Archive for the ‘Prüfungen’ Category

Spaß-Workingtest der Working Mudpaws

November 30, 2012

Der erste größere „Hundetermin“, nachdem Josef auf den Plan getreten war, war der Spaß-WT der Workings Mudpaws zugunsten des Vita Assistenzhunde e. V. am 28.10. Da dieser jedoch vom ersten Wintereinbruch des Jahres begleitet wurde, fielen unsere Pläne, unseren Sohnemann mitzunehmen, endgültig flach. Meine Eltern waren so lieb, auf den kleinen Mann aufzupassen, während Frank, Frieda und ich uns einen Tag in trauter Dreisamkeit gönnen durften.

Frank bereute seine Entscheidung, mitzukommen, jedoch das ein oder andere Mal. Bei eisigem Wind im Schnee wartend, zweifelt man(n) schonmal am eigenen Verstand und dem der übrigen Teilnehmer. 🙂 Letztlich hatten wir jedoch viel Spaß, nicht zuletzt, weil sich die Temperatursituation ab der zweiten Aufgabe in einem waldigen Tal schlagartig besserte. Zudem sorgte die Orga (die ohnehin fabulös Fantastisches geleistet hat!) für stetigen Nachschub an heißen Getränken.

Unterwegs ins Gelände:

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Ich glaube, so entspannt wie auf dieser Veranstaltung war ich noch nie, wenn es an eine Aufgabe ging. Letztlich sollten Frieda und ich vor allem Spaß haben, alles andere war zweitrangig. Nun wird so mancher sagen: Aber das sollte doch auf jedem Workingstest und bei jedem Training so sein! Ja, schon, wenn wenn man mal ehrlich ist, ist man sonst meist schon ein wenig aufgeregt und angespannt.

Die erste Aufgabe, eine Einzelmarkierung in Kombination mit etwas Steadiness, arbeiteten wir… hmmm… sehr mäßig. Frieda blieb nach der Markierung zwar brav (wenn auch nicht ganz ruhig) sitzen, während ich ein paar Meter weiter vorlief, um sie anschließend wieder ins Fuß zu rufen, aber als ich sie schickte, rannte sie ziemlich planlos über den Acker. Markiert sieht anders aus, was Madame da veranstaltete war eher eine Freiverlorensuche. Bei der Abgabe glitt ihr das Dummy dann noch aus dem Maul – etwas, was sonst nicht passiert, aber das erste Schneedummy des Jahres forderte hier seinen Tribut.

Bei der zweiten Aufgabe handelte es sich um eine Einzelmarkierung im Wald, auf die der Hund nach Freigabe durch die Richterin direkt geschickt werden durfte.  Beim Zurückkommen wurde eine weitere Verleitmarkierung geworfen, die der Hund anschließend arbeiten sollte. Frieda stürmte gen Fallstelle, schnupperte kurz, fand nicht sofort  und… suchte. Hmpf. Das konnten wir schonmal besser. Nachdem sie völlig ab vom Schuss herumstöberte, wurde die Markierung ein zweites Mal geworfen. Nun fand sie das Dummy recht schnell, die Verleitmarkierung kam und Frieda, Gott sei Dank, auch. Braves Mädchen! Anschließend richtete ich sie auf die Verleitung aus und schickte mit Apport. Offensichtlich richtete ich jedoch nicht genau genug aus, denn die Flitzemaus drehte gleich ab und holte mir doch glatt Markierung Nummer eins aus dem Wald. Hmpf. Auch die Verleitung bekamen wir mich einer kleinen Suche noch irgendwie rein, aber schön ist etwas anderes.

Heiteres Warten in der Line:

SWT Warten in der Line

Die dritte Aufgabe begann mit etwas Fußarbeit, anschließend fiel eine Einzelmarkierung linker Hand im Wald, der Hund sollte jedoch erst rechter Hand ein Dummy aus einer kleinen Suche bringen. Der Klassiker, sozusagen. Diese Aufgabe meisterten wir wirklich gut. Fußarbeit und Standruhe waren gut, selbst das Drehen am Fuß sah gar nicht übel aus. Und markiert hatte Flatilein dieses Mal auch.

Bei der vierten Aufgabe handelte es sich erneut um eine Einzelmarkierung. Nachdem das Dummy gefallen war, musste sich das Gespann kurz umdrehen, der Helfer verschwand und der Hund wurde ohne diese Orientierungshilfe zum Apport geschickt. Auch diese Aufgabe lief gut mit einer mittlerweile recht entspannten Frieda.

Zuletzt gabe es noch eine Spaß-Aufgabe, bei der einzelne Hunde aus der Line zum Apport geschickt wurden. Hier wurde Frieda nach einer Weile wieder etwas unruhig, hielt sich aber eigentlich nicht schlecht. Und auch unangeleint haben wir mit Einspringen zumindest kein Problem.

Detailliertere Aufgabenbeschreibungen – vor allem auch grafisch dargestellt – findet ihr übrigens bei Anke im Blog.

Frieda bei ihrem Apport:

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Am Ende belegten wir Platz 7 von 11 Startern in der Anfängerklasse. Während wir in den ersten beiden Aufgaben sicher viele Punkte ließen, stammt der Löwenanteil aus den Aufgaben drei und vier. Merke: Bei der nächsten derartigen Veranstaltung lasse ich Frieda schon vor Beginn einige Aufgaben arbeiten, damit sie auf die richtige Temperatur kommt.

Fazit: Wir sind nächstes Jahr auf jeden Fall wieder dabei! Gaaaaanz toll gemacht, Ivonne!

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Verbuchen und vergessen

November 2, 2011

Das ist wohl das, was ich mit dem vergangenen Alpenrand-Cup-Start von Frieda und mir machen werde. Bereits im Vorfeld schwante mir Böses, denn Frieda war seit der JP/R recht aufgedreht. Letzte Woche hat sie noch dazu das Einspringen plötzlich für sich entdeckt – etwas, womit wir bisher keine nennenswerten Probleme hatten. Zwar habe ich diese Frage mit Franks Hilfe kurzfristig wieder klären können, aber die besten Voraussetzungen für einen WT-Start waren es dennoch nicht.

Frieda und ich starteten in der Schnupperklasse, und ich hatte mir fest vorgenommen, sie nicht apportieren zu lassen, wenn sie in der Aufgabe winseln würde. Der Fatalismus, den mein Hund mich mittlerweile gelehrt hat, kann auch sehr beruhigend sein – ich war ziemlich entspannt, als es an die erste Aufgabe ging. Natürlich weiß ich nicht, ob es sich somit um eine self-fulfilling prophecy handelte, aber als Frieda den Helfer im Wald stehen sah, fing es an… Grrrrrh. Nun warf der Helfer das Dummy jedoch nicht an die vom Richter ausgewiesene Stelle, sodass wir unverrichteter Dinge wieder gehen sollten, um später nochmal anzutreten. Eigentlich ja ganz gut für uns. Oder auch nicht. Beim zweiten Versuch war Frieda im Gegenteil noch geladener – und sprang ein! Gott sei Dank konnte ich sie zurückrufen, sodass sie wenigstens nicht zum Erfolg kam. Ein dritter angeleinter Versuch folgte. Zu allem Überfluss sollte bei der Aufgabe auch noch von der Markierung weggedreht und erst nach einigen Metern Fußlaufen geschickt werden. Frieda missfiel dies eindeutig, was sie auch durch emsiges Fiepen kundtat. Nun gut, ich sagte dem Richter, dass ich Frieda so lieber nicht auf das Dummy schicken wollte. Der Richter hatte, glaube ich, gar nicht wirklich etwas dagegen. Dummerweise ließ ich mir von einem weiteren Helfer reinquatschen, der doch lieber mal abwarten wollte, ob Frieda sich nicht beruhigen würde. Das tat Madame tatsächlich und war nach kurzer Zeit wenigstens still. Ich persönlich hätte sie dafür lieber anderweitig und nicht mit dem Dummy ihrer Begierde belohnt, aber letztlich ließ ich mich doch wieder unter Druck setzen und schickte sie. Der Rest lief natürlich super, wobei ich den Eindruck hatte, dass der Richter ob unseres bisherigen Auftritts schon etwas verwundert angesichts der perfekten Abgabe war. Tja, auch wir nehmen nicht jede Baustelle mit. 😉

Bei der nächsten Aufgabe fragte ich den Richter, ob wir die Aufgabe ohne Schuss absolvieren könnten. Gesagt, getan. Frieda blieb trotzdem nicht still, als das Dummy fiel. Ich sagte entschieden, dass ich sie dann lieber wieder anleinen wolle. Es wäre um zwei Vorans in ein kleines Suchengebiet gegangen. Dieses Mal erntete ich allerdings nur Lob und Anerkennung für meine Entscheidung und tatsächlich zwei Mitleidspunkte. 🙂 Der Richter tröstete mich: „Ich habe auch schon mal so einen Hund gehabt.“ Hmpf.

In der Wartezone hörte ich anderen Teilnehmer, die von ihren Aufgaben berichteten: „Es lief ganz gut, sie hat sogar recht schnell gesucht.“ Oder: „Heute ist er richtig schön motiviert.“ Hmmmmmm. Frieda? Hörst Du das? Einfach cool bleiben! 🙂 In der Wartezone ist Frieda mittlerweile übrigens ein ziemlicher Engel. Sie ist brav, entspannt, ich kann sie ablegen und mich von ihr entfernen etc. Reines Zuschauen bei Workingtests würde uns also vermutlich nicht wirklich weiterbringen, denn wir brauchen die Situation im Wald beim Richter zum Üben.

Die dritte Aufgabe absolvierten wir tatsächlich mal komplett und fiepfrei. Hier wurde allerdings auch nicht geschossen und die Dummies fielen recht unspektakulär vor einem auf den Weg. Dennoch bin ich froh, dass Frieda zwischendurch wenigstens so weit runterkommt, dass sie bei geringerem Reiz ruhig bleiben kann. Dank unserer dennoch vebesserungswürdigen Fußarbeit gab es für diese Aufgabe ein „Gut“. Für mich persönlich war es in dieser Situation ein „Vorzüglich“.

Die letzte Aufgabe war dann – mal wieder – eine Einzelmarkierung mit Schuss im Wald. Was für andere schön einfach ist, wird für uns zum unüberwindbaren Hindernis. Bereits als wir neben dem Richter ankamen, winselte Frieda fröhlich drauf los. Ich sagte, dass ich Frieda so nicht schicken wolle, und wir bastelten die Aufgabe schnell ein wenig um. Nach Fallen des Dummies sollten Frieda und ich angeleint auf das Dummy zugehen, dann aber umdrehen und die Aufgabe beenden. Das tat ich auch und war froh, als endlich alles vorbei war. So wirklich angenehm ist das nicht, wenn man zwar anerkennende aber auch mitleidige Blicke erntet – ich glaube, dass manch einer in uns einen hoffnungslosen Fall sah.

Ich für meinen Teil bin natürlich schon irgendwie zerknirscht, auch wenn ich im Prinzip ja genau von diesem Fall ausgegangen war. JP/R und Dummyferien haben meine Raktete ganz schön hochgepusht, was ja auch irgendwie auf meinem eigenen Mist gewachsen ist. Nun gehen wir in die Winterpause und konzentrieren uns wieder ganz auf den Grundgehorsam und die Steadiness. Frieda ist in jedem Fall eine echte Herausforderung, aber als hoffnungslosen Fall will ich uns auch noch nicht so recht sehen.

JP/R in Ruhla

Oktober 9, 2011

Still und heimlich starteten Frieda und ich gestern bei der JP/R in Ruhla. Ich hatte mich entschlossen, nicht im Vorfeld über unsere Meldung zu berichten, da ich ohnehin schon nervös genug war und lieber erst im Nachhinein über unser Bestehen oder Nicht-Bestehen schreiben wollte.

Um 4:30 Uhr klingelte der Wecker – oh, weh! Frank hatte sich in helfenhafter Manier bereit erklärt, uns als seelisch-moralische Unterstützung zu begleiten, und so brausten wir zu dritt um 5 Uhr los gen Ruhla, wo um 8 Uhr das Treffen im Suchenlokal anberaumt war. Nachdem wir uns kurz vor dem Ziel noch etwas verfranst hatten, kamen wir halbwegs pünktlich an. Während der ganze Fahrt hatte es bis auf kurze Unterbrechungen wie aus Eimern geschüttet und uns schwante bereits Böses angesichts eines Tags im freien Gelände.

Die Stimmung im Suchenlokal war etwas angespannt. Einerseits verschlafen, andererseits auferegt – so kamen noch nicht viele Gespräche zustande. Die Tatsache, dass neben DRC-Prominenz vor allem noch Züchter und/oder Trainer an der Prüfung teilnahmen, sorgte bei mir für ein gewisses Unwohlsein – ich fühlte mich als totales Greenhorn auf seiner ersten Prüfung einfach fehl am Platze.  Nach der Kontrolle der Unterlagen ging es zu Fuß los ins Gelände. Zum Glück war es mittlerweile trocken und wir sollten bis auf einen kurzen Schauer in der Mittagspause vom Wettergott verschont bleiben.

Im Gelände angekommen gab es zunächst eine Begrüßung durch die Jagdhornbläser. Die mittlerweile beträchtliche Anspannung fiel mit der folgenden Ansprache des Richters, Werner Lühring, etwas von uns ab. Er erinnerte uns daran, dass es sich bei der JP/R um eine Jugendprüfung handelte, und wir ganz entspannt sein könnten. Wir sollten völlig unbefangen mit unseren Hunden umgehen, so wie wir dies auch im Training tun würden. Wir sollten uns darauf verlassen, dass das erfahrene Richterteam die Anlagen unserer Hunde auch unabhängig von uns als Führer sicher erkennen würden. Das tat gut!

Anschließend ging es mit dem ersten Fach, der Feststellung der Schussfestigkeit, los. Frieda und ich hatten die Startnummer drei. Bereits beim ersten Schuss war Frieda Feuer und Flamme: Wo? Was? Wie? Jetzt passiert wohl etwas Spannendes! Als wir an der Reihe waren, gab ich Frieda auf Aufforderung des Richters frei. Frieda, die voller Energie und Tatendrang war, flitzte los. Es wurden zwei Schrotschüsse abgegeben – meine Güte, war das laut! Nach jedem Schuss blickte sich Frieda um und fing anschließend sofort an, die Wiese abzusuchen. O.k. – Schussfestigkeit bestanden.

Anschließend ging es los in den Wald, wo als zweites Fach die Freie Verlorensuche geprüft werden sollte. „Dann können die Hunde schonmal ein bisschen Dampf anblassen.“ Ja, das wäre gut – Schrotschuss und Wild, diese Kombination ließ Frieda zu Höchstform auflaufen, und ich hatte meine liebe Mühe, die Dynamitstange an meiner Leine im Zaum zu halten. Alle Prüfungsteilnehmer gaben ihr mitgebrachtes Schleppwild ab und wurden einzeln zum jeweiligen Suchengebiet gerufen. Ich schickte Frieda vier Mal mit „Such“ in das uns zugewiesene Gebiet. Wenn man selbst an der Reihe ist, verliert man etwas das Zeitgefühl, aber ich glaube, sie war ziemlich schnell. Zuerst holte sie zwei Kaninchen, danach eine Ente zügig und ohne weitere Kommanos aus der Deckung und brachte sie mir sogar schön in die Hand. Die Abgabe war bisher immer noch ein kleines Handicap – während wir mit Dummies hier nie Probleme hatten, ließ Frieda das Wild im Training immer gerne zwei Meter vor mir fallen. Die vierte Ente war dann wohl etwas eklig, zumindest zögerte Frieda kurz vorm Aufnehmen. Ein „Apport“ reichte jedoch aus, um sie zu motivieren, sodass sie das ungeliebte Federvieh doch noch zu mir brachte – und kurz vor mir fallen ließ. Allerdings so kurz vor mir, dass es kein ernsthaftes Problem darstellte. Wir hatten das Fach mit „sehr gut“ bestanden!

Als nächstes war die Verlorensuche im deckungsreichen Gewässer an der Reihe. Schrotschuss, Wild und Wasser… hmmm… die extra Portion Temperament und Trieb, die Frieda mitbekommen hat, machte sich (lautlich) bemerkbar. Während die ersten zwei Hunde arbeiteten, ging ich mit ihr auf einem Waldweg hin und her, um sie etwas abzulenken. Wirklich schön bei Fuß sind wir dann nicht zum Startpunkt gekommen, Frieda konnte es einfach nicht abwarten. Andererseits kann man die Richter ja auch nicht warten lassen, also Augen zu und durch. Bewertet wurde schließlich die Wasser- und Bringfreude, nicht die Fußarbeit. Schuss, Ente fliegt, Hund geschickt. Beim ersten Apportkommando startete Freida nicht sofort – ich glaube, sie dachte einfach nicht mehr, dass ich ihr jemals die Erlaubnis erteilen würde. Beim zweiten Kommando hieß es dann aber zisch und weg. Sie nahm den Einstieg schnell, schwamm zügig zur Ente und nahm sie auf. In diesem Moment gab ich den Doppelpfiff, um sie zum direkten Zurückschwimmen zu bewegen. Da die Ente jedoch so nah am gegenüber liegenden Ufer lag und Frieda im Schilf schon stehen konnte, nahm die Madame nach kurzem Überlegen den bequemeren Rückweg um den See herum. Naja, nicht so schön, aber sie brachte mir die Ente dennoch bis in die Hand, sodass alle bewertungsrelevanten Aspekte „sehr gut“ abgearbeitet waren. Frank, der das Ganze aus der Ferne beobachtete, sagte hinterher, Frieda sei sehr schnell im Wasser gewesen. Und er hätte herzlich gelacht, als er ihr Gesicht gesehen habe, wie sie überlegt hat – wo lang gehe ich nun? Tja, die Friedamaus ist immer für eine fixe Idee gut. Und die Seeumquerung vollbrachte sie in einer Geschwindigkeit, als sei sie dort schon 100 Mal langgelaufen. Was will man da sagen?

Die nächste Aufgabe war die Schleppspur. Jedes Gespann gab ein Kaninchen ab und wurde nacheinander zur gezogenen Schleppe gerufen. Im Vorfeld war ich mir bei der Schleppe ja nie so sicher gewesen, denn Frieda überlief aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit öfter mal die Winkel. Heute sollte ich nicht enttäuscht werden. Ich setzte Frieda an und sie… saugte sich fest. Als hätte sie noch nie etwas andere gemacht, arbeitete sie in einem rasanten Tempo genau die Schleppe ab. Den ersten Winkel nahm sie perfekt, danach war sie außer Sicht. Ein paar Sekunden später kam dann über Funk jedoch schon die Meldung „Hund hat aufgenommen und ist auf dem Rückweg“. Die Maus kam in einem Affenzahn mit dem Kaninchen über den Hügel galoppiert und brachte mir das Stück auf direktem Weg in die Hand. Super, Kleine! Ich bin sehr stolz auf dich.

Als letztes Fach kamen Standruhe und Merken an die Reihe – der Walk-up also. Und hier sollte es nochmal spannend werden. Zum Einen, weil Frieda nicht gerade ruhig am Fuß und auch nicht immer leiser war. Zum Anderen, weil sie schon ganz schön durch den Wind und k. o. war, was ihre Aufmerksamkeit etwas beeinträchtigte. Letztlich sollte jedoch ich selbst zum größten Hindernis für meinen Hund werden, weil… ich mich einfach doof angestellt habe. Das Fußlaufen lief zwar nicht perfekt, aber die Leine war in keiner Situation auf Spannung, sodass ich hier gemessen an den Umständen recht zufrieden war. Als wir an der Reihe waren, war ich mir nicht sicher, wann ich Frieda ableinen sollte. Als ich mich umdrehte, um noch schnell einen Richter zu fragen, hieß es schon „Schau nach vorne“! und der Schuss fiel. Weder Frieda noch ich hatten die Fallstelle wirklich markiert, außerdem musste ich Frieda nun vor dem Schicken erst mühsam ableinen. Blöd. Entsprechend suchte sich Frieda zunächst an der alten Fallstelle des vorherigen Marks fest und bekam erst nach einigem Suchen Wind von unserer Ente. Auf dem Rückweg ließ sie das Stück auch noch fallen und kam erst nach motivierenden Rufen von mir zurück. Oh, weh!

Als alle durch waren, wollte Herr Lühring uns und ein weiteres Gespann deshalb nochmal sehen. „Schwarz wurde erst abgelenkt und dann hat Frauchen auch noch Mist gebaut.“ Ein großes Dankeschön an den Richter, dass das nicht der Hund ausbaden musste, sondern der Fehler einzig und allein mir angerechnet wurde. Unsere zweite Chance nutzten wir dann auch. Ich leinte Frieda vor dem Schuss ab und schickte sie direkt nach dem Fallen. Sie markierte punktgenau, nahm auf und brachte die Ente zumindest bis in meinen Umkreis. Ich für meinen Teil war nun fix und alle.

Zurück im Suchenlokal wurden die Unterlagen ausgefüllt und wir bekamen das Ergebnis mitgeteilt. Ein Hund konnte leider nicht bestehen, die anderen waren in der Bewertung alle sehr dicht beieinander. Frieda und ich belegten am Ende einen unglaublichen 2. Platz – das hätte mir vorher keiner erzählen können. 11 und 12 Punkte wurden an diesem Tag an niemanden vergeben, wir erhielten jedoch in allen Fächern außer dem Bringen von Nutzwild 10 Punkte und damit ein glattes „Sehr gut“. Am Anfang, sagte Herr Lühring, sei die Abgabe noch perfekt gewesen, aber im weiteren Verlauf der Prüfung wurde sie leider immer schlechter. Deshalb bekamen wir hier 8 Punkte.

Glücklich und erschöpft machten wir uns auf den Heimweg. Ich bin sehr stolz auf meine Kleine, denn als Anlagenprüfung ist die JP/R ja in erster Linie eine Prüfung des Hundes – der Hundeführer und antrainierte Leistungen spielen kaum eine Rolle. Nun ist amtlich, dass Frieda alle Anlagen mitbringt, die sie für die Ausbildung zur Jagd auf Niederwild braucht. Ich für meinen Teil bin jedoch auch froh, dass wir diesen Teil der Ausbilung nun erstmal wieder beenden können, um uns auf geordnetere, ruhigere Dinge zu konzentrieren. Ich bin mir nämlich sicher, dass andauerndes Schießen und Training mit Wild meine Dame ziemlich hochpushen würde – und gerade dagegen arbeite ich ja seit Monaten an. Nun kehren wir also zunächst zu den ebenfalls heiß geliebten Dummies zurück und widmen uns der weiteren jagdlichen Ausbildung, wenn Frauchen in dieser Hinsicht ebenfalls das nächste Ziel erreicht hat – den Jagdschein.

Zum Abschluss noch ein Foto vom gestrigen Abend:

Bilder vom Schnupperworkingtest

September 11, 2011

Die Bildergalerie von „Schnuppern im Forst“ ist nun online. Auf drei Fotos sind auch Frieda und ich zu sehen. Am sprechendsten ist dabei die Aufnahme, kurz bevor wir von Petra Beringer die Freigabe zum Schicken bekommen – die Anspannung ist sowohl Frieda als auch mir ins Gesicht geschrieben. 🙂

Wir wollen’s wissen…

September 1, 2011

… und haben deswegen heute für den Alpenrand Cup gemeldet. Beim Trainingsworkingstest erneut für die Schnupperklasse, bei der Pfostenschau müssen wir nun in der Zwischenklasse starten. Nun heißt es „Daumen drücken“, dass wir auch einen Startplatz ergattern.

Schwitzen im Forst

August 22, 2011

Naja, eigentlich hieß es ja „Schnuppern im Forst“, aber das Schwitzen war auf dem gestrigen Workingstest in der Oberpfalz irgendwann die dominierende Tätigkeit.

Nach einer erstaunlich geruhsamen Nacht klingelte der Wecker um 6:05 Uhr (psychologische Kriegsführung – es war immerhin nicht 6:00 Uhr :-)). Frieda wollte gar nicht so recht aufstehen, ließ sich aber bald von dem regen Treiben um sie herum anstecken. Gefrühstückt, gepackt, losgefahren. Da die Straßen Sonntagsmorgens angenehm leer sind, blieb unterwegs sogar noch Zeit für einen Zwischenstopp, um Madame ein bisschen laufen zu lassen. Am Treffpunkt um 8 Uhr erwarteten uns jede Menge unbekannte und bekannte Gesichter, die Stimmung war gut.

Insgesamt waren 31 Teams gemeldet, Frieda und ich bekamen die Startnummer 4. Irgendwann ging es per Kolonne ab ins Gelände – es ist schon Wahnsinn, welcher Aufwand hinter einem Workingtest steckt und wie lang es dauert, bis alle Beteiligten angekommen und mit den wichtigsten Infos versorgt sind. Vor Ort wurden wir in drei Gruppen à ungefähr zehn Teams eingeteilt, die jeweils gemeinsam die ersten drei Vormittagsaufgaben bei den Richtern – Petra Beringer, Martin Kuse und Achim Beringer – durchlaufen sollten. Die Wartezeiten wurden so für die einzelnen Teams verkürzt, was sehr angenehm war.

Frank war als Helfer mitgekommen und wurde gleich an Station 1 Achim Beringer zugeteilt. Letztlich sollte ich ihn erst gegen 16 Uhr wiedersehen. Der arme Kerl hatte ganz schön zu schuften und verbrachte den Tag dummywerfenderweise im Wald.

Für meine Gruppe ging es gleich mit der ersten Aufgabe los. Richter war Achim Beringer, die Aufgabe begann im Fußlaufen auf einem Wiesenweg im Wald. Nach wenigen Metern raschelte ein Helfer rechts des Teams im Gebüsch, es folgte ein „Brr“ und das Geräuschh zweier fallender Dummies. Dabei war weiterhin konzentriertes Fußlaufen entlang des Weges gefragt. Wenig später fiel ein Schuss, woraufhin man stehen bleiben sollte, und ein Dummy wurde etwa zehn Meter vor das Team auf den Weg geworfen. Dieses durfte der Hund dann auf Freigabe des Richters zur Belohnung apportieren.

Wenn es denn etwas zu belohnen gab… Ich gebe es zu, ich war schon aufgeregt, als es an unsere erste Aufgabe ging. Frieda hatte bereits durch die Vorarbeit der anderen Team mitbekommen, dass auf dem besagten Waldweg irgendetwas Spannendes vor sich geht. Entsprechend habe ich schon auf dem Weg zur Aufgabe gespürt, dass sie einen gewissen Vorwärtsdrang hat und nicht gerade schön bei Fuß geht. Herr Beringer war sehr nett und hat mir noch mal in aller Ruhe die Aufgabe erklärt. Dann hieß es ableinen und los. Die ersten Meter liefen noch recht gut, auch wenn ich schon merkte, dass der Augenkontakt meiner Rakete zu wünschen übrig ließ. Vermutlich hätte ich sie schon frühzeitig mit einem Kommando erneut auf mich aufmerksam machen müssen, jedoch war ich durch die Vorgabe, möglichst wenige Kommandos zu geben, wie glähmt und habe den Dingen ihren Lauf gelassen. Als das Geraschel neben uns begann, sah alles noch ganz gut aus, aber dem „Brrr“ konnte Frieda nicht recht wiederstehen und ist eben mal einen Meter vorgegangen, um eine bessere Sicht nach rechts auf das Geschehen zu erhaschen. Nunja, ihre Schwanzspitze war noch auf meiner Beinhöhe, aber im Fußlaufen haben wir wohl ziemlich versagt. 🙂 Also musste doch ein Kommando her, um sie zurückzuholen. Nun folgten der Schuss und das Dummy. Der Schuss war unproblematisch, aber das Dummy…. In dem Abstand direkt vor uns auf den Weg? Unwiederstehlich! Ein aufgeregter Quietscher entfuhr der Maus, ihr Popo ging in die Höhe und sie eierte ein paar kleine Schritte nach hinten. Nach vorne traut sie sich ja nicht. Trotzdem kann auch das nach hinten wegweichen natürlich als Einspringen gewertet werden. Wieder neben mir sitzend kam sie kurz zur Ruhe, sodass ich sie schließlich noch schicken konnte. Trotz der Einfachheit der Markierung sah sie dann beim Einsammeln des Dummies auch noch ziemlich konfus aus- wir waren bei dieser ersten Aufgabe einfach beide noch viel zu aufgeregt. Zum krönenden Abschluss habe ich Frieda aus Reflex dann auch noch mit dem Dummy im Fang gelobt – oh, weh!

Für diese Aufgabe bekamen wir ein „gut“, wobei wir auf einem richtigen Workingtest natürlich mit Sang und Klang untergegangen wären. Arbeitweise, Markierfähigkeit und Apportierfreudigkeit wurden mit „sehr gut“ bewertet, Steadiness und Arbeitsweise (style) lediglich mit „gut“ – Herr Beringer meinte, Frieda hätte noch kein System in ihrer Arbeitsweise. Tja, es lief zunächst eben etwas chaotisch. Die Nachbesprechung war aber toll, die Richter haben sich am gesamten Tag viel Zeit für individuelles Feedback genommen. Die Fußarbeit war bei dieser Aufgabe unbestritten unsere große Schwäche, hier soll ich mit weniger Kommandos auskommen.

Mich persönlich hat vor allem beeindruckt, wie hilflos ich mich neben meinem Hund gefühlt habe, nachdem ich wusste, dass jedes Einwirken und jedes Kommando unerwünscht ist. Frieda hat mich einfach nicht angeschaut und ich konnte ja nicht wirklich etwas dagegen tun. 🙂 Also heiß es wohl weiterhin üben, üben, üben und langsam Hilfen abbauen, aber dieses Fazit der ersten Aufgabe ist wohl nicht sehr verwunderlich.

Die zweite Aufgabe war eine kleine Freiverlorensuche bei Petra Beringer. Aus dichtem Nadegehölz sollten wir den Hund in eine dicht bewachsene Schonung mit kleinen Bäumchen zum Suchen schicken, dabei sollten drei von neun ausgelegten Dummies geholt werden. Da die ersten Hunde das Gebiet nicht angenommen hatten, wurde die Aufgabe dahingehend vereinfacht, dass Frau Beringer zu Beginn eine für das Team gut sichtbare Markierung in das Suchengebiet warf, um dem Hund die Richtung vorzugeben. Erst danach hieß es, den Hund abzuleinen. Es folgten zwei Schüsse rechts und links vom Suchengebiet. Anschließend durften wir den Hund nach der Freigabe des Richters schicken. Ich schickte Frieda drei Mal mit „Such“ und es… lief. Zack, zack, zack. Obwohl wir die Pfeife ausdrücklich benutzen durften, habe ich nur beim letzten Apport gepfiffen, ansonsten ist Frieda jede Mal sofort nach dem Finden zu mir zurückgekommen. Tauschgefahr war vorhanden, aber die Maus hat die anderen Dummies jede Mal prima ignoriert. Für diese Aufgabe gab es ein „Vorzüglich“ und Frau Beringer war sehr zufrieden. Nach Abgabe der Schüsse hatte Frieda einen so winzig kleinen Fiepser geäußert, dass sie meinte, er sei kaum hörbar gewesen und würde deshalb nicht zu einer Null führen. Trotzdem soll ich dieses Verhalten im Training nicht dulden. Ay, wird gemacht.

Die dritte Aufgabe bei Martin Kuse kombinierte wieder eine Einzelmarkierung mit Steadiness und Fußarbeit. Oh, Schreck! Zunächst fiel ein Schuss und eine Markierung gut sichtbar in etwa 25 Metern (?) Entfernung im Wald vor Hund und Hundeführer. Danach sollte man mit dem Hund im Fuß über zwei Baumstämme etwa fünf Meter in Richtung der Markierung gehen. Von hier aus durfte der Hund selbständig weiter zum Apport geschickt werden. Ich hatte Schlimmstes befürchtet, doch es kam ganz anders. Nach der Markierung schaute Frieda mich wie geübt endlich an, ich konnte ihr das Fußkommando geben, und obwohl sie sichtlich angespannt war, lief sie still und konzentriert mit mir geradeaus. Lediglich, dass ich irgendwann dann auch wieder stehenblieb, bekam sie nicht sofort mit, und musste sich an dieser Stelle ein wenig nach hinten korrigieren. Schicken, aufnehmen, zurückbringen, abgeben. Das sind ja weniger unsere Baustellen.

Auch für diese Aufgabe bekamen wir ein „Vorzüglich“, sogar im Fach „Steadiness“. Einzige Anmerkung war, dass wir weiterhin an der Fußarbeit dran bleiben sollen. Jaaaaaaa, das wird wohl das Fazit des Tages werden…

Die Vormittagsaufgaben lagen hinter uns, und nach der Ernüchterung der ersten Aufgabe war ich mit unserer weiteren Leistung sehr glücklich. Allerdings dämmerte mir mal wieder, dass bei uns in der Tat alles das super läuft, was Frieda mehr oder weniger selbständig erarbeiten kann (Stichwort: Suche), während alles andere noch ziemlich verbesserungsbedürftig ist. Wie so oft ist hier der Mensch das kaputte Rad am Wagen. Mmmpf.

Während es in den ersten Stunden des Tages noch sehr angenehm im Wald gewesen war, breitete sich mittags die große Hitze aus. Die angekündigten 30°C wurden wahr und zudem war es sehr, sehr schwül. Glücklicherweise gabe es einen Tümpel, in dem sich die Hunde abkühlen konnten. Die Menschen hingegen schwitzten aus allen Poren. Hätte man mich am Ende das Tages gegen eine Wand geschmissen, wäre ich sicherlich kleben geblieben. In der Mittagspause wurde für alle gegrillt, die Stimmung war dann und in den Wartezonen sehr entspannt und freundlich.

Für uns ging es anschließend mit der vierten Aufgabe bei Martin Kuse weiter. Ein 2er Walk-up der etwas anderen Art. Jeweils zwei Team sollten hintereinander einen Waldpfad entlanglaufen, wobei der erste Hund unangeleint, der zweite angeleint bleiben sollte. Nach wenigen Metern fiel ein Schuss, zu dem sich das erste Team hindrehen sollte, um anschließend die fallende Markierung zu beobachten, auf die der Hund geschickt über einen kleinen Bachlauf geschickt wurde. Anschließend tauschten die Team ihre Position im Walk-up und es fiel eine neue Markierung für das zweite Team an einer anderen Stelle.

Frieda und ich durften als erste ran. Die Fußarbeit war hier mal wieder grottig. Irgendwie war Madame noch nicht recht aus der Mittagspause zurück und guckte mal hier und mal da, anstatt sich auf mich und das Fußlaufen zu konzentrieren. Als der Schuss fiel, versuchte ich mich mit ihr zu drehen, doch letztlich saß sie quer vor mir in Laufrichtung. Dabei hatten wir das sooooo viel geübt und es klappte immer so toll! Grrrrrrrh. Anstatt sie trotzdem nach der Freigabe zu schicken, was ich nach Herrn Kuses Aussage wohl hätte machen müssen, habe ich ihre Position noch korrigiert – das konnte ich einfach nicht auf mir sitzen lassen! Der Apport lief hingegen wieder gut – in Nachhinein habe ich erfahren, dass viele Hunde die Gelegenheit nutzten, sich mit oder ohne Dummy im Fang im Bachlauf in aller Ruhe die Füße zu kühlen. Wenigsten hier hatten wir keinerlei Probleme.

Für die Aufgabe gab es immerhin noch ein „Sehr gut“, aber die Sache mit dem Fußlaufen fing langsam an, mir gehörig auf den Keks zu gehen.

Die fünfte und vorletzte Aufgabe bei Petra Beringer war eine Einzelmarkierung über zwei Gräben im Wald. Die Schwierigkeit bestand hier in den Geländeübergängen und tatsächlich taten sich viele Hunde schwer. Am Startpunkt fiel der Schuss und die Markierung. Frieda war mucksmäuschen still! Auf die Freigabe hin schickte ich sie los. Der erste Graben war noch keine Hürde, beim Erklimmen des Hügels nach dem zweiten fing sie dann langsam an zu suchen: Hier muss das dumme Ding doch irgendwo sein! Trotzdem kam sie nicht von ihrer Linie ab und suchte sich in immer noch hohem Tempo an das Mark heran. Zack, zurück. Insgesamt meisterte Frieda die Schwierigkeiten gut, Frau Beringer gab mir aber den Tipp, vermehrt Markierungen mit Geländeübergängen im Training zu üben. In allen Fächern außer Markierfähigkeit gab es bei dieser Aufgabe für uns Bestnoten.

Die letzte Aufgabe wurde erneut von Achim Beringer gestellt. Obwohl es natürlich blöd von mir ist, war ich nach unserem ersten bescheidenen Auftritt bei ihm irgendwie doch wieder nervös. Die Aufgabe bestand in einem beschossenen (quasi-)Blind, dass direkt vor der Wasserkante des Hundebadetümpels lag. Uffz. Man nahm als Team am Startpunkt Aufstellung. Anschließend lief der erste Helfer parallel zur Wasserkante etwa 20 Meter vor Hund und Hundeführer entlang und ließ auf der Höhe des Team ein Dummy in die Wiese fallen. Anschließend nahm der zweite Helfer den selben Weg und gab einen Schuss auf der Höhe des Dummies ab. Nun durfte man den Hund schicken. Da es sich ja um ein Blind handelte, schickte ich Frieda mit „Voran“. Frieda sah das aber anders. Da war doch Herrchen irgendwo! Jaaaa, der erste Helfer, der das Dummy fallen ließ, war Frank. Und was macht der jetzt da in hinter dem Busch? Mal nachschauen gehen. Nachdem Frieda kurz den Helfern „hallo“ gesagt hatte, erfolgte die Kontrolle, ob das Wasser, in dem sie noch kurz zuvor gebadet hatte, denn noch da sei. An diesem Punkt habe ich die Pfeife ausgepackt und ordentlich hineingeblasen: TÜÜÜÜÜÜÜT, TÜÜÜÜÜT! Und weil das ja nicht genug war, schickte ich noch einen empörten Brüller hinterher. Tatsächlich ließ sich Frieda so von ihrem Badevorhaben abbringen (sie war noch nicht drin), kam aber nicht direkt zu mir zurück, sondern sammelte noch mal eben das öde Dummy ein, von dem sie wohl nur zu gut wusste, wo es befand. Trotz allem bekamen wir für die Aufgabe noch ein „Sehr gut – vorzüglich“, was aber sicherlich als freundliche Geste zu werten ist. Herr Beringer riet mir dann noch, nicht all meinen Frust in die Pfeife zu packen: „Es bringt ihnen ja auch nichts, wenn am Ende ein kleiner Vulkan aus der Pfeife kommt.“ Hmmm, Recht hat er.

Danach waren Frieda und ich komplett bedient. Es war heiß, es war lang, es war aufregend. Zurück am Gasthof wurden die Urkunden verteilt, wir erhielten das Gesamtprädikat „Sehr gut“, wie die meisten anderen auch. Ein paar „vorzügliche“ und „gute“ Hunde gab es jedoch auch. Auf der Heimfahrt berichtete Frank ausführlich von seinen Erfahrungen als Helfer. Glücklicherweise war er mir nicht böse, dass ich ihn eigenmächtig zu „Den-ganzen-Tag-bei-Hitze-im-Wald-rumstehen“ angemeldet hatte. Den Berichten konnte ich entnehmen, dass Frieda und ich wohl nicht die größten Chaoten an diesem Tag waren. Erneut war es außerdem spannend zu hören, wie unterschiedlich die Hunde arbeiteten.

Und was wir jetzt machen? Erstmal ausruhen. Ausgiebigst. Und dann weiter üben. Fußlaufen und so.

Unser erster Workingtest…

August 13, 2011

… naht.

Nächsten Sonntag, am 21. August, haben wir einen Startplatz beim Schnupper-Workingtest der BZG Oberpfalz. Ich bin schon soooo gespannt – und freue mich auf dieses ganz neue Erlebnis. Anke und Biscuit werden zum Glück auch dabei sein und außerdem kenne ich noch zwei weitere Teams, die sich der Herausforderung stellen. Es ist doch immer ganz schön, bekannte Gesichter um sich zu haben.

Gestern waren wir mal wieder zum Training beim freien Dummytreff. Ich war total stolz auf meine Maus, sie macht das wirklich immer cooler und hat bis auf ein paar winzig kleine, kaum hörbare Fiepserchen nach dem Herausholen aus dem Auto (neue Situation usw.) war sie absolut still. Parallel dazu habe ich versucht, die Leckerchendosis des letzten Trainings etwas herunterzufahren und ihr während der eigentlichen Aufgaben nichts mehr gegeben. Davor und danach blieb aber ja noch genügend Möglichkeit zum ausgiebigen Belohnen, was Madame durchaus versöhnlich gestimmt hat.

Angefangen haben wir mit einer Doppelmarkierung. Die erste Markierung wurde aus einem Gebüsch in ungefähr 40 Metern Entfernung auf eine kurz gemähte Wiese geworfen. Die zweite fiel in 90° zur ersten über einen dicht bewachsenen schmalen Wassergraben auf die andere Seite der Wiese, sodass die Hunde einen Geländewechsel zu überwinden hatten. Da unsere Vorgänger hier allesamt Probleme hatten, habe ich Frieda zuerst auf M2 geschickt, damit die Überwindung des Geländewechsels nicht gar so schwierig werden sollte. Tatsächlich ist sie auch ohne zu zögern über den Graben gegangen – jedoch nicht in Höhe der Markierung. So ganz verstanden habe ich die Maus gestern nicht, es sah teilweise etwas kopflos aus, was sie tat. Auf der anderen Seite des Grabens hat sie dann jedoch schnell angefangen in Richtung der Fallstelle zu suchen, sodass es defintiv auch keine Freiverlorensuche wurde.

Beim Schicken auf M1 sah es ähnlich aus. Erst sah alles ganz gut aus, dann suchte sie jedoch eher von der Fallstelle weg, bevor sie diesmal wirklich zu einer großen Suche überging, da sie nicht sofort fündig wurde. Also Doppelpfiff und „Hier“. Wie immer bekam Frieda fürs Reinkommen aus der Suche ein Dummy von mir zugeworfen, dass sie mitbringen durfte. Da ich eigentlich dachte, einer Markierung auf flacher Wiese sei kein Problem für meinen Flitzer, habe ich sie erneut angesetzt und geschickt. Da sie sofort wieder abdriftete, musste ich sie leider wieder ranpfeifen. Also warf Christine die Markierung ein zweites Mal. Blickkontakt, warten, „Apport“! Dieses Mal kam sie sofort zum Dummy und brachte es zurück. Das gab natürlich ein großes Lob! So ganz sicher bin ich jedoch nicht, ob die Markierungen zu schwer waren, Frieda zu unkonzentriert oder womöglich erneut der viele Blickkontakt zwischen uns beiden dafür gesorgt hat, dass sie nicht so gut markiert hat. Trotz alledem ist das Wichtigste für mich jedoch weiterhin, dass Frieda ruhig und geduldig auf meine Kommandos wartet. Dies ist weiterhin unser oberstes Gebot und Ziel.

Die zweite Aufgabe war eine erneute Einzelmarkierung über den Graben. Da viele Hunde hier Probleme hatten, wollten wir den Geländewechsel nochmals üben. Nach dem Fallen der Markierung bin ich mit Frieda noch ein Stück parallel zum Graben Fuß gelaufen, da ich sie nicht zu oft ohne größeren Zwischenschritt auf Marks schicken wollte. Trotzdem hat sie sich die Fallstelle super gemerkt und das Dummy ohne Probleme gebracht. Fein.

Anschließend versuchten wir uns auf meinen Wunsch das erste Mal an einem Walkup zu zweit. Bisher habe ich dieses Fach vermieden, weil ich Frieda und mich nicht überfordern wollte. Doch angesichts der Fortschritte der letzten Wochen fand ich, dass es an der Zeit war, auch diese Herausforderung nun anzunehmen. Ausschlaggeben dafür war vor allem, dass Frieda sich zuletzt völlig ruhig verhielt, wenn wir anderen Hunden beim Arbeiten zugeschaut haben. Dafür habe ich sie extra unangeleint neben mit ins Fuß gesetzt und stets belohnt, wenn sie ruhig die Markierungen und den Apport der anderen Hunde verfolgte, um anschließend Blickkontakt mit mir aufzunehmen.

Zu zweit machten wir uns auf einer gemähten Wiese auf den Weg. Nach etwa 15 Metern kam ein Geräusch vom Werfer (in diesem Falle Frank, der so nett war, uns an diesem Tag zu helfen). Beide Hunde setzten sich sofort hin und beobachteten anschließend die fallende Markierung. Anschließend durfte zunächst unsere Team-Kollegin ihren Hund zum Apport schicken. Frieda saß unangeleint wie angewachsen. Super! Dafür gab es auch während der Aufgabe eine kleine Belohnung, schließlich war das ein ganz besonderer Moment. Anschließend ging es weiter im Fuß. Dabei merkte ich, dass Frieda nun definitiv mehr Gas gab, da sie in Richtung der alten Fallstelle wollte. Da musste ich die Kleine körpersprachlich etwas ausbremsen. Dann folgte erneut ein Geräusch, eine Markierung und diesmal durfte ich Frieda schicken. Auch das klappte prima.

Zuletzt gab es noch einen Einzel-Walkup, bei dem zunächst eine Markierung fiel, Hund und Hundeführer dann aber weiterliefen. Erst einige Zeit später durfte der Hund auf ein zweites Geräusch hin geschickt werden. Auch hier schlugen wir uns gut und ich war insgesamt total glücklich mit unserer Leistung von gestern. Nachwievor ist der brenzlige Moment stets der Beginn eines Trainings, bei dem Frieda immer noch sehr aufgeregt ist. Lief die erste Aufgabe gut, scheint auch der Rest kein großes Problem mehr zu sein, was das Fiepen angeht. Ich hoffe einfach, dass wir es beide nächsten Sonntag auch schaffen, so cool zu bleiben. Ich wahrscheinlich nicht. Also werde ich Frieda sicher keine Vorwürfe machen, egal, wie es läuft. 🙂 Hauptsache es macht Spaß und wir lernen etwas. Alles andere ist kein Beinbruch.

 

Doppelstunde

Juni 8, 2011

Am Montag waren wir bei Carolin zu einer Training. Und da die Fahrerei (einfache Strecke 1 1/2 Stunden) mittlerweile ziemlich beachtlich ist, haben wir gleich eine Doppelstunde angesetzt.

Wegen Hitze und Heuschnupfens sind wir in den Wald gefahren, wo wir mit ein wenig Dummytraining angefangen haben. Zunächst schlug Frieda sich noch ganz gut, aber dann wurde sie doch zu aufgeregt und hat einige Fiepser von sich gegeben. Ich glaube, die Erwartungshaltung bei Treffen mit Carolin und Llynja ist schon ganz beachtlich mittlerweile. Bevor wir abbrechen mussten haben wir jedoch zwei Vorans unter Verleitung arbeiten können, die prima geklappt haben. Frieda nimmt die von mir vorgegebene Richtung nachwievor super an, sodass wir uns wahrlich nicht beklagen können. Mit der Fußarbeit und dem Reinkommen bin ich auch total zufrieden – die Sache mit den Aufregungsquietschern vergessen wir da lieber ganz schnell wieder.

Nach einer kurzen Pause haben wir uns anschließend den Fächern der Begleithundeprüfung gewidment. Das Fußlaufen wurde dabei eindeutig durch meine Schusseligkeit erschwert, da ich mich partout nicht auf Parcour und Hund gleichzeitig konzentrieren konnte. Nachdem Carolin jedoch stets moderierend zur Seite stand, haben wir die Aufgabe gut bewältigen können. Insbesondere die zweite Runde ohne Leine lief prima mit einem aufmerksamen Hund und tadelloser Leistung.

Das Sitz aus der Bewegung haben Frieda und ich erst in der letzten Woche endlich geknackt. Ich hatte schon früher öfter mal Anläufe genommen, so richtig wollte der Knoten jedoch nie platzen. Wie ich es bei Frieda schon oft beobachten konnte, braucht es dann aber meist nur ein Schlüsselerlebnis für sie, um eine Sache ein für alle Mal zu lernen. Seitdem läuft es wie geschmiert, auch wenn wir das „Kunststückchen“ sicher noch häufig und in unterschiedlicher Umgebung üben müssen. Am Montag hat man durchaus gemerkt, dass sie etwas überrascht war, das Kommando an dieser Stelle zu hören, sodass ich kurz nachhelfen musste. Aber grundsätzlich sind wir hier einen riesen Schritt weiter als noch vor einigen Wochen.

Das Platz aus der Bewegung habe ich erst gestern begonnen, da ich beide Kommandos nicht zu dicht hintereinander üben wollte. Wie erhofft stellte das nun aber gar kein Problem mehr dar – was beim Sitz funktioniert, funktioniert dann offensichtlich auch beim Platz. Und mithilfe einiger Pansenstücke konnte ich meinem Leckermaul auch schnell vermitteln, dass es um ein schnelles Platz geht. 🙂

Das Ablegen und Liegenbleiben unter Ablenkung haben wir am Montag ebenfalls geprobt. Vielleicht half ein wenig die Tatsache, dass Frieda zu diesem Zeitpunkt schon recht groggy war, aber geklappt hat es wunderbar. Prima!

Durch die Trainingserlebnisse ist das Thema Begleithundeprüfung ganz unerwartet aktuell geworden. Eigentlich hatte ich mich fast schon damit arrangiert, die Prüfung nicht zu machen, da wir bei einigen der Übungen Schwierigkeiten hatten und ich einfach lustlos war. Andererseits lügt man sich vielleicht auch ein bisschen in die eigenen Tasche, wenn man meint, die Prüfung mit gutem Gewissen auslassen zu können, um direkt zur Dummyarbeit überzugehen. Schließlich hat das Begleithundetraining viel mit dem für die Dummyarbeit so unabdingbaren Grundgehorsam zu tun. Auf dem momentanen Stand bin ich zuversichtlich, dass wir die Prüfung meistern können. Also fehlt uns eigentlich nur noch ein geeigneter Termin. 🙂 Hmmmm, ich geh mal die CZ wälzen…

 

Wesenstest

Mai 30, 2011

Letztes Wochenende fand auf dem Hundeplatz in Bayreuth ein Wesentest der BZG Oberfranken statt. Frieda und ich waren allerdings nicht angemeldet – eigentlich rechne ich jeden Moment mit Friedas zweiter Läufigkeit, da wollte ich bei der Anmeldung kein Risiko eingehen. Meine Wenigkeit war trotzdem anwesend – als Helfer am Samstag.

Es war mein erster Wesenstest und daher war ich sehr gespannt, was ich so zu sehen bekommen würde. Die Richterin, Irmelin Barckhausen, war super nett und hat jede Menge interessanter Sachen zu den einzelnen Hunden erzählt. Ich war Teil der Fußgängerzone, der Kreisprobe und durfte auf dem Parcours die mit Dosen gefüllte Plastiktüte rütteln. Insgesamt habe ich zwei Labbis, zwei Golden und einen Flat gesehen – allesamt Damen.

Es war sehr interessant, die Unterschiede im Verhalten der einzelnen Hunde zu beobachten. Während die eine eher vorsichtig und die Nähe des Hundeführers suchend die Aufgaben meisterte, rannte die andere immer schon vor, um sich die nächste „Hürde“ aus nächster Nähe anzusehen. Alle Hunde waren an diesem Tag in ihrem Wesen fest 🙂 und bestanden die Prüfung mit Bravour. Herzlichen Glückwunsch!