dann gen Alpenrand, wo wir für den anstehenden Trainingsworkingtest in der Schnupperklasse angemeldet sind. Da wir bereits eine Ferienwohnung gebucht haben, wären wir ohnehin gefahren, aber ich denke, ich werde mit Frieda auch starten können. Ein warmer Mantel für sie ist auf jeden Fall bereits bestellt.

Advertisements

Nicht schön

Oktober 18, 2011

Am Sonntag ging es der Maus das erste Mal, seit sie bei uns eingezogen ist, richtig schlecht. Als ich aufgestanden bin, ist sie schon gar nicht aus ihrem Körbchen gekommen. Völlig untypisch. Auf Aufforderung ist sie dann zwar aufgestanden, aber total steif gelaufen und hat einen Katzenbuckel gemacht. Also hatte ich wohl tatsächlich vorher ein leises Wimmern aus ihrer Richtung gehört, das mich auch zum Aufstehen gebracht hatte. Auf dem Weg nach unten hat sie eine Stufe genommen, bevor sie fiepte und stehen blieb. Oh, weh! Also habe ich Frank geweckt, der die Maus die Treppe runter ins Freie getragen hat, damit sie dort wenigstens ihre Geschäfte erledigen konnte, was sie auch tat.

Gelaufen ist sie sehr vorsichtig und langsam, die Treppe hoch ging aber dann. Drinnen bekam sie ihr Frühstück – und Appetit hatte sie zum Glück noch. Dann legte sie sich vorsichtig wieder hin und beobachtete uns mit müden, traurigen Augen. Also habe ich sofort im Internet nachgesehen, wer den tierärztliche Notdienst an diesem Sonntag hatte, und kurze Zeit später waren wir drei auf dem 45-minütigen Weg nach Bayreuth. Meine Güte, auch mir ging es gar nicht gut. Was man sich für Sorgen macht!

Beim Tierarzt gab sich Frieda plötzlich deutlich lebendiger – die spannende neue Umgebung lockte sie aus der Reserve. Fieber hatte sie keines, Kreislauf war o.k. Das Gangbild zeigte aber, dass sie sich eindeutig nur unter Schmerzen bewegen konnte. Vermutlich ein Problem von der Wirbelsäule ausgehend. Es gab eine Spritze mit Schmerzmitteln und Traumeel und den Auftrag, am nächsten Tag nochmal beim heimischen Tierarzt vorbeizuschauen.

Den Sonntag verschlief Frieda anschließend fast komplett. Gestern morgen ging es ihr dann schon deutlich besser. Sie war agiler, bewegte sich normal und war nicht mehr ganz so müde. Der Tierarzt checkte sie nachmittags nochmals durch, wobei sich bestätigte, dass sie im hinteren Lendenwirbelbereich sehr empfindlich ist. Diagnose: Nervenreizung und Entzündung aufgrund von Überanstrengung, einer blöden Bewegung und/oder Kälte. Die nächsten zehn Tage bekommt die Maus Rimadyl und soll geschont werden. Danach ist der Spuk hoffentlich vorbei. Da wir am Samstag trainieren waren und Frieda tatsächlich über längere Zeit bei eisigem Wind in der Wartezone sitzen musste, hoffe ich, dass es tatsächlich etwas Akutes ist und nichts schlimmeres. In jedem Fall wird nun ein kuscheliger Mantel besorgt, um den empfindlichen Rücken demnächst besser zu schützen.

Gute Besserung, kleine Maus!

Friends

Oktober 14, 2011

Seit ein paar Wochen sind Frieda und ich regelmäßig mit einer Gassibekanntschaft zum gemeinsamen Joggen verabredet – die Hunde haben Spaß und Frauchen können quatschen, sodass die Kilometer wie im Flug vergehen. Nachdem Frieda seit unserem Umzug ins Fichtelgebirge teilweise sehr wenig Hundekontakt hatte, freue ich mich, dass sie und Leika, eine Schäferhund-Husky-Mischlingsdame, sich so gut verstehen. Leika wurde im Tierheim geboren und ihr Start ins Leben war nicht immer einfach. Besonders auf fremde Hunde ist sie nicht immer gut zu sprechen. Nachdem sie sich jedoch von Friedas absoluter Harmlosigkeit überzeugen konnte, ist sie mittlerweile richtig aufgetaut und man merkt, dass auch sie noch ein junger Hund ist – richtig übermutig wird zum Spiel aufgefordert, die Augen leuchten, die Ohren sind gespannt gespitzt.

Heute waren wir wieder unterwegs und ich habe mal versucht, ein paar Fotos von den jungen Damen zu machen. Erstmal im Sitzen, das schaffen die Kamera und ich noch:

Nur sitzen? Ach, was, Frieda nutzt die Chance und verteilt Küsschen:

Unterwegs geht es dann mitunter richtig zur Sache, wie man selbst auf diesen unscharfen Bildern erkennen kann:

Wir freuen uns schon aufs nächste Treffen!

JP/R in Ruhla

Oktober 9, 2011

Still und heimlich starteten Frieda und ich gestern bei der JP/R in Ruhla. Ich hatte mich entschlossen, nicht im Vorfeld über unsere Meldung zu berichten, da ich ohnehin schon nervös genug war und lieber erst im Nachhinein über unser Bestehen oder Nicht-Bestehen schreiben wollte.

Um 4:30 Uhr klingelte der Wecker – oh, weh! Frank hatte sich in helfenhafter Manier bereit erklärt, uns als seelisch-moralische Unterstützung zu begleiten, und so brausten wir zu dritt um 5 Uhr los gen Ruhla, wo um 8 Uhr das Treffen im Suchenlokal anberaumt war. Nachdem wir uns kurz vor dem Ziel noch etwas verfranst hatten, kamen wir halbwegs pünktlich an. Während der ganze Fahrt hatte es bis auf kurze Unterbrechungen wie aus Eimern geschüttet und uns schwante bereits Böses angesichts eines Tags im freien Gelände.

Die Stimmung im Suchenlokal war etwas angespannt. Einerseits verschlafen, andererseits auferegt – so kamen noch nicht viele Gespräche zustande. Die Tatsache, dass neben DRC-Prominenz vor allem noch Züchter und/oder Trainer an der Prüfung teilnahmen, sorgte bei mir für ein gewisses Unwohlsein – ich fühlte mich als totales Greenhorn auf seiner ersten Prüfung einfach fehl am Platze.  Nach der Kontrolle der Unterlagen ging es zu Fuß los ins Gelände. Zum Glück war es mittlerweile trocken und wir sollten bis auf einen kurzen Schauer in der Mittagspause vom Wettergott verschont bleiben.

Im Gelände angekommen gab es zunächst eine Begrüßung durch die Jagdhornbläser. Die mittlerweile beträchtliche Anspannung fiel mit der folgenden Ansprache des Richters, Werner Lühring, etwas von uns ab. Er erinnerte uns daran, dass es sich bei der JP/R um eine Jugendprüfung handelte, und wir ganz entspannt sein könnten. Wir sollten völlig unbefangen mit unseren Hunden umgehen, so wie wir dies auch im Training tun würden. Wir sollten uns darauf verlassen, dass das erfahrene Richterteam die Anlagen unserer Hunde auch unabhängig von uns als Führer sicher erkennen würden. Das tat gut!

Anschließend ging es mit dem ersten Fach, der Feststellung der Schussfestigkeit, los. Frieda und ich hatten die Startnummer drei. Bereits beim ersten Schuss war Frieda Feuer und Flamme: Wo? Was? Wie? Jetzt passiert wohl etwas Spannendes! Als wir an der Reihe waren, gab ich Frieda auf Aufforderung des Richters frei. Frieda, die voller Energie und Tatendrang war, flitzte los. Es wurden zwei Schrotschüsse abgegeben – meine Güte, war das laut! Nach jedem Schuss blickte sich Frieda um und fing anschließend sofort an, die Wiese abzusuchen. O.k. – Schussfestigkeit bestanden.

Anschließend ging es los in den Wald, wo als zweites Fach die Freie Verlorensuche geprüft werden sollte. „Dann können die Hunde schonmal ein bisschen Dampf anblassen.“ Ja, das wäre gut – Schrotschuss und Wild, diese Kombination ließ Frieda zu Höchstform auflaufen, und ich hatte meine liebe Mühe, die Dynamitstange an meiner Leine im Zaum zu halten. Alle Prüfungsteilnehmer gaben ihr mitgebrachtes Schleppwild ab und wurden einzeln zum jeweiligen Suchengebiet gerufen. Ich schickte Frieda vier Mal mit „Such“ in das uns zugewiesene Gebiet. Wenn man selbst an der Reihe ist, verliert man etwas das Zeitgefühl, aber ich glaube, sie war ziemlich schnell. Zuerst holte sie zwei Kaninchen, danach eine Ente zügig und ohne weitere Kommanos aus der Deckung und brachte sie mir sogar schön in die Hand. Die Abgabe war bisher immer noch ein kleines Handicap – während wir mit Dummies hier nie Probleme hatten, ließ Frieda das Wild im Training immer gerne zwei Meter vor mir fallen. Die vierte Ente war dann wohl etwas eklig, zumindest zögerte Frieda kurz vorm Aufnehmen. Ein „Apport“ reichte jedoch aus, um sie zu motivieren, sodass sie das ungeliebte Federvieh doch noch zu mir brachte – und kurz vor mir fallen ließ. Allerdings so kurz vor mir, dass es kein ernsthaftes Problem darstellte. Wir hatten das Fach mit „sehr gut“ bestanden!

Als nächstes war die Verlorensuche im deckungsreichen Gewässer an der Reihe. Schrotschuss, Wild und Wasser… hmmm… die extra Portion Temperament und Trieb, die Frieda mitbekommen hat, machte sich (lautlich) bemerkbar. Während die ersten zwei Hunde arbeiteten, ging ich mit ihr auf einem Waldweg hin und her, um sie etwas abzulenken. Wirklich schön bei Fuß sind wir dann nicht zum Startpunkt gekommen, Frieda konnte es einfach nicht abwarten. Andererseits kann man die Richter ja auch nicht warten lassen, also Augen zu und durch. Bewertet wurde schließlich die Wasser- und Bringfreude, nicht die Fußarbeit. Schuss, Ente fliegt, Hund geschickt. Beim ersten Apportkommando startete Freida nicht sofort – ich glaube, sie dachte einfach nicht mehr, dass ich ihr jemals die Erlaubnis erteilen würde. Beim zweiten Kommando hieß es dann aber zisch und weg. Sie nahm den Einstieg schnell, schwamm zügig zur Ente und nahm sie auf. In diesem Moment gab ich den Doppelpfiff, um sie zum direkten Zurückschwimmen zu bewegen. Da die Ente jedoch so nah am gegenüber liegenden Ufer lag und Frieda im Schilf schon stehen konnte, nahm die Madame nach kurzem Überlegen den bequemeren Rückweg um den See herum. Naja, nicht so schön, aber sie brachte mir die Ente dennoch bis in die Hand, sodass alle bewertungsrelevanten Aspekte „sehr gut“ abgearbeitet waren. Frank, der das Ganze aus der Ferne beobachtete, sagte hinterher, Frieda sei sehr schnell im Wasser gewesen. Und er hätte herzlich gelacht, als er ihr Gesicht gesehen habe, wie sie überlegt hat – wo lang gehe ich nun? Tja, die Friedamaus ist immer für eine fixe Idee gut. Und die Seeumquerung vollbrachte sie in einer Geschwindigkeit, als sei sie dort schon 100 Mal langgelaufen. Was will man da sagen?

Die nächste Aufgabe war die Schleppspur. Jedes Gespann gab ein Kaninchen ab und wurde nacheinander zur gezogenen Schleppe gerufen. Im Vorfeld war ich mir bei der Schleppe ja nie so sicher gewesen, denn Frieda überlief aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit öfter mal die Winkel. Heute sollte ich nicht enttäuscht werden. Ich setzte Frieda an und sie… saugte sich fest. Als hätte sie noch nie etwas andere gemacht, arbeitete sie in einem rasanten Tempo genau die Schleppe ab. Den ersten Winkel nahm sie perfekt, danach war sie außer Sicht. Ein paar Sekunden später kam dann über Funk jedoch schon die Meldung „Hund hat aufgenommen und ist auf dem Rückweg“. Die Maus kam in einem Affenzahn mit dem Kaninchen über den Hügel galoppiert und brachte mir das Stück auf direktem Weg in die Hand. Super, Kleine! Ich bin sehr stolz auf dich.

Als letztes Fach kamen Standruhe und Merken an die Reihe – der Walk-up also. Und hier sollte es nochmal spannend werden. Zum Einen, weil Frieda nicht gerade ruhig am Fuß und auch nicht immer leiser war. Zum Anderen, weil sie schon ganz schön durch den Wind und k. o. war, was ihre Aufmerksamkeit etwas beeinträchtigte. Letztlich sollte jedoch ich selbst zum größten Hindernis für meinen Hund werden, weil… ich mich einfach doof angestellt habe. Das Fußlaufen lief zwar nicht perfekt, aber die Leine war in keiner Situation auf Spannung, sodass ich hier gemessen an den Umständen recht zufrieden war. Als wir an der Reihe waren, war ich mir nicht sicher, wann ich Frieda ableinen sollte. Als ich mich umdrehte, um noch schnell einen Richter zu fragen, hieß es schon „Schau nach vorne“! und der Schuss fiel. Weder Frieda noch ich hatten die Fallstelle wirklich markiert, außerdem musste ich Frieda nun vor dem Schicken erst mühsam ableinen. Blöd. Entsprechend suchte sich Frieda zunächst an der alten Fallstelle des vorherigen Marks fest und bekam erst nach einigem Suchen Wind von unserer Ente. Auf dem Rückweg ließ sie das Stück auch noch fallen und kam erst nach motivierenden Rufen von mir zurück. Oh, weh!

Als alle durch waren, wollte Herr Lühring uns und ein weiteres Gespann deshalb nochmal sehen. „Schwarz wurde erst abgelenkt und dann hat Frauchen auch noch Mist gebaut.“ Ein großes Dankeschön an den Richter, dass das nicht der Hund ausbaden musste, sondern der Fehler einzig und allein mir angerechnet wurde. Unsere zweite Chance nutzten wir dann auch. Ich leinte Frieda vor dem Schuss ab und schickte sie direkt nach dem Fallen. Sie markierte punktgenau, nahm auf und brachte die Ente zumindest bis in meinen Umkreis. Ich für meinen Teil war nun fix und alle.

Zurück im Suchenlokal wurden die Unterlagen ausgefüllt und wir bekamen das Ergebnis mitgeteilt. Ein Hund konnte leider nicht bestehen, die anderen waren in der Bewertung alle sehr dicht beieinander. Frieda und ich belegten am Ende einen unglaublichen 2. Platz – das hätte mir vorher keiner erzählen können. 11 und 12 Punkte wurden an diesem Tag an niemanden vergeben, wir erhielten jedoch in allen Fächern außer dem Bringen von Nutzwild 10 Punkte und damit ein glattes „Sehr gut“. Am Anfang, sagte Herr Lühring, sei die Abgabe noch perfekt gewesen, aber im weiteren Verlauf der Prüfung wurde sie leider immer schlechter. Deshalb bekamen wir hier 8 Punkte.

Glücklich und erschöpft machten wir uns auf den Heimweg. Ich bin sehr stolz auf meine Kleine, denn als Anlagenprüfung ist die JP/R ja in erster Linie eine Prüfung des Hundes – der Hundeführer und antrainierte Leistungen spielen kaum eine Rolle. Nun ist amtlich, dass Frieda alle Anlagen mitbringt, die sie für die Ausbildung zur Jagd auf Niederwild braucht. Ich für meinen Teil bin jedoch auch froh, dass wir diesen Teil der Ausbilung nun erstmal wieder beenden können, um uns auf geordnetere, ruhigere Dinge zu konzentrieren. Ich bin mir nämlich sicher, dass andauerndes Schießen und Training mit Wild meine Dame ziemlich hochpushen würde – und gerade dagegen arbeite ich ja seit Monaten an. Nun kehren wir also zunächst zu den ebenfalls heiß geliebten Dummies zurück und widmen uns der weiteren jagdlichen Ausbildung, wenn Frauchen in dieser Hinsicht ebenfalls das nächste Ziel erreicht hat – den Jagdschein.

Zum Abschluss noch ein Foto vom gestrigen Abend:

Dummyferien auf dem Klaukenhof

Oktober 5, 2011

Nun sind wir wieder zurück, schade, die Tage vergingen wie im Flug. Hinter uns liegen dreieinhalb volle Tage intensives Training, viel Spaß mit netten Leuten und Hunden sowie jede Menge Infos, die meinen Kopf noch immer zum Brummen bringen.

Ingsgesamt waren elf Teams zum Dummy-Intensivtraining auf dem Klaukenhof angereist. Vier F-ler aus dem Paartaler Wurf, ein weiterer Flat, drei Labbies und drei Golden – eine bunt gemixte Truppe also. Die meisten Teilnehmer hatten schon öfters bei Iris trainiert und kannten sich gegenseitig, in Melanie mit Nala hatte ich aber eine weitere Mitstreiterin gefunden, die ebenfalls als Neuling in die Gruppe kam. Am erste Abend ließen wir die beiden Schwestern nochmal flitzen, bevor die Arbeit anfing – im Halbdunkeln konnnten wir anschließend nur raten, welcher Hund welcher ist. Eine gewissen Ähnlichkeit lässt sich auf keinen Fall verleugnen, bei besseren Lichtverhältnissen lässt sich jedoch erkennen, dass Frieda in Sache Länge nachwievor ungeschlagen ist. 🙂

Am nächsten Morgen ging es um 9 Uhr im traumhaften Gelände los. Zunächst traten alle gemeinsam an, Iris wollte sich einen Überblick über die Gruppe verschaffen. Erste Aufgabe: Einzelmarkierung aus der 11er-Line. Jucheih! O-Ton-Iris: „Ich will gleich mal sehen, was Sache ist.“ Wahlweise durften wir die Hunde angeleint oder unangeleint in der Line führen. Da mein Mantra für den ersten Tag „Coolness“ lautete, leinte ich Frieda todesmutig ab. No risk, no fun. Außerdem ist Madame einfach zu schlau – leine ich sie immer dann ab, wenn sie dran ist, fängt sie nach kürzester Zeit das Fiepen an, sobald ich nach der Halsung greife. Mein Mut sollte belohnt werden, denn obwohl um uns herum duchaus hin und wieder mehr als nur ein Hund losrannte und ein ordentliches Gejohle und Gebrüll herrschte, blieb Frieda wie angewurzelt sitzen und verkniff sich sogar protestierende Fiepser. Nachwievor belohne ich sie in solchen Situationen für das Sitzenbleiben, Schweigen und Blickkontakt mit mir (in dieser Reihenfolge) mit der Leberwursttube. Unser eigener Apport lief dann prima, Frieda meisterte auch das Zurückbringen auf die Line zu – was bei zehn dort stehenden Gespannen gar nicht so einfach für den Hund ist.

Bei einer weiteren Übung mussten die Hunde auf Entfernung sitzen bleiben, während zwei Dummies vor und hinter sie geworfen wurden, um anschließend durch eine Gasse der anderen Team abgerufen zu werden. Klappte dies, durfte der Hund von seinem neuen Standpunkt aus auf die Dummies geschickt werden. Auch diese Aufgabe meisterten alle Teams gut.

Bei der Einteilung kamen Frieda und ich in diejenige Gruppe mit Leuten, die eher weniger bei Iris trainieren – und waren damit in einem Team mit Melanie und Nala! Sehr schön. Ab diesem Zeitpunkt wurde abwechselnd in zwei Gruppen trainiert, wobei der Vor- und Nachmittag jeweils geteilt wurden. Wir waren an diesem Tag nochmals von 16-18 Uhr an der Reihe.

Eine Beschreibung der einzelnen Aufgaben würde hier den Rahmen sprengen. Ich werden bestimmte Dinge nochmal in einzelnen Beiträgen aufgreifen, wenn es darum geht, wie wir nun weiter üben. Am ersten Tag arbeiteten wir auch die zweite Session aus der Line – es ging wirklich zur Sache. Auch während der darauf folgenden Trainings arbeiteten mindestens stets zwei Hunde gleichzeitig. Die Tage waren demnach perfekt, um das routinierte Arbeiten in der Gruppe zu festigen. Ich hätte vor einem halben Jahr noch niemals nie gedacht, dass Frieda und ich hier solche Fortschritte machen würden. Einspringen ist nachwievor kein Thema, und auch wenn ich mich nicht darauf verlassen kann, dass ihr nicht doch hin und wieder ein leiser Fiepser entweicht, hat sie schon sehr gut verinnerlicht, dass nicht jedes fallende Dummy für sie gedacht ist. Oft wurden Hunde direkt neben uns und einmal sogar direkt neben uns an uns vorbei geschickt – alles kein Problem. Angesichts der Intensität und des Stresses eines solchen Trainings wurde natürlich auch fleißig für jedes geduldige Warten belohnt.

Ein weiterer Erfolg des zurückliegenden Training besteht in den Geländeerfahrungen, die Frieda gewinnen durfte. Insgesamt wurden viele Markierungen (meist als Memories) in unterschiedlichem Gelände, über unterschiedliche Distanzen und mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad gearbeitet. Dabei war es faszinierend, den Hunden beim Arbeiten zuzuschauen. Die Paartaler, die ich gesehen habe, erwiesen sich dabei allesamt als geländehart und unerschrocken. Bis auf wenige Ausnahmen markierte Frieda sehr gut, manchmal musste sie sich jedoch auch ans Dummy heranarbeiten. Dann konnte man förmlich das „Klick“ hören, wenn sie ihre Nase anschaltete, einfach schön. Insgesamt merkt man natürlich, dass sie noch ein junger Hund ist, dem hier und da die Erfahrung fehlt. Und genau dafür war das Taining perfekt, Frieda hat viel Neues kennengelernt.

Ich selbst habe von Iris wieder einige Tipps zur Körpersprache und speziell zum Einweisen bekommen. Ich habe jede Einzelheit sofort aufgesogen. Alle Verbesserungsvorschläge wurden sofort an Ort und Stelle ausprobiert und die Art und Weise, wie die Hunde positiv auf die Veränderung reagieren, gibt ihr in jedem Punkt recht. Nun bloß nichts davon vergessen! Durch ungünstiges Stopp-Pfiff-Training habe ich mir vor einiger Zeit einen Knoten ins „Voran“ gewurschtelt. Auch hier gab es wertvolle Hinweise und vor allem die Versicherung, dass wir das Problem auf jeden Fall wieder in den Griff bekommen werden.

Die Stimmung war während der gesamten Tage toll. Alle hatten Spaß, niemand war dabei, der auch nur eine Spur von Wettbewerb oder falschen Ehrgeiz in die Sache gebracht hätte. Die gemeinsamen Abende im Klaukenhof waren geprägt von gutem Essen, interessanten Gesprächen und Gemütlichkeit – leider wurde es für mich nur nie sehr spät, da ich stets stehend k.o. war und mich recht bald in mein Schlafgemach verkrümelt habe. Frieda hat in den Pausen meist tief und fest im Hotelzimmer geschlafen – dafür war ich wirklich dankbar, denn so konnte sie das intensive Training unbeschadet und gut überstehen.

Zum Schluss bekamen wir von Iris noch einige Tipps fürs weitere Training. Ich war einfach total stolz, als sie mir und Frieda große Fortschritte seit Pfingsten bescheinigte und explizit auch unsere Fußarbeit lobend erwähnte. Uffz. Es sei viel weniger Hektik in unserer gemeinsamen Arbeit und ich hätte die eigene körpersprachliche Ruhe gut umgesetzt. Unser weiteres Programm betrifft vor allem das Einweisen: Voran, Stopp-Pfiff, Hier-Pfiff und Suchen-Pfiff sollen separat und später kombiniert geübt und gefestigt werden. Iris meinte sogar, wir sollten noch diesen Herbst ruhig eine Dummy A probieren – hier bin ich aber noch etwas skeptisch, die erste Dummyprüfung hatte ich mir eigentlich erst für nächstes Jahr im Frühjahr vorgenommen. Aber auf jeden Fall eine sehr positive Bilanz, über die ich mich total freue. Und nun kann es weiter gehen!

Natürlich gibt es noch einiges Weiteres über die letzten Tage zu erzählen. Fotos werden auch noch folgen. Schaut doch einfach in den nächsten Tagen nochmal rein!